Mari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

In ihrer außer­ge­wöhn­lich lesens­wer­ten Auto­bio­gra­fie ‘Koko­lo­res’ spricht die Schwu­len­iko­ne und vier­ma­li­ge Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­me­rin Mari­an­ne Rosen­berg auch über ihre Bezie­hung zum Euro­vi­si­on Song Con­test.


Mari­an­nes Kult­schla­ger wur­de beim Vor­ent­scheid 1975 nur Zehn­ter

Wei­ter­le­senMari­an­ne Rosen­berg: Sie gehört zu uns

DE 1982: Ich bin nur ein Mäd­chen

Nicole, DE 1982
Die Frie­dens­bot­schaf­te­rin

So lang­sam erstarr­ten die in Mün­chen pro­du­zier­ten Grand-Prix-Vor­ent­schei­dun­gen zur Rou­ti­ne. Aus­wahl- und Abstim­mungs­mo­dus, Teil­neh­mer­zahl, Büh­nen­bild: alles exakt wie schon in den Jah­ren zuvor. Erneut führ­te die damen­haf­te Caro­lin Rei­ber mit auf­ge­setz­tem Pathos durch den Abend, und auch wenn sie mit stolz­ge­schwell­ter Brust erzähl­te, dass die Jury dies­mal über 800 Titel zu sich­ten hat­te, befand sich das letzt­lich prä­sen­tier­te Musik­pro­gramm fest im Wür­ge­griff weni­ger alt­ge­dien­ter Schla­ger­schaf­fen­der. Denn die Hand­voll zur Vor­auswahl ein­ge­reich­ten Neue-Deut­sche-Wel­le-Songs flo­gen in den Radio­vor­run­den auf den ARD-Schla­ger­wel­len kon­se­quent raus. Und, auch das mitt­ler­wei­le Rou­ti­ne: erneut beleg­te Ralph Sie­gel die bei­den ers­ten Plät­ze.

Wei­ter­le­senDE 1982: Ich bin nur ein Mäd­chen

DE 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

Katja Ebstein, DE 1980
Die Gelif­te­te

Wie schon im Vor­jahr bot der nun für die ARD beim Grand Prix feder­füh­ren­de Baye­ri­sche Rund­funk, der auch bei der Stu­di­ode­ko­ra­ti­on kei­ne Gele­gen­heit zur Eigen­re­kla­me aus­ließ, für die­se Vor­ent­schei­dung gleich zwei Mode­ra­to­ren auf: für die Jün­ge­ren den all­seits belieb­ten, sei­ner­zeit noch schlag­fer­ti­gen Tho­mas Gott­schalk; für die Kuki­dent-Genera­ti­on Caro­li­ne Rei­ber, die in einem uni­far­be­nen, eben­so teu­er wie spie­ßig aus­schau­en­den Glo­cken­kleid-Alp­traum in einer schlim­men Pas­tell­far­be auf­trat. Sie mode­rier­te so bemüht sprit­zig wie emo­tio­nal unglaub­wür­dig.

Wei­ter­le­senDE 1980: Grel­le Blit­ze schre­cken mich

DE 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Joy Fleming, DE 1975
Die Bes­te. Auf ewig.

Nach dem Kata­stro­phen­er­geb­nis der haus­in­ter­nen Aus­wahl im Abbajahr 1974 (ein geteil­ter letz­ter Platz für den deut­schen Bei­trag von Cin­dy & Bert) besann sich sich der sei­ner­zeit ver­ant­wort­li­che Hes­si­sche Rund­funk dar­auf, dass er bereits 1970 und (in Zusam­men­ar­beit mit dem Sen­der Frei­es Ber­lin) 1972 glanz­vol­le öffent­li­che Vor­ent­schei­dun­gen auf die Bei­ne gestellt hat­te – und mit der dort jeweils aus­ge­wähl­ten Künst­le­rin einen nicht min­der glanz­vol­len Medail­len­platz beim euro­päi­schen Wett­sin­gen erziel­te. Mit die­sem Wis­sen im Rücken ging es in Frank­furt am Main frisch ans Werk: her­aus kam eine der bes­ten Ver­an­stal­tun­gen in der deut­schen Grand-Prix-Geschich­te! Zunächst ein­mal ver­zich­te­te man (die EBU tat das erst 1999) auf das anti­quier­te Orches­ter und griff auf das aus der ZDF-Hit­pa­ra­de bewähr­te Halb­play­back zurück: Musik vom Band, Gesang live. Das ein­ge­spar­te Geld inves­tier­te der hr in eine annehm­ba­re Stu­di­ode­ko­ra­ti­on. Außer­dem hol­te der Sen­der die Plat­ten­fir­men mit ins Boot. So dass es gelang, neben eini­gen No-Names hoff­nungs­vol­len Nach­wuchs­ta­len­ten auch zahl­rei­che Schlagersänger/innen von der aktu­el­len A‑Liste anzu­lo­cken. 15 Künstler/innen tra­ten an, dar­un­ter Ver­zicht­ba­res und Füll­stoff, aber auch etli­che High­lights.

Wei­ter­le­senDE 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein