Niederlande

Die Nie­der­län­der waren 1956 die ers­ten, die auf­tre­ten durf­ten, und sind seit­her fast durch­ge­hend dabei. In den Anfangs­jah­ren sehr erfolg­reich, folg­te mit der Ein­füh­rung der Semis eine lan­ge Durst­stre­cke mit acht Nicht­qua­li­fi­ka­tio­nen in Fol­ge. Seit der Umstel­lung auf inter­ne Nomi­nie­run­gen geht es wie­der aufwärts.
Sie­ge: 1957, 1959, 1969, 1975, 2019
Rote Later­nen: 1958, 1962, 1963, 1968, 2011

Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Gut gemeint ist er nun wirklich, der heute vorgestellte Eurovisionsbeitrag der niederländischen Grand-Prix-Gastgeber im Jahr 2 der Seuche. Der bereits für 2020 intern ausgewählte Jeangu Macrooy will den Ausgelaugten und Erschöpften - also uns allen - mit 'Birth of a new Age' wieder Mut zusprechen und unsere Widerstandskraft im Kampf gegen unfähige und wirtschaftshörige Politiker:innen stärken, die gerade gegen jede Vernunft unsere Zukunft verkaufen. Der aus der ehemaligen holländischen Kolonie Suriname stammende Sänger bedient sich dabei auch seiner Heimatsprache Sranantongo, in welcher der prominent platzierte und von einem Gospelchor skandierte Schlachtruf 'Yo no broko me' ('Du zerbrichst mich nicht') gehalten…
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Türk­vi­zyon 2020: Feu­er brennt doch auch in dir drin

Türk­vi­zyon 2020: Feu­er brennt doch auch in dir drin

Höchste Zeit für ein Update zum Songcontest der Turkvölker, dem Türkvizyon Şarkı Yarışması, der nach knapp fünfjähriger Pause heuer wieder stattfindet. Und zwar, so verkündete es der für die Organisation zuständige türkische Musiksender TMB vor Kurzem, am Sonntag, dem 20. Dezember 2020 (zur Uhrzeit und den Übertragungskanälen ist noch nichts Näheres bekannt). Ein ursprünglich avisiertes Semifinale scheint damit vom Tisch, was die Vermutung nahelegt, dass nicht mehr all zu viele weitere zu den bis dato verkündeten 19 Partizipant:innen aus dem turksprachigen Kulturraum hinzustoßen werden. Wobei verlässliche Vorhersagen bei diesem traditionell chaotisch organisierten und kommunizierten Wettbewerb praktisch unmöglich sind. Deutschland, eines…
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Social­ly distant Euro­vi­si­on: vier Sze­na­ri­en für Rot­ter­dam 2021

Social­ly distant Euro­vi­si­on: vier Sze­na­ri­en für Rot­ter­dam 2021

Nach der coronabedingten Absage des Eurovision Song Contest 2020 zeigt sich die EBU entschlossen, unser aller Lieblingsevent im Mai 2021 auf jeden Fall über die Bühne der Rotterdamer Ahoy-Arena gehen zu lassen. Und sei es zur Not ohne Künstler*innen oder Zuschauer*innen. Um möglichst flexibel auf die sich ständig verändernde Bedrohungslage durch das Virus und die damit einhergehenden Einschränkungen reagieren zu können, arbeiteten die Genfer*innen gemeinsam mit den veranstaltenden niederländischen TV-Stationen jetzt vier mögliche Szenarien aus, die man heute der Öffentlichkeit vorstellte. Die hoffnungsfroheste wäre ein "normaler" Contest, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen. Das setzte aber die zeitnahe Verfügbarkeit…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Nie­der­lan­de 2020: The Boy from Paramaribo

Nie­der­lan­de 2020: The Boy from Paramaribo

Zehn Tage ist das neue Jahr alt, und schon ist der erste Neujahrsvorsatz gebrochen: an sich wollte ich über reine Kandidatennominierungen nicht mehr berichten, so lange der Beitrag noch nicht feststeht. Doch heute bestätigte der niederländische Sender AVROTROS, dass der Sänger Jeangu Macrooy das gastgebende Land in Rotterdam vertritt. Und setzt damit, passend zum Contestmotto "Open up", auch ein Zeichen für Diversität: denn Macrooy ist schwarz - und schwul. Der Endzwanziger kam 1993 in dem südamerikanischen Staat Suriname zur Welt, einer erst seit 1975 unabhängigen früheren niederländischen Kolonie. Wie das Portal queer.de unter Bezug auf eine dpa-Meldung berichtet, sei er…
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ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
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Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank and File 2019: Platz 15 – Arcade

Rank and File 2019: Platz 15 – Arcade

Die ersten Städte in den Niederlanden bewerben sich schon um die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2020, so sehr wird der holländische Beitrag 2019 bereits als Sieger gehandelt, sei es in den Wettbüros oder unter den Fans. Ein Hype, den ich offen gestanden nur bedingt nachvollziehen kann. Platz 15: Niederlande - Duncan Laurence: Arcade (Spielhalle) Dabei ist 'Arcade' zweifelsfrei eine berührende Ballade mit Eignung zum Tränenzieher, widmet sich der dunkel gefärbte Text doch der tiefen Hoffnungslosigkeit, dem Suchtpotenzial und dem hierdurch verursachten Schmerz einer verlorenen Liebe. Der bei einer Castingshow entdeckte Sänger verlieht ihr mit seiner versatilen Falsettstimme, die perfekt…
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Das Bes­te und die Res­te: mehr Lie­der für Tel Aviv

Das Bes­te und die Res­te: mehr Lie­der für Tel Aviv

Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende der Vorentscheidungssaison 2019. Mit dem Finale des schwedischen Melodifestivalen steht an diesem Samstag der letzte öffentliche Vorentscheid an. Ausgerechnet all jene Nationen, die zu faul oder zu geizig waren, einen solchen zu organisieren, haben sich nun verabredet, Fans und Eurovisionsblogger in den Stressinfarkt zu schicken, in dem sie all ihre - teils seit vielen Wochen im Tresor gebunkerten - Beiträge mehr oder minder gleichzeitig veröffentlichten. Den Beginn in unserer kleinen Werkschau macht das mittlerweile auch vonseiten der EBU offiziell umbenannte Nordmazedonien, das als einzige der beteiligten Nationen einen validen Grund vorweisen kann, seinen…
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Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euroland

Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euroland

Hut ab: niemand trollt die Eurovisionsgemeinde so genial wie San Marino! Ließ sich der chronisch klamme Sender des Miniaturstaates letztes Jahr noch von der ehemaligen österreichischen ESC-Teilnehmerin Zoë Straub eine crowdfunding-finanzierte öffentliche Vorentscheidung andrehen, bei der gewann, wer am meisten Geld sammelte, posaunte SMRTV an Silvester 2018 großspurig in die Landschaft, man arbeite derzeit hinter verschlossenen Türen "mit einem wunderbaren internationalen Künstler" an einem Beitrag für Tel Aviv. Und während sich die Fan-Bubble in den wildesten Spekulationen über mögliche Weltstars erging, brachte sich der wegen rassistischer Äußerungen im Sommer 2018 aus dem britischen Big-Brother-Haus geworfene, Schönheits-OP- und aufmerksamkeitssüchtige, gebürtige Brasilianer Rodrigo…
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Ukrai­ni­sches Fern­se­hen stellt Aus­strah­lung ein

Ukrai­ni­sches Fern­se­hen stellt Aus­strah­lung ein

"Extreme Besorgnis" äußerte der EBU-Oberste Noel Curran heute in einer Pressemitteilung hinsichtlich der Lage der ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt UA:PBC, nachdem diese aufgrund fehlender Geldmittel die analoge Verbreitung ihrer Programme im Lande stoppen musste. Dieses Jahr habe der Sender, der nach den Worten Currans ohnehin "mit einem der kleinsten Budgets Europas" auskommen müsse, lediglich die Hälfte der ihm nach den nationalen Festlegungen gesetzlich zustehenden Finanzmittel erhalten. UA:PBC zeichnet auch für die ukrainische Eurovisionsteilnahme verantwortlich (wobei der Vorentscheid Vidbir auf einen privaten Musikkanal ausgelagert wurde, um Kosten zu sparen) und hatte erst in dieser Woche bekräftigt, in Tel Aviv an den Start…
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Jij bent mijn Leven: Anne­ke Grön­loh ist tot

Jij bent mijn Leven: Anne­ke Grön­loh ist tot

Wie Eurofire unter Bezugnahme auf die niederländische Tageszeitung De Standaard vermeldet, ist die holländische Eurovisionsvertreterin von 1964, Anneke Grönloh, heute im Alter von 76 Jahren in ihrer Wahlheimat Frankreich verstorben. Zu ihren Lebzeiten war sie die kommerziell erfolgreichste Künstlerin des Landes und verkaufte weltweit rund 30 Millionen Schallplatten. Die Trägerin des Oranien-Nassau-Ordens wurde 1942 im damals noch unter holländischer Besatzung stehenden Indonesien als Tochter eines niederländischen Soldaten und einer einheimischen Mutter als Johanna Louise Grönloh geboren. Sie durchlebte dort stürmische erste Jahre: im Zuge der feindlichen Übernahme der Inselkette durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg geriet Annekes Vater in Kriegsgefangenschaft, die…
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Som­mer­loch-News: Shala­lie, shala­la, <span class="caps">MDMA</span>

Som­mer­loch-News: Shala­lie, shala­la, MDMA

Lange Wochen herrschte Funkstille hier im Blog, denn bis auf das ermüdende Ping-Pong-Spiel, welche israelische Stadt nun gerade im Rennen um die Austragung des Eurovision Song Contest 2019 vorne liegt (aktueller Stand: Tel Aviv), tat sich nicht viel Berichtenswertes. Vergangene Woche nun unternahm die Drehorgel-Elfe Sieneke Peeters (NL 2010) einen amüsanten Versuch, sich aus dem Orkus des Vergessens wieder zurück in die Schlagzeilen zu bringen. Oder, genauer gesagt, ihre Familie: wie escxtra rapportierte, wurden Sienekes Großvater (der laut Presseberichten bereits wegen Mordes mehrere Jahre einsaß), ihr Onkel und ihr Bruder festgenommen, nachdem ein mutmaßlich von ihnen in Nimwegen betriebenes Drogenlabor…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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Nie­der­lan­de 2018: Der Teu­fel hat den Schnaps gemacht

Nie­der­lan­de 2018: Der Teu­fel hat den Schnaps gemacht

Seine drei Lieblingsgetränke listet der niederländische Eurovisionsvertreter 2018, Willem Bijkerk alias Waylon, gleich in der ersten Textzeile seines gestern Abend bestätigten Beitrags 'Outlaw in 'em' auf. Und nur eines davon ist gelogen. Denn dass der ganz schön aufgeschwemmt und verbraucht aussehende Dima Bilan (→ RU 2006, 2008) des Westens tatsächlich Wasser zu sich nimmt, erscheint wenig glaubhaft. Die einstige männliche Hälfte des legendären Contest-Duos The Common Linnets (→ NL 2014), den das holländische Fernsehen bereits im November 2017 intern zum Repräsentanten in Lissabon bestimmte, nutzte die Songpräsentation als kostenlose Werbefläche für sein jüngst fertiggestelltes neues Album: gleich fünf Titel daraus stellte…
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Die Nie­der­lan­de schi­cken den wascha­ver­sen Waylon

Mit einem auf dem sendereigenen Youtube-Kanal eingestellten Teaservideo streute das niederländische Fernsehen heute früh Hinweise auf den erneut intern bestimmten Vertreter des Landes beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon. Der aus der Ich-Perspektive gefilmte Clip verfolgt einen tätowierten Mann, der nach einer offensichtlich rauschenden Partynacht langsam zu sich kommt und sich seinen Weg durch einen wüsten Haufen noch immer weggetretener, hauptsächlich weiblicher Schönheiten und leerer Schnapsflaschen in Richtung Toilette und Küche bahnt. Dabei schafft es der anonym bleibende Hauptdarsteller, sich innerhalb von nur zwei Minuten gleich dreifach auf unverzeihliche Weise unsympathisch darzustellen: erst wäscht er nach dem Kacken nicht…
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Cry no more: Mut­ter der O’ge­ne-Schwes­tern gestorben

Isolde Vol-Malee, die Mutter der drei diesjährigen niederländischen Eurovisionsvertreterinnen Lisa, Amy und Shelley Vol, ist heute im Kreise ihrer Familie gestorben, wie O'gene vor etwa einer Stunde bekannt gaben. 'Lights and Shadows', der von ihrem Vater mitverfasste Beitrag der drei Schwestern für Kiew, war ihrer Mutter und ihrem jahrelang Kampf gegen eine seltene Art von Knochenkrebs gewidmet, den sie nun verlor. O'gene posteten auf Facebook: "Wir vertrauen darauf, dass ihre Kampfbereitschaft, ihre positive Einstellung, ihre Ausdauer und ihr ewiges Lachen uns die Kraft geben, um weiter zu machen. Jetzt ist große Trauer angesagt. Wir hoffen, dass alle unsere Privatsphäre respektieren und…
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The Party’s over now: San­dra Ree­mer ist tot

The Party’s over now: San­dra Ree­mer ist tot

Dreimal vertrat Sandra Reemer die Niederlande beim Eurovision Song Contest und steuerte jedesmal überdurchschnittlich gute Grand-Prix-Lieder bei: 1972 in Edinburgh als Teil des Duos Sandra & Andres mit dem karnevalesken Schunkelschlager 'Als het um de Liefde gaat', in Deutschland unter dem Titel 'Was soll ich tun' ein Hitparadenerfolg, 1976 in Den Haag mit dem nachdenklich-schwungvollen 'The Party's over now' und 1979 in Jerusalem mit dem von ihrem Ehemann Ferdi Bolland und seinem Bruder komponierten, supereingängigen Discoschlager 'Colorado', ebenfalls ein Hit in etlichen europäischen Ländern, hier unter dem Namen Xandra. In dieser Schreibweise hatte die auf der Insel Java (damals noch eine holländische Kolonie)…
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ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Euro­vi­si­on Death­match #13: Je t’adore

Die Dreizehn - ihr haftet bei abergläubischen Menschen ein Nimbus als Unglückszahl an. Und als ein bisschen unglücklich erweist sich auch die heutige Paarung in unserem Eurovision Deathmatch, die man auch als Reste-Rampe bezeichnen könnte, wenn es nicht so ungerecht gegenüber den betroffenen Künstlerinnen wäre. Doch ein roter Faden, der beide Acts verbindet, will sich nicht so ohne Weiteres finden lassen: ihre Songs sind völlig verschiedener Machart, sie treten in unterschiedlicher Zahl an, ihre Vorauswahl erfolgte auf jeweils andere Weise und noch nicht mal ihre beide Nationen grenzen aneinander oder befinden sich im Krieg miteinander. Für Beide hätte es passendere Paarungen gegeben -…
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Nie­der­lan­de 2017: Viel Schat­ten, wenig Licht

Nie­der­lan­de 2017: Viel Schat­ten, wenig Licht

Heute Vormittag präsentierte das gefühlt bereits vor der Erfindung des elektrischen Lichtes für den Eurovision Song Contest 2017 ausgewählte niederländische Geschwistertrio O'gene (ultraprätentiöse Eigenschreibung: O'G3NE) endlich seinen Grand-Prix-Titel. Der heißt dann auch 'Lights and Shadows', wurde vom Vater der drei Grazien und dem Freund von Shelley, einer der drei Schwestern, geschrieben und klingt wie die dritte oder vierte Singleauskoppelung aus einem Wilson-Phillips-Album. Also wie das mit sehr viel Glück womöglich noch für einen kleinen Hit ausreichende Material, das aber nicht mehr so ganz an die richtig großen Erfolge anknüpfen kann. Als "Powerballade" angekündigt (wobei ich die erste Hälfte dieser Zuschreibung für…
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Kei­ne Über­ra­schung: Hol­land schickt die Power­puff Girls

Eurovisionsgerüchte stimmen immer: wie bereits seit dem Sommer gemutmaßt, entschied sich der niederländische Sender Avrotros im internen Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest 2017 für die Girlgroup O'gene (oder, wie sich das Familientrio selbst schreibt, 0'G3NE). Der Bandname bezieht sich direkt auf ihre Verwandtschaft: das "O" steht für Null, die Blutgruppe ihrer Mutter, das "gene" für die gemeinsamen DNA und die Drei natürlich für die Anzahl der Schwestern Lisa (22), Amy und Shelly (21), letzteres ein Zwillingspärchen. Die drei Grazien verfügen über reichliche Wettbewerbserfahrung, vertraten sie doch vor zehn Jahren bereits ihr Land beim Junior-ESC, wo sie - noch unter ihrem Mädchennamen -…
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Schwe­den unter­wan­dert nun auch die Türkvizyon

Schwe­den unter­wan­dert nun auch die Türkvizyon

Alles vermischt sich auf das Schönste: während der Eurovision Song Contest seinen Wirkungskreis seit geraumer Zeit immer weiter in den Kaukasus und zuletzt sogar nach Ozeanien hinein erweitert und neben der zweimaligen Einladung Australiens derzeit über ein Mitmachen Kasachstans und mittelfristig sogar Chinas diskutiert wird, geht der osmanische Gegenentwurf zum europäischen Gesangswettbewerb, die Türkvizyon, einen ähnlichen Weg. Nach Deutschland, das seit drei Jahren beim musikalischen Wettstreit der Turkvölker mitwirkt, nehmen an der vierten Ausgabe der Türkvizyon im Dezember 2016 erstmals auch die Niederlande und das Eurovisions-Powerhouse Schweden teil, wie eurovoix berichtet. Dem Portal zufolge existierten zudem Gerüchte, dass auch Lettland und Polen bereit stünden. Wie…
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