Euro­vi­si­on Song Con­test erhält die Karls­me­dail­le

Die Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er erhal­ten für einen Abend eine Vor­stel­lung dar­über, wel­che Mög­lich­kei­ten ein ver­ein­tes Euro­pa tat­säch­lich haben könn­te. Auf­grund der gemein­sa­men Vor­lie­be für Musik fei­ern Mil­lio­nen von Men­schen zusam­men eine Idee, an deren Ende ein Sie­ger­lied gekürt wird, natio­na­le Inter­es­sen und Unter­schie­de tre­ten in den Hin­ter­grund und Gemein­sam­kei­ten in den Vor­der­grund.” Mit die­ser tref­fen­den Ein­schät­zung begrün­det das Direk­to­ri­um des Aache­ner Karls­prei­ses die für den 28. April 2016 vor­ge­se­he­ne Ver­lei­hung der Karls­me­dail­le für euro­päi­sche Medi­en an unser aller Lieb­lingsevent. Mit dem im Jah­re 2000 ein­ge­führ­ten, undo­tier­ten Preis sol­len Per­sön­lich­kei­ten aus dem Medi­en­be­reich für ihre Ver­diens­te um Inte­gra­ti­on und Iden­ti­täts­bil­dung in Euro­pa aus­ge­zeich­net wer­den. Zu den bis­he­ri­gen Preis­trä­gern zählt die Orga­ni­sa­ti­on Repor­ter ohne Gren­zen eben­so wie André Rieu oder der ehe­ma­li­ge WDR-Inten­dant Fritz Pleit­gen. Wie DWDL berich­tet, soll Ingrid Del­ten­re, Gene­ral­di­rek­to­rin der European Broad­cas­ting Uni­on, den Preis ent­ge­gen­neh­men. Björn Ulva­eus (Abba, SE 1974), wird die Lau­da­tio hal­ten und auch Nico­le (DE 1982) soll zuge­gen sein, falls sie nicht wie­der lie­ber mit ihren Kin­der Piz­za essen geht…

Für ein fried­li­ches, eini­ges Euro­pa. Wir brau­chen es drin­gen­der denn je!

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Auch 2015: Semis in die Spar­te

Wie der Prinz-Blog ges­tern rap­por­tier­te, über­trägt die ARD die bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den des Euro­vi­si­on Song Con­test 2015 live im Fern­se­hen, aller­dings nicht im Ers­ten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spar­ten­sen­der wäh­len: für auf­merk­sam­keits­de­fi­zi­tä­re Inter­netaf­fi­ne blen­det Eins­Fes­ti­val zusätz­lich zur Live­über­tra­gung im Split­screen-Ver­fah­ren wie­der pseu­do­ju­gend­li­che, unin­ter­es­san­te Face­book-Kom­men­ta­re und Tweets ein. Eins­Plus bie­tet mit einem Gebär­den­dol­met­scher hin­ge­gen ech­ten Mehr­wert, auch wenn ver­mut­lich nicht mit einer Dar­bie­tung im Sti­le von Tom­my Krångh zu rech­nen ist. Und für die Puris­ten über­trägt der Ereig­nis­ka­nal Phoe­nix die bei­den Semis ohne jeg­li­chen Begleit­schnick­schnack, aber in HD – sofern man nicht, wie der Blog­ger, Kun­de des schlech­tes­ten Kabel­an­bie­ters der Welt (Unity­me­dia) ist, der die ARD-Spar­ten­sen­der skan­da­lö­ser­wei­se nur in SD ein­speist. Den­noch an die­ser Stel­le einen herz­li­chen Dank an die ARD, erin­nern wir uns doch nur zu schmerz­lich an die Zei­ten, da die Semis nur auf eurovision.de ruckel­ge­streamt wur­den (auch die­sen Über­tra­gungs­weg bie­tet der Sen­der erneut an).  Das sams­täg­li­che Fina­le gibt’s natür­lich wie­der im Ers­ten, inklu­si­ve Begleitshow von der Ree­per­bahn, mode­riert natür­lich von “ESC-All­zweck­waf­fe” (ARD-Aus­lo­bung) Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger, die auch die Punk­te nach Wien durch­gibt (und ver­mut­lich auch ‘Black Smo­ke’ live aus Ham­burg singt, soll­te Ann Sophie Dür­mey­er eben­falls knei­fen…).

Die zwei größ­ten Euro­vi­si­ons­i­ko­nen aller Zei­ten, Dana Inter­na­tio­nal und Con­chi­ta Wurst, sin­gen den größ­ten Euro­vi­si­ons­hit aller Zei­ten, Water­loo

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Con­chi­ta Wurst hat einen neu­en Fan

Wäh­rend die Medi­en noch immer die unsäg­li­chen Äuße­run­gen des arme­ni­schen Kon­kur­ren­ten Aram MP3 breit­tre­ten, der Ende März einen arm­se­li­gen homo­pho­ben Scherz dar­über mach­te, dass er sich in Kopen­ha­gen die Büh­ne mit einer bär­ti­gen Frau tei­len muss, ereilt die öster­rei­chi­sche Ver­tre­te­rin Con­chi­ta Wurst eine über­ra­schen­de Hom­mage aus dem eben­falls nicht gera­de als Hort des gesell­schaft­li­chen Fort­schritts bekann­ten Nach­bar­land Aser­bai­dschan. Deren letzt­jäh­ri­gem Reprä­sen­tan­ten und Zweit­plat­zier­ten Fərid Məm­mədov (‘Hold me’) näm­lich gefiel Con­chi­tas Song ‘Rise like a Phoe­nix’ so gut, dass er die Num­mer im hei­mi­schen Wohn­zim­mer nach­sang und Aus­schnit­te davon ins Netz stell­te. Da sehe ich doch vor mei­nem geis­ti­gen Auge bereits einen Über­ra­schungs­auf­tritt mit einem Duett der Bei­den beim nächs­ten Euro­vi­si­on in Con­cert! In Sachen Stim­me, Aus­se­hen und Bart­wuchs geben sich die Zwei ja schon mal nichts und die nöti­gen gro­ßen Ges­ten hat Fərid auch schon drauf. Nur an der eng­li­schen Aus­spra­che müss­te er noch fei­len. Aber da gibt ihm Frau Wurst sicher ger­ne Nach­hil­fe!


With a Wen­ge­an­ce: Farid gibt alles

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Singt mit mir ein klei­nes Lied

Ein his­to­ri­scher Tag: heu­te vor exakt 30 Jah­ren erkämpf­te die damals sieb­zehn­jäh­ri­ge Nico­le Hoh­loch im Kon­fir­man­din­nen­kleid den ers­ten Euro­vi­si­ons­sieg für Deutsch­land. Und sen­de­te, auf dem Höhe­punkt des Kal­ten Kriegs zwi­schen den dama­li­gen Super­mäch­ten USA und UdSSR, mit der glaub­wür­dig nai­ven Bit­te nach ‘Ein biss­chen Frie­den’ das Signal an unse­re euro­päi­schen Nach­barn, dass aus den ehe­ma­li­gen deut­schen Kriegs­trei­bern, die Mil­lio­nen von Men­schen­le­ben auf dem Gewis­sen haben, nun­mehr lamm­from­me Frie­dens­en­gel gewor­den sind, vor denen kei­ner mehr Angst zu haben braucht. Neben Wil­ly Brandts his­to­ri­schem Knie­fall von War­schau dürf­te auch Nico­les Grand-Prix-Auf­tritt ‘ein biss­chen’ zur Ver­söh­nung bei­getra­gen haben. Wobei auch der geschick­te Schach­zug half, den Titel bei ihrer Sie­ger­re­pri­se in meh­re­ren Spra­chen zu sin­gen. Womög­lich nur als Abver­kaufs­hil­fe für die bereits fer­tig pro­du­zier­ten inter­na­tio­na­len Sprach­fas­sun­gen der Sin­gle gedacht, die es dar­auf­hin euro­pa­weit an die Spit­ze der Hit­pa­ra­den schaff­te, konn­te er doch auch als Ges­te der Hin­wen­dung ver­stan­den wer­den: hört her, lie­be Freun­de, wir hal­ten uns nicht (mehr) für den Mit­tel­punkt der Welt und wol­len ver­stan­den wer­den.

httpv://youtu.be/pQoxqI6n9p8
Der his­to­ri­sche Auf­tritt: unser saar­län­di­scher Frie­dens­en­gel

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Lor­di vs. Nico­le: Ein biß­chen Spaß muß sein

Ach, was täten wir nur ohne unse­re Nico­le? Vor allem, was wür­de Mark Pit­tel­kau von der Bild ohne Deutsch­lands ers­te Grand-Prix-Sie­ge­rin anfan­gen? Wel­che hane­bü­che­ne Sto­ry der Euro­vi­si­ons­schmier­fink des Bou­le­vard­blat­tes sich auch aus den Fin­gern saugt, die altern­de Schla­ger­di­va ist zuver­läs­sig mit einem State­ment zur Stel­le. Ob sie nun, statt beim Vor­ent­scheid eine gekürz­te Ver­si­on von ‘Ein biss­chen Frie­den’ zu sin­gen, lie­ber “Piz­za essen” geht oder über Kroa­ti­ens Paris Hil­ton Seve­r­i­na Vuč­ko­vić und ihren von Bild aus­ge­gra­be­nen zwei Jah­re alten Heim­por­no her­zieht: ohne Nico­les absur­de Kom­men­ta­re wären die haus­ge­mach­ten Skan­däl­chen nur halb so amü­sant.


Da ging sie auch lie­ber Piz­za essen: Nico­le glänz­te in Kopen­ha­gen mit Abwe­sen­heit

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ESC 1982: Mei­ne Lie­der, die ändern nicht viel

Logo Eurovision Song Contest 1982
Das Jahr des Bruchs

1982: eine magi­sche Zahl für Deutsch­land, ein natio­na­les Trau­ma. Nicht nur, weil sich damals ein bir­nen­för­mi­ger Oggers­hei­mer anschick­te, das Land mit einer sech­zehn Jah­re wäh­ren­den Schre­ckens­herr­schaft zu über­zie­hen. Viel wich­ti­ger: wir gewan­nen den Grand Prix! Zum ers­ten – und, wie ich bis zum 29. Mai 2010, als Lena Mey­er-Land­rut die Wach­ab­lö­sung voll­zog und die Ära Sie­gel been­de­te, fest glaub­te, auch zum letz­ten – Mal. Der Con­test zog von den bis­her meist als Aus­tra­gungs­ort aus­ge­wähl­ten Haupt­städ­ten in die tiefs­te bri­ti­sche Pro­vinz nach Hor­ror­ga­te Har­ro­ga­te. Wie pas­send, denn pro­vin­zi­ell mute­te auch das musi­ka­li­sche Auf­ge­bot an.

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DE 1982: Ich bin nur ein Mäd­chen

Nicole, DE 1982
Die Frie­dens­bot­schaf­te­rin

So lang­sam erstarr­ten die in Mün­chen pro­du­zier­ten Grand-Prix-Vor­ent­schei­dun­gen zur Rou­ti­ne. Aus­wahl- und Abstim­mungs­mo­dus, Teil­neh­mer­zahl, Büh­nen­bild: alles exakt wie schon in den Jah­ren zuvor. Erneut führ­te die damen­haf­te Caro­lin Rei­ber mit auf­ge­setz­tem Pathos durch den Abend, und auch wenn sie mit stolz­ge­schwell­ter Brust erzähl­te, dass die Jury dies­mal über 800 Titel zu sich­ten hat­te, befand sich das letzt­lich prä­sen­tier­te Musik­pro­gramm fest im Wür­ge­griff weni­ger alt­ge­dien­ter Schla­ger­schaf­fen­der. Denn die Hand­voll zur Vor­auswahl ein­ge­reich­ten Neue-Deut­sche-Wel­le-Songs flo­gen in den Radio­vor­run­den auf den ARD-Schla­ger­wel­len kon­se­quent raus. Und, auch das mitt­ler­wei­le Rou­ti­ne: erneut beleg­te Ralph Sie­gel die bei­den ers­ten Plät­ze.

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DE 1981: Lie­der kön­nen grau­sam sein

Lena Valaitis, DE 1981
Die Frän­ki­sche

Busi­ness as usu­al bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung. Der Baye­ri­sche Rund­funk behielt nach dem Erfolg von Kat­ja Ebstein ([DE 1970, 1971, 1980, DVE 1975] die zum Dank dies­mal mode­rie­ren durf­te, was nicht unbe­dingt zu ihren aller­stärks­ten Talen­ten gehört) die Ver­ant­wor­tung und führ­te das Kon­zept unver­än­dert fort. Selbst die Stu­di­ode­ko­ra­ti­on blieb die glei­che. Trotz eini­ger pro­mi­nen­ter Namen lag das künst­le­ri­sche Niveau in die­sem Jahr jedoch aus­ge­spro­chen nied­rig – dass es im Ver­lau­fe des anste­hen­den Jahr­zehnts in noch abgrün­di­ge­re Tie­fen sän­ke, ver­moch­te man sich zu die­sem Zeit­punkt noch gar nicht vor­stel­len. Das hat­te mit einem Genera­ti­ons­wech­sel zu tun, den man in Mün­chen hart­nä­ckig igno­rier­te. Wäh­rend in den Ver­kaufs­charts und selbst in Die­ter Tho­mas Hecks (DVE 1961ZDF-Hit­pa­ra­de eine fröh­li­che, vom Punk und New Wave inspi­rier­te Revo­lu­ti­on namens Neue Deut­sche Wel­le tob­te, zog man es vor, sich beim Vor­ent­scheid nach dem Mot­to “Augen zu und durch” auf den Schla­ger­fried­hof zu ver­krie­chen, auch wenn dies bedeu­te­te, die musi­ka­li­sche Glaub­wür­dig­keit des Wett­be­werbs zu ver­spie­len.

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