ESC 1961: Stand up for your Love Rights

Logo des Eurovision Song Contest 1961
Das Jahr der schwu­len Eman­zi­pa­ti­on

Schon zum zwei­ten Mal in der noch jun­gen Grand-Prix-Geschich­te gas­tier­te der Wett­be­werb 1961 in Can­nes. Und erneut prä­sen­tier­te das fran­zö­si­sche Fern­se­hen die sel­be Eröff­nungs­se­quenz wie schon 1959. Sowie die sel­be Mode­ra­to­rin, Jac­que­line Jou­bert, die so viel Mas­ca­ra auf­ge­legt hat­te, dass sie stän­dig ange­strengt gen Him­mel schau­en muss­te, damit ihr die Augen­li­der nicht zusam­men­papp­ten. Ledig­lich auf die cha­rak­te­ris­ti­schen Dreh­ge­stel­le ver­zich­te­te man. Statt­des­sen ver­sam­mel­ten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auf­takt der erst­mals an einem Sams­tag aus­ge­strahl­ten Sen­dung auf einer opu­len­ten Show­trep­pe und stell­ten sich artig nach­ein­an­der per­sön­lich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätz­ba­ren Vor­teil bot, die Inter­pre­ten­na­men zur Abwechs­lung in feh­ler­frei­er Aus­spra­che hören zu kön­nen. Im Anschluss san­gen sie dann ihre Lied­chen, die alle ziem­lich gleich und alle gleich lang­wei­lig klan­gen.

Schlaf­los in Stutt­gart? Hier naht Hil­fe: der ESC 1961.

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Melo­di­fes­ti­va­len 1961: Dar­auf sei gepfif­fen!

Der­ge­stalt april­frisch ging es zu beim schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len von 1961, das man mei­nen konn­te, die Show sei von Lenor gespon­sert. Der aus­rich­ten­de Sen­der SVT expe­ri­men­tier­te flei­ßig mit dem jun­gen For­mat und strich die bis­her übli­chen acht Radio­vor­run­den. Statt­des­sen wähl­te eine Jury aus rund 550 Ein­sen­dun­gen fünf Songs aus für das im Rah­men der Nord­vi­si­on erneut eben­falls in Däne­mark, Finn­land und Nor­we­gen aus­ge­strahl­te TV-Fina­le, die wie­der­um in jeweils zwei ver­schie­den stark orches­trier­ten Fas­sun­gen von unter­schied­li­chen Sänger/innen inter­pre­tiert wur­den. Zwei die­ser fünf Stü­cke tru­gen das Wort ‘Früh­ling’ (‘Vår’) direkt im Titel, ein wei­te­res besang den Monat ‘April’, und das vier­te hieß ‘Spe­la på Regn­bågen’; ein im Lenz beson­ders häu­fig anzu­tref­fen­des Wet­ter­phä­no­men. Der meteo­ro­lo­gisch zumeist sehr unbe­stän­di­ge Früh­ling ist tra­di­tio­nell auch die Zeit der Erkäl­tun­gen: einen Tag vor der Sen­dung muss­te die ursprüng­lich ein­ge­plan­te Inger Berg­gren auf­grund einer Man­del­ent­zün­dung die Segel strei­chen und wur­de kurz­fris­tig durch Lily Berg­lund ersetzt. Trotz der sehr knap­pen Vor­be­rei­tungs­zeit behielt die­se ihren Lied­text ziem­lich gut, im Gegen­satz zur Gewin­ne­rin des Abends, Siw Malmkvist, die wäh­rend der Sie­ger­re­pri­se des fröh­li­chen ‘April April’ einen Black­out erlitt und die­sen mit hei­te­rem Gickeln und zusätz­li­chem Pfei­fen zu über­spie­len such­te.

Kannst Du pfei­fen, Johan­na? Siw konn­te es, jeden­falls bes­ser, als sich den Text zu behal­ten.

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