DVE 2006: Nor­disch by Natu­re

Jane Comerford von Texas Lightning, DE 2006
Deutsch­lands Liebs­te

Nach der Schan­de von Kiew (letz­ter Platz für Gra­cia mit 4 Mit­leids­zäh­lern) gab der NDR-Unter­hal­tungs­chef Jür­gen Mei­er-Beer ent­nervt sei­nen Rück­tritt als Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­cher bekannt. In sei­ner Rat­lo­sig­keit, was er nun mit der Sen­dung anfan­gen soll­te, hol­te sich der öffent­lich-recht­li­che Sen­der Unter­stüt­zung dort, wo in Deutsch­land die Unter­hal­tungs­kom­pe­tenz behei­ma­tet ist: bei den Pri­va­ten. Genau­er: bei Pro­Sie­ben und des­sen Come­dy-Aus­hän­ge­schild Tho­mas Her­manns (Quatsch Come­dy Club, Pop Club). Der beken­nen­de Grand-Prix-Fan stürz­te sich mit Feu­er­ei­fer an die Auf­ga­be und pro­du­zier­te eine gla­mou­rö­se, schwel­ge­ri­sche Retro-Show rund um den fünf­zigs­ten Geburts­tag des Song Con­tests.

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Michel­le: Just an Illu­si­on

Oh mein Gott: Schla­ger­häs­chen Michel­le (ESC 2001, ‘Wer Lie­be lebt’) kommt uns jetzt als Dis­co­mäus­chen Tan­ja Tho­mas daher! “Die per­fek­te Ver­wand­lung einer erfolg­rei­chen deut­schen Schla­ger­prin­zes­sin in eine Dis­co-Queen dürf­te zu den gro­ßen Über­ra­schun­gen der deut­schen Musik­sze­ne zäh­len” (Ama­zon-Wer­be­text). Das kann man wohl so sagen!


Lady Tho­mas liebt es, zu lie­ben

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ESC 2001: …is always repea­ting its­elf

Logo des Eurovision Song Contest 2001
Das Jahr der bes­ten Song

Seit jeher beken­ne ich mich, wie der geneig­te Leser sicher ahnt, als eiser­ner Ver­fech­ter des hun­dert­pro­zen­ti­gen Tele­vo­ting, eben weil es ein demo­kra­ti­sches Ver­fah­ren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in die­sem Jahr, selbst unter den Ergeb­nis­sen zu lei­den habe wie ein Hund. Gleich drei der bes­ten Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge aller Zei­ten bot die­ser Jahr­gang auf: gera­de mal einer davon schaff­te es unter die ers­ten Drei. Die ers­ten bei­den Plät­ze des Zuschau­er­ran­kings bele­gen unter­des­sen Spit­zen­po­si­tio­nen in mei­ner per­sön­li­chen Haß­lie­der-Lis­te. Kehr­sei­te der Medail­le: seit sich der Con­test, eben auch dank des Tele­vo­ting, von einer nur noch von Schwu­len ver­folg­ten Rand­ver­an­stal­tung wie­der zu einem Mas­sen­event ent­wi­ckel­te, stimmt lei­der auch die hete­ro­se­xu­el­le Bevöl­ke­rungs­mehr­heit mit ab. Und die ver­fügt bekannt­lich über kei­ner­lei Musik­ge­schmack.

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DVE 2001: Dan­ke, Ihr Fotz­köp­pe!

Michelle, DE 2001
Die Min­ne Maus

Die­se Vor­ent­schei­dung sorg­te für eine der­art über­stei­ger­te Medi­en­hys­te­rie, dass sich Guil­do Horns Kreuz­zug der Lie­be dage­gen wie ein Pfad­fin­der­tref­fen aus­nahm. Der (erhoff­te) Skan­dal trug vor allem einen Namen: Zlat­ko Trpkov­ski. Der Big-Bro­ther-Star und Held aller Pre­ka­ria­ner konn­te nach sei­nem Aus­zug aus dem erst­mals in Deutsch­land gezeig­ten Idio­ten­con­tai­ner zwei Num­mer-Eins-Hits lan­den, trotz des völ­li­gen Feh­lens jed­we­den stimm­li­chen Talents und offen­sicht­lich nicht trotz, son­dern wegen der frap­pie­ren­den musi­ka­li­schen und text­li­chen Schlicht­heit sei­ner Wer­ke. All­ge­mein setz­te man sei­nen Sieg vor­aus, denn dass hier­über vor allem die Medi­en­be­kannt­heit ent­schei­det, hat­ten Guil­do Horn und Ste­fan Raab (DE 2000) bereits bewie­sen.

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DE 1997: Wie schnell der Wind sich dreht

Bianca Shomburg, DE 1997
Die Unzeit­ge­mä­ße

In klei­nen Schrit­ten, aber um so beharr­li­cher tas­te­te sich Dr. Jür­gen Mei­er-Beer, Unter­hal­tungs­chef des NDR und Deutsch­lands neu­er Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­cher, in die rich­ti­ge Rich­tung vor. In Jan Fed­der­sens Euro­vi­si­ons­bi­bel ‘Ein Lied kann eine Brü­cke sein’ schil­dert er, wie sich bei der über­fäl­li­gen Refor­mie­rung des hoff­nungs­los ver­staub­ten Wett­be­werbs “in kaf­ka­es­ker Wei­se immer neue Euro­vi­si­ons­gre­mi­en” auf­ta­ten, die “haupt­säch­lich aus älte­ren Her­ren” bestan­den, wel­che im Grand Prix die Instanz zur Ret­tung irgend­ei­nes hohen Kul­tur­gu­tes sahen und sich JMB bei sei­nen Moder­ni­sie­rungs­plä­nen in den Weg stell­ten. Braucht halt alles sei­ne ‘Zeit’.

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