Schlagwort: Kroatien

2020, Die Zwanzigzwanziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Dora 2020: She’s like the Wind to my Tree

Für eine sehr klassische, herzzerreißende Balkan-Schmerzensballade entschieden sich die Kroat:innen am vergangenen Samstagabend im Rahmen des klassischen Eurovisionsvorentscheidungsformats Dora und bestätigten damit einmal mehr ihren Ruf als konservative Grand-Prix-Nation. Denn musikalisch könnte das schmalztriefende, geigengesättigte 'Divlji Vjetre' ('Rauer Wind') mitsamt seiner etwas überraschend an der Stelle, an der man das Lied eigentlich zu Ende wähnt, drangeschraubten Rückung auch im Jahre 1990 angesiedelt sein. Oder 1960. Lyrisch war es vielleicht nicht die geschickteste Wahl für den im Frühlingsmonat Mai in Rotterdam stattfindenden Hauptwettbewerb, denn der in schwarzer Trauerkleidung auftretende Damir Kedžo, einstmals Kirchenchorknabe und später Boyband-Mitglied, greift darin zur...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Schwules

2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen Staffage. Vertraut die EBU der Strahlkraft ihrer eigenen Vorzeigesendung ...
2019, Die Zwanzigzehner

Rank & File 2019: Platz 21 – The Dream

Falls der kroatische Sender HRT glaubte, mit der gnädigen Direktnominierung des früheren Dora-Dauergastes Jacques Houdek für den ESC 2017 sei man die menschliche Kanonenkugel nun für immer los, so sah man sich getäuscht. Zum in diesem Jahr nach längerer Pause wieder aufgelegten Vorentscheid kehrte er als Komponist zurück - und gewann fulminant. Platz 21: Kroatien - Roko Blažević: The Dream (Der Traum) Für seine aktuelle Song-Monstrosität bediente sich der beleibte Songschreiber eines stimmstarken, zarten Jünglings, dem er zu allem Überfluss auch noch ein paar mannshohe Engelsflügel umschnallte, so als wolle er alle Welt mit Gewalt auf die mehr als subtil homoerotisch-pädophile Ader seiner künstlerischen Zusammenarbeit mit dem gerade erst Volljährigen hinweisen. Und prompt schaut der zw...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Dora 2019: Ottom Bot­tom

Wie das mit der Rückbesinnung auf eigene Stärken funktioniert, machte uns gestern Abend der kroatische Sender HRT vor, der nach mehreren Jahren schmählicher, der Finanzknappheit geschuldeter Pause wieder zum traditionellen Vorentscheidungsformat zurückkehrte, nämlich der im mondänen Küstenstädtchen Opatija veranstalteten Dora. Zwar zog man vom früheren Hotel Kvarner weiter in die größere Marino-Cvetković-Sporthalle. Doch auch dort schaffte es der Sender, eine nostalgiegesättigte, festliche Sendung hinzulegen, die alles beinhaltete, was des Grand-Prix-Fans Herz höher schlagen lässt. Dem Dora-Finale mit 16 (!) Acts gingen zwei Auftakttage voran, an denen die Teilnehmer/innen zur Einstimmung klassische Melodien und sogenannte "Opatija-Serenaden" darboten, bevor sie gestern Abend ihre Wettbewe...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Echte Eurovisionsfans befinden sich - getreu des Mottos: nach dem ESC ist vor dem ESC - bereits seit vergangenem Mai gedanklich im Jahr 2019. Seit heute stimmt dann auch der offizielle Kalender wieder mit dem Empfinden überein. Höchste Zeit also für einen Überblick über die Geschehnisse in den 42 in Tel Aviv teilnehmenden Nationen, die mir in den letzten Wochen durchgerutscht sind. Dabei scheint, dass das gackernde Huhn vom letzten Jahr so manch anderes lustiges Getier inspirierte: dabei sind unter anderem singende Katzen und ironische Hyänen.  Den Auftakt aber macht eine halbe Göttin. Sagt sie zumindest von sich selbst. Sie, das ist die ehemalige X-Factor-Zweite Srbuhi Sargsian, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Srbuk. Die 24jährige wurde von ArmTV als Eurovisionsrepräsentan...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

AU, HR, BE 2018: Und ich spür das Adre­na­lin

Gleich mehrere Nationen, deren jeweilige/r Eurovisionsvertreter/in bereits seit längerem feststehen, haben in den letzten Tagen endlich die dazugehörigen Songs gedroppt. Oder das eigentlich zu einem späteren Datum vorgehabt, was allerdings in Zeiten, da Leaken als Volkssport betrieben wird, zum Scheitern verurteilt ist. So tröpfelte beispielsweise der Beitrag Australiens bereits durch. Für Down Under tritt bekanntlich das Castingsternchen Jessica Mauboy an, die 2014 in Kopenhagen den Pausenact gab, der nach offizieller Geschichtsschreibung seitens der EBU als erfolgreiche Teilnahmebewerbung der Australier akzeptiert wurde. Seither hänge ihr Herz am ESC, so Jessica bei der diesjährigen Direktnominierung durch den Sender SBS. Ihr Lied 'We got Love' entstand laut Eurofire als Gemeinschaftspro...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

MK + HR 2018: (You dri­ve me) Cra­zy

Gleich zwei Balkanstaaten gaben heute ihre jeweils intern bestimmten Vertreter/innen für den Eurovision Song Contest 2018 bekannt. Die frühere jugoslawische Republik Mazedonien, die derzeit (hoffentlich!) auf eine baldige Lösung des jahrzehntelangen, ermüdenden Namensstreits mit den in dieser Angelegenheit bis zuletzt sturen Griechen zusteuert, ernannte das phonetisch clever benannte Duo Eye Cue (lies: IQ bzw. "I q" = ich qualifiziere mich [für das Finale]), bestehend aus dem Komponisten Bojan Traikovski und der Leadsängerin Marija Ivanoska. Die beiden machen seit mehr als zehn Jahren gemeinsam Musik. Und zwar, wie eine schnelle Youtube-Werkschau bestätigt, in der Hauptsache zähen, handgeklampften, midtemporären, leicht melancholischen Middle-of-the-Road-Seich (seufz). Wie sich das bei dem...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Schwules, Trickkleid, Unsere Lieblinge

Fina­le 2017: Gift im Instru­ment

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung der gigantischen, futuristisch aufgebrezelten Showbühne im Internationalen Ausstellungszentrum der ukrainischen Metro...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo zwischen Raumschi...
2017, Die Zwanzigzehner, Eurovision Deathmatch, Schwules

Euro­vi­si­on Death­match #14: Quee­res vom Bal­kan

Homosexualität ist auf dem Balkan leider nach wie vor ein großes Tabuthema. Nichtsdestotrotz - oder gerade deswegen - schicken aber gerade diese Länder immer wieder gerne campe Meisterwerke zum Eurovision Song Contest, bei denen sich jede Frage nach der sexuellen Orientierung des Interpreten von selbst beantwortet. Erinnert sei nur an solche fabelhaften Beiträge wie 'In the Disco' (→ BA 2004), 'Mr. Nobody' (→ SI 2006) oder 'Ovo je Balkan' (→ RS 2010), aber auch den Siegertitel von 2007, 'Molitva', der mit einer wunderbar subtil sapphischen Show aufwartete. Dessen Interpretin, Marija Šerifović, die sich laut Wikipedia erst 2013 offiziell als lesbisch outete, legte sich noch im Jahre 2008 einen Sandprinzen zu: in Form des diesjährigen montenegrinischen Eurovisionsvertreters Slavko Kalezić nä...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Schwules

Kroa­ti­en 2017: die lied­ge­wor­de­ne Mozart­ku­gel

Oh. Mein. Gott! Viel Aufregung gab es bereits im Vorfeld um den kroatischen Beitrag zum Eurovision Song 2017, 'My Friend' von Jacques Houdek, nachdem uns der vom Sender HRT intern ausgewählte Künstler mit ersten Songschnipseln und - vor wenigen Tagen - der Instrumentalversion des Stückes angefüttert hatte. Houdeks Katalog offenbart außerdem eine gewisse Affinität zu Camp, doch nichts - wirklich nichts! - konnte einen auf das Hörerlebnis vorbereiten, welches mit der gestern erfolgten Veröffentlichung der Studiofassung von 'My Friend' über uns hereinbrach. Die Nummer beginnt bereits mit einem absoluten Knaller in Form eines gesprochenen (!) Albert-Einstein-Zitates: die volle Ladung Pathos, gleich zum Auftakt, ohne jede Vorwarnung mitten in die Fresse rein! Man hat sich von diesem Frontalangr...
2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Schwules

Kroa­ti­en 2017: die sin­gen­de Dis­co­ku­gel darf ran

Sechs Mal trat er seit 2002 vergeblich beim kroatischen Vorentscheid, der DORA, an, wo er zwischenzeitlich gefühlt zum Inventar gehörte. Zuletzt unterlag er 2011 der aus Aschaffenburg stammenden Daria Kinzer im Divenzweikampf. Nun hatte der Sender HRT endlich ein Einsehen und nominierte den mittlerweile 35jährigen Jacques Houdek direkt als Vertreter für Kiew. Der ist mir aus den DORAs (DORAen? DORAta? DORi? DORAnten?) der Nuller Jahre vor allem als menschgewordene Discokugel in Erinnerung, der trotz wirklich enormer Körperfülle - er sah stets aus, als habe er gerade Chiara (→ MT 1998, 2005, 2009) verspeist - zu herrlich campen Discoschlagern über die Bühne hüpfte, als seien seine Kniegelenke aus Titan. Und dabei eine angesichts des schweißtreibenden Tuns meist erstaunlich gute stimmliche L...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser, Trickkleid

Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell wieder abwürgten und sich flugs für die "Peinlichkeit" entschuldigten! Auch, was da...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Von Wöl­fen und Lum­pen­sä­cken: die Pro­ben zum ers­ten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse - in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss ich mich an eine erste Beurteilung wagen. In diesem Posting nun zuerst alle Acts des ersten S...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Schwules

Nack­te graue Dis­co-Wöl­fe tan­zen im Gewit­ter

Fantastische Nachrichten kommen aus San Marino: der türkischstämmige Serhat Hacıpaşalıoğlu, der die Miniatur-Republik in Stockholm vertritt, hörte auf die Stimme der Vernunft der Fans und tritt mit der fabelhaft campen Disco-Version seines Titels 'I didn't know' an. Die eher im Bar-Jazz beheimatete Orginalversion des sanmarinesischen Beitrags erntete bislang (völlig zu Recht) überwiegend negative Kritik, während der kurze Zeit später veröffentlichte, hemmungslos discofizierte Remix klassisch veranlagte Grand-Prix-Elsen wie mich natürlich in pure Verzückung versetzte. Diese strahlte über die sozialen Medien auch auf den Künstler zurück, und so ersuchte das Team um den Ex-Mode-Zar Thierry Mugler die EBU, den Song trotz abgelaufener Deadline noch gegen die beliebtere Fassung (die noch immer d...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Kroa­ti­en 2016: Ninas Leucht­turm steht in Wien

Heute Mittag stellte der kroatische Sender HRT den Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest 2016. Nina Kraljić, die bereits vor einiger Zeit intern ausgewählte Vertreterin und aktuelle The-Voice-Gewinnerin, singt eine klassische Balkanballade, die bereits mit den ersten, flehenden Flötentönen zum Songauftakt ihre musikalische Heimat offenlegt und mit einer sich zusehends dramatisch steigernden Instrumentierung und einer vorschriftsmäßigen Rückung (schön, dass dieses Grand-Prix-Kernelement 2016 seine Rückkehr feiert) sowie einem bittersüß-melancholischen Outro liefert, was der Liedeinstieg verspricht. Im scharfen Kontrast zum wunderbaren Ethno-Flair der Ballade singt Nina allerdings, wie bereits angekündigt, auf Englisch: 'Lighthouse' nennt sich der Titel denn auch, und leider offenba...
2016, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Auch Bul­ga­ri­en und Kroa­ti­en keh­ren zum ESC zurück

Heute früh veröffentlichte die EBU zeitgleich mit dem seit 10 Uhr laufenden Vorverkauf für die Eintrittskarten die offizielle Teilnehmerliste für den 61. Eurovision Song Contest in Stockholm, Schweden. Erfreuliche Überraschung: neben den bereits bekannten 41 Nationen kehren auch Kroatien und Bulgarien, die in den letzten beiden Jahren mit Abwesenheit glänzten, zum Wettbewerb zurück. Für die professionelle Ausrichtung des diesjährigen Junior-ESCs in Sofia erntete der bulgarische Sender viel Lob - möglicherweise ein Ansporn, es auch wieder beim "richtigen" Contest zu versuchen? Gerüchte besagen, dass das Land - wie schon die Balkan-Kollegen aus Bosnien und Mazedonien - eine/n vormalige/n Repräsentant/in schicken wolle, dabei fiel bereits mehrfach der Name Poli Genova (BG 2011), die vor einer...
2015, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Auch 2015: kei­ne kroa­ti­sche Mor­gen­rö­te

"Neka mi ne svane / Nek' me nema, nek' me ne bude (Möge die Morgensonne niemals aufgehen / Möge ich verschwinden, möge ich aufhören, zu existieren)" - so schmerzvoll schön und seherisch besang es die fabelhafte Danijela Martinović 1998 in Kroatiens bestem Eurovisionsbeitrag. Daran scheint sich das Land halten zu wollen: wie esctoday soeben unter Berufung auf den kroatischen Sender HRT berichtet, kehren die Hrvatskaner auch 2015 nicht zurück zum Grand Prix, nach dem sie letztes Jahr bereits aus finanziellen Gründen aussetzten. Oder wohl auch aufgrund der enttäuschenden Bilanz: in den Neunzigern noch mit Top-Ten-Platzierungen verwöhnt, schaffte es der Mittelmeeranrainerstaat seit 2010 nicht mehr ins Finale. Und scheint es jetzt erst gar nicht mehr erst versuchen zu wollen. Schade! http://yo...
2014, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Ej Mižer­ja: Kroa­ti­en setzt 2014 aus

Betrübliche Nachrichten: wie das kroatische Nachrichtenportal Večernji List heute vermeldet, habe sich das kroatische Fernsehen HRT "in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen Situation" entschieden, aus finanziellen Gründen nicht am Eurovision Song Contest 2014 teilzunehmen. Gerade im Lichte der unbefriedigenden Ergebnisse der kroatischen Lieder - dem bis zur Jahrtausendwende recht erfolgsverwöhnten Land gelang zuletzt 2009 mit dem schnulzigen 'Lijepa Tena' ein achtzehnter Platz im Finale (und das auch nur dank der Jury), seither scheiterten alle Beiträge bereits in den Qualifikationsrunden - sei im Hinblick auf die knappen Budgets eine Teilnahme derzeit nicht zu verantworten, so der Sender. Noch nicht entschieden sei, ob man dennoch das Eurovisionsfinale übertrage. Auch, wenn das Adr...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

ESC 1. Semi 2013: Gonor­rhoe im Dis­ney­land

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der Fall war. Und eine das Gastgeberland selbst auf die Schippe nehmende Petra Mede ist als Host ein eben solcher...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chan­cen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des ersten Semis am Dienstag. Und ab heute stellt uns eurovision.tv auch einen kompletten, dreiminütige...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Ers­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Goli­ath im Lam­pen­la­den

Es ist, folgt man den Liveblogs aus Malmö, der meistdiskutierte Auftritt am heutigen ersten Probentag und wird ohne jede Frage auch am Semi-Dienstag beim Fernsehzuschauer visuell am stärksten hängen bleiben: der Shrek-Moment, wenn der ukrainischstämmige Igor Vovkovinksy, mit 2 Meter 34 einer der größten Menschen der Welt, die vergleichsweise zerbrechliche Zlata Ognevich auf seinen gigantischen Händen auf die Bühne trägt und mittig auf einem stilisierten Felsen abstellt, wo sie dann armrudernd für den Rest ihrer drei Minuten versucht, den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und nicht herunter zu fallen. Das Land bleibt also seinem Hang zu spektakulären Inszenierungen treu, wofür ich es ja liebe und womit es bislang immer gut gefahren ist. Selbst, wenn man sich fragt, was der Prinzessinnenab...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale

It’s all in your Head: Zla­ta und das Ecsta­sy-Ein­horn

Dass in ihrem Oberstübchen die Neuronen anders verknüpft sein könnten als beim Rest der Menschheit, diesen Eindruck erweckte die fabelhafte Zlata Ognevich ja bereits in der skandalumwitterten ukrainischen Vorentscheidung 2011, wo sie sich von synthetisierten Kuckucksrufen zu ihrem völlig skurrilen, nur als Gesamtkunstwerk zu würdigenden Lied 'Kukushka' begleiten ließ. Und auch ihr diesjähriger Song 'Gravity' gehört nicht gerade zu den klassischen Junge-liebt-Mädchen-Machwerken der Popgeschichte. Mit dem soeben veröffentlichten (hervorragenden!) Club-Remix des Beitrags dreht Zlata die Schraube noch ein Stückchen lockerer: hier mischt sie den absurden englischen Text ("Put your Heart where it belongs" - ähm, in den Brustkorb?) mit wohlklingenden Wörtern in einem komplett erfundenen Idiom. Wi...
2013, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Die fri­schen Euro­vi­si­ons-Remi­xe sind ein­ge­trof­fen!

Eine knappe Woche noch bis zur offiziellen Deadline der EBU für das Einreichen der Eurovisionsbeiträge, und so langsam trudeln immer mehr offizielle Videoclips beim Youtube-Kanal von eurovision.tv ein. Ihre aufpolierten Eurovisionsfassungen präsentierten heute sowohl Albanien als auch die Ukraine. Große Überraschung: gerade die Skipetaren, die ja für das heftige Herumschrauben an ihren Songs bekannt sind, schafften es erstaunlicherweise, trotz massiven Kürzens von über vier auf regelkonforme drei Minuten die 'Identitet' ihres Beitrags zu bewahren. Albanien, das Land des Plattenbaus: Adrian & Bledar (mehr …)
2013, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Kroa­ti­en und die Mise­re der Euro­vi­si­on

Heute Vormittag stellte das kroatische Fernsehen die vollständige Fassung seines diesjährigen, passend betitelten Eurovisionsbeitrags 'Mizerja' vor. Dargeboten von sechs jungen Herren, welche die Gesangsgruppe Klapa s Mora (Klapa des Meeres) formen. Bei einer Klapa handelt es sich, wie schon an anderer Stelle erwähnt, um einen traditionellen dalmatischen Männergesangsverein, der ebenso traditionelle Volksweisen zum Besten gibt. Bei den sechs befrackten Herren im Bild handelt es sich gar um eine extra für den Grand Prix von HRT handverlesene "Super Klapa", ein Konglomerat der besten Klappengänger Klapisten Männergesangsvereinssänger des ganzen Landstrichs. Ihr harmoniestarker Chorgesang und der extrem altmodische Song entführen einen dann auch gedanklich in ein Straßencafé am Marktplatz ein...