Schlagwort: Mona Grain

1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

SE 1963: von Bie­nen und Blu­men

Es gibt ihn wohl überall, den Typus des unverdrossenen Vorentscheidungsteilnehmers, der es stoisch immer wieder aufs Neue probiert, das Ticket fürs internationale Finale zu ersingen. Bernhard Brink mit seinen sechs Versuchen beim deutschen Vorentscheid ist ein klassisches Beispiel hierfür. Kaum jemand legte dabei indes eine derartige Penetranz an den Tag wie Brinks schwedische Schlagerkollegin Ann-Louise Hanson, die mit insgesamt 13 stets erfolglosen Bewerbungen beim Melodifestivalen (plus einer ebenso folgenlosen Teilnahme am deutschen Vorentscheid 1962) den Rekord hält. Zuletzt ward sie im Jahre 2004 im Mello-Finale gesehen. 1963 gab sie ihr Debüt mit dem kinderliedhaften 'Zum zum zum, lilla Sommarbi', einem possierlichen kleinen Cha-Cha-Cha, der das typische Geräusch thematisierte, welc...
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

SE 1962: Lie­be und Meer­ret­tich

Erstmalig schafften es die Schweden in diesem Jahr, die Siegerin des Vorentscheids, des Melodifestivalen, auch tatsächlich zum Eurovision Song Contest zu schicken und nicht durch eine/n andere/n Künstler/in zu ersetzen. Beziehungsweise eine der Siegerinnen: wie zu dieser Zeit üblich, ließ man sämtliche der sechs Finalbeiträge zweifach interpretieren, von verschiedenen Sänger/innen sowie einmal mit großem und einmal mit kleinem Orchester. Eigentlich sollten es sieben Titel sein, doch noch am Finalabend musste man den der Jazz-Interpretin Monica Zetterlund (→ SE 1963) zugedachten Beitrag 'Kärlek och Pepparrot' ('Liebe und Meerrettich' - klingt nach einem äußerst pikanten, ähm, Rezept?!) disqualifizieren, weil die Comedy-Nummer vorschriftswidrig bereits im Radio gelaufen war. Weniger streng i...
1960, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Melo­di­fes­ti­va­len 1960: Zwei­mal Unrecht macht kein Recht

Experimentierunfreudigkeit kann man dem schwedischen Fernsehen in Sachen Eurovision nun wahrlich nicht vorwerfen. Wie bereits 1959 fanden auch 1960 vor dem eigentlichen Melodifestivalen wiederum acht Radio-Vorrunden statt, aus denen sich mit Hilfe des Publikums jeweils ein Titel fürs Finale qualifizieren sollte. Mitten im laufenden Verfahren schmiss der verantwortliche Sender SVT jedoch alles um und entscheid, dem Beispiel Italiens folgend, alle Finalbeiträge in zwei unterschiedlich orchestrierten Versionen von jeweils zwei Interpret/innen singen zu lassen. Da man die Sendezeit nicht verdoppeln wollte, reduzierte eine flugs einberufene Jury daraufhin die Anzahl der Lieder auf vier, wodurch beispielsweise das in der Vorrunde gewählte 'En kyss' von Lill-Babs auf der Strecke blieb. https:/...