Natio­naal Song­fes­ti­val 1958: Über den Wol­ken

Gegen Cor­ry Brok­ken schien Ende der Fünf­zi­ger­jah­re ein­fach kein Kraut gewach­sen zu sein! Zum drit­ten Mal in Fol­ge trat sie beim nie­der­län­di­schen Natio­naal Song­fes­ti­val an, und zum drit­ten Mal in Fol­ge setz­te sie sich in der Publi­kums­ab­stim­mung mit deut­li­chem Abstand durch. Erneut beleg­te sie sogar gleich die bei­den ers­ten Plät­ze, denn jede/r der dies­mal sechs Teilnehmer/innen durf­te mit zwei Lie­dern antre­ten. Ent­we­der war die 2016 Ver­stor­be­ne, nicht zuletzt auf­grund ihres Siegs beim euro­päi­schen Wett­be­werb in Frank­furt am Main im Vor­jahr, damals tat­säch­lich die belieb­tes­te Sän­ge­rin Hol­lands, oder sie ver­füg­te über einen beson­ders gut orga­ni­sier­ten Fan­club, der flei­ßig Abstim­mungs­post­kar­ten für sie ein­schick­te. Ihre Bal­la­de ‘Heel de Wereld’ (‘Die gan­ze Welt’) brach­te das Kunst­stück fer­tig, gleich­zei­tig unglaub­lich pom­pös und ster­bens­lang­wei­lig zu klin­gen. Kein Wun­der, dass sie beim eben­falls in Hil­ver­sum statt­fin­den­den Grand Prix damit einen Mak­e­makes pull­te und auf dem letz­ten Platz lan­de­te. Wenn auch, anders als die Öster­rei­cher, nicht kom­plett punk­te­los.

Heal the World / make it a bet­ter Place / for you and for me… oh, Ent­schul­di­gung, fal­sches Lied.

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ESC 1957: Hal­lo, Kopen­ha­gen?

Logo des Eurovision Song Contest 1957
Das Jahr der Zun­ge

Kein Jahr­gang ohne grund­le­gen­de Neue­run­gen, zumin­dest in der Anfangs­pha­se des Euro­vi­si­on Song Con­tests: stimm­ten die Juro­ren bei der Grand-Prix-Pre­miè­re von 1956 noch geheim ab und erfuh­ren wir außer dem Sie­ger­ti­tel kei­ne Plat­zie­run­gen, so fei­er­te das heu­ti­ge Herz­stück der TV-Show, die stets das kom­plet­te letz­te Drit­tel der Sen­de­zeit okku­pie­ren­de und stets die höchs­ten Ein­schalt­quo­ten des Abends erzie­len­de öffent­li­che Stim­men­aus­zäh­lung, beim zwei­ten Wett­be­werb in mei­ner Geburts­stadt Frank­furt am Main sei­nen Ein­stand. Die Durch­ga­be der Län­der­vo­ten erfolg­te natür­lich fern­münd­lich. Geschickt nah­men die Gast­ge­ber hier­auf Bezug: “Tele­fon, Tele­fon / Lang war ich allein / Sag, wann wer­de ich zum Lohn / End­lich glück­lich sein” frug die deut­sche Ver­tre­te­rin Mar­got Hiel­scher sich und das Publi­kum.

Das Fräu­lein vom Amt (DE).

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Natio­naal Song­fes­ti­val 1957: Iwan, der Mes­ser­wer­fer

Busi­ness as usu­al bereits im zwei­ten Jahr des nie­der­län­di­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­des, dem Natio­naal Song­fes­ti­val: erneut tra­ten vier Künstler/innen gegen­ein­an­der an, die jeweils zwei Lie­der vor­tra­gen durf­ten, erneut stimm­te in vor­bild­lich demo­kra­ti­scher Wei­se das Publi­kum per Post­kar­ten­zu­schrift ab, erneut kam die Sen­dung aus den AVRO-Stu­di­os in Hil­ver­sum und erneut führ­te Karin Kraay­kamp durch den Abend. Mit Cor­ry Brok­ken fand sich sogar eine der Teilnehmer/innen des Vor­jah­res erneut im Line-up, und erneut mach­te die­se das Ren­nen. Und zwar mit der so geschmack- wie dezent schwung­vol­len Bal­la­de ‘Net als toen’, die in Frank­furt am Main, wo der Grand Prix 1957 statt­fand, sogar die Kro­ne holen soll­te.

Zwei Minu­ten tun es auch: Cor­ry mit einer gekürz­ten Ver­si­on ihres Sie­ger­lie­des bei einem TV-Auf­tritt in Frank­reich.

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Natio­naal Song­fes­ti­val 1956: Tüde­lü­delü

Für gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät sind die Nie­der­lan­de nicht erst seit der Insti­tu­tio­na­li­sie­rung von Cof­fee­shops und der damit ein­her­ge­hen­den Teil­le­ga­li­sie­rung von Mari­hua­na oder seit der Ein­füh­rung der Homo-Ehe im Jah­re 2001, damals als ers­ter Staat welt­weit, bekannt. So nimmt es wenig Wun­der, dass es dem hol­län­di­schen Sen­der NTS als ein­zi­ger der sie­ben an der Erst­aus­ga­be des Euro­vi­si­on Song Con­tests teil­neh­men­den TV-Sta­tio­nen vor­be­hal­ten blieb, sei­nen Vor­ent­scheid, das Natio­naal Song­fes­ti­val (NSF), nach demo­kra­ti­schen Maß­stä­ben zu orga­ni­sie­ren und dem Publi­kum als maß­geb­li­chem Rich­ter die Ent­schei­dung zu über­las­sen, welche/n der drei ange­tre­te­nen Künstler/innen und ihrer ins­ge­samt acht Lie­der es nach Luga­no dele­gie­ren woll­te. Genau­er gesagt: wel­che zwei, denn auf­grund des begrenz­ten Krei­ses an teil­neh­men­den Natio­nen muss­te ein jedes Land gleich zwei “Schla­ger und Chan­sons” (so der Titel des deut­schen Vor­ent­scheids) in die Schweiz ent­sen­den. Natür­lich ging das sei­ner­zeit noch nicht per Tele­fon oder gar per App, son­dern noch mit­tels der guten alten Post­kar­te (fragt Eure Eltern!), von denen nach der an einem Diens­tag (!) aus­ge­strahl­ten Show rund 6.500 Exem­pla­re beim Sen­der ein­tru­del­ten.

Für immer vor­bei war es für Cor­ry noch lan­ge nicht, im Gegen­teil, es ging erst rich­tig los!

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