Lettland

Per­len der Vor­ent­schei­dung: das Baltikum

Üblicherweise gehört das Baltikum zu den von mir wenig geliebten Eurovisionsregionen, kommt von dort doch meistens nur öder Mist. In diesem Jahr aber sind hier zwei vielversprechende Nummern im Rennen, von denen sich eine bereits komplett in mein Herz gespielt hat: das fabelhafte lettische 'Banjo Laura'! httpv://youtu.be/e90ZOEzFYkM Lauris Reiniks: Banjo Laura (mehr …)
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Lett­land 2010: Oh. Mein. Gott!

Mit existenziellen Themen setzt sich der lettische Eurovisionsbeitrag 2010 auseinander; mit der Frage nach dem Leben, dem Universum und überhaupt allem. Dabei ist die Antwort doch so einfach: 42! Aisha hingegen begibt sich bei der Suche nach Antworten auf die von ihr in etwas holprigem Englisch aufgeworfenen großen Fragen ("What for are we dying?") auf ausgetretene religiöse Pfade und resümiert: "Only Mister God knows why". Dabei ist der doch bekanntlich tot! Und für die Verortung als "Mister" Gott bekäme Aisha hierzulande von militanteren Teilen der Frauenbewegung direkt eins auf die Fresse. Aisha & der Chor der geknechteten Waschweiber (mehr …)
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Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer 'Tingaliin', mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen. http://youtu.be/XYJwnCsMBfo Verstehen Sie Spaß? Schwedens lustiger MF-Act Komoderatorin…
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Eirod­zies­ma 2009: Freut Euch, jetzt kom­men die schlech­ten Zeiten

Eirod­zies­ma 2009: Freut Euch, jetzt kom­men die schlech­ten Zeiten

Die weltweite Rezession trifft derzeit auch das Baltikum hart. So scheinen den Letten nicht nur ihre materiellen Güter und Arbeitsplätze abhanden gekommen zu sein - nein, auch um die geistige Gesundheit des Volkes steht es nicht zum Besten. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls der Sieger des heutigen Eirodziesma, der Punkrocker Intars Busulis, mit einem, tja, wie soll man das beschreiben: Lied? Nicht wirklich. Kriegsgeschrei? Dafür hat es zu schöne, wenn auch kurze, Gesangseinlagen. Heidnisches Ritual? Schon eher. Nennen wir es einfach: Gesamtkunstwerk. Es handelt übrigens von: der Rezession. Unter den Finalisten war es das einzige auf lettisch gesungene Lied, in Moskau…
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Kein Euro­vi­si­ons­boy­kott durch das Baltikum

Der angedachte baltische Eurovisionsboykott fällt aus. Wie esctoday berichtet, entschied sich der estnische Sender ETV, nun doch am Gesangswettstreit in Mai in Moskau teilzunehmen, nachdem sich in einer Umfrage des TV-Senders zwei Drittel der befragten Esten ebenfalls dafür aussprachen. Der Vorsitzende des ETV-Verwaltungsrates, Margus Allmikaa, geißelte seine Landsleute daraufhin zwar als "naiv", wenn sie glaubten, man könnte Politik und Musik trennen, ordnete sich der Mehrheitsentscheidung aber unter. Damit bleibt das am Krieg beteiligte Georgien das einzige Land, das Konsequenzen aus dem Großmachtsgehabe Putins zieht. Da wollen sie dann doch alle hin, den Kaviar schmecken: nach Moskau (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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Eirod­zies­ma 2008: Parlay!

Eirod­zies­ma 2008: Parlay!

Das Unglaubliche ist geschehen: zum ersten Mal in der Geschichte des Eurovision Song Contest schickt ein baltischer Staat einen richtig geilen Beitrag zum Grand Prix! 'Wolves of the Sea' ist Eurovisionstrash deluxe - Dschinghis Khan (DE 1979) realoaded gewissermaßen, gekreuzt mit dem seit 'Fluch der Karibik' wieder aktuellen Thema "Piraten". Das ist sexy und camp! Nach 'Leto Svet' ist dies der zweite baltische Beitrag dieses Jahres, der statt auf sterbenslangweilige Altersballaden oder öden Poprock auf brillant choreografierte Comedy setzt - die Balten scheinen doch langsam zu begreifen, welche Art von Unterhaltung beim Grand Prix gewünscht ist! Das einzig Bedauerliche ist, dass Johnny…
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Fünf­ter Super­sams­tag 2007: Insieme!

Fünf­ter Super­sams­tag 2007: Insieme!

Super: nationale Eigenheiten vermischen sich beim Eurovision Song zu einem gesamteuropäischen Kunstwerk. Lettische Italienier, inselgriechische Franzosen und schwedische Spanier: so klingt der paneuropäische Sound. Die Balten gehen diesmal als "Friends of the Italian Opera" und entsenden ihre Jungen Tenöre (vgl. DVE 1998). Um die Lächerlichkeit auf die Spitze zu treiben, nennen die Sechs sich auch noch - ganz internettig - bonaparti.lv. Ernsthaft. Und knödeln in schlimmst möglicher Seichtheit von 'Dieser Nacht' ('Questa Notte'). Ob sie damit - zusätzlich zu den abstimmenden Omis - auf die Stimmen derjenigen Hardcore-Grand-Prix-Fans spekulieren, die auch in fünfzig Jahren noch greinen werden, dass Italien nicht mehr mitmacht…
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<span class="caps">ESC</span> 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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<span class="caps">ESC</span> 2000: Ich will, ich will eine Gurke

ESC 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache ('Wadde hadde dudde da'), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet:…
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