Hari Mata Hari für Bos­ni­en 2015?

Wie Wiwi­bloggs am Frei­tag unter Bezug­nah­me auf eine bos­ni­sche Tages­zei­tung rap­por­tier­te, könn­ten die Ver­tre­ter des nach einer zwei­jäh­ri­gen Pau­se vor­aus­sicht­lich 2015 wie­der zum Euro­vi­si­on Song Con­test zurück­keh­ren­den Lan­des alte Bekann­te sein: näm­lich Hari Mata Hari, die Band um Mas­ter­mind Haj­ru­din Vares­a­no­vic, die dem exju­go­sla­wi­schen Staat 2006 mit der von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić (RS 2004, 2012) kom­po­nier­ten, herz­zer­rei­ßend schö­nen Bal­kan­bal­la­de ‘Lej­la’ sei­ne bis­lang bes­te Plat­zie­rung bescher­te. Jok­si­mo­vić wird in dem Arti­kel auch als erneu­ter mög­li­cher Kom­po­nist genannt, neben dem für die ster­bens­schö­nen Lyrics von ‘Lej­la’ ver­ant­wort­li­chen Fah­ru­din Peci­ko­za-Peca und Goran Bre­go­vic, dem Song­schrei­ber von ‘Ovo je Bal­kan’ (RS 2010). All das sind aber bis­lang nichts als Gerüch­te, und gleich­lau­ten­de gab es auch schon mal für den Grand Prix 2012, bei dem uns dann bekannt­lich statt­des­sen Maya Sar zu Tode lang­weil­te. Eine offi­zi­el­le Ver­kün­dung des Sen­ders BHRT ste­he für kom­men­den Frei­tag an.

Seufz: so ein Lied und dazu ein Sträuß­chen Ros­ma­rin! (BA 2006)

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ESC 1988: Gib mir mei­ne Chan­ce

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Das Jahr der Herz­schlag­wer­tung

Schon ein­mal, 1974, fun­gier­te der Euro­vi­si­on Song Con­test als Sprung­brett für eine inter­na­tio­na­le Musik­kar­rie­re der Super­la­ti­ve: sei­ner­zeit für das schwe­di­sche Quar­tett Abba. In Dub­lin, wo der Wett­be­werb bereits zum drit­ten (wenn auch nicht zum letz­ten) Mal statt­fand, leg­te eine im Hei­mat­land bereits erfolg­rei­che, bei uns bis dato jedoch völ­lig unbe­kann­te Fran­ko­ka­na­die­rin namens Céli­ne Dion den Grund­stein zu ihrer Welt­kar­rie­re. Sie hol­te den Sieg als Gast­sän­ge­rin für die Schweiz mit dem Mus­ter­bei­spiel eines klas­si­schen fran­ko­phi­len Gefühls­sturms, ‘Ne par­tez pas sans moi’, für mei­nen Geschmack das schöns­te Exem­plar die­ser viel­ge­lieb­ten, wenn­gleich mitt­ler­wei­le hoff­nungs­los ver­al­te­ten Musik­gat­tung.

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ESC 1987: Is het een orka­an?

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Das Jahr der Wie­der­kehr

Der Brüs­se­ler Con­test – ein ein­zi­ges Déjà Vu: der­sel­be Sie­ger wie schon 1980; die glei­chen deut­schen Teil­neh­mer wie schon 1985, die wie­der­um die­sel­be Plat­zie­rung erreich­ten wie bereits zwei Jah­re zuvor, näm­lich den zwei­ten Rang. Erneut erhiel­ten wir nur einen Punkt aus der Schweiz – auch das war man gewohnt. Dies­mal spiel­te es aber kei­ne Rol­le mehr: selbst mit zwölf hel­ve­ti­schen Zäh­lern hät­ten Wind (DE 1985, 1992, DVE 1998, 1999) nicht mehr gewon­nen. ‘Lass die Son­ne in Dein Herz’, für des­sen stump­fe Gleich­schritts­prä­sen­ta­ti­on Ralph Sie­gel eigens für teu­er Geld eine “eng­li­sche Cho­reo­gra­fin, aus Eng­land” enga­giert habe, wie er in einem ARD-Spe­cial stolz erzähl­te, hass­te ich eigent­lich immer abgrund­tief. Bis zur 50-Jah­re-ESC-Fei­er Congra­tu­la­ti­ons in Kopen­ha­gen: dort wur­de ich bei der fröh­li­chen, knall­vol­len After-Show-Par­ty im Jail­house Zeu­ge, wie ein äußerst knuf­fi­ger, rand­voll mit Bier und Jäger­meis­ter abge­füll­ter Däne den Sie­gel-Schla­ger inbrüns­tig mit­träl­ler­te. Auf deutsch und mit sehr nied­li­chem däni­schen Akzent. Ich weiß auch nicht, war­um, aber seit­her mag ich die Num­mer irgend­wie!

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ESC 1984: Im Augen­blick der Illu­si­on

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Das Jahr der gol­de­nen Schu­he

Ein Kata­stro­phen­jahr­gang, so das ein­hel­li­ge Urteil in der Pres­se­nach­schau. Dem konn­te man als Zuschau­er nur bei­pflich­ten: mitt­ler­wei­le schick­ten fast alle Län­der aus­schließ­lich auf den ver­mu­te­ten Jury­ge­schmack zuge­schnit­te­ne Lied­kost. Die bestand ent­we­der aus seich­ten, künst­lich mun­te­ren Plas­tik­po­p­num­mern mit ewig­glei­cher Cho­reo­gra­fie oder aus alt­ba­cke­nen Bal­la­den, in denen Sän­ge­rin­nen aus der vier­ten und fünf­ten Rei­he ver­such­ten, mit dün­nen Stimm­chen dick auf­zu­tra­gen. Ernst zu neh­men­de, auch kom­mer­zi­ell erfolg­rei­che Popac­ts, die noch in den Sieb­zi­gern den Song Con­test bevöl­ker­ten, such­te man ver­ge­bens. Einen Licht­blick bot ledig­lich Desi­rée Nos­busch, die trotz ihres jugend­li­chen Alters fünf­spra­chig und mit Witz und Esprit durch die Show führ­te, so als sei sie dafür gebo­ren.

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ESC 1983: Wie­der holen ist gestoh­len

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Das ver­fluch­te Jahr

Drei früh­zei­tig dahin­ge­schie­de­ne Teilnehmer/innen; zwei Nil­poin­ter; der ers­te kom­mer­zi­ell erfolg­lo­se Sie­ger­ti­tel seit über zwan­zig Jah­ren; ein Büh­nen­bild wie das Innen­le­ben eines Heiz­lüf­ters und eine sich stän­dig ver­has­peln­de Gast­ge­be­rin: es scheint, als läge ein Fluch über der Mün­che­ner Ver­an­stal­tung. Dabei woll­te man doch alles rich­tig machen und sich inter­na­tio­nal prä­sen­tie­ren nach dem ers­ten Sieg Deutsch­lands mit Nico­le. Deren so gut ange­kom­me­ne “spon­ta­ne” Ges­te, ihren Titel bei der Sie­ger­re­pri­se in meh­re­ren Spra­chen zu sin­gen, inspi­rier­te die als Mode­ra­to­rin gebuch­te Tän­ze­rin Mar­lè­ne Cha­rell (gebo­ren als Ange­la Miebs in Win­sen an der Luhe), es ihr gleich­zu­tun.

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ESC 1980: Was ist schon ein Jahr?

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Das trau­ri­ge Jahr

Den Dop­pel­sieg Isra­els in den bei­den Vor­jah­ren hat­ten vie­le Zuschauer/innen mit erbos­tem Gegrum­mel quit­tiert, alber­ne Vor­wür­fe der Preis­klas­se “Alles Poli­tik!” oder “Schie­bung!” lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten (dass der iri­sche Sie­ges-Hat­trick in den Neun­zi­gern für kei­ner­lei Empö­rung mehr sorg­te, erklärt sich durch das völ­li­ge Des­in­ter­es­se der Medi­en und der Zuschau­er am Euro­vi­si­on Song Con­test in die­sem Zeit­raum). Lehn­te Isra­el des­we­gen die noch­ma­li­ge Aus­tra­gung des Wett­be­werbs ab? Oder fehl­te dem Sen­der IBA schlicht das Geld? Jeden­falls sprang dies­mal nicht, wie sonst üblich, die BBC als Ver­an­stal­ter ein, son­dern die im Vor­jahr zwölft­plat­zier­ten Hol­län­der, die sich die Post­kar­ten zwi­schen den Songs spar­ten und statt­des­sen die Titel von natio­na­len Ansager/innen (in unse­rem Fall: Caro­lin Rei­ber) oder Kom­men­ta­to­ren anmo­de­rie­ren lie­ßen. Die NOS leg­te das Datum der Ver­an­stal­tung auf den Holo­caust-Gedenk­tag, so dass Isra­el auch sei­ne Teil­nah­me am Wett­be­werb absa­gen muss­te: und schon war die Gefahr eines drit­ten Sie­ges in Fol­ge gebannt!

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ESC 1978: Mei­le um Mei­le um Mei­le

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Das Jahr des Weich­zeich­ners

Erst­ma­lig in die­sem Jahr­zehnt (und letzt­ma­lig über­haupt) kam das in den sech­zi­ger Jah­ren so vom Euro­vi­si­ons­er­folg ver­wöhn­te Frank­reich wie­der zu Gast­ge­ber­eh­ren. Was das aus einer auf­ge­don­ner­ten Schab­ra­cke und einem schät­zungs­wei­se weit über hun­dert­jäh­ri­gen Sport­re­por­ter mit dem schö­nen Namen Léon Zitro­ne bestehen­de Mode­ra­to­ren­paar (ein Euro­vi­si­ons-Novum: bis 1977 führ­te stets nur ein/e einzelne/r Gastgeber/in durch den Abend) zum Anlass nahm, die Zuschau­er zu beleh­ren, dass selbst­ver­ständ­lich ihr Land bis­lang am häu­figs­ten gewon­nen habe. Tja: Hoch­mut kommt vor dem Fall! Die Bild­re­gie des fran­zö­si­schen Fern­se­hens über­zog die Sen­dung mit einem Weich­zeich­ner­schlei­er nach Art der Zärt­li­chen Cou­si­nen, der sämt­li­che Dar­bie­tun­gen optisch zu einem ein­zi­gen pas­tell­far­be­nen Matsch zusam­men­schmolz, stim­mig ergänzt durch den bom­bas­ti­schen, unsau­be­ren Klang­brei, den das schon osten­ta­tiv des­in­ter­es­sier­te Orches­ter abson­der­te und der alle Bei­trä­ge auf sei­fi­ge Fahr­stuhl­mu­sik redu­zier­te. Da muss­te man sich schon sehr viel Mühe geben, um auf­zu­fal­len.

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ESC 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

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Das Jahr des dösen­den Orches­ters

Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen und etli­chen Fehl­ver­su­chen setz­te die EBU 1975 ein kom­plett neu­es Wer­tungs­ver­fah­ren für den belieb­tes­ten Musik­wett­be­werb der Welt in Kraft. Ein so erfolg­rei­ches, dass es sich bis heu­te hält: dass näm­lich aus jedem Land die zehn belieb­tes­ten Titel in auf­stei­gen­der Rei­hen­fol­ge Punk­te erhal­ten; die bei­den Lieb­lings­lie­der sogar noch einen Bonus, um einen mög­lichst ein­deu­ti­gen Sie­ger zu ermit­teln. 1–2-3–4-5–6-7–8-10–12, so lau­tet seit­her die magi­sche For­mel, “Dou­ze Points” das Maß aller Din­ge. Für Deutsch­land, das ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Initi­ie­rung die­ses Stan­dards hat­te, führ­te er bei sei­ner Pre­miè­re zu einem höchst ver­drieß­li­chen Ergeb­nis.

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ESC 1973: Du sagst nie­mals nein

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Das Jahr des Dober­manns

Die Lust­lo­sig­keit der deut­schen Vor­ent­schei­dung räch­te sich für uns. Die Prot­ago­nis­tin ahn­te es bereits im Vor­feld: “Bringst Du Trä­nen von ges­tern zurück?”, so eine der Fra­gen aus ihrer wun­der­ba­ren, im Ver­gleich mit den eher Auf­bruchs­stim­mung ver­brei­ten­den Bei­trä­gen der letz­ten Jah­re jedoch etwas ver­zagt wir­ken­den Hym­ne ‘Jun­ger Tag’, wel­che die Juro­ren mit einem kla­ren und ein­deu­ti­gen “Ja!” beant­wor­te­ten. Nach drei drit­ten Rän­gen in Fol­ge konn­te der nun­meh­ri­ge (rech­ne­risch kor­rek­te) neun­te Platz nur als ech­te Ent­täu­schung gel­ten. Oder lag es an dem Spon­tan­au­gen­krebs ver­ur­sa­chen­den, grell­gel­ben Folk­lo­refum­mel, den die für Deutsch­land star­ten­de Dänin Git­te Hæn­ning in Luxem­burg trug?

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ESC 1972: Tage voll hel­lem Son­nen­schein

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Das Jahr der deut­schen Diven

Das 1971 sieg­rei­che Fürs­ten­tum Mona­co, dank eige­ner Spiel­bank finan­zi­ell auf Rosen gebet­tet, lehn­te die Aus­tra­gung des Con­tests ab: nach offi­zi­el­ler Dar­stel­lung woll­te Tele­ra­dio Mon­te Car­lo den Event man­gels geeig­ne­ter Hal­le erst im Juni 1972 im Frei­en abhal­ten. Das war den grö­ße­ren Sen­dern, allen vor­an der BBC, zu spät: bis dato lief der Con­test meist im März. Eine neue Hal­le konn­te und woll­te der Stadt­staat inner­halb weni­ger Mona­te aber nicht aus dem knap­pen Boden stamp­fen. Wie fast immer bei sol­chen Gele­gen­hei­ten sprang die BBC ein. So kam der Wett­be­werb aus der Ehr­furcht ein­flö­ßen­den Usher Hall im schot­ti­schen Edin­burgh. Die anbe­tungs­wür­di­ge Tän­ze­rin und Schau­spie­le­rin Moi­ra Shea­rer (‘Die roten Schu­he’) führ­te in unnach­ahm­lich bri­ti­scher Wei­se, in einer hin­rei­ßen­den Mischung aus pro­fes­sio­nel­ler Stren­ge, aris­to­kra­ti­scher Nobles­se und natür­li­chem Charme durch den aus deut­scher Sicht bes­ten Jahr­gang der Euro­vi­si­ons­ge­schich­te.

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