Nordmazedonien

Wer sind Sie und was haben Sie Herrn Sie­gel ange­tan? (SM, MK 2013)

Und erneut überschlugen sich gestern, nur wenige Tage vor der EBU-Deadline, die Eurovisionsereignisse wieder so stark, dass ich sie hier nur gesammelt nachreichen kann. Beginnen wir mit dem erstaunlichsten Geschehen dieses Jahres, ach was: dieses Jahrzehnts! Ralph Siegel hat ein Lied für den Grand Prix geschrieben - und es ist gut! Doch, wirklich! Wenn ich es doch sage! Der deutsche Altmeister verfasste bekanntlich erneut den sanmarinesischen Beitrag, erneut gesungen von Valentina Monetta. Und wer jetzt, wie ich, ein erneutes Trash-Spektakel à la 'Facebook, uuh-uuh', erwartete, sah sich bei der gestrigen Songpräsentation heftig überrascht. Denn 'Crisalide' ist eine rundweg gelungene Eurovisionsballade,…
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Maze­do­ni­en: doch kein Imperium

Bedauerlich: Mazedonien scheint seine Pläne zur eurovisionären Weltherrschaft aufgegeben zu haben. Wie Eurofire unter Bezugnahme auf eine Presseerklärung berichtet, zog der Sender MKRTV heute den Beitrag 'Imperija' zurück. Man wolle nun in Windeseile einen neuen Song für das generationsübergreifende Duo Esma & Lozano komponieren lassen, Elena Risteka (2006, 'Ninanajna') soll den Text schreiben. Mal schauen, ob der neue Beitrag bis zur EBU-Deadline am 18. März fertig wird; das dazugehörige Video ist schon mal für "Ende des Monats" angekündigt. Gerade am Clip zu 'Imperija' hatte sich die Kritik entzündet, spielt es doch in den Kulissen des hochgradig umstrittenen, von der mazedonischen Regierung…
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Maze­do­ni­en, das Reich der Gegensätze

Am selben Tag wie Georgien verkündete Mazedonien zu Jahresanfang sein singendes Vertreterpärchen, und am gleichen Tag wie das Kaukasusland stellt es nun auch seinen Song vor. 'Imperija' heißt der, und da ich mangels ausreichender Fremdsprachenkenntnisse nur den Titel verstehe, dieser mir allerdings im Angesicht des schwelenden Streites mit Griechenland um Ländernamen und territoriale Ansprüche den Angstschweiß auf die Stirn treibt, möchte ich an dieser Stelle meine des Mazedonischen mächtigen Leser bitten, mir doch zur Beruhigung eine kleine inhaltliche Zusammenfassung des Songtextes in die Kommentare zu schreiben. Die Beiden planen doch nicht etwa die Errichtung eines neuen alexandrinischen Reichs? Wie Mutter…
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Das geor­gisch-maze­do­ni­sche Duett-Duell

So, herzlich willkommen im Jahr 2013 (in dem sich Hardcore-Eurovisionsfans ja bereits seit Ende Mai 2012 befinden). Während der kleinen Feiertagspause von aufrechtgehn.de nominierten gleich zwei Länder ihre Vertreter für Malmö, nämlich Mazedonien und Georgien. Und beide entschieden sich für Duos. Die Frühere Jugoslawische Republik ließ sich dabei vom verhältnismäßig guten Erfolg ihrer letzten Sängerin Kaliope Buklé an der Wertungstafel und in der Fan-Kritik leiten und präsentiert mit der 69jährigen Esma Redžepova einen weiteren lebenserfahrenen Balkan-Superstar. Die im gesamten exjugoslawischen Raum verehrte "Königin der Zigeuner", deren bekanntester Hit Čaje Šukarije aus dem Jahre 1961 (!) stammt, ist nicht nur für…
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Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Ganze fünf (von sechs) exjugoslawische Länder versammelten sich in diesem zweiten Semi, und sie brachten fünf mehr oder minder dramatische, klassische Balkanballaden mit. Drei von ihnen kamen weiter ins Finale, darunter echte Überraschungen. Nicht so sehr beim Eröffnungsact des Abends: Željko Joksimović, auf dessen Konto das selbst gesungene 'Lane moje' (RS 2004, 2. Platz), 'Lejla' (BA 2006, 3. Platz) und 'Oro' (RS 2008, 6. Platz) gehen, bewies mit 'Nije Ljubav Stvar' erneut, warum er mit Fug und Recht als unumschränkter Balkanballadenkönig gilt: ein wunderschön instrumentierter, sanft beginnender und nach und nach immer eindringlicher und dramatischer werdender Folkschlager mit einem ergreifend kitschigen Text,…
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Was Hol­land nicht lernt, lernt Mal­ta nim­mer­mehr: 2. Pro­ben RS, MK, NLMT

Es kann sich schmerzlich anfühlen, Sänger, für die man Sympathien hegt, auf dem langen Weg zu ihrer selbstverschuldeten Bruchlandung begleiten zu müssen. Damit spreche ich natürlich nicht von den beiden ersten Startern des zweiten Semis, die heute ebenfalls ihre zweite Probe absolvierten. Serben-Siegel Željko Joksimović ist mit seinem perfekt inszenierten Balkandrama 'Nije Ljubav Stvar' ohnehin sicher im Finale. Und Kaliopi Bukle, die sensationelle 45jährige mazedonische Rockerbraut, die ich jedesmal, wenn ich sie sehe, noch ein Stückchen fabelhafter finde und deren Song 'Crno i belo' jedesmal noch geiler, hoffentlich auch. Ich weiß: bislang lautete meine Vorhersage anders, aber soeben habe ich mich umentschieden. Kaliopi…
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Beim ers­ten Mal war’s noch schee: 1. Pro­be Ser­bi­en, Mazedonien

So, leider wurde ich durch private Dinge aufgehalten, daher muss ich den heutigen dritten Probentag in Baku ein wenig im Schnellgang abhandeln, wenn ich noch ein bisschen Schlaf haben will. Das zweite Semi ist bekanntlich das der Balkan-Balladen, und mit einem Doppelschlag geht's gleich los. Željko Joksimović liefert mit 'Nije Ljubav Stvar' die altbekannte und  hoch geschätzte volle Dosis großen Herzeleids. Und auch, wenn im Gegensatz zur serbischen Songpräsentation das Symphonieorchester fehlt und der Meister und seine Mannen zur Kameraprobe eher casual erschienen, ist klar, dass er wieder ganz großes, gefühlsgewaltiges Kitschkino abliefern wird. Das kann keiner so gut wie er. Mit…
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Maze­do­ni­en: All kinds of every­thing (MK 2012)

Knapp zwei Stunden für ein Lied: das mazedonische Fernsehen setzte heute Abend mal wieder neue Maßstäbe. Die bereits fest gesetzte Vertreterin Kaliopi, optisch eine Mischung aus Nana Mouskouri und Gundel Gaukeley, bekam von ihrem Landessender zum Dank für ihre Teilnahme eine Personality-Show zur besten Sendezeit geschenkt. Welche der regionale Superstar nutzte, die komplette Bandbreite ihres stimmlichen Könnens unter Beweis zu stellen, vom Jazz über Oper und Rock bis zur Balkanballade. Um so enttäuschender die Präsentation ihres Beitrags 'Crno i belo' fast am Ende der Show: der ist nämlich ein furchtbarer, unverdaulicher Mischmasch aus fast allen dieser Musikstile. Es beginnt als sanfte, geigenumschmeichelte Klavierballade;…
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Kalio­pi schreit für Mazedonien

Auf dem Balkan scheint das Große-Namen-Direktnominierungsfieber ausgebrochen zu sein: heute verkündete das mazedonische Fernsehen, dass es die Sängerin Kaliopi nach Baku schickt. Die nach Youtube-Sichtung zu einem eigenwilligen Schmink- und Kleidungsstil sowie dramatischem Gekreische in erschreckenden Tonlagen neigende Künstlerin sollte das Land bereits 1996 vertreten, flog aber ebenso wie unser Leon bei der damaligen Juryvorauswahl raus. Seither veröffentlichte sie neun Alben und nahm an zahlreichen mazedonischen Vorentscheidungen teil. Ihr Song soll in einer TV-Auswahl unter fünf Titeln gefunden werden, bei der jeweils die Jury, die Zuschauer und Kaliopi gleich stimmberechtigt sind. Ein Termin hierfür steht noch nicht fest. httpv://youtu.be/15U-Dkuae3U Kaliopi: Rum, dum, dum (NF 2009)
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Wod­ka trinkt man pur und kalt (MK 2011)

In Mazedonien ging vor wenigen Minuten ein über vierstündiger, dem Hörensagen nach (ich hab's nicht live verfolgt) von technischen Pannen und unterirdischen Beiträgen heimgesuchter Vorentscheidungsmarathon zuende, den wohl nur die hartgesottensten Grand-Prix-Masochisten durchgehalten haben dürften. Übereinstimmender Sieger der Jury und der Televoter wurde der spät startende, gutaussehende Vlakto Ilievski mit dem lustigen Trinklied 'Rusinka' - kein Wunder, vermutlich waren zu diesem Zeitpunkt alle Beteiligten aus lauter Verzweiflung schon rotzbesoffen. httpv://www.youtube.com/watch?v=k2kaXb1potk Es geht um Raki und Wodka, und nach jeweils zehn davon ist diese Nummer bestimmt noch besser! (mehr …)
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Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50%…
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Maze­do­ni­en 2010: Hear my Plea

Gott, wird das ein furchtbarer Jahrgang: in Mazedonien manipulierte die Jury schlimmsten Ostrock an die Spitze. Wo ist die KFOR, wenn man sie braucht? Auch der exjugoslawische Stadtstaat (oder gibt es dort außerhalb von Skopje tatsächlich Leben?) konnte mal wieder nicht von dem unsäglichen Jury-Televoting-Mix lassen, mit einem sehr lustigen Ergebnis: punktgleich landeten nämlich der von den Zuschauern bevorzugte (und bei der Jury Zweitplatzierte) Vlatko Ilievski und der bei den Anrufern Zweitplatzierte Juryfavorit Gjoko Tanevski mit jeweils 22 Punkten auf dem zweiten Rang. Oder dem ersten, je nachdem. Glamour scheint als Konzept in Mazedonien unbekannt (mehr …)
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Skop­je­fest 2009: Es bleibt in der Familie

Skop­je­fest 2009: Es bleibt in der Familie

Es ist schon lustig: kaum überwindet die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Montenegro ihre furchtbare Vorliebe für grauenhaftesten, abgestandenen Poprock, den niemand hören will, und kauft einen erstaunlich flotten Siegel-Seniorendisco-Song ein, da springt der Virus auf die frühere jugoslawische Republik Mazedonien über. Mit nur einem Punkt Vorsprung gewann dort die Bon-Jovi-Gedächtniskappelle Next Time mit dem entsetzlichen Gitarrengeschrammel 'Nesto sto ke ostane' (keine Ahnung, was das heißt, und es ist mir auch egal) soeben den Vorentscheid. Da dürften diesmal wohl Jury und Zuschauer im Quali sagen: maybe next Time! Ob die Münchener Freiheit (DE 1993) in den Achtzigern auch den Balkan bereiste? Der Leadsänger von…
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Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Zum jüngsten Opfer des völlig absurden griechisch-mazedonischen Namensstreites gerät ausgerechnet der irische Spaßvogel Dustin. Dessen umstrittener Beitrag 'Irelande Douze Points' muss sich dem Zensurdruck der EBU beugen - dabei geht es jedoch nicht etwa um den Einsatz einer playbacksingenden Gummipuppe oder grand-prix-feindlicher Schmähungen wie "Drag Acts and bad Acts". Den Stein des Anstoßes bildet eine Aufzählung teilnehmender Nationen, im Verlaufe derer Dustin die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, wie jeder normale Mensch, schlicht "Mazedonien" nennt. Da aber verstehen die Griechen überhaupt keinen Spaß. Bei 2:49 nennt er das verbotene M-Wort Obgleich die EBU sich über den Namen des Denunzianten beharrlich ausschweigt,…
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Skop­je­fest 2008: Geschwisterliebe

Skop­je­fest 2008: Geschwisterliebe

Und auch die mazedonische Entscheidung gilt es noch nachzureichen. In Skopje schaffte es der Albaner Adrian Gaxha, der schon mehrfach als Wunschkandidat für sein Heimatland im Gespräch war, dort aber nicht an der Vorentscheidung teilnahm. Bei Vrčak, dem Zweiten im Bunde, handelt es sich entgegen meiner ersten Vermutung nicht um seinen Bruder: der Mann heißt bürgerlich Rade Vrčakovski und stammt aus Mazedonien. In welcher Beziehung die Beiden wiederum zu Tamara Todevska stehen, ist mir nicht bekannt - sicher ist nur, dass es sich bei ihrem Song um das dissonanteste Gekreische handelt, das Osteuropa jemals hervorbrachte. Welches auch dadurch nicht besser wird,…
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Staats­be­gräb­nis für Toše Proeski

Am Mittwoch wurde der mazedonische Vertreter beim Eurovision Song Contest 2004, Toše Proeski, mit einem Staatsbegräbnis in seiner Heimatstadt Krusevo beigesetzt. Der erst 26jährige Balkan-Superstar starb am Dienstag bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn nach Zagreb. Die mazedonische Regierung erklärte den Mittwoch zum Tag der nationalen Trauer. Angel si ti, Toše! (mehr …)
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Vier­ter Super­sams­tag 2007

Vier­ter Super­sams­tag 2007

Massig neue Eurovisionsbeiträge liefen dieses Wochenende auf. Können natürlich nicht alles Knaller sein. Hier also die Sektion "Ferner liefen". Es beginnt mit einer optischen Kreuzung aus David Hasselhoff und Tom Jones für Armenien. Akustisch ein Mix aus Hari Mata Hari (BA 2006) und Nuno Resende (BE 2005), ist 'Anytime you need' von Hayko (leider ohne Mayko, harr harr) Hakobyan nichts anderes als drei Minuten gepflegte Langeweile. Hayko hat noch nicht mal eine unangenehme Stimme und er singt mit Leidenschaft, dennoch bleibt das Stück fade. Vielleicht klänge es in Landessprache etwas weniger dröge als in dem hörbar schlechten Englisch, mit dem er sich abmüht. Sorry, das…
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<span class="caps">ESC</span> Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
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