Schwe­den 2016: Aber der Frans, der kanns

In Stock­holm ging vor weni­gen Minu­ten das Melo­di­fes­ti­va­len mit dem erwar­te­ten Sieg eines dem opti­schen Ein­druck nach mit­ten in sei­ner Puber­tät ste­cken­den, sei­ne Unsi­cher­heit mit Arro­ganz über­spie­len­den Teen­agers namens Frans Jepps­son Wall zu Ende, der das erstaun­li­che Kunst­stück fer­tig brach­te, sei­ne Text­zei­len zwar eher zu nuscheln als zu sin­gen, aber selbst dabei stets ein wenig neben dem Ton zu lie­gen. Doch augen­schein­lich zog sein unschul­di­ger Schul­bu­ben­charme (dass Frans bereits 18 sein soll, glau­be ich nie und nim­mer) genug, um die Schwe­den hier­über genau so wie über sei­ne pein­li­che Fri­sur hin­weg­se­hen zu las­sen. Fai­rer­wei­se muss ich ihm zuge­ste­hen, dass sei­ne melan­cho­li­sche Mid­tem­po­bal­la­de ‘If I were sor­ry’ – auch wenn ich sie per­sön­lich nicht aus­ste­hen mag – als Ein­zi­ge ein wenig aus dem See der tota­len Mit­tel­mä­ßig­keit des dies­jäh­ri­gen Mel­lo-Fina­les her­aus­stach, deren Bei­trä­ge letzt­lich samt und son­ders in die Kate­go­rie “kom­pe­tent, aber lang­wei­lig” fie­len. Die inter­na­tio­na­len Jurys setz­ten den Ele­ven zwar “nur” auf den zwei­ten Rang, aber bereits der tosen­de Hal­len­ap­plaus beim Auf­tritt des Fränz­chens mach­te klar, dass sämt­li­che min­der­jäh­ri­gen Mäd­chen, Päd­eras­ten und Omis Schwe­dens in Scha­ren für ihn anru­fen wür­den. Und so kam es dann auch.

Ach, die­se Kin­der. Sehen es noch nicht ein­mal ein, wenn ihnen etwas wirk­lich leid tun soll­te. So wie die­ses Lied zum Bei­spiel.

Wei­ter­le­senSchwe­den 2016: Aber der Frans, der kanns