Finale 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung der gigantischen, futuristisch aufgebrezelten Showbühne im Internationalen Ausstellungszentrum der ukrainischen Metropole und sang stattdessen inmitten des andächtig schweigenden, von seiner intimen Darbietung ebenso wie die Fernsehzuschauer/innen tief ergriffenen Hallenpublikums auf der kleinen Satellitenbühne stehend seine zerbrechliche, hauchzarte Trennungsschmerzballade ‚Amar pelos Dois‘, ein flehendes Abschiedslied an seine Verflossene, in welcher er in poetischen Worten seine Trauer, seine noch immer sanft glimmende Hoffnung auf eine Rückkehr der Geliebten und seine Entschlossenheit, seine Liebe niemals sterben zu lassen, vor uns ausgoß. Was ich im Übrigen nur weiß, weil ich die Übersetzung seines in Landessprache verfassten Songtextes gegoogelt habe. Doch die Sprachbarriere spielte keine Rolle: auch ohne ein Wort zu verstehen, konnte man die mit dem Lied verbundenen Emotionen fühlen, ja geradezu mit Händen greifen. Die Bildregie des veranstaltenden Senders blendete im Anschluss an seinen Auftritt in den Green Room, wo sich die armenische Teilnehmerin Artsvik Harutyunyan gerade ein Tränchen aus dem Auge wischte und damit wohl auf den Punkt brachte, was wir alle (oder jedenfalls alle mit einem offenen Herzen) in diesem Moment empfanden. Es war eine seltener Moment der Überwältigung, ein Sieg der „Musik, die wirklich etwas ausdrückt,“ wie der portugiesische Adelsspross sagte, als man ihn am Ende des Abends zur Reprise auf die Bühne holte.

Jackett frisst Künstler: Hutzelmännchen Salvador überzeugte dennoch (PT)

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Zweites Semifinale 2017: We have lost our Verona

Zwei der irischen Backings (c) Martin Schmidtner

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo zwischen Raumschiff Enterprise und der Außenreklame für das berühmt-berüchtigte Reeperbahn-Etablissement Zur Ritze changierenden Bühne sowie den drei komplett unlustigen Moderatoren Tick, Trick und Track, nervte es nur noch. Zumal man uns damit um einige Augenweiden brachte, so beispielsweise um die zwei rothaarigen Hingucker des milchbübigen Iren Brendan Murray, die deutlich mehr hergemacht hätten als der armselige, windschiefe und zu allem Übel auch noch am Boden bleibende Fesselballon, den die RTÉ-Delegation stattdessen als schlecht überlegtes Bühnengimmick mitbrachte.

Zweieinviertel Stunde fragwürdige Musik und noch fragwürdigere Garderoben: das zweite Semifinale 2017 am Stück

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Eurovision Deathmatch #13: Je t’adore

Die Dreizehn – ihr haftet bei abergläubischen Menschen ein Nimbus als Unglückszahl an. Und als ein bisschen unglücklich erweist sich auch die heutige Paarung in unserem Eurovision Deathmatch, die man auch als Reste-Rampe bezeichnen könnte, wenn es nicht so ungerecht gegenüber den betroffenen Künstlerinnen wäre. Doch ein roter Faden, der beide Acts verbindet, will sich nicht so ohne Weiteres finden lassen: ihre Songs sind völlig verschiedener Machart, sie treten in unterschiedlicher Zahl an, ihre Vorauswahl erfolgte auf jeweils andere Weise und noch nicht mal ihre beide Nationen grenzen aneinander oder befinden sich im Krieg miteinander. Für Beide hätte es passendere Paarungen gegeben – die aber waren bereits belegt. Und so müssen Svala Björkvinsdóttir für Island und Ogene für die Niederlande eben heute gegeneinander antreten. Der hohe Norden beginnt, wo die blonde Sängerin, ihres Zeichens Tochter des isländischen Vertreters von 1995, Bo Halldórsson, in unglaublich hässlichen Hufschuhen und mit dem elektrolastigen, düster anmutenden Midtemposong ‚Paper‘ das Söngvakeppnín gewann. Fans verglichen sie und ihren Beitrag bereits mit der letztjährigen Norwegerin Agnete und dem ‚Icebreaker‘. Und hier findet sich vielleicht doch noch eine Gemeinsamkeit: wie schon Agnete wird Svala bei etlichen Fans für eine Top-Platzierung im Grand-Prix-Finale gehandelt – und wie Nämliche bleibt sie nach meiner Einschätzung mit ihrem eher zähen Lied in der Qualifikationsrunde hängen.

In den Schminktopf gefallen: Svala (IS)

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Niederlande 2017: Viel Schatten, wenig Licht

Heute Vormittag präsentierte das gefühlt bereits vor der Erfindung des elektrischen Lichtes für den Eurovision Song Contest 2017 ausgewählte niederländische Geschwistertrio O’gene (ultraprätentiöse Eigenschreibung: O’G3NE) endlich seinen Grand-Prix-Titel. Der heißt dann auch ‚Lights and Shadows‘, wurde vom Vater der drei Grazien und dem Freund von Shelley, einer der drei Schwestern, geschrieben und klingt wie die dritte oder vierte Singleauskoppelung aus einem Wilson-Phillips-Album. Also wie das mit sehr viel Glück womöglich noch für einen kleinen Hit ausreichende Material, das aber nicht mehr so ganz an die richtig großen Erfolge anknüpfen kann. Als „Powerballade“ angekündigt (wobei ich die erste Hälfte dieser Zuschreibung für eine geringfügige Übertreibung halte), dient der Song in erster Linie als Vehikel, um die harmonischen Fähigkeiten der drei holländischen Schwestern herauszustellen. Von denen man drei Minuten später aber immer noch nicht sagen kann, ob sie nun vorhanden sind oder nicht, da es sich zumindest in der vorgestellten Studioversion des Titels um eine einzige Autotune-Orgie handelt. Und ja, ich weiß, der Einsatz dieses elektronischen Stimmenglattschleifmittels mag für die in diesem Jahrtausend geborene Generation so eine Selbstverständlichkeit sein wie Zähneputzen, aber als steinalter und steinharter Traditionalist empfinde ich den Dampfbügler noch immer als seelenraubenden Betrug am Hörer. Außer natürlich bei Cher. Nun bin ich persönlich ein großer Fan von Harmoniegesang, und wenn ich mal für einen kurzen Moment beiseite schiebe, dass die Balladentoleranzobergrenze beim diesjährigen Song Contest spätestens seit Mitte Januar 2017 massiv überschritten ist, dann gefällt mir der niederländische Beitrag dennoch ganz gut. Zumindest ab der → Rückung bei 2:30 Minuten, wo die zuvor ein bisschen mit angezogener Handbremse singenden Mädels endlich auspacken und ein schönes Songfinale liefern. Insofern weist ‚Lights and Shadows‘ eine gewisse Verwandtschaft zu ‚Push forward‘ auf, Lena Mayer-Landruts (→ DE 2010) Vorentscheidungstitel von 2011, der auch erst kurz vor dem Ende so richtig aus dem Quark kommt.

Drei Mädlein steh’n im Walde und sind nicht stumm (NL)

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Keine Überraschung: Holland schickt die Powerpuff Girls

Eurovisionsgerüchte stimmen immer: wie bereits seit dem Sommer gemutmaßt, entschied sich der niederländische Sender Avrotros im internen Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest 2017 für die Girlgroup O’gene (oder, wie sich das Familientrio selbst schreibt, 0’G3NE). Der Bandname bezieht sich direkt auf ihre Verwandtschaft: das „O“ steht für Null, die Blutgruppe ihrer Mutter, das „gene“ für die gemeinsamen DNA und die Drei natürlich für die Anzahl der Schwestern Lisa (22), Amy und Shelly (21), letzteres ein Zwillingspärchen. Die drei Grazien verfügen über reichliche Wettbewerbserfahrung, vertraten sie doch vor zehn Jahren bereits ihr Land beim Junior-ESC, wo sie – noch unter ihrem Mädchennamen – mit ihrer possierlichen Popnummer mit dem lebensrettenden Hinweis ‚Adem in, adem uit‘ und einer quirligen Bühnenshow den elften Rang belegten. 2014 siegten sie bei der Castingshow The Voice und konnten im Anschluss mit der Single ‚Magic‘ einen Top-Ten-Hit landen. 2016 wechselten sie die Plattenfirma und veröffentlichten vor einem Monat das Nummer-Eins-Album ‚We got this‘. Von diesem wird ihr Eurovisionsbeitrag jedoch nicht stammen: zwar stellen die Val-Schwestern insbesondere bei Coverversionen immer wieder ihr Talent für wirklich wunderschönen Harmoniegesang unter Beweis, andererseits neigen sie, wie es für ihr Land leider typisch ist, bei der Liedauswahl doch sehr dem Seichten zu. Nun soll, wie die Prinzen zu berichten wissen, ein neuer Song für sie geschrieben werden, der „eine Geschichte beinhaltet“. Hoffentlich eine spannende!

Noch eines ihrer flotteren Angebote: die aktuelle Hitsingle ‚Take the Money and run‘ (Repertoirebeispiel)

Schweden unterwandert nun auch die Türkvizyon

Alles vermischt sich auf das Schönste: während der Eurovision Song Contest seinen Wirkungskreis seit geraumer Zeit immer weiter in den Kaukasus und zuletzt sogar nach Ozeanien hinein erweitert und neben der zweimaligen Einladung Australiens derzeit über ein Mitmachen Kasachstans und mittelfristig sogar Chinas diskutiert wird, geht der osmanische Gegenentwurf zum europäischen Gesangswettbewerb, die Türkvizyon, einen ähnlichen Weg. Nach Deutschland, das seit drei Jahren beim musikalischen Wettstreit der Turkvölker mitwirkt, nehmen an der vierten Ausgabe der Türkvizyon im Dezember 2016 erstmals auch die Niederlande und das Eurovisions-Powerhouse Schweden teil, wie eurovoix berichtet. Dem Portal zufolge existierten zudem Gerüchte, dass auch Lettland und Polen bereit stünden. Wie für Deutschland geht auch für die Holländer bei der Türkvizyon ein gebürtiger Aserbaidschaner an den Start: Elcan Rzayev kam – ebenso wie unser Abgesandter Seyran – in Baku zur Welt, wo er Gesang studierte. Er lebt seit 2000 in den Niederlanden und veröffentlichte bereits drei Studioalben, lässt sich aber auch für Hochzeiten buchen. Seinen Titel ‚Ana vətən‘ (‚Mein Mutterland‘) schrieb er selbst.

Der niederländische Türkvizyons-Repräsentant Elcan (Repertoirebeispiel)

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ORF: kein Budget für einen Vorentscheid

In Österreich scheint offenbar die Armut ausgebrochen zu sein. Wie die Fernsehdirektorin des ORF, Kathrin Zechner, gestern sagte, wähle der Sender seinen Repräsentanten für den Eurovision Song Contest 2017 „aus budgetären Gründen“ intern aus. Zuletzt tat der ORF dies 2014, allerdings eher vor dem Hintergrund, dass man endlich die in zwei vorhergehenden Versuchen im öffentlichen Vorentscheid jeweils – teils extrem knapp – gescheiterte Conchita Wurst schicken wollte (wie wir heute wissen, nicht die schlechteste Wahl). Prompt ließen auch die ersten Fan-Spekulationen nicht lange auf sich warten, man sei auf dem Küniglberg wohl noch immer verstimmt, weil sich beim letzten Mal Publikumsliebling Zoë gegen die klare Juryfavoritin Elly V. durchsetzen konnte, und wolle nun vorsichtshalber das Volk gänzlich von der Entscheidungsfindung ausschließen. Oder hat der Sender gar einen dicken Fisch an Land gezogen, der sich keinem Publikumsvoting stellen mag? Wiwibloggs mutmaßte heute, dass die Österreicher die in Wien beheimatete „Turbo Polka Metal Band“ (Eigenbeschreibung) Russkaja nach Kiew schicken könnten, die sowohl schon mit Conchita als auch mit Zoë zusammenarbeiteten und des öfteren im ORF-Programm zu sehen sind. Das wäre natürlich mal eine Ansage!

Eine österreichische Russenband mit einem in Moskau geborenen Georgier als Frontmann beim europäischen Wettsingen in der Ukraine: ja, hat was!

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Erstes Semifinale 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte „Welcome, Europe!“ die ersten Takte von ‚The Final Countdown‘ der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell wieder abwürgten und sich flugs für die „Peinlichkeit“ entschuldigten! Auch, was das schwedische Fernsehen an Rahmenprogramm auf die Beine stellte, konnte sich sehen lassen, von der Eröffnungsnummer, als ein Chor aus den Kindern von Stepford das Morbid-Düstere in Måns Zelmerlöws Vorjahres-Siegerlied ‚Heroes‘ erst so richtig herausarbeitete, bis hin zu dem als Pausenact eingesetzten Ballett der ‚Grey People‘ zum Thema Flucht, das einem beim Zuschauen stellenweise den Atem stocken ließ, weil es so artifizielle und dennoch tief unter die Haut gehende Bilder für die Tragödie fand, die sich weiterhin täglich vor unseren Toren abspielt. Danke für diesen Appell ans kollektive Gewissen!

Die perfekte Sprache gefunden, um das wichtige Thema an diesem Abend nicht vergessen zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Respekt, SVT!  

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Russische Jurorin fliegt raus

Die EBU schließt in Absprache mit dem russischen Sender RTR die in der Ukraine geborene Sängerin Anastasija Stockaja aus der Jury des Landes für den Eurovision Song Contest 2016 aus und erklärt die von ihr abgegebenen Punkte für nichtig. Damit reagiert die Organisation auf einen von Stockaja gestern Abend während des ersten Juryfinales live auf dem Streamingdienst Periscope geleakten Mitschnitt, welcher die fünf Jurymitglieder zeigt, wie sie sie gerade den niederländischen und den armenischen Beitrag mitverfolgen und bewerten, offensichtlich in sehr relaxter Stimmung. Kurz schwenkt Anastasijas Handy-Kamera auch auf ihren eigenen Stimmzettel, den sie zwar noch reflexartig abzudecken versucht – dennoch sieht man für eine Schrecksekunde, dass sie bei einzelnen Beiträgen ein Minuszeichen gemacht hat und bei anderen ein Plus. Nicht schwerwiegend genug, um das komplette russische Juryvoting zu stornieren, wie es aufgebrachte Regelfetischisten unter den Fans bereits forderten, denn schließlich lässt sich aus solcherart vagen Notationen der Vorlieben eines einzelnen Mitglieds noch kein Vorzeichen für das komplette Juryvoting schlussfolgern. Man betrachte das Verhalten der Sängerin, die 2005 selbst an der russischen Vorentscheidung teilnahm, seitens der EBU aber als „nicht im Einklang mit dem Geist des Wettbewerbs“ stehend und verweist auf das „potentielle Risiko, ungewollt die Jury-Ergebnisse zu verraten,“ wie es heute in einer Stellungnahme hieß. Das Online-Streaming an sich sei aber kein Regelverstoß, solange es keine Ergebnisse enthalte. Die übrigen vier Juroren bleiben damit von Sippenhaft verschont, ihre Ergebnisse zählen. Für das Finale am Samstag darf der Sender ein neues, fünftes Jurymitglied nachnominieren.

Trat gestern bereits vor der Jury auf: Douwe Bob (NL)

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Niederlande 2016: der Kaffee ist fertig

Douwe Bob heißt, wie wir bereits seit September 2015 wissen, der niederländische Vertreter beim Eurovision Song Contest 2016. Douwe Egberts ist ein 1753 gegründeter, holländischer Kaffeekonzern, der auch die Massenmarkt-Marken Jacobs und Tassimo vertreibt. Warum ich das erzähle? Nun, weil der heute Vormittag veröffentlichte Beitrag von Douwe Bob klingt (und das dazugehörige Video so aussieht), als wolle er Reklame für einen Schonkaffee betreiben. ‚Slow Down‘ heißt die die dezent country-flavourisierte Midtemponummer, ein weiterer unauffälliger Tropfen im Meer des diesjährigen Middle-of-the-Road-Seichs. Nach Mitteilung des Interpreten handele es sich um ein „Protestlied gegen mich selbst,“ wozu er allen Grund hätte, aber präziser gesagt „gegen das Tempo, mit dem ich mein Leben in Amsterdam lebe“. Wir alle sollten langsamer machen, meint der Singer-Songwriter, und wiewohl ich ihm da im Generellen beipflichten möchte, so muss ich das als musikalisches Rezept rundheraus ablehnen. Denn wenn der in den letzten Jahren zusehends zum Kaffeekränzchen verkommende Contest eines sehr sehr dringend braucht, dann sind es schnellere Songs, nicht lahmere! Gut, ein Uptempobeitrag war von Herrn Posthuma ohnehin nicht zu erwarten. Nunmehr wissen wir immerhin, dass wir mit seinem Song im Finale nicht zu rechnen brauchen.

Ein Lied wie ein kalter Milchkaffee: Douwe Bob Egberts

Schaffen die Niederlande mit Douwe Bob den Finaleinzug?

  • Warum nicht? Schöne, gechillte Nummer, wunderbar harmonisch, gefällt mir bestens. (55%, 73 Votes)
  • Mit diesem öden Schnarchliedchen? Nicht, wenn es nur elf Semifinalisten wären. (26%, 34 Votes)
  • Ich mag die Nummer ja, aber man kann auch im Seichten ertrinken. Keine Chance, leider. (20%, 26 Votes)

Total Voters: 133

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