We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Pro­ben für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in der Alti­ce-Are­na zu Lis­sa­bon wei­ter, heu­te mit der ers­ten Hälf­te des zwei­ten Semi­fi­na­les. Das eröff­net bekannt­lich, in Per­son Alex­an­der Rybaks, ein ehe­ma­li­ger Euro­vi­si­ons­ge­win­ner. Und wie­wohl sein Bei­trag ‘That’s how you wri­te a Song’ die euro­päi­schen Schwur­na­lis­ten in Fans und beken­nen­de Has­ser spal­tet, herrscht unter den Blogger/innen ziem­li­che Einig­keit, dass auch die­ser Titel erneut um den Sieg mit­spie­len könn­te. Rybak, der Dori­an Gray der Euro­vi­si­on, der seit sei­ner letz­ten Grand-Prix-Teil­nah­me offen­sicht­lich kei­nen Tag alter­te und noch immer über sei­nen Laus­bu­ben­charme ver­fügt, bringt – wie schon 2009 – das bereits aus­ge­reif­te audio­vi­su­el­le Gesamt­kon­zept des nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix mit zum Con­test und setzt es dort Punkt für Punkt um, mit­samt den per Zei­chen­trick hin­zu­ge­füg­ten und um eini­ge Herz­chen erwei­ter­ten Bild­schirm­gra­fi­ken, die sei­ne Cho­reo­gra­fie ergän­zen. Und war­um auch nicht, der Mann weiß schließ­lich, was er tut. Im Pres­se­zen­trum machen sich die Ers­ten nun schon Sor­gen, dass sie nächs­tes Jahr für ein Bier im Euro­club zu Oslo eine wei­te­re Hypo­thek aufs Haus auf­neh­men müs­sen. Und dass, wo doch das Super Bock in Lis­sa­bon so herr­lich güns­tig ist!

Nur echt mit der Vio­li­ne: der Rybak.

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NO 2018: Alex­an­der ist Ry-back!

Zum Schluss muss­te man wirk­lich fürch­ten, er wür­de vor lau­ter Auf­re­gung auf der Büh­ne des Oslo­er Spek­trum gleich einen Schlag­an­fall erlei­den. Vier Abstim­mun­gen brauch­te es, bis der Euro­vi­si­ons­sie­ger von 2009, Alex­an­der Rybak, heu­te Abend beim MGP als neu­er­li­cher Ver­tre­ter Nor­we­gens beim Grand Prix 2018 in Lis­sa­bon fest­stand. ‘That’s how you wri­te a Song’ hieß sein selbst­kom­po­nier­ter Titel, und dass der Gei­gen­t­roll wahr­lich noch immer weiß, wie das geht, stell­te er mit sei­nem erfri­schend alt­mo­di­schen, aber hoch­gra­dig anste­cken­den Gute-Lau­ne-Song und einer per­fekt dar­auf abge­stimm­ten Cho­reo­gra­fie unter Beweis, die auf spie­le­risch-läs­si­ge Wei­se Zei­chen­tri­ck­ele­men­te ein­band. Rybak, der den erneu­ten Sieg sehr, sehr erkenn­bar sehr, sehr stark woll­te und dann, als er sich bestä­tig­te, sein Glück kaum fas­sen woll­te, führ­te bereits in der ers­ten Abstim­mungs­run­de bei den elf inter­na­tio­na­len Jurys, von denen ihm vier ihre Höchst­wer­tung gaben. Und auch das in den bei­den letz­ten Voting-Run­den des Super- und Super-Super-Fina­les (mit jeweils vier bzw. zwei Titeln) allei­ne abstim­mungs­be­rech­tig­te Publi­kum konn­te er über­zeu­gen.

Macht klei­ne Noten groß: der put­zi­ge Alex­an­der.

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Melo­di Grand Prix 2018

In Nor­we­gen bleibt man in Sachen Vor­ent­scheid Bewähr­tem treu: ein ein­zi­ger Final­abend, zehn Songs, zwei Abstim­mungs­run­den – alles wie immer. Sogar die Teilnehmer/innen kennt man größ­ten­teils: neben Vor­jah­res­ver­tre­ter Alek­san­der Wal­mann und ‘Haba haba’-Queen Stel­la Mwan­gi (2011) bewirbt sich auch Ex-ESC-Sie­ger Alex­an­der Rybak (2009) erneut. Wie immer fin­det die Show zeit­gleich mit dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len statt. Was sonst für Fans ein Ärger­nis bedeu­tet, soll­te in die­sem Jahr kei­nes sein: im Gegen­satz zum ster­ben­s­öden, ver­ges­sens­wür­di­gen Mel­lo birst das nor­we­gi­sche Fina­le nur so vor guten Bei­trä­gen (Anspiel­tipp: ‘Scan­dil­ove’ von Ida Maria) und ist auf jeden Fall vor­zu­zie­hen! Erneut kommt beim MGP in der ers­ten Abstim­mungs­run­de neben dem Tel­e­vo­ting auch eine inter­na­tio­na­le Jury zum Ein­satz. Im anschlie­ßen­den “Gold­fi­na­le” der best­plat­zier­ten Vier ent­schei­det das Publi­kum dann allei­ne. Silya Nymo­en und Kåre Magnus Bergh füh­ren durch den Abend.

Live­stream NRK 1

Vor­ent­scheid NO 2018

Melo­di Grand Prix. Sams­tag, 10. März 2018, aus dem Spek­trum in Oslo, Nor­we­gen. 10 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Silya Nymo­en und Kåre Magnus Bergh.
#Inter­pretTitelJurySil­berGold
01Stel­la Mwan­gi + Alex­an­dra RotanYou got me203 | 29.784
02Alek­san­der Wal­mannTalk to the Hand104 | 07.927
03Ida MariaScan­dil­ove0
04Nico­li­naLight me up0
05Tom HugoI like, I like, I like0
06Char­la KStop the Music0
07Ale­jan­dro Fuen­tesTen­go otra0
08Vidar Vil­laMoren din0
09Rebec­ca Thor­senWho we are302 | 46.26002 | 123.507
10Alex­an­der RybakThat’s how you wri­te a Song401 | 133.16401 | 306.393

Open your Heart: war­um Alex­an­der Rybak eine fai­re Chan­ce ver­dient

Es war eine klei­ne Bom­be, die heu­te mor­gen platz­te, als der nor­we­gi­sche Sen­der NRK das (beein­dru­ckend hoch­klas­si­ge) Line-up des Melo­di Grand Prix 2018 bekannt­gab: neben eini­gen ande­ren gro­ßen Namen ver­sucht sich auch der Erd­rutsch­sie­ger des Euro­vi­si­on Song Con­test 2009, Alex­an­der Rybak, an einem Grand-Prix-Come­back. Und er tut dies mit Stil: sein Wett­be­werbs­bei­trag heißt ‘That’s how you wri­te a Song’, was sich zwar mit einem sym­pa­thisch-selbst­iro­ni­schen Augen­zwin­kern ver­ste­hen lässt, zugleich jedoch eine ziem­li­che Ansa­ge ist und von einem nicht gera­de gerin­gen Selbst­ver­trau­en kün­det. Und das ist berech­tigt: die hoch infek­tiö­se, groo­ven­de Pop­num­mer bleibt schon beim ers­ten Anhö­ren sofort in den Ohren kle­ben, hebt unmit­tel­bar die Lau­ne, ver­führt zum Fin­ger­schnip­pen, Hüf­ten­schwin­gen und Mit­sin­gen und lie­fert zudem noch eine rund­weg posi­ti­ve Bot­schaft, wie sie die gro­ße Su Kra­mer schon 1972 beim deut­schen Vor­ent­scheid ver­brei­te­te, näm­lich: “Glaub an Dich selbst und es wird gelin­gen”. Und ja, das tut es! Im Hin­blick auf die Ohr­wurm­qua­li­tät und den Gute-Lau­ne-Fak­tor kann es der Rybak-Rei­ßer näm­lich durch­aus mit Pha­rell Wil­liams’ ‘Hap­py’ oder Jus­tin Tim­ber­lakes ‘Can’t stop this Fee­ling’ auf­neh­men. Vor­aus­ge­setzt, man gibt ihm eine fai­re Chan­ce und hört ihn mit offe­nen Ohren an.

Nicht zwei­feln, machen: der nor­we­gi­sche Euro­vi­si­ons­troll gibt guten Rat.

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Euro­vi­si­on Death­match #10: Last Night a DJ took my Life

Mit ‘Mis­ter Music Man’ setz­te die Schweiz schon 1992 beim Grand Prix ein musi­ka­li­sches Denk­mal für den Beruf des Plat­ten­auf­le­gers, der uns im Euro­club mit tanz­ba­rem Stoff ver­sorgt. Und auch auf der Euro­vi­si­ons­büh­ne fin­det sich solch ein Exem­plar immer mal wie­der: hier waren erneut die Eid­ge­nos­sen bei­spiel­ge­bend, als sie 2007 ihren welt­weit erfolg­reichs­ten Musik­ex­port ent­sand­ten – und DJ Bobo im Blut­bad-Semi­fi­na­le von Hel­sin­ki sang- und klang­los raus­flog. Anders als drei Jah­re spä­ter das mol­da­wi­sche Sun­Stro­ke Pro­jekt, das mit dem Euro­dance-Titel ‘Run away’ und dem zum Inter­net-Meme avan­cier­ten Epic Sax Guy den Final­ein­zug spie­lend schaff­te. Der ist auch heu­er wie­der dabei, wenn das Hou­se-Kol­lek­tiv erneut für sein Hei­mat­land in den Ring steigt. In ‘Hey Mam­ma’ ver­sucht Front­mann Ser­ghei Ialo­vițchii die Erzie­hungs­be­rech­tig­te sei­ner neu­es­ten Flam­me von sei­nen guten Absich­ten zu über­zeu­gen – und kommt dabei ziem­lich cree­py her­über, da der Vers “Like the sun in the sea / She will disap­pe­ar ton­ight with me / I know we’re not any­mo­re / Do what other cats did befo­re” eher danach klingt, als wol­le das Fräu­lein Toch­ter im Meer ersau­fen. Und das anfäng­li­che “You won’t ever hide what you think of me” klingt dank sei­ner ver­wa­sche­nen Aus­spra­che eher nach “You won’t ever hap­pen to fin­ger me”. Ich sage mal so: hät­te ich Kin­der, ich wür­de sie ihm nicht anver­trau­en!

Und da ist er wie­der, der Epic Sax Guy! (MD)

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Nor­we­gen 2017: Stim­men im Wind

Ein offen­sicht­lich sehr beschei­de­nes und intro­ver­tier­tes Völk­chen, die­se Norweger/innen. So ver­steck­ten sie ihren dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, den tra­di­tio­nel­len Melo­di Grand Prix 2017, am letz­ten Super­sams­tag der lau­fen­den Grand-Prix-Sai­son hin­ter dem größ­ten­teils zeit­gleich lau­fen­den, bei Fans jedoch deut­lich belieb­te­ren schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len, um mög­lichst unter sich zu blei­ben. Und schlos­sen die weni­gen den­noch zuschau­en wol­len­de Europäer/innen per Geo-Blocking vom Live­stream ihrer Show aus, um ihnen das im Ver­gleich zu den skan­di­na­vi­schen Nach­barn um Län­gen bes­se­re und viel­fäl­ti­ge­re musi­ka­li­sche Ange­bot vor­zu­ent­hal­ten nicht zumu­ten zu müs­sen. Die Hälf­te der ins­ge­samt zehn teil­neh­men­den Titel wäre des Sie­ges wür­dig gewe­sen, und mit dem nun aus­ge­wähl­ten Dance-Pro­jekt Jowst und dem erhe­ben­den ‘Grab the Moment’ tra­fen die Norweger/innen nicht die schlech­tes­te Wahl für Kiew. Der Name steht übri­gens für das Gehirn hin­ter dem Pro­jekt, den Pro­du­zen­ten Joa­kim With Ste­en, der sich auf der Büh­ne jedoch hin­ter einer LED-beleuch­te­ten Mas­ke ver­steck­te und die Lead­vo­cals dem Gast­sän­ger Alek­san­der Wal­mann über­ließ.

Dürf­te mich auch län­ger als einen Moment grab­ben: Alex Wal­mann, Front­sän­ger von Jowst (NO)

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

Måns ist sehr ent­täuscht”: das war er, der Satz des Abends, gespro­chen vom deut­schen Kom­men­ta­tor Peter Urban, nach­dem Gast­ge­be­rin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auf­tritt des Weiß­rus­sen Ivan infor­mier­te, dass die­ser ursprüng­lich nackt und in Beglei­tung von Wöl­fen zu per­for­men gedach­te, was die EBU im Hin­blick auf die Regeln lei­der ver­bie­ten muss­te. Zum Miss­fal­len des komo­de­rie­ren­den Vor­jah­res­sie­gers, der gera­de hin­ter Petra die Büh­ne enter­te – im Adams­kos­tüm, lei­der mit einem stra­te­gisch plat­zier­ten Plü­sch­wolf vor dem Gemächt. Wie dank­bar bin ich dem Schwe­den dafür, dass er ein der­ge­stalt scham­los selbst­ver­lieb­ter, zei­ge­freu­di­ger Exhi­bi­tio­nist ist, der wirk­lich kei­ne Gele­gen­heit aus­lässt, sei­nen durch­trai­nier­ten Kör­per mög­lichst tex­tilfrei der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren. Und wie dank­bar bin ich den Schwe­den dafür, dass sie mit solch einer Leich­tig­keit durch die­sen Abend führ­ten und die Show mit einem wun­der­ba­ren Mini-Musi­cal eröff­ne­ten, das uns in vier Minu­ten dar­über auf­klär­te, was die Euro­vi­si­on eigent­lich ist und dabei so fach­lich akku­rat wie herr­lich selbst­iro­nisch daher­kam. Der Stimm­aus­zäh­lungs-Über­brü­ckungs­act ‘Man vs. Machi­ne’, eine Art Hom­mage an die Tanz­sze­nen aus dem Acht­zi­ger­jah­re-Strei­fen ‘Num­mer 5 lebt’, fiel gegen das bewe­gen­de Flücht­lings­bal­lett vom Diens­tag zwar etwas ab, ergab aber den­noch eine schö­ne Pau­sen­un­ter­hal­tung. SVT: 12 Points!

Nicht nur Måns ist ent­täuscht – ich eben­so: von der Grö­ße sei­nes, ähm, Wolfs!

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Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und wei­ter geht’s mit der noch aus­ste­hen­den Kom­men­tie­rung zu den ers­ten Pro­be­durch­läu­fen des zwei­ten Semi­fi­na­les. Der Let­te Justs darf die­ses mit sei­nem von der Vor­jah­res­teil­neh­me­rin Ami­na­ta geschrie­be­nen Elek­tro­kra­cher ‘Heart­beat’ eröff­nen, eben­so wie die Pro­ben am Mitt­woch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Blog­gern ein­trug, sich im drit­ten Durch­gang dann aber stimm­lich bemerk­bar mach­te. Haus­hal­ten mit den Kräf­ten ist hier die Devi­se! Lei­der müs­sen wir erneut auf den Riga-Biber ver­zich­ten, ansons­ten gibt es eine visu­ell etwas auf­ge­bü­gel­te Ver­si­on des Vor­ent­schei­dungs­auf­tritts, was auch gut funk­tio­niert. Nur die Pao­la-Gedächt­nis-Föhn­wel­le von Justs stört mich nach wie vor. Kann man den nicht zwangs­fri­sie­ren? Gewag­te modi­sche State­ments auch von Mich­ał Szpak: der Pole absol­vier­te sei­ne ers­te Pro­be in einer uni­quen, ärmel­lo­sen, sil­ber­nen Jacke, die er in den fol­gen­den Durch­gän­gen ableg­te, um uns mit einem schwar­zen Tank­top zu erfreu­en. Sieht man an unauf­ge­pump­ten, lang­haa­ri­gen Dau­er­wel­len­trä­gern ja sonst eher sel­ten! Lus­tig: drei sei­ner Backings sind als Vio­li­nis­tin­nen getarnt, der ers­ten fehl­te aller­dings zunächst das Instru­ment, so dass sie einen klei­nen Mar­aa­ya-Luft­gei­gen-Moment (SI 2015) impro­vi­sie­ren muss­te. Damit wir dem Schwulst sei­nes Tex­tes nicht ent­flie­hen kön­nen, wer­den die Key­wor­ds von ‘Color of your Life’ auf dem Büh­nen­hin­ter­grund ein­ge­blen­det. Muss das denn sein?

Wer hat die Gei­ge geklaut? (PL)

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Vier Todes­fäl­le und eine Hoch­zeit: der schlim­me Super­sams­tag

Fünf Natio­nen wähl­ten ges­tern gleich­zei­tig ihre Bei­trä­ge aus für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 in Stock­holm an die­sem stres­sigs­ten aller Super­sams­ta­ge der lau­fen­den Sai­son. Als ers­te von ihnen star­te­te bereits um 18:40 Uhr MEZ die mol­da­wi­sche Vor­ent­schei­dung, wo wir erfuh­ren, dass die Zahl 16 (wie in 2016) dort “șaiș­pe” heißt, was sich nicht von unge­fähr wie “Schei­ße” anhört. Fol­ge­rich­tig griff das rumä­ni­sche Bru­der­land, wie fast alle ges­tern Abend aus­wäh­len­den Natio­nen, tief ins Klo bei ihrer Ent­schei­dung. Sehr, sehr tief. Das sah wohl sogar die Sie­ge­rin so, die man nach ihrer Akkla­ma­ti­on erst mal hek­tisch suchen muss­te (war sie eine rau­chen gegan­gen?). Und ich kann es noch nicht mal auf die kor­rup­te Jury schie­ben, denn es waren die mol­da­wi­schen Televoter/innen, die den dis­so­nant vor sich hin krei­schen­den Hexen­be­sen namens Lidia Isac mehr­heit­lich zu ihrer Ver­tre­te­rin bestimm­ten, mit einem (natür­lich von einem schwe­di­schen Team geschrie­be­nen) abso­lu­ten Nichts von einem Song. ‘Fal­ling Stars’ heißt der und dürf­te ver­mut­lich als Omen für die Punk­te­er­war­tung in Stock­holm ste­hen. Gut, ein paar Län­der müs­sen ja auch im Semi aus­schei­den, und in die­sem Fall schmerzt es wenigs­tens nicht.

Zwei Ven­ti­la­to­ren aus dem Bau­markt als Wind­ma­schi­ne: es sieht so bil­lig aus, wie der Song klingt (MD)

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Nora Brock­stedt ist tot

Die nor­we­gi­sche Sän­ge­rin Nora Brock­stedt ver­starb ges­tern im Alter von 92 Jah­ren in Oslo. Sie ver­trat ihr Land bei des­sen Euro­vi­si­ons­pre­mie­re 1960 in Lon­don mit dem Grand-Prix-Klas­si­ker ‘Voi Voi’ und erreich­te einen beacht­li­chen (geteil­ten) vier­ten Platz (Rang 5 nach Anzahl der Spit­zen­wer­tun­gen). 1961 durf­te sie gleich noch mal ran und lan­de­te mit der Bal­la­de ‘Som­mer i Pal­ma’ auf Rang 7. Sie ver­such­te es vier wei­te­re Male beim Melo­di Grand Prix, dem natio­na­len Vor­ent­scheid, zuletzt im Jah­re 1977. In Nor­we­gen fei­er­te sie über meh­re­re Deka­den Erfol­ge in den Spar­ten Pop und Jazz, ihr letz­tes Album ver­öf­fent­lich­te sie 2008 im hohen Alter von 85 Jah­ren. 2012 ehr­ten sie beim MPG ihre Kolleg/innen, dar­un­ter der Ver­tre­ter jenes Jah­res, Too­ji, mit einem skur­ri­len Stil­mix-Pot­pour­ri ihres größ­ten Grand-Prix-Erfol­ges. Mit Nora Brock­stedt tritt eine nor­di­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de ab.

Das nenn’ ich mal Bom­meln! Nora mit einer Swing­va­ri­an­te von ‘Voi Voi’