YU 1965: Immer mehr vom Meer sehn

Es waren in den Sechzigerjahren mehr oder minder stets dieselben Namen, die auf der Teilnehmerliste der jugoslawischen Vorentscheidung auftauchten. Früher oder später gewann dann auch fast Jede/r von ihnen mal und durfte den Vielvölkerstaat beim Eurovision Song Contest vertreten. Eine, die das trotz beinahe durchgehender Präsenz bei der Jugovizija nie ganz schaffte, und das, obwohl sie laut Wikipedia die erfolgreichste Schlagersängerin des Balkanstaates ist, war Gabi Novak. Klingt ziemlich germanisch, dieser Vorname, werden Sie sich jetzt vielleicht denken, und liegen damit völlig richtig: die gute Gabi kam nämlich 1936 als Kind eines kroatischen Vaters und einer deutschen Mutter in Berlin zur Welt, von wo die Familie jedoch bei Kriegsausbruch auf die dalmatinische Insel Hvar floh. 1965 kam Frau Novak, die im Laufe ihrer Jahrzehnte umspannenden Karriere auch in einigen Schlagerfilmen mitwirkte, neben ihrer Brot-Musik aber auch Jazz-Alben veröffentlichte, und die 1973 den Sängerkollegen und Poeten Arsen Dedić ehelichte, der für viele ihrer Titel kompositorisch verantwortlich zeichnete, einem Eurovisionsauftritt so nahe wie nie: mit dem hübschen Schlager ‚Prvi Snijeg‘ (‚Erster Schnee‘) gelang ihr der zweite Platz bei der Jugovizija und ein Hit im Heimatland.

Leider nur als Audio verfügbar: Gabis Erster Schnee.

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YU 1964: Schneeflöckchen, Weißröckchen

Wie in der gesamten Anfangsphase ist auch für das Jahr 1964 die Faktenlage leider nicht besonders ertragreich, was die Jugovizija angeht, den Eurovisionsvorentscheid des damals noch unter Tito vereinten südslawischen Vielvölkerstaates. Immerhin kennen wir, und das ist bei der Jugovizija der Sechzigerjahre keine Selbstverständlichkeit, die komplette Teilnehmerliste inklusive der Lieder. Doch das nützt nicht viel, findet sich doch bis auf die lieblich plinkernde Schneeflockenballade ‚Kakor bela Snežinka‘ des slowenischen Sängers Stane Mancini (ob eine Verwandtschaft zur 2012er Repräsentantin Hannah Mancini besteht, ist mir leider nicht bekannt – vom Alter her könnte Stane ihr Großvater sein) und das offizielle Siegerlied keiner der acht Wettbewerbsbeiträge im Netz. Keine Spur also von ‚Folge den Sternen‘ der 1962er Grand-Prix-Teilnehmerin Lola Novaković, von ‚Entscheide Dich‘ des gefeierten kroatischen Chansonniers und Poeten Arsen Dedić (†2015) oder von ‚Ihr erster Tanz‘ des weltbekannten Ivo Robic, der hier punktefrei ausging.

Wiegte selbst Frau Holle in den Tiefschlaf: Herr Mancini.

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