Schlagwort: Marion Rung

1973, Die Siebziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Unsere Lieblinge

ESC 1973: Du sagst nie­mals nein

Die Lustlosigkeit der deutschen Vorentscheidung rächte sich für uns. Die Protagonistin ahnte es bereits im Vorfeld: "Bringst Du Tränen von gestern zurück?", so eine der Fragen aus ihrer wunderbaren, im Vergleich mit den eher Aufbruchsstimmung verbreitenden Beiträgen der letzten Jahre jedoch etwas verzagt wirkenden Hymne 'Junger Tag', welche die Juroren mit einem klaren und eindeutigen "Ja!" beantworteten. Nach drei dritten Rängen in Folge konnte der nunmehrige (rechnerisch korrekte) neunte Platz nur als echte Enttäuschung gelten. Oder lag es an dem Spontanaugenkrebs verursachenden, grellgelben Folklorefummel, den die für Deutschland startende Dänin Gitte Hænning in Luxemburg trug? (mehr …)
1967, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

FI 1967: Der Tun­ten-Mara­thon

Wie schon in den Jahren zuvor veranstaltete das finnische Fernsehen YLE auch 1967 einen offenen Komponistenwettbewerb. 240 Einsendungen gingen ein, und wie schon im Vorjahr fanden sich unter den von einer Jury ausgewählten (diesmal acht) Finaltiteln gleich drei aus der Feder von Lasse Mårtenson (→ FI 1964). Ebenso wie schon im Vorjahr siegte wiederum eine davon. Mårtenson nun den Ralph Siegel Finnlands zu nennen, täte ihm aber dennoch unrecht, dafür waren seine Lieder einfach zu... un-siegelig. So wie das von ihm komponierte 'Varjoon - suajoon' (sinngemäß: 'Im Schatten - geschützt'), einer sehnsuchtsvollen und in ihrer Art extrem finnischen Betrachtung über die Vorzüge des Lebens abseits des grellen Scheinwerferlichtes, dargeboten von einem eher untypischen Grand-Prix-Kandidaten, dem junge...
1962, Die Sechziger, ESC Finale, Unsere Lieblinge

ESC 1962: Ring a tipi tii ding

Luxemburg gilt im Allgemeinen als finanziell wohlsituierte europäische Steuerfluchtoase. Um so merkwürdiger muteten die anhaltenden Stromschwankungen und mehrfachen Lichtausfälle im RTL-Auditorium während der Grand-Prix-Übertragung von 1962 an, die den Zuschauer/innen infrastrukturell eher den Eindruck eines Dritte-Welt-Landes (oder der heutigen USA) vermittelten. Wohl auch, um Kosten zu sparen, gestaltete der Sender des Großherzogtums den Ablauf der Show ziemlich zügig, die Lieder folgten fast nahtlos aufeinander. Das Anziehen des Tempos übertrug sich in wohltuender Weise ebenfalls auf das senderseitig gestellte, erstaunlich druckvoll und präzise aufspielende Orchester. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, Rhythmusinstrumente wie das Schlagzeug seien in diesem Jahr erst erfunden worde...
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

FI 1962: Tipi Tii Bim­bo Tom

Es wird ja gerne mal darüber geklagt, dass die Skandinavier beim Eurovision Song Contest bei der Punktevergabe zusammenhalten. Was aber angesichts der gemeinsamen kulturellen Wurzeln gar nicht weiter verwundert, zu deren Vertiefung gerade diese TV-Show mit beiträgt. In den Sechzigern jedenfalls wurden die nationalen Vorentscheidungen der nordischen Länder per Nordvision auch in den anderen skandinavischen Ländern ausgestrahlt. Und so schaute und lernte man vom Nachbarn. Was beispielsweise zur Folge hatte, dass das finnische Fernsehen YLE beim zweiten Suomen Euroviisukarsinta auf das auch in Schweden und Norwegen zur Anwendung kommende Ein-Song-zwei-Versionen-Format umschwenkte und jeden der vier Finalbeiträge von zwei verschiedenen Künstler/innen interpretieren ließ. Was den Juroren die Ge...