ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Über­ra­schun­gen

Am gest­ri­gen Sams­tag lud der Euro­vi­si­on Club Ger­ma­ny mal wie­der ins bis auf den letz­ten Platz aus­ver­kauf­te Glo­ria in Köln. Und auch, wenn es das bereits xund­zwan­zigs­te Event sei­ner Art war, ent­pupp­te sich der hoch­ver­gnüg­li­che Abend als einer vol­ler Über­ra­schun­gen. Doch bevor wir uns die­sen zuwen­den, gilt es zunächst, die brand­hei­ßen Neu­ig­kei­ten von der NDR-Road­show abzu­ar­bei­ten, die dort ges­tern Nach­mit­tag eben­falls gas­tier­te (und von der ich dank der all­seits bekann­ten Unzu­ver­läs­sig­keit der Deut­schen Bahn lei­der nur einen Teil mit­be­kam). So ließ sich Tho­mas Schrei­ber zwar immer noch kei­nen amt­li­chen Ter­min für den deut­schen Vor­ent­scheid 2019 ent­lo­cken, gab aber den Hin­weis, dass Unser Lied für Isra­el “in der ach­ten Kalen­der­wo­che”, rich­ti­ger­wei­se erneut in der Haupt­stadt, über die Büh­ne gehen wird. Da die Show in letz­ten Jah­ren tra­di­tio­nell don­ners­tags statt­fand, kön­nen wir uns wohl auf den 21. Febru­ar 2019 ein­stel­len. Die offi­zi­el­le Bestä­ti­gung erfolgt aller­dings erst Mit­te Janu­ar.

Ein Ein­blick in das bereits abge­schlos­se­ne Song­wri­ting-Camp für ULfI.

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DE 1992: Der Mann, der sei­nen Job ver­lor

Wind, DE 1992
Die Hartz-Vier-Boten

In den Wie­der­ver­ei­ni­gungs­wir­ren nutz­te der Baye­ri­sche Rund­funk die Gunst der Stun­de und schob die Ver­ant­wor­tung für die mitt­ler­wei­le arg unge­lieb­te, nur noch als Geld­ver­schlin­gungs­ma­schi­ne emp­fun­de­ne Ver­an­stal­tung eilends an den neu gegrün­de­ten “Mit­tel­deut­schen” Rund­funk, noch heu­te der füh­ren­de Schla­ger­sen­der Deutsch­lands, ab. Dabei kam den Baju­wa­ren zupass, dass die äußerst CDU-nahe Zonen­an­stalt unter maß­geb­li­cher Füh­rung der Mün­che­ner auf­ge­baut wur­de, die dort ele­gant ihre per­so­nel­len und pro­gramm­li­chen Alt­las­ten ent­sorg­ten. Zu denen zähl­te eben auch die Vor­ent­schei­dung zum Grand Prix Euro­vi­si­on.

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ESC 1981: Take you from behind

Logo Eurovision Song Contest 1981
Das Jahr des Trick­kleids

Die Deut­schen schäum­ten vor Zorn, waren auf­rich­tig erbost! Im Land wei­len­de Schwei­zer zeig­ten sich im April 1981 gut bera­ten, ihre Her­kunft zu ver­schwei­gen. Nach­dem wir schon im Vor­jahr nur knapp an der Euro­vi­si­ons­kro­ne vor­bei­schramm­ten, gin­gen wir dies­mal um so sie­ges­si­che­rer ins Ren­nen. Eine so wun­der­ba­re Rühr­schnul­ze mit Behin­der­ten­mit­leids­bo­nus hat­ten wir extra gewählt, und die mit unüber­hör­bar frän­kisch rol­len­dem “R” into­nie­ren­de (“Die Jun­gen dort drr­rau­ßen, die rrrie­fen nur hin­ter ihm her”) Lena Valai­tis sang sau­ber, wohl­tim­briert und vol­ler Lei­den­schaft und Anmut die bit­ter­sü­ße Bal­la­de vom blin­den Jun­gen ‘John­ny Blue’ direkt in alle Her­zen hin­ein. Selbst die Buch­ma­cher sahen uns ganz vor­ne.

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DE 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Lena Valaitis, DE 1981
Die Frän­ki­sche

Busi­ness as usu­al bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung. Der Baye­ri­sche Rund­funk behielt nach dem Erfolg von Kat­ja Ebstein ([DE 1970, 1971, 1980, DVE 1975] die zum Dank dies­mal mode­rie­ren durf­te, was nicht unbe­dingt zu ihren aller­stärks­ten Talen­ten gehört) die Ver­ant­wor­tung und führ­te das Kon­zept unver­än­dert fort. Selbst die Stu­di­ode­ko­ra­ti­on blieb die glei­che. Trotz eini­ger pro­mi­nen­ter Namen lag das künst­le­ri­sche Niveau in die­sem Jahr jedoch aus­ge­spro­chen nied­rig – dass es im Ver­lau­fe des anste­hen­den Jahr­zehnts in noch abgrün­di­ge­re Tie­fen sän­ke, ver­moch­te man sich zu die­sem Zeit­punkt noch gar nicht vor­stel­len. Das hat­te mit einem Genera­ti­ons­wech­sel zu tun, den man in Mün­chen hart­nä­ckig igno­rier­te. Wäh­rend in den Ver­kaufs­charts und selbst in Die­ter Tho­mas Hecks (DVE 1961ZDF-Hit­pa­ra­de eine fröh­li­che, vom Punk und New Wave inspi­rier­te Revo­lu­ti­on namens Neue Deut­sche Wel­le tob­te, zog man es vor, sich beim Vor­ent­scheid nach dem Mot­to “Augen zu und durch” auf den Schla­ger­fried­hof zu ver­krie­chen, auch wenn dies bedeu­te­te, die musi­ka­li­sche Glaub­wür­dig­keit des Wett­be­werbs zu ver­spie­len.

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DE 1976: Auf Dir Pur­zel­bäu­me machen

Les Humphries Singers, DE 1976
Die Rein­ge­sie­gel­ten

Zum zwei­ten Mal nach 1963 ver­such­te es der sei­ner­zeit feder­füh­ren­de Hes­si­sche Rund­funk beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid mit Demo­kra­tie: genervt vom nie­mals ver­stum­men­den Publi­kums­ge­me­cker und dem unver­dient kata­stro­pha­len Abschnei­den Joy Fle­mings im Vor­jahr beschloss man, die Ver­ant­wor­tung für das deut­sche Schei­tern auf die All­ge­mein­heit abzu­schie­ben. Abstim­men durf­ten die Zuschauer/innen per Post­kar­te, die sei­ner­zeit noch nied­li­che 40 Pfen­ni­ge (21 Cent) Por­to kos­te­te. Als Anreiz zum Mit­ma­chen griff der hr ganz tief in die Gewinn­spiel­kas­se und ver­los­te unter allen Einsender/innen sage und schrei­be zwölf Farb­fern­seh­ge­rä­te (mit atem­be­rau­ben­der 36-cm-Bild­röh­re!) und 120 Lang­spiel­plat­ten. Und das von unse­ren TV-Gebüh­ren!

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