Tschüss FYROM, hal­lo Nord­ma­ze­do­ni­en!

Wie unter ande­rem die Süd­deut­sche Zei­tung ges­tern berich­te­te, zeich­net sich end­lich eine Lösung in dem seit mehr als einem Vier­tel­jahr­hun­dert andau­ern­den, so alber­nen wie ermü­den­den Namens­streit zwi­schen Grie­chen­land und Maze­do­ni­en ab. Seit sei­ner Unab­hän­gig­keit im Jah­re 1991 befin­det sich der rund 2 Mil­lio­nen Einwohner/innen star­ke Bal­kan­staat im Dis­put mit den hel­le­ni­schen Nach­barn, deren nörd­lichs­te, unmit­tel­bar an Maze­do­ni­en angren­zen­de Regi­on Make­do­ni­en heißt. Wes­we­gen man in Athen stets ter­ri­to­ria­le Ansprü­che aus Skop­je auf eben jenes Gebiet fürch­te­te, zumal bei­de Natio­nen jeweils für sich das kul­tu­rel­le Erbe des his­to­ri­schen Königs Alex­an­ders des Gro­ßen rekla­mie­ren. Die Grie­chen blo­ckier­ten seit­her stur jeg­li­che Annä­he­rung Maze­do­ni­ens an die EU und die NATO und bestan­den auf dem offi­zi­el­len Wort­un­ge­tüm “Frü­he­re jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en” oder auf eng­lisch “For­mer Yugo­s­lav Repu­blic of Mace­do­nia”: das all­seits bekann­te und gehass­te, auf die­sem Blog selbst­ver­ständ­lich nie­mals ver­wen­de­te FYROM. Nach per­sön­li­chen Gesprä­chen zwi­schen den Pre­miers Alexis Tsi­pras und Zor­an Zaev einig­ten sich die Bei­den nun auf “Nord-Maze­do­ni­en”. Oder, in Lan­des­spra­che: Sever­na Make­do­ni­ja. Moment mal: Seve­r­i­na? Sang die nicht schon mal beim ESC?

Die­se Seve­r­i­na stammt zwar aus Kroa­ti­en, rammt ihre Stö­ckel aber den­noch jedem in den Leib, der künf­tig noch “FYROM” in den Mund nimmt.

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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Gan­ze 53 Jah­re muss­te das klei­ne, geo­gra­fisch etwas rand­stän­di­ge und kul­tu­rell auf euro­päi­scher Ebe­ne nicht unbe­dingt mas­sen­kom­pa­ti­ble Por­tu­gal von sei­ner Erst­teil­nah­me im Jah­re 1964 bis zu sei­nem Euro­vi­si­ons­sieg 2017 war­ten. Ein ver­schro­be­ner Bar­de namens Sal­va­dor Sobral hol­te bekannt­lich den Pott und die Gast­ge­ber­schaft nach Lis­sa­bon, mit einer inti­men, aus der Zeit gefal­le­nen Tren­nungs­schmerz­bal­la­de in sei­ner Mut­ter­spra­che. Mit “Musik, die wirk­lich etwas aus­drückt”, wie es der lebens­be­droh­lich erkrank­te Adels­spross, dem es nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on mitt­ler­wei­le wie­der bes­ser geht, im Über­schwang sei­ner Sie­ges­an­spra­che for­mu­lier­te. Und nun das: ein Jahr spä­ter, im ers­ten Semi­fi­na­le des in der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt abge­hal­te­nen 2018er Grand Prix, flie­gen gleich zwei von ins­ge­samt ledig­lich drei Bei­trä­gen in Lan­des­spra­che raus, bei­des Bal­la­den. Statt­des­sen folgt ein Durch­marsch fröh­li­cher, größ­ten­teils stark cho­reo­gra­fier­ter und mit mehr oder min­der mas­si­ven Gim­micks arbei­ten­der Uptem­po­num­mern, von “Fast-Food-Pop”, wie Sobral es nen­nen wür­de. Als beken­nen­der Lieb­ha­ber von ‘Amar pelos Dois’ einer­seits und glü­hen­der Dance-Trash-Fan ande­rer­seits sage ich: gut, dass beim Grand Prix für bei­des Platz ist!

L’amour est bleu: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le des ESC 2018.

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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigent­lich gehört es zur Eröff­nungs­tra­di­ti­on des Pres­se­zen­trums, dass die dort ver­sam­mel­ten Schwur­na­lis­ten von der aller­ers­ten Pro­be aus tech­ni­schen Grün­den nichts mit­be­kom­men, weil die Lei­tung von der Hal­le noch nicht steht. Das war am Sonn­tag zwar nicht der Fall, dafür aber am heu­ti­gen Mon­tag: pünkt­lich zum Pro­ben­be­ginn um zehn Uhr lie­fen noch Tou­ris­mus­wer­be­clips in Dau­er­schlei­fe, wäh­rend in der Alti­ce-Are­na bereits das maze­do­ni­sche Duo Eye Cue auf der Büh­ne stand. Erst zum drit­ten Durch­lauf drück­te jemand den Knopf: auf den Moni­to­ren erschien, wie OnU berich­te­te, bild­fül­lend der Hin­tern der Lead­sän­ge­rin Mari­ja. Und falls sich jemand noch mit Schau­dern an das pink­far­be­ne Camel­toe-Out­fit aus dem Video zu ‘Lost and found’ erin­nert: etwas Ähn­li­ches trägt sie auch in Lis­sa­bon, nur ohne Unter­teil. Dort stol­ziert Mari­ja in einem eben­falls knall­pin­ken, rücken­frei­en Läpp­chen über die Bret­ter, wel­ches die Bli­cke auf ihr sil­ber­nes Hös­chen eher frei­gibt als bedeckt. Passt aber: dafür kommt ihr Beglei­ter Bojan halt oben­rum ohne. Der Auf­tritt wirkt genau so unstruk­tu­riert und chao­tisch wie der aus meh­re­ren Ein­zel­tei­len not­dürf­tig zusam­men­ge­tacker­te Song. Das sehen wir am Sams­tag im Fina­le garan­tiert nicht wie­der.

Lead­sän­ge­rin Mari­ja und ihr Scham­lip­pen­lap­pen.

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MK 2018: So many Songs, so litt­le Time

Nicht einen, son­dern gleich vier Songs prä­sen­tier­te uns das maze­do­ni­sche Fern­se­hen am heu­ti­gen Abend der Bei­trags-Ent­hül­lun­gen. ‘Lost and found’, so heißt das Stück des bereits vor gerau­mer Zeit intern bestimm­ten Duos Eye Cue. Und es klingt auch ein biss­chen so, als habe man sich die Zuta­ten für das maze­do­ni­sche Lied im städ­ti­schen Fund­bü­ro zusam­men­ge­sam­melt. Es beginnt als nicht wei­ter auf­fäl­li­ge Mid­tem­po-Bal­la­de – für die ers­ten 20 Sekun­den. Dann klopft es auf ein­mal an der Tür. Wer da drau­ßen wohl steht? Oh, es ist ein ver­spiel­ter Reg­gae-Track! Wol­len wir ihn her­ein­las­sen? Eigent­lich nicht, denn nur wenig ist (mit weni­gen Aus­nah­men) nach dem Emp­fin­den des Blog­be­trei­bers nerv­tö­ten­der als ein aus zwei unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Sti­len zusam­men­ge­lö­te­ter Song. Doch zu spät: für die nächs­te hal­be Minu­te wabern die vir­tu­el­len Haschischwol­ken durch die Gegend, dann legt Lead­sän­ge­rin Mari­ja Iva­novs­ka einen schar­fen U-Turn hin und kehrt zur Bal­la­de zurück, die nun zusätz­lich noch den Refrain beinhal­tet.

Un peu du Poiv­re / un peu du Sel / un peu d’Amour / un peu du Miel: Eye Cue neh­men von allem ein biss­chen.

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Maze­do­ni­en: Song­prä­sen­ta­ti­on

Lost and found’ heißt er, der maze­do­ni­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2018, Eye Q nennt sich das intern bestimm­te Duo, das ihn singt. Heu­te sol­len wir erfah­ren, wie sich das Gan­ze anhört: der Sen­der will die sich vor Unge­duld ver­zeh­ren­de Öffent­lich­keit end­lich von der schier unaus­halt­ba­ren Span­nung erlö­sen und den Titel im Lau­fe des Tages drop­pen.

MK + HR 2018: (You dri­ve me) Cra­zy

Gleich zwei Bal­kan­staa­ten gaben heu­te ihre jeweils intern bestimm­ten Vertreter/innen für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 bekannt. Die frü­he­re jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en, die der­zeit (hof­fent­lich!) auf eine bal­di­ge Lösung des jahr­zehn­te­lan­gen, ermü­den­den Namens­streits mit den in die­ser Ange­le­gen­heit bis zuletzt stu­ren Grie­chen zusteu­ert, ernann­te das pho­ne­tisch cle­ver benann­te Duo Eye Cue (lies: IQ bzw. “I q” = ich qua­li­fi­zie­re mich [für das Fina­le]), bestehend aus dem Kom­po­nis­ten Bojan Trai­kov­ski und der Lead­sän­ge­rin Mari­ja Iva­no­s­ka. Die bei­den machen seit mehr als zehn Jah­ren gemein­sam Musik. Und zwar, wie eine schnel­le You­tube-Werk­schau bestä­tigt, in der Haupt­sa­che zähen, hand­ge­klampf­ten, mid­tem­po­rä­ren, leicht melan­cho­li­schen Midd­le-of-the-Road-Seich (seufz). Wie sich das bei dem eben­falls von Bojan geschrie­be­nen Wett­be­werbs­bei­trag ‘Lost and found’ ver­hält, bleibt jedoch abzu­war­ten, denn der Sen­der will den Titel der unge­dul­dig mit den Hufen schar­ren­den Welt­öf­fent­lich­keit erst spä­ter vor­stel­len. Die ver­wen­de­te Anprei­sung “con­tem­pora­ry” (“zeit­ge­mäß”) lässt jedoch nichts Gutes hof­fen, über­setzt sie sich in der Regel doch als “for­mat­ra­dio­taug­lich­es Gedu­del”.

Eines ihrer anspre­chen­de­ren Stü­cke: das von der Bal­kan-Queen Kalio­pi (MK 2011, 2016) geschrie­be­ne ‘Ne zabor­a­vaj’ (Reper­toire­bei­spiel).

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Offi­zi­ell: 42 Län­der sind 2018 an Bord, Maze­do­ni­en ist raus

In einer Pres­se­mit­tei­lung stell­te die EBU heu­te Nach­mit­tag das offi­zi­el­le Con­test-Logo für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Lis­sa­bon vor, das aus einer sti­li­sier­ten Muschel besteht, ergänzt um 11 wei­te­re mari­ti­me Moti­ve, die vom näh­ren­den Plank­ton bis zur bis­si­gen Qual­le alles abbil­den, was im Meer so vor­kommt (schwim­men­der Plas­tik­müll gehört aller­dings nicht dazu). Für das Mot­to ließ man sich offen­sicht­lich vom Neun­zi­ger­jah­re-Mega­hit ‘Last Train to Trans­cen­tral’ des bri­ti­schen Musik­pro­jekts The KLF inspi­rie­ren: es lau­tet ‘All abord’ (‘Alle an Bord’). Es soll laut EBU-Pro­sa für “Kern­bot­schaf­ten wie Diver­si­tät, Respekt und Tole­ranz” ste­hen. Der Krea­tiv-Chef des gast­ge­ben­den por­tu­gie­si­schen Sen­ders, Gonça­lo Madaíl, äußert sich ergän­zend zum geschickt gewähl­ten mari­ti­men The­ma des Logos: “Über Jahr­hun­der­te erforsch­te Por­tu­gal die Welt über das Meer. Heu­te ist Lis­sa­bon mehr denn je die Stadt aller Far­ben, ein Hafen ver­schie­de­ner Kul­tu­ren und Klän­ge, die Euch alle ein­lädt, an Bord zu kom­men”. Letz­te­res gilt aller­dings nicht für Maze­do­ni­en: ent­ge­gen hoff­nungs­fro­her Ver­laut­ba­run­gen des Sen­ders MRT über angeb­lich güt­lich ver­lau­fen­de Ver­hand­lun­gen mit der EBU hält die­se am Aus­schluss der frü­he­ren jugo­sla­wi­schen Repu­blik auf­grund offe­ner For­de­run­gen in erkleck­li­cher Höhe fest. Russ­land ist nach dem Julia­ga­te-beding­ten Aus­set­zer 2017 hin­ge­gen, um das Mot­to noch ein­mal zu bemü­hen, wie­der mit an Bord. Auch Aus­tra­li­en hat eine erneu­te Ein­la­dung erhal­ten. Ins­ge­samt 42 Natio­nen gehen daher am 8., 10. und 12. Mai 2018 in der Lis­sa­bon­ner Are­na an den Start, genau so vie­le wie 2017 und eine weni­ger als der bis­he­ri­ge Rekord. Der Ticket­ver­kauf soll Ende Novem­ber 2017 star­ten, einen genau­en Ter­min gibt es aber noch nicht.

Aus dem Meer kam alles Leben und im Meer wird es auch bald wie­der ver­schwin­den, wenn wir nichts gegen den Kli­ma­wan­del unter­neh­men.

Nun also amt­lich: Maze­do­ni­en bleibt wegen unbe­zahl­ter Rech­nun­gen 2018 drau­ßen.

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Wegen Schul­den: pullt Maze­do­ni­en einen Ovi­diu?

So lang­sam scheint es zur unver­zicht­ba­ren Folk­lo­re zu gehö­ren, dass uns jedes Jahr kurz vor der offi­zi­el­len Ver­kün­dung der Teil­neh­mer­lis­te für den Euro­vi­si­on Song Con­test durch die EBU noch ein Land ver­lo­ren geht: nach der Aus­sper­rung Rumä­ni­ens 2016 wegen offe­ner For­de­run­gen in Mil­lio­nen­hö­he und dem stra­te­gisch her­bei­ge­führ­ten Aus­schluss Russ­lands infol­ge geschickt insze­nier­ter Ver­stö­ße gegen ukrai­ni­sche Geset­ze in die­sem Jahr droht die EBU nun dem maze­do­ni­schen Fern­se­hen MKRTV auf­grund unbe­zahl­ter Rech­nun­gen mit schmerz­haf­ten Sank­tio­nen: “Lei­der hat das maze­do­ni­sche Fern­se­hen kei­nen Zugriff auf unse­re Diens­te, bis die Schul­den bezahlt wor­den sind,” so zitie­ren escx­tra und euro­fire die EBU-Pres­se­spre­che­rin Clai­re Rain­ford. Unbe­stä­tig­ten Gerüch­ten zufol­ge soll ein Betrag von rund einer hal­ben Mil­li­on Euro im Raum ste­hen. In dem kri­sen­ge­schüt­tel­ten Bal­kan­land ist nach einer lang­an­hal­ten­den innen­po­li­ti­schen Kri­se seit dem Som­mer 2017 eine neue Regie­rung im Amt, im Sep­tem­ber die­sen Jah­res strich die­se die Rund­funk­ge­büh­ren und ersetz­te sie durch Direkt­zah­lun­gen aus der Staats­scha­tul­le. In der sieht es aller­dings mau aus, nach­dem der abge­wähl­te Regie­rungs­chef in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rund 700 Mil­lio­nen Euro in dem grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Protz­pro­jekt Skop­je 2014 ver­senk­te, einem archi­tek­to­ni­schen Zucker­bä­cker­werk zur Glo­ri­fi­zie­rung der maze­do­ni­schen Geschich­te (wobei man fai­rer­wei­se zuge­ben muss: im Gegen­satz zum Flug­ha­fen Ber­lin-Bran­den­burg ste­hen hier wenigs­tens benutz­ba­re Gebäu­de). Jeden­falls: kann der Sen­der die Schul­den bei der EBU nicht recht­zei­tig beglei­chen, darf er den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 nicht aus­strah­len – und damit auch nicht an ihm teil­neh­men.

Spielt größ­ten­teils in der absurd teu­ren Protz­ku­lis­se: der zurück­ge­zo­ge­ne maze­do­ni­sche Bei­trag von 2013.

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Euro­vi­si­on Death­match #8: der flot­te Drei­er

Als wir das euro­vi­sio­nä­re Todes­du­ell letz­te Woche star­te­ten, befan­den sich inklu­si­ve des rus­si­schen Bei­trags offi­zi­ell noch 43 Titel im Ren­nen (wonach es aktu­ell immer weni­ger aus­sieht). Da sich unge­ra­de Zah­len bekannt­lich nicht durch zwei tei­len las­sen, müs­sen wir dies­mal aus­nahms­wei­se ein Oxy­mo­ron ein­schie­ben, näm­lich ein Drei­er­du­ell. Gleich drei Damen aus benach­bar­ten Staa­ten des Bal­kan stei­gen also heu­te in den Ring, um sich die fet­ten Beats ihrer Dance-Songs um die Ohren zu hau­en. Wir begin­nen ganz im Süden: unse­re ers­te Kom­bat­tan­tin ist die 25jährige Grie­chin Dimi­tra Papa­dea ali­as Demy, vom wie­der­auf­er­stan­de­nen hel­le­ni­schen Staats­sen­der ERT intern aus­ge­wählt und in einem Song-Vor­ent­scheid mit dem fla­chen, voll auf die Zwölf gehen­den Dance-Stamp­fer ‘This is Love’ ver­sorgt. Der klingt wie ein flau­er Auf­guss von Cas­ca­das ‘Glo­rious’ (→ DE 2013), was bekannt­lich auch nur ein flau­er Abklatsch von Lore­ens ‘Eupho­ria’ (→ SE 2012) war. Von den schlim­men lyri­schen Sün­den des Song­tex­tes hat man immer­hin die fuß­nä­ge­lauf­rol­lends­te (“This is Love / Rain falls from above”: von wo bit­te sonst?) zwi­schen­zeit­lich über­ar­bei­tet, doch noch immer reimt Demy “There’s an echo in my head” auf “There’s a cross­road up ahead”. Nun ja, auch mit fett aus den Kopf­hö­rern bol­lern­den Bäs­sen im drö­hend lee­ren Schä­del läuft es sich ziel­ge­rich­tet über die stark befah­re­nen Stra­ßen­kreu­zun­gen Athens, und beim Nah­kampf um Leben und Tod gegen ihre bei­den Kon­kur­ren­tin­nen kann zuviel Nach­den­ken ja auch von Nach­teil sein.

Feu­ert aus allen Roh­ren: Demy (GR)

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Maze­do­ni­en 2017: ein­deu­tig unter­do­siert

Über­all das Glei­che: gro­ße Tei­le des Song­schrei­ber- und Pro­du­zen­ten­teams, die für den ser­bi­schen Euro­vi­si­ons­bei­trag 2017 ver­ant­wort­lich zeich­nen, betei­lig­ten sich auch an dem bereits am Frei­tag­abend vor­ge­stell­ten maze­do­ni­schen Wett­be­werbs­song ‘Dance alo­ne’. Und die musi­ka­li­sche Ver­wandt­schaft hört man ziem­lich deut­lich. Aller­dings scheint das klei­ne­re Land hier die hüb­sche­re Toch­ter abbe­kom­men zu haben, denn wo ‘In too deep’ arg seicht und ziel­los vor sich hin­plät­schert, da ver­mag ‘Dance alo­ne’ durch einen ver­hält­nis­mä­ßig süf­fi­gen Refrain und einen rela­tiv ordent­li­chen Schub zu punk­ten. Und auch die kräf­tig ver­zerr­te Stim­me der ent­fernt an sol­che Elek­tro-Hel­din­nen wie Anne Clark oder Beth Dit­to erin­ner­den, schon im ver­gan­ge­nen, gefühlt also meh­re­re Jahr­hun­der­te zurück­lie­gen­den Novem­ber 2016 intern aus­ge­wähl­ten Inter­pre­tin Jana Burčes­ka ver­leiht der Num­mer einen eige­nen Flair. Jeden­falls ver­sprüht der maze­do­ni­sche Bei­trag im Gegen­satz zu sei­nem ser­bi­schen Gegen­part deut­lich mehr Lebens­freu­de, obgleich der beglei­ten­de Video­clip, in dem sich die Prot­ago­nis­tin, eine abge­kämpf­te Haus­frau im Kli­mak­te­ri­um, mit­tels vir­tu­el­ler Rea­li­tät in ihre Jugend­zeit zurück­ver­setzt, eine ande­re Spra­che spricht. Ganz am Schluss sitzt aber auch die ado­les­zen­te Jana allei­ne und nie­der­ge­schla­gen auf dem abge­ram­mel­ten Sofa, und das passt ganz gut, weil der Song auf den letz­ten Metern eben­falls ziem­lich trau­rig aus­franst, so als sie die Wir­kung der ein­ge­wor­fe­nen che­mi­schen Sti­mu­lan­zi­en einen Tick zu früh ver­pufft. Und so hin­ter­lässt der mit­tel­präch­ti­ge Bei­trag am Ende ein irgend­wie unbe­frie­di­gen­des Gefühl, auch wenn er den inner­bal­ka­ni­schen Zwei­kampf locker gewinnt.

Tanz, klei­ner Wasch­bär, dreh Dich im Krei­se (MK)

Schafft es Maze­do­ni­en mit Jana ins Fina­le?

  • Ich den­ke doch. Das ist ein hüb­sches Uptem­po­stück, das soll­te rei­chen. (85%, 67 Votes)
  • Nein, das kann nicht über­zeu­gen. (9%, 7 Votes)
  • Ich mag’s aber ich hab wenig Hoff­nung. Dafür ist die Kon­kur­renz zu hart. (6%, 5 Votes)

Total Voters: 79

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