Luxemburg

Hari Mata Hari für Bos­ni­en 2015?

Wie Wiwibloggs am Freitag unter Bezugnahme auf eine bosnische Tageszeitung rapportierte, könnten die Vertreter des nach einer zweijährigen Pause voraussichtlich 2015 wieder zum Eurovision Song Contest zurückkehrenden Landes alte Bekannte sein: nämlich Hari Mata Hari, die Band um Mastermind Hajrudin Varesanovic, die dem exjugoslawischen Staat 2006 mit der von Željko Joksimović (RS 2004, 2012) komponierten, herzzerreißend schönen Balkanballade 'Lejla' seine bislang beste Platzierung bescherte. Joksimović wird in dem Artikel auch als erneuter möglicher Komponist genannt, neben dem für die sterbensschönen Lyrics von 'Lejla' verantwortlichen Fahrudin Pecikoza-Peca und Goran Bregovic, dem Songschreiber von 'Ovo je Balkan' (RS 2010). All das sind aber bislang nichts als Gerüchte,…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC-Fina­le 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

ESC-Fina­le 1990: Für uns, Lie­be ohne Grenzen

Deutschland schrieb in diesem Jahr Geschichte: mit der von mutigen DDR-Bürgern friedlich herbeidemonstrierten Revolution und der sich anschließenden, von den meisten Westlern wie mir gedanklich längst abgeschriebenen Wiedervereinigung. Allerdings auch mit den beiden ersten deutschen Eurovisionsteilnehmern, die beim Versuch des Singens kaum einen Ton sauber zu treffen vermochten. Hätte man einen Schock Hundewelpen 'Frei zu leben' jaulen lassen, das Ergebnis wäre gewiss musikalisch überzeugender ausgefallen. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhören die Fußnägel kräuselten, auch der Anblick des peinlichen Duos sorgte für Fremdschämattacken: Daniel Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kempers mit tuffiger Dauerwelle und noch tuffigerer Kostümjacke, die…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1988: Gib mir mei­ne Chance

ESC-Fina­le 1988: Gib mir mei­ne Chance

Schon einmal, 1974, fungierte der Eurovision Song Contest als Sprungbrett für eine internationale Musikkarriere der Superlative: seinerzeit für das schwedische Quartett Abba. In Dublin, wo der Wettbewerb bereits zum dritten (wenn auch nicht zum letzten) Mal stattfand, legte eine im Heimatland bereits erfolgreiche, bei uns bis dato jedoch völlig unbekannte Frankokanadierin namens Céline Dion den Grundstein zu ihrer Weltkarriere. Sie holte den Sieg als Gastsängerin für die Schweiz mit dem Musterbeispiel eines klassischen frankophilen Gefühlssturms, 'Ne partez pas sans moi', für meinen Geschmack das schönste Exemplar dieser vielgeliebten, wenngleich mittlerweile hoffnungslos veralteten Musikgattung. (mehr …)
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1987: Is het een orkaan?

ESC-Fina­le 1987: Is het een orkaan?

Der Brüsseler Contest - ein einziges Déjà Vu: derselbe Sieger wie schon 1980; die gleichen deutschen Teilnehmer wie schon 1985, die wiederum dieselbe Platzierung erreichten wie bereits zwei Jahre zuvor, nämlich den zweiten Rang. Erneut erhielten wir nur einen Punkt aus der Schweiz - auch das war man gewohnt. Diesmal spielte es aber keine Rolle mehr: selbst mit zwölf helvetischen Zählern hätten Wind (DE 1985, 1992, DVE 1998, 1999) nicht mehr gewonnen. 'Lass die Sonne in Dein Herz', für dessen stumpfe Gleichschrittspräsentation Ralph Siegel eigens für teuer Geld eine "englische Choreografin, aus England" engagiert habe, wie er in einem ARD-Special stolz erzählte, hasste ich eigentlich immer…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1984: Im Augen­blick der Illusion

ESC-Fina­le 1984: Im Augen­blick der Illusion

Ein Katastrophenjahrgang, so das einhellige Urteil in der Pressenachschau. Dem konnte man als Zuschauer nur beipflichten: mittlerweile schickten fast alle Länder ausschließlich auf den vermuteten Jurygeschmack zugeschnittene Liedkost. Die bestand entweder aus seichten, künstlich munteren Plastikpopnummern mit ewiggleicher Choreografie oder aus altbackenen Balladen, in denen Sängerinnen aus der vierten und fünften Reihe versuchten, mit dünnen Stimmchen dick aufzutragen. Ernst zu nehmende, auch kommerziell erfolgreiche Popacts, die noch in den Siebzigern den Song Contest bevölkerten, suchte man vergebens. Einen Lichtblick bot lediglich Desirée Nosbusch, die trotz ihres jugendlichen Alters fünfsprachig und mit Witz und Esprit durch die Show führte, so als sei…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1983: Wie­der holen ist gestohlen

ESC-Fina­le 1983: Wie­der holen ist gestohlen

Drei frühzeitig dahingeschiedene Teilnehmer/innen; zwei Nilpointer; der erste kommerziell erfolglose Siegertitel seit über zwanzig Jahren; ein Bühnenbild wie das Innenleben eines Heizlüfters und eine sich ständig verhaspelnde Gastgeberin: es scheint, als läge ein Fluch über der Münchener Veranstaltung. Dabei wollte man doch alles richtig machen und sich international präsentieren nach dem ersten Sieg Deutschlands mit Nicole. Deren so gut angekommene "spontane" Geste, ihren Titel bei der Siegerreprise in mehreren Sprachen zu singen, inspirierte die als Moderatorin gebuchte Tänzerin Marlène Charell (geboren als Angela Miebs in Winsen an der Luhe), es ihr gleichzutun. (mehr …)
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1980: Was ist schon ein Jahr?

ESC-Fina­le 1980: Was ist schon ein Jahr?

Den Doppelsieg Israels in den beiden Vorjahren hatten viele Zuschauer/innen mit erbostem Gegrummel quittiert, alberne Vorwürfe der Preisklasse "Alles Politik!" oder "Schiebung!" ließen nicht lange auf sich warten (dass der irische Sieges-Hattrick in den Neunzigern für keinerlei Empörung mehr sorgte, erklärt sich durch das völlige Desinteresse der Medien und der Zuschauer am Eurovision Song Contest in diesem Zeitraum). Lehnte Israel deswegen die nochmalige Austragung des Wettbewerbs ab? Oder fehlte dem Sender IBA schlicht das Geld? Jedenfalls sprang diesmal nicht, wie sonst üblich, die BBC als Veranstalter ein, sondern die im Vorjahr zwölftplatzierten Holländer, die sich die Postkarten zwischen den Songs sparten und…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

Erstmalig in diesem Jahrzehnt (und letztmalig überhaupt) kam das in den sechziger Jahren so vom Eurovisionserfolg verwöhnte Frankreich wieder zu Gastgeberehren. Was das aus einer aufgedonnerten Schabracke und einem schätzungsweise weit über hundertjährigen Sportreporter mit dem schönen Namen Léon Zitrone bestehende Moderatorenpaar (ein Eurovisions-Novum: bis 1977 führte stets nur ein/e einzelne/r Gastgeber/in durch den Abend) zum Anlass nahm, die Zuschauer zu belehren, dass selbstverständlich ihr Land bislang am häufigsten gewonnen habe. Tja: Hochmut kommt vor dem Fall! Die Bildregie des französischen Fernsehens überzog die Sendung mit einem Weichzeichnerschleier nach Art der Zärtlichen Cousinen, der sämtliche Darbietungen optisch zu einem einzigen pastellfarbenen Matsch…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

Nach jahrelangen Diskussionen und etlichen Fehlversuchen setzte die EBU 1975, bei seiner zwanzigsten Ausgabe, ein komplett neues Wertungsverfahren für den beliebtesten Musikwettbewerb der Welt in Kraft. Ein so erfolgreiches, dass es sich bis heute hält: dass nämlich aus jedem Land die zehn beliebtesten Titel in aufsteigender Reihenfolge Punkte erhalten; die beiden Lieblingslieder sogar noch einen Bonus, um einen möglichst eindeutigen Sieger zu ermitteln. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, so lautet seither die magische Formel. Die sprichwörtlichen "Douze Points" fanden seither auch jenseits des Grand Prix Eingang in den Sprachgebrauch. Für Deutschland, das entscheidenden Einfluss auf…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Besonders optimistisch erschienen also die deutschen Vertreter Cindy & Bert zu diesem Grand Prix: Cindy in einem lindgrünen Maxikleid, Bert im popelgrünen Anzug mit giftgrün leuchtendem Sommerschal. Half aber nichts: die von einer ARD-Jury hinter verschlossenen Türen ausgewählte, schwächliche 'Sommermelodie' verendete auf dem letzten Platz. Aufgrund der fehlenden öffentlichen Vorentscheidung und des daraus folgenden mangelnden Interesses am internationalen Wettbewerb sahen das nur 28 % der deutschen TV-Zuschauer:innen. Was man insofern bedauern muss, da auf diese Art und Weise viele Deutsche den historischen Contest schlechthin verpassten. (mehr …)
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

Die Lustlosigkeit der deutschen Vorentscheidung rächte sich für uns. Die Protagonistin ahnte es bereits im Vorfeld: "Bringst Du Tränen von gestern zurück?", so eine der Fragen aus ihrer wunderbaren, im Vergleich mit den eher Aufbruchsstimmung verbreitenden Beiträgen der letzten Jahre jedoch etwas verzagt wirkenden Hymne 'Junger Tag', welche die Juroren mit einem klaren und eindeutigen "Ja!" beantworteten. Nach drei dritten Rängen in Folge konnte der nunmehrige (rechnerisch korrekte) neunte Platz nur als echte Enttäuschung gelten. Oder lag es an dem Spontanaugenkrebs verursachenden, grellgelben Folklorefummel, den die für Deutschland startende Dänin Gitte Hænning in Luxemburg trug? (mehr …)
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

ESC 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

Das 1971 siegreiche Fürstentum Monaco, dank eigener Spielbank finanziell auf Rosen gebettet, lehnte die Austragung des Contests ab: nach offizieller Darstellung wollte Teleradio Monte Carlo den Event mangels geeigneter Halle erst im Juni 1972 im Freien abhalten. Das war den größeren Sendern, allen voran der BBC, zu spät: bis dato lief der Contest meist im März. Eine neue Halle konnte und wollte der Stadtstaat innerhalb weniger Monate aber nicht aus dem knappen Boden stampfen. Wie fast immer bei solchen Gelegenheiten sprang die BBC ein. So kam der Wettbewerb aus der Ehrfurcht einflößenden Usher Hall im schottischen Edinburgh. Die anbetungswürdige Tänzerin und Schauspielerin Moira Shearer…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

Ein neues Jahrzehnt, ein neuer Aufbruch. Das bekam das Publikum schon bei der deutschen Vorentscheidung zu spüren, die sowohl inhaltlich und optisch als auch musikalisch einer kleinen Revolution gleichkam. Revolutionär auch unsere Vertreterin in Amsterdam, Katja Ebstein. Aus der Liedermacherszene kommend und beseelt von sozialkritisch-aufklärerischer Attitüde, sang die spätere SPD-Wahlkämpferin und Heinrich-Heine-Rezitatorin einen von ihrem damaligen Ehemann Christian Bruhn geschriebenen Tröstungsschlager namens ‘Wunder gibt es immer wieder’. Ein unvergesslicher Evergreen, weil er sich musikalisch wie textlich sehr deutlich von der bisher üblichen, biederen Schlager-Standardware unterschied. Ein gewaltiges, spannungsgeladenes Intro mit einer Blue Note als Hinhörer; der gedehnte und damit dramatisch wirkende Gesang…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1969: Er mach­te Fröh­li­che melancholisch

ESC-Fina­le 1969: Er mach­te Fröh­li­che melancholisch

Es hätte eine Warnung sein können: bereits im Jahre 1968 erschien in Frankreich die mit dem (gefakten) Werbesticker "Offizielles Lied Liechtensteins für den Eurovision Song Contest 1969" versehene Single 'Un beau Matin', eine possierliche Parodie auf den europäischen Gesangswettbewerb, in der eine Sängerin namens Vichy mit hoher Stimme über einen zuckrigen Geigenteppich Harmlosigkeiten über dort teilnehmenden Nationen intonierte. Nun war der an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz liegende, winzige Stadtstaat nie Mitglied der EBU und durfte daher gar nicht teilnehmen. Dass man sich aber mittlerweile über die nach wie vor mit staatstragendem Pomp zelebrierte Veranstaltung so belustigte, war…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1968: Hap­pi­ness had­n’t been invented

ESC-Fina­le 1968: Hap­pi­ness had­n’t been invented

Jurys sind Wichser™! Den im Vergleich zu den Nul-Point-Ergebnissen der Vorjahre zwar deutlich besseren, im Lichte der Konkurrenz dennoch etwas enttäuschenden (und ungerechten!) sechsten Platz im ersten Jahr der eurovisionären Farbausstrahlung verdankt der fabelhafte deutsche Beitrag von 1968 unter anderem den norwegischen Wertungsrichtern: die reagierten pikiert, weil die in Oslo gebürtige, in Deutschland jedoch keinen unerheblichen Anteil ihres Einkommens als Schlagersängerin generierende Wencke Myhre nicht fürs Heimatland sang, und straften sie fürs Fremdgehen mit null Punkten ab. Doch auch Deutschland sorgte beim Contest in London nicht nur mit dem progressiven 'Ein Hoch der Liebe' für Furore, sondern eben auch mit den angeblich von…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

Wahrlich keinen würdigeren Gastgeber hätte es für diesen, den Übergang zwischen Tradition und Moderne markierenden Eurovisionsjahrgang geben können als den ORF. Mit der Wahl des Festsaals der kaiserlichen Wiener Hofburg als Veranstaltungsort steuerten die Österreicher die uneinholbar nobelste Location, in welcher der Grand Prix jemals gastierte, zum Geschehen bei. Üppige Blumenarrangements auf der Bühne, gerne ins Bild gerückte gigantische Kronleuchter an den hohen Stuckdecken, die festliche Abendgarderobe des handverlesenen Saalpublikums, ein exzellentes Orchester und die traditionsreichen Wiener Hofknaben als Pausenprogramm sorgten im letzten Jahr des Schwarzweißfernsehens für einen regelrecht imperialen Glanz beim europäischen Chansonwettbewerb. Gleichzeitig bemühte man sich mit riesigen…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Wünschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so insistierten die skandinavischen Sender, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die als zu hoch empfundene Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1965: Die Hit­ze der Jungs

ESC-Fina­le 1965: Die Hit­ze der Jungs

Im zehnten Jahr seines Bestehens schien der Eurovision Song Contest endgültig bei sich angekommen zu sein, die gröbsten Kinderkrankheiten einigermaßen ausgemerzt: unverzeihliche archivarische Lücken durch eine fehlende Aufzeichnung der Live-Sendung wie noch 1956 und 1964 sollten künftig nicht mehr vorkommen; die Frage, wer auf der Bühne die Siegestrophäe überreicht bekommt - Interpret:in oder Komponist:in - sorgte nicht mehr für Verwirrung und peinliche Situationen wie noch 1957; die Wertung unterlag zwar noch ständigen Verfahrensänderungen, hatte sich aber als unverzichtbarer Teil der Sendung etabliert; die Zahl der teilnehmenden europäischen Staaten zeigte einen erfreulich stabilen Aufwärtstrend von sieben im Anfangsjahr zu aktuell 18 Nationen…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1964: Noch nicht reif für den Contest

ESC-Fina­le 1964: Noch nicht reif für den Contest

Tumult und Chaos bestimmten diesen Jahrgang, trotz des eigentlich fröhlichen Austragungsortes im direkt am Hauptbahnhof gelegenen Tivoli, dem innerstädtischen Vergnügungspark der putzigen dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dazu trug einerseits das ausgeprägte politische Bewusstsein der heimischen Bevölkerung bei: gegen die Teilnahme der damaligen Diktaturen Spanien und Portugal am europäischen Wettsingen hagelte es im Vorfeld Proteste und Drohungen. Das letztgenannte, direkt bei der Premiere die ersten Nil Points einsammelnde und bis heute insgesamt eher erfolglose Eurovisionsland, das erst 53 Jahre später seinen ersten Sieg einzufahren vermochte, debütierte in Dänemark. Dass sich die Gesamtstarterzahl gegenüber 1963 dennoch nicht erhöhte, lag daran, dass Schweden heuer aussetzte. Zeigte…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1963: Melo­die einer Nacht

ESC-Fina­le 1963: Melo­die einer Nacht

Die von etlichen europäischen Sendeanstalten (einschließlich der ARD) aus finanziellen Gründen sehr gefürchtete Eurovisionsregel, wonach der Sieger des Wettbewerbs im Folgejahr prinzipiell den Contest austragen soll (nicht: muss), existiert bereits seit seit dem zweiten Jahr seines Bestehens, also seit 1957. Doch nicht jeder glückliche Gewinner verhält sich regelkonform: dem schlechten Beispiel der Niederlande folgend, weigerte sich heuer das innerhalb von nur sechs Jahren bereits zum dritten Male (nämlich 1958, 1960 und 1962) viktoriöse Frankreich, die Show zu organisieren und alleine finanziell zu stemmen. Das mondäne Cannes, wo der Wettbewerb bereits 1959 und 1961 stattgefunden hatte, entwickelte sich - nicht zuletzt aufgrund der jährlichen…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1962: Ring a tipi tii ding

ESC-Fina­le 1962: Ring a tipi tii ding

Luxemburg, das 1962 als Gastgeber für den Eurovision Song Contest fungierte, gilt im Allgemeinen als finanziell wohlsituierte europäische Steuerfluchtoase. Um so merkwürdiger muteten die anhaltenden Stromschwankungen und mehrfachen Lichtausfälle im RTL-Auditorium während der Grand-Prix-Übertragung an, die den Zuschauer:innen infrastrukturell eher den Eindruck eines Dritte-Welt-Landes (oder der heutigen USA) vermittelten. Wohl auch, um Kosten zu sparen, gestaltete der Sender des Großherzogtums den Ablauf der Show ziemlich zügig, die Lieder folgten fast nahtlos aufeinander. Das Anziehen des Tempos übertrug sich in wohltuender Weise ebenfalls auf das senderseitig gestellte, erstaunlich druckvoll und präzise aufspielende Orchester. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, Rhythmusinstrumente wie…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1961: Stand up for your Love Rights

ESC-Fina­le 1961: Stand up for your Love Rights

Schon zum zweiten Mal in der noch jungen Grand-Prix-Geschichte gastierte der Wettbewerb 1961 in Cannes. Und erneut präsentierte das französische Fernsehen die selbe Eröffnungssequenz wie schon 1959. Sowie die selbe Moderatorin, Jacqueline Joubert, die so viel Mascara aufgelegt hatte, dass sie ständig angestrengt gen Himmel schauen musste, damit ihr die Augenlider nicht zusammenpappten. Lediglich auf die charakteristischen Drehgestelle verzichtete man. Stattdessen versammelten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auftakt der erstmals an einem Samstag ausgestrahlten Sendung auf einer opulenten Showtreppe und stellten sich artig nacheinander persönlich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätzbaren Vorteil bot, die Interpretennamen zur Abwechslung in fehlerfreier Aussprache hören zu können. Im Anschluss sangen sie dann…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 1958: Risot­to am Lago Maggiore

ESC-Fina­le 1958: Risot­to am Lago Maggiore

"Dreimal dabei: bitte nicht wiederwählen!" hieß es, die Älteren erinnern sich, in der ZDF-Hitparade immer dann, wenn sich ein Schlager zum dritten Mal in Folge "placiert" hatte, wie Dieter Thomas Heck es so schön pseudopolyglott aussprach. Dann durfte man als Zuschauer:in für selbigen keine Postkarte mehr schicken bzw. nicht mehr anrufen. Eine solche Regel existiert beim Eurovision Song Contest zwar logischerweise nicht, dennoch endete im dritten Jahr seines Bestehens die Dauerteilnahme von gleich zwei Künstlerinnen, die ihn beide bereits seit dem Start in Lugano begleiteten. Nämlich zum einen die Niederländerin und Vorjahressiegerin Corry Brokken, die auch diesmal die Tabelle anführte - allerdings…
Weiterlesen