Schlagwort: Malta

2008, Das Millenium, ESC Semifinale, Trickkleid, Unsere Lieblinge

ESC 2. Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Und hier zu Hause vor meinem Computerbildschirm (dazu gleich mehr) auch! (mehr …)
2008, Das Millenium, Internationale Vorentscheidungen

Mal­ta 2008: Ever­y­whe­re is Bitch Talk

Bravo Malta! Wer hätte das gedacht? Aus einem nicht gerade schmalen Angebot lustiger Trash-Perlen (und tödlich langweiliger Balladen) tatsächlich die beste herauszupicken, das hätte ich den Insulanern gar nicht zugetraut. Mit dem Drogenverherrlichungslied Spionageschlager 'Vodka', von der quirligen Morena voller Energie vorgetragen, entschieden sich die Malteser für herausragenden Spitzencamp und haben mir für das Erste den Glauben an die Menschheit wiedergegeben. Danke, Malta! Bond, Morena Bond. (mehr …)
2008, Das Millenium, Internationale Vorentscheidungen, Unsere Lieblinge

Mal­ta 2008: Aus­ge­sie­gelt

Der Eurovision Song Contest sei ja ein Komponistenwettbewerb, behaupteten fehlgeleitete Menschen früher gerne mal. Einige dieser Komponisten kommen mittlerweile ganz schön rum: so hat der schwedische Schlagerschreiber Thomas G:son dieses Jahr jeweils einen Beitrag in Belgien und in Polen am Start, nach dem er letztes Jahr Norwegen und Spanien belieferte. Gerard James Borg aus Malta ist ebenfalls in Belgien aktiv - und hat beim Maltasong gleich fünf Eisen im Feuer. Nur Ralph Siegel, der es ebenfalls auf dem Mittelmeereiland versuchte, ist leider aus dem Rennen. Schau her, Rebeka Dremelj: so geht eine ordentliche SM-Performance! (mehr …)
2008, Das Millenium, Unsere Lieblinge

Ralph Sie­gel in Mal­ta dabei?

Wie die großartigen Schlagerboys kolportieren, soll sich unter den 36 Songs, die es in die engere Auswahl für den maltesischen Song for Europe geschafft haben, auch ein Titel von Ralph Siegel befinden. Der Song wird als "treibend und eingängig, aber ein bisschen kitschig" beschrieben - so jedenfalls die Gerüchteküche. Auch Chris & Moira (MT 1972) und Mary Spiteri (MT 1992) seien im Rennen - letztere mit einer großen Ballade namens "Meine letzte Zugabe". Das klingt viel versprechend! Siegels letzter Auslandseinsatz (CH) (mehr …)
2007, Das Millenium, ESC Semifinale, Schwules, Trickkleid, Unsere Lieblinge

ESC Semi 2007: Wo ist Andor­ra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
2007, Das Millenium, Internationale Vorentscheidungen

Ers­ter Super­sams­tag 2007 (EE, MT, PL, SI)

War das ein Supersamstag? Gleich vier Entscheidungen fielen an diesem Wochenende, und aufrechtgehn.de hat natürlich probegehört und -gesehen. Eine Frau sieht pink... (EE) Schau her, Gracia (DE 2005): so präsentiert man Poprock! Okay, der Vergleich ist ein bisschen unfair: im Gegensatz zu unserer Münchener Ich-kauf-meine-Platten-selbst-Schnalle hat Tanel Padars Schwester Gerli nämlich Power in der Stimme! Und in der Performance! Dieses Mädel rockt! Freilich, das Ganze lässt den Verdacht aufkommen, dass die Esten beim "Genmanipulationklonen" (Dragan & Alder) inzwischen sehr weit fortgeschritten sind und die gute Gerli im Labor aus einer Autogrammkarte von Pink rekonstruiert haben. Und natürlich ist 'Partners in Crime' übler Radiorock, der mir Magenschmerzen macht. Dennoch Hut ab: wen...
2004, Das Millenium, ESC Semifinale, Schwules, Unsere Lieblinge

ESC Semi 2004: Take my Shoes and go strai­ght

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets direkt fürs Finale gesetzt sind. Wege...
2002, Das Millenium, ESC Finale, Schwules, Trickkleid, Unsere Lieblinge

ESC 2002: Yoorub’s lea­ving a Cele­bra­ti­on

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. (mehr …)
2001, Das Millenium, ESC Finale, Schwules, Unsere Lieblinge

ESC 2001: …is always repea­ting its­elf

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch die heterosexuelle Bevölkerungsmehrheit mit ab. Und die ...
1975, Die Siebziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Schwules, Unsere Lieblinge

ESC 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

Nach jahrelangen Diskussionen und etlichen Fehlversuchen setzte die EBU 1975 ein komplett neues Wertungsverfahren für den beliebtesten Musikwettbewerb der Welt in Kraft. Ein so erfolgreiches, dass es sich bis heute hält: dass nämlich aus jedem Land die zehn beliebtesten Titel in aufsteigender Reihenfolge Punkte erhalten; die beiden Lieblingslieder sogar noch einen Bonus, um einen möglichst eindeutigen Sieger zu ermitteln. 1-2-3-4-5-6-7-8-10-12, so lautet seither die magische Formel, "Douze Points" das Maß aller Dinge. Für Deutschland, das entscheidenden Einfluss auf die Initiierung dieses Standards hatte, führte er bei seiner Premiere zu einem höchst verdrießlichen Ergebnis. (mehr …)