Schlagwort: Östen Warnerbring

1967, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

SE 1967: Im Östen nichts Neu­es

Das Melodifestivalen ist ein rundheraus sterbenslangweiliger Wettbewerb mit nicht einem einzigen auch nur ansatzweise interessanten Titel und null Glamour: würde man für eine solche Aussage heutzutage von vor Empörung schnappatmenden Fans als Ketzer bezichtigt und von einem wütenden Mob aufgeknüpft (und das zu Recht), so trifft obige Aussage für den Jahrgang 1967 indes voll und ganz zu, wie selbst der schwedophilste Grand-Prix-Fan ehrlicherweise zugeben muss. Zehn Lieder hatte eine Jury herausgesucht, und darunter befand sich nicht einer, der in irgendeiner Form als eingängig bezeichnet werden könnte. Am konventionellsten vielleicht noch der Titel 'Christina dansar' der schwedischen Schlagerette und MF-Teilnahmerekordhalterin Ann-Louise Hanson, die hier den dritten und vierten ihrer insges...
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

SE 1962: Lie­be und Meer­ret­tich

Erstmalig schafften es die Schweden in diesem Jahr, die Siegerin des Vorentscheids, des Melodifestivalen, auch tatsächlich zum Eurovision Song Contest zu schicken und nicht durch eine/n andere/n Künstler/in zu ersetzen. Beziehungsweise eine der Siegerinnen: wie zu dieser Zeit üblich, ließ man sämtliche der sechs Finalbeiträge zweifach interpretieren, von verschiedenen Sänger/innen sowie einmal mit großem und einmal mit kleinem Orchester. Eigentlich sollten es sieben Titel sein, doch noch am Finalabend musste man den der Jazz-Interpretin Monica Zetterlund (→ SE 1963) zugedachten Beitrag 'Kärlek och Pepparrot' ('Liebe und Meerrettich' - klingt nach einem äußerst pikanten, ähm, Rezept?!) disqualifizieren, weil die Comedy-Nummer vorschriftswidrig bereits im Radio gelaufen war. Weniger streng i...
1960, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Melo­di­fes­ti­va­len 1960: Zwei­mal Unrecht macht kein Recht

Experimentierunfreudigkeit kann man dem schwedischen Fernsehen in Sachen Eurovision nun wahrlich nicht vorwerfen. Wie bereits 1959 fanden auch 1960 vor dem eigentlichen Melodifestivalen wiederum acht Radio-Vorrunden statt, aus denen sich mit Hilfe des Publikums jeweils ein Titel fürs Finale qualifizieren sollte. Mitten im laufenden Verfahren schmiss der verantwortliche Sender SVT jedoch alles um und entscheid, dem Beispiel Italiens folgend, alle Finalbeiträge in zwei unterschiedlich orchestrierten Versionen von jeweils zwei Interpret/innen singen zu lassen. Da man die Sendezeit nicht verdoppeln wollte, reduzierte eine flugs einberufene Jury daraufhin die Anzahl der Lieder auf vier, wodurch beispielsweise das in der Vorrunde gewählte 'En kyss' von Lill-Babs auf der Strecke blieb. https:/...
1959, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

Melo­di­fes­ti­va­len 1959: Oh, ist das ein Mann

Heutzutage genießt das schwedische Melodifestivalen (MF) bei Fans einen fast unantastbaren Status als das Maß aller Dinge in Sachen Eurovisionsvorentscheidungen. Doch bis dahin war es ein weiter Weg, der 1959 mit einem ausgesprochen skurrilen und unnötig komplizierten Auswahlverfahren begann. Hatte es sich der Sender SVT bei seiner Grand-Prix-Premiere 1958 mit einer internen Nominierung noch ziemlich leicht gemacht, so betrieb man diesmal einen ungleich höheren Aufwand: in sage und schreibe acht (!) Radio-Vorrunden zu je zwei Liedern, die seit Oktober 1958 unter dem Namen Säg det med Musik: Stora Schlagertävlingen über den Äther gingen und bei denen die Zuschauer/innen per Briefwahl abstimmen durften, sammelte man acht Songs für das TV-Finale im Stockholmer Cirkus. Gleich zwei davon trug...