O Melodie pentru Europa, Finale

Sechs Lieder flogen vorgestern raus im Semifinale des moldawischen Vorentscheids O Melodie pentru Europa (Ein Lied für Europa), heute bestimmen Jury und Zuschauer, wer von den verbliebenen Zehn das Ticket nach Lissabon erhält. Traditionell natürlich erst im Anschluss an ein gefühlt vierstündiges Rahmenprogramm!

O Melodie pentru Europa, Semifinale

16 Acts treten im Semifinale der moldawischen Vorentscheidung an, für zehn von ihnen hält der Sender TRM ein Plätzchen frei im Finale übermorgen. In beiden Sendungen gilt der Jury-Televoting-Mix. Traditionell beinhaltet die Auswahl des rumänischen Bruderlandes immer etliche Perlen, aber auch viel Anstrengendes. Nach dem herausragenden Ergebnis beim ESC 2017 dürfte das musikalische Niveau in diesem Jahr vermutlich höher liegen als sonst.

Alex Florea bezichtigt Salvador Sobral des „Theaterspiels“

Nach dem Schweden Robin Bengtsson hat sich nun auch der rumänische Rapper Alex Florea (‚Yodel it!‘) kritisch über den am vergangenen Samstag siegreichen Portugiesen Salvador Sobral geäußert. Wie Wiwibloggs rapportiert, äußerte er heute früh in einem live ausgestrahlten Video-Interview mit der rumänischen Tageszeitung Adevarul Zweifel an den gesundheitlichen Problemen des schlumpfigen Hipsters und verbreitete die Theorie, es handele sich dabei um Mitleids-„Marketing“, wie es in Castingshows an der Tagesordnung sei: „Seine Hintergrundstory funktionierte, das Publikum hat es geschluckt,“ so Florea. Sobral war auf Anraten seiner Ärzte erst später als seine Konkurrent/innen nach Kiew angereist und etlichen Proben ferngeblieben, in den Medien machten (von einigen Kommentatoren offensichtlich weiterverbreitete) Gerüchte über eine lebensbedrohliche Herzerkrankung die Runde, die sein Management allerdings strikt zurückwies. Auf Anfragen besorgter Schwurnalisten in den Pressekonferenzen in Kiew räumte Salvador allerdings gesundheitliche Probleme ein. Der rumänische Bad Boy kaufte ihm das aber nicht ab: „Salvador hat keine Herzprobleme, bei ihm stimmt etwas im Kopf nicht“. Er sei von seinem „billigen Theater“ angewidert, deswegen reagiere er so zynisch: „Ich habe in Castingshows auch schon Probleme gehabt, aber nie zu solchen Taktiken gegriffen, um zu gewinnen,“ so der Rumäne, der Sobral jedoch zumindest zugestand, dass sein Song „exzellent“ gewesen sei. Floreas jodelnde Duettpartnerin Illinca Băcilă zeigte sich im gleichen Interview dagegen „glücklich“ über den Sieg des Portugiesen: „Was Salvador tat, kann man als Kunst begreifen, daher herzlichen Glückwunsch zum Erfolg“! Sie gratulierte außerdem dem SunStroke Project aus dem Nachbarland Moldawien, das für die Bronzemedaille beim Contest, das beste Ergebnis des Balkanlandes bisher, vom heimischen Ministerpräsidenten Igor Dodon nach Bericht von Eurovoix sogar eine staatliche Auszeichnung erhalten soll: „Eine superbe Show“! Der rumänische Jodel-Rap landete beim Publikum auf dem fünften Rang, wurde von den Jurys aber auf den siebten Platz abgewertet.

Schießt mit Kanonen auf Spatzen: Alex Florea (RO)

Finale 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung der gigantischen, futuristisch aufgebrezelten Showbühne im Internationalen Ausstellungszentrum der ukrainischen Metropole und sang stattdessen inmitten des andächtig schweigenden, von seiner intimen Darbietung ebenso wie die Fernsehzuschauer/innen tief ergriffenen Hallenpublikums auf der kleinen Satellitenbühne stehend seine zerbrechliche, hauchzarte Trennungsschmerzballade ‚Amar pelos Dois‘, ein flehendes Abschiedslied an seine Verflossene, in welcher er in poetischen Worten seine Trauer, seine noch immer sanft glimmende Hoffnung auf eine Rückkehr der Geliebten und seine Entschlossenheit, seine Liebe niemals sterben zu lassen, vor uns ausgoß. Was ich im Übrigen nur weiß, weil ich die Übersetzung seines in Landessprache verfassten Songtextes gegoogelt habe. Doch die Sprachbarriere spielte keine Rolle: auch ohne ein Wort zu verstehen, konnte man die mit dem Lied verbundenen Emotionen fühlen, ja geradezu mit Händen greifen. Die Bildregie des veranstaltenden Senders blendete im Anschluss an seinen Auftritt in den Green Room, wo sich die armenische Teilnehmerin Artsvik Harutyunyan gerade ein Tränchen aus dem Auge wischte und damit wohl auf den Punkt brachte, was wir alle (oder jedenfalls alle mit einem offenen Herzen) in diesem Moment empfanden. Es war eine seltener Moment der Überwältigung, ein Sieg der „Musik, die wirklich etwas ausdrückt,“ wie der portugiesische Adelsspross sagte, als man ihn am Ende des Abends zur Reprise auf die Bühne holte.

Jackett frisst Künstler: Hutzelmännchen Salvador überzeugte dennoch (PT)

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Proben erstes Semi 2017: Schüttel Dein Haar, wildes Mädchen

Seit Sonntag haben die Pforten des Internationalen Ausstellungszentrums in Kiew ihre Pforten geöffnet für die 42 Delegationen des diesjährigen Eurovisionsjahrganges und für alle besonders unerschrockenen Schwurnalisten, die trotz der widrigen Umstände um die Vorbereitungen und den Ticketverkauf die Reise in die ukrainische Metropole antraten. Das erste Semifinale ist bereits einmal komplett durchgeprobt, für die Zurückgebliebenen offeriert der offizielle Youtube-Kanal der EBU allerdings, wie schon aus den Vorjahren gewohnt, lediglich kurze, frontal gefilmte Ausschnitte von den Auftritten. Was durchaus Sinn macht, denn eigentlich verfügt der erste Probendurchgang nur über eine sehr eingeschränkte Aussagekraft, geht es doch zunächst hauptsächlich um die richtigen Kameraeinstellungen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casual an, ohne Bühnengarderobe, niemand verausgabt sich stimmlich, es geht erst mal darum, ein Gefühl für die Bühne zu bekommen und einen Eindruck für das TV-Signal, die Delegationen haben noch die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren und letzte Änderungen vorzuschlagen. Dennoch bloggt die versammelte Fanschaft natürlich bereits fleißig aus der Halle, und so reicht es durchaus für erste Eindrücke aus zweiter Hand. So, wie zum Beispiel für die beruhigende Nachricht, dass man trotz allem Hin und Her im Vorfeld auch in Kiew an liebgewonnenen Traditionen festhält: bei der allerersten Probe am Sonntagmorgen, zur unchristlichen Stunde von 9 Uhr deutscher Zeit, gab es nach übereinstimmenden Berichten im Pressezentrum zunächst keinen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show stattfindet.

Diese Frage beantwortet sich von selbst!

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Eurovision Deathmatch #10: Last Night a DJ took my Life

Mit ‚Mister Music Man‘ setzte die Schweiz schon 1992 beim Grand Prix ein musikalisches Denkmal für den Beruf des Plattenauflegers, der uns im Euroclub mit tanzbarem Stoff versorgt. Und auch auf der Eurovisionsbühne findet sich solch ein Exemplar immer mal wieder: hier waren erneut die Eidgenossen beispielgebend, als sie 2007 ihren weltweit erfolgreichsten Musikexport entsandten – und DJ Bobo im Blutbad-Semifinale von Helsinki sang- und klanglos rausflog. Anders als drei Jahre später das moldawische SunStroke Projekt, das mit dem Eurodance-Titel ‚Run away‘ und dem zum Internet-Meme avancierten Epic Sax Guy den Finaleinzug spielend schaffte. Der ist auch heuer wieder dabei, wenn das House-Kollektiv erneut für sein Heimatland in den Ring steigt. In ‚Hey Mamma‘ versucht Frontmann Serghei Ialovițchii die Erziehungsberechtigte seiner neuesten Flamme von seinen guten Absichten zu überzeugen – und kommt dabei ziemlich creepy herüber, da der Vers „Like the sun in the sea / She will disappear tonight with me / I know we’re not anymore / Do what other cats did before“ eher danach klingt, als wolle das Fräulein Tochter im Meer ersaufen. Und das anfängliche „You won’t ever hide what you think of me“ klingt dank seiner verwaschenen Aussprache eher nach „You won’t ever happen to finger me“. Ich sage mal so: hätte ich Kinder, ich würde sie ihm nicht anvertrauen!

Und da ist er wieder, der Epic Sax Guy! (MD)

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Moldawien 2017: nicht von der Mutter befingern lassen!

Just zur gleichen Zeit, als die versammelte Schwuppenschaft Europas vor dem Melodifestivalen-Livestream angesichts des Auftritts Ihrer Hoheit Loreen feuchte Höschen bekam, schlossen sich die Moldawier/innen heute Abend den Slowenen an und entschieden sich, ebenfalls alte Bekannte zum Eurovision Song Contest 2017 zu schicken: das Sunstroke Project (→ MD 2010, Vorentscheid 2012) löste das Ticket nach Kiew mit dem mittelprächtigen Dance-Pop-Song ‚Hey Mamma‘. Das Trio schaffte dies aufgrund der Liebe des Publikums: mit etwas über 1.500 (!) Anrufen erhielten sie in etwa so viel Zuspruch wie die restlichen sieben Konkurrent/innen zusammen und gut drei Mal so viele Stimmen wie das zweitplatzierte Muttis-in-Trachten-Quartett Ethno Republic, welches die Jury gerne nach Kiew geschickt hätte. Doch im Gegensatz zur korrupten Geschmacksdiktatur Spanien fühlte sich der Balkan heuer der Demokratie verpflichtet: das Plazet der Zuschauer/innen genoss beim unvermeidlichen Punktegleichstand der beiden Acts Vorrang. Selbstverständlich, wie man sagen möchte. Und so kommen die drei Dancefloor-Helden vom Sunstroke Project zu ihrem zweiten Eurovisionseinsatz und dürfen im Mai 2017 auch das restliche Europa mit Uptempo (danke!), der äußerst denkwürdigen Eröffnungsstrophe „Hey, hey you / you’ll never happen to finger me“ und lustigen Tanzmoves unterhalten. Denn augenscheinlich infizierten sich die beiden anderen Projektmitglieder zwischenzeitlich beim Epic Sax Guy: das Trio präsentierte eine Choreografie, die ihre Inspiration zweifelsfrei bei Monty Pythons Ministry of Silly Walks nahm und hauptsächlich aus dem endlosen Auftippen des rechten Fußes besteht. Gewissermaßen eine Steilvorlage für einen Zehn-Stunden-Loop auf Youtube, wie ihn ihr berühmt-berüchtigter Saxophonist bereits 2010 inspirierte.

Blondinen haben mehr Spaß: Sunstroke Project (MD)

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Perlen der Vorentscheidungen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Welch ein ereignisreiches Eurovisionswochenende! Es begann mit einem leider sehr traurigen Ereignis: nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der italienischen Stadt Verona ein Reisebus mit ungarischen Schüler/innen verunglückte, verhängte die magyarische Regierung angesichts von 16 Todesopfern verständlicherweise Staatstrauer, woraufhin die eigentlich für Samstagabend geplante zweite Vorrunde der heimischen Eurovisionsvorentscheidung A Dal bis auf Weiteres um eine Woche verschoben wurde. Neben dieser Tragödie und den bereits verbloggten zwei nationalen Endausscheidungen vom Samstag in Weißrussland und Georgien blieb kaum noch Zeit für eine Sichtung der bereits am Freitagabend veröffentlichten zwölf Songs des für den 11. März 2017 terminierten isländischen Söngvakeppnin, die – wenn auch nur als Audio-Studiofassungen – jeweils in der landessprachlichen und englischen Version vorhanden sind und unter denen sich einige vielversprechende Titel befinden, wie beispielsweise das in beiden Fassungen sehr einprägsame ‚Bambarram‘ von Hildur, das hypnotische ‚Hypnotised / Þú hefur dáleitt mig‘ des Rick-Astley-Doppelgängers Aron Brink oder die hübsche Country-Liebesschnulze ‚You and I / Þú og ég‘ von Páll Rósinkranz und Kristina Bærendsen (Playlist mit allen 24 Beiträgen hier). Auch das moldawische Fernsehen TRM stellte zeitgleich die 14 Songs vor, die sie aus den insgesamt 39 Einsendungen für O Melodie Pentru Europa am 24. und 25. Februar 2017 ausgesiebt hatten. Wobei es der so unermüdliche wie legendäre Sascha Bognibov, Leser/innen dieses Blogs noch von Meisterwerken wie ‚The Girls of 13 Years old‘ und unzähligen anderen bekannt, so erwartbar wie skandalöserweise mal wieder nicht in die Auswahl schaffte, obschon er mit dem amtlich bretternden Metall-Stück ‚Stop the Liars‘ über einen herausragenden Beitrag verfügte. Und das meine ich völlig unironisch. Auch die Folk-Popper Che-MD und der putzige Pop-Rentner Tudor Bumbac, beide in früheren Jahrgängen schon mal am Start, konnten die Senderjury diesmal nicht überzeugen.

Saschas Kommentar zum gerade ernannten US-amerikanischen Präsidenten? Schande, Moldawien, dass er nicht dabei ist! (MD)

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[UPD]: Rücktritt bei der Türkvizyon 2016

Es ist vollbracht: mit der Anmeldung Moldawiens zum Gesangswettbewerb der Turkvölker wurde die bisherige Partizipanten-Höchstmarke aus dem Jahr 2014 überboten. 26 25 Länder, Regionen oder Volkgruppen treten nach derzeitigem Stand zwischen dem 14. und 18. Dezember 2016 in Istanbul beim vierten osmanischen Wettsingen gegeneinander an. Dieses Zeitfenster nannte jedenfalls unlängst die lettische Türkviyzons-Teilnehmerin Oksana Bilera, während sich die türkischen Organisatoren weiterhin in Schweigen hüllen, was die Termine und den Austragungsort angeht – bis dato fielen neben der Bosporus-Metropole auch die Namen Ankara und Antalya.

Update: Nämliches Schweigen scheint zum Problem zu werden – wie Eurovoix soeben vermeldete, zog Chakassien mutmaßlich aufgrund der mangelnden Kommunikation der Veranstalter heute seine Teilnahme zurück. Irenek Khan, die Ende Oktober in einem Vorentscheid ausgewählte Band, darf damit nicht nach Istanbul fahren. Damit ist der vor wenigen Minuten gemeldete Teilnehmerrekord vorerst hinfällig. Auch an der Bala Türkvizyon, dem Kinderwettbewerb, wollen sich die Chakassen 2016 nicht beteiligen.

15 14 Gruppen und Sänger/innen sind bislang namentlich bekannt, darunter der deutsche Repräsentant Seyran, der erst heute im Interview mit Irving „Dr. Eurovision“ Wolther erzählte, dass er für Istanbul noch zwischen einer Ballade und einem Uptemposong schwanke, auf jeden Fall aber „den Turkvision Song Contest gewinnen und nach Deutschland holen“ wolle. Ich drücke die Daumen!

Lässt die Sonne scheinen: Deutschlands Türkvizyons-Vertreter Seyran (Repertoirebeispiel)

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Erstes Semifinale 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte „Welcome, Europe!“ die ersten Takte von ‚The Final Countdown‘ der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell wieder abwürgten und sich flugs für die „Peinlichkeit“ entschuldigten! Auch, was das schwedische Fernsehen an Rahmenprogramm auf die Beine stellte, konnte sich sehen lassen, von der Eröffnungsnummer, als ein Chor aus den Kindern von Stepford das Morbid-Düstere in Måns Zelmerlöws Vorjahres-Siegerlied ‚Heroes‘ erst so richtig herausarbeitete, bis hin zu dem als Pausenact eingesetzten Ballett der ‚Grey People‘ zum Thema Flucht, das einem beim Zuschauen stellenweise den Atem stocken ließ, weil es so artifizielle und dennoch tief unter die Haut gehende Bilder für die Tragödie fand, die sich weiterhin täglich vor unseren Toren abspielt. Danke für diesen Appell ans kollektive Gewissen!

Die perfekte Sprache gefunden, um das wichtige Thema an diesem Abend nicht vergessen zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Respekt, SVT!  

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Von Wölfen und Lumpensäcken: die Proben zum ersten Semi 2016

In Stockholm gingen heute die ersten Probendurchgänge für die beiden Qualifikationsrunden zu Ende. Seit Montag üben die Teilnehmer/innen aller 42 Nationen ihre Auftritte erstmals auf der echten Eurovisionsbühne. Noch nicht immer im späteren Bühnenoutfit und oftmals mit stimmlich angezogener Handbremse – in der ersten Runde geht es hauptsächlich um die richtigen Kamerapositionen und Bühnenhintergründe und ums letzte Feilen an den Choreografien. Die von den internationalen Bloggern vor Ort natürlich schon fleißig verbreiteten ersten Eindrücke sind daher mit Vorsicht zu genießen, zumal es für zu Hause Gebliebene wie mich nur kurze Dreißigsekünder zu sehen und zu beurteilen gibt. Dennoch will, ja muss ich mich an eine erste Beurteilung wagen. In diesem Posting nun zuerst alle Acts des ersten Semifinales. Auf die Minute pünktlich los ging es am Montag mit der ersten Probe von Sandhja Kuivalainen. Die Finnin trat in einem enganliegenden, offen gesagt wenig vorteilhaften, schulterfreien Einteiler auf, umrahmt von fünf schwarzgekleideten, weiblichen Backings, die sie alle um Haupteslänge überragten. Was optisch leichte Reminiszenzen an Marija Šerifović (RS 2007) und die Beauty Queens hervorrief. Musikalisch eher nicht: ‚Sing it away‘ ist ein netter, flotter Popsong, fällt live allerdings deutlich zur Studioversion ab. So wie wohl auch die Finalchancen der Finnen.

Das Proll-Outfit tauschen die Griechen sicher noch gegen etwas Passenderes

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Moldawien lädt Ovidiu als Gastsänger ein

Im Drama um die Ausladung Rumäniens vom Eurovision Song Contest 2016 wegen nicht bezahlter Schulden zeigt sich das Nachbarland Moldawien solidarisch: wie eurovoix berichtet, offerierte der Delegationsleiter von TRM, der geschasste Ovidio Anton sei herzlich eingeladen, als Duettpartner der moldawischen Repräsentantin Lidia Isac einspringen und mit ihr gemeinsam in Stockholm ihren Song ‚Falling Stars‘ zum Besten geben. Der rumänische Meat Loaf zeigte sich gerührt, lehnte das Angebot jedoch ab. Auf Facebook kommentierte er: „Ich verbeuge mich vor unseren moldawischen Brüdern und ihrer außergewöhnlichen, einzigartigen und noblen Geste. Ich weiß, wie viel Arbeit in der Vorbereitung auf so einen Moment steckt und wie wichtig er für die Karriere eines Eurovisions-Künstlers ist. Ich möchte daher die Performance von Lidia, in die sie so viel Energie investiert hat, nicht stören und ihr ein Risiko aufbürden. Danke nochmal für diese großartige Geste, die ich niemals vergessen werde“. Anton hatte im Zuge der Affäre bereits erklärt, das Kapitel Eurovision sei für ihn für alle Zeiten beendet.

Irgendwie nicht ganz der Stil Ovidius: Lidia mit ihrem ESC-Beitrag