Schlagwort: Marcin Mrozinski

2017, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser, Unsere Lieblinge

Polen 2017: die Krä­he auf dem Draht­seil

Für einen kleinen Moment glimmte noch schwach Hoffnung auf, als das polnische Fernsehen bei der heutigen Eurovisionsvorentscheidung Krajowe Eliminacje einen Schnelldurchlauf der bereits in den anderen europäischen Nationen ausgewählten Grand-Prix-Beiträge zeigte. Würden, so wie bei Unser Song 2017, als diese Werkschau für einen plötzlichen, dramatischen Stimmungsumschwung hinsichtlich des auszuwählenden Lieds sorgte, auch die Polen instinktiv begreifen, dass die Quote für düstere, dramatische Balladen im Jahrgang 2017 bereits deutlich übererfüllt ist? Um es kurz zu machen: sie taten es nicht. Übereinstimmend bestimmte die fünfköpfige, zu 50% wertungsberechtigte Jury die hagere Blondine Kasia Moś mit ihrem nervtötenden (wenn auch sauber intonierten) Geschrei über eine 'Fleshlight', Verzeihu...
Unsere Lieblinge

Mar­cin Mro­ziń­ski sagt Fes­ti­val in Russ­land ab

Vorbildlich: Marcin Mroziński, der polnische Eurovisionsvertreter von 2010, sagt aus Protest gegen die dortige homophobe Gesetzgebung seine Teilnahme an einem fünftägigen internationalen Musikfestival in Russland ab, wie escxtra unter Bezugnahme auf die Facebookseite des Künstlers berichtet. Dort sagt Mroziński: "Dieses Gesetz beschneidet die Freiheitsrechte der sexuellen Minderheiten. Ich denke, dass dies im 21. Jahrhundert nicht mehr akzeptiert werden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, an einem Festival in einem Land teilzunehmen, das seine Bürger aufgrund von Religion, Rasse oder Sexualität ausgrenzt. Wir sind frei, das sollte sich auch in den Gesetzen widerspiegeln. Wir sollten dafür nicht kämpfen müssen." Der 2010 durch ein erst nach dem zwanzigsten Hören zugängliches Ethnolied und ...
2010, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser, Schwules, Trickkleid

ESC 1. Semi 2010: Der Wür­ger von Wol­fen­büt­tel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50% ins Endergebnis einfließt. Aber auch das ...