Sel­ecția Națio­nală 2019: Immer wie­der sonn­tags

Das Wich­tigs­te zuerst: herz­li­chen Dank an die­ser Stel­le an die bei­den Blog­ger­kol­le­gen Wil­liam Lee Adams und Deban Ader­e­mi von Wiwi­bloggs, die Euro­pa prak­tisch im Allein­gang vor der hass­erfüll­ten homo­pho­ben Het­ze­rin bewahr­ten. Und eben­so herz­li­chen Dank an die, wie Euro­fire von deren Face­book­sei­te zitiert, “stin­ken­den Kom­mu­nis­ten von TVR,” dem rumä­ni­schen Staats­sen­der, der dies durch sein völ­lig absur­des Voting­ver­fah­ren erst mög­lich mach­te. Denn beim dies­jäh­ri­gen rumä­ni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, der Sel­ecția Națio­nală, tob­te bekannt­lich so eine Art Glau­bens­krieg, ein epi­scher Kampf zwi­schen Gut und Böse. Letz­te­res in die­sem Fall reprä­sen­tiert durch die vor­he­ri­ge Favo­ri­tin und haus­ho­he Sie­ge­rin im Tele­vo­ting, die sech­zehn­jäh­ri­ge Lau­ra Bre­tan. Die in Chi­ca­go gebo­re­ne und von ihren streng evan­ge­li­ka­len Eltern zu Hau­se unter­rich­te­te Lau­ra posi­tio­nier­te sich ver­gan­ge­nen Okto­ber öffent­lich als Geg­ne­rin der Homo-Ehe und unter­stütz­te das – glück­li­cher­wei­se geschei­ter­te – rumä­ni­sche Refe­ren­dum, mit dem die Ehe per Ver­fas­sung als aus­schließ­li­che Ver­bin­dung von Mann und Frau zemen­tiert wer­den soll­te. “So, wie Gott die Fami­lie gewollt hat” in den Wor­ten der Sän­ge­rin. Sie zu ver­hin­dern war daher alles, was heu­te zähl­te. Und es ist gelun­gen!

Die knall­hart kon­ser­va­ti­ve Unschuld in weiß: Lau­ra Bre­tan mit dem Sound­track zur Trump-Ära.

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Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Bal­kan

Ein aus­drück­li­ches Lob muss ich an die­ser Stel­le ein­mal an den rumä­ni­schen Sen­der TVR rich­ten. Nach dem hek­ti­schen Irr­sinn des mit Vor­ent­schei­dun­gen kom­plett über­frach­te­ten ver­gan­ge­nen Super­sams­tags (an den kom­men­den darf ich erst gar nicht den­ken!) gestal­te­te sich der Sonn­tag­abend mit dem Genuss des zwei­ten Semis der Sel­ecția Națio­nală gera­de­zu kusch­lig-kom­mod. Vie­len Dank für die­se Ent­zer­rung! Freund­li­cher­wei­se stell­te TVR einen ruck­el­frei­en You­tube-Live­stream in HD-Qua­li­tät zur Ver­fü­gung, und die aus der Klein­stadt Arad über­tra­ge­ne Show glänz­te mit einem deut­lich bes­se­ren Line-up als noch das ers­te SN-Semi vor 14 Tagen. Selbst die Fehl­ur­teils­quo­te der Jury, die fünf der sechs Fina­lis­ten allei­ne bestim­men durf­te, hielt sich in Gren­zen. Ledig­lich der Ver­lust des den Auf­takt geben­den, zweck­mä­ßig benann­ten Män­ner­du­os 2 Gents ist zu bekla­gen, deren flot­ter Turbo­folk-Schla­ger ‘Lele­le’ exakt das lie­fer­te, was der Titel ver­sprach, aller­dings arg unter der kata­stro­pha­len Sound­ab­mi­schung litt: die viel zu lei­se aus­ge­steu­er­ten Vocals ver­san­ken zu einem mat­schi­gen Brei, wäh­rend die Drums (hand­ge­spielt auf einem pit­to­res­ken Zwit­ter­in­stru­ment, einer Art Alp­horn­trom­mel) zeit­ver­setzt dop­pelt zu hören waren, was extrem irri­tier­te.

The grab­bing Hands / grab all they can / Lele­le counts / in small Amounts.

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