Schlagwort: Đorđe Marjanović

Jugo­vi­zi­ja 1966: Caset­ta in Cana­dà
1966, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Jugo­vi­zi­ja 1966: Caset­ta in Cana­dà

Im großzügigen, 1.600 Zuschauer/innen fassenden Dom Sindikata zu Belgrad, einem klassischen sozialistischen Prunkbau mitten im Stadtzentrum, fand der Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 1966, die Jugovizija, statt. Folgerichtig durfte der serbische Sänger Dragan Stojnić gleich drei der insgesamt 14 Lieder beisteuern. Der 2003 verstorbene Stojnić hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seinen slawischen Landsleuten das gallische Chanson näher zu bringen, seine Karriere begann dementsprechend mit einem Cover des französischen Eurovisionssongs von 1963, 'Elle était si jolié' von Alain Barrière, in seiner Fassung 'Bila je tako lijepa'. Auch sein Jugovizija-Beitrag 'Duga je Noc' ('Die Nacht ist lang') fiel in die Kategorie der geigengeschwängerten Ballade. Gabi Novak blieb dem Thema "Erst...
1965, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

YU 1965: Immer mehr vom Meer sehn

Es waren in den Sechzigerjahren mehr oder minder stets dieselben Namen, die auf der Teilnehmerliste der jugoslawischen Vorentscheidung auftauchten. Früher oder später gewann dann auch fast Jede/r von ihnen mal und durfte den Vielvölkerstaat beim Eurovision Song Contest vertreten. Eine, die das trotz beinahe durchgehender Präsenz bei der Jugovizija nie ganz schaffte, und das, obwohl sie laut Wikipedia die erfolgreichste Schlagersängerin des Balkanstaates ist, war Gabi Novak. Klingt ziemlich germanisch, dieser Vorname, werden Sie sich jetzt vielleicht denken, und liegen damit völlig richtig: die gute Gabi kam nämlich 1936 als Kind eines kroatischen Vaters und einer deutschen Mutter in Berlin zur Welt, von wo die Familie jedoch bei Kriegsausbruch auf die dalmatinische Insel Hvar floh. 1965 ka...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

YU 1963: Hüpf auf mein Schiff, Baby

Zeigt sich die Datenlage bezüglich der Eurovisionsvorentscheidungen im seinerzeit noch vereinten Jugoslawien der Sechzigerjahre generell als ziemlich bruchstückhaft, so klafft im Jahre 1963 ein kratergroßes schwarzes Loch. Es gilt zwar als gesichert, dass eine solche stattfand und dass die insgesamt acht Regionen des Vielvölkerstaates hierfür jeweils einen musikalischen Repräsentanten und einen Juroren nach Belgrad entsandten. Das genaue Austragungsdatum der Jugovizija 1963 und ihre Lieder sind allerdings im Nebel der Geschichte versunken. Die bosnische Ausgabe der Wikipedia benennt Ljiljana Petrović (→ YU 1961), Majda Sepe, Sabahudin Kurt (→ YU 1964), Đorđe Marjanović und Anica Zubović als Teilnehmer/innen dieses Jahrgangs. Zweifelsfrei überliefert ist jedoch alleine der Siegertitel von V...
1961, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Jugo­vi­zi­ja 1961: Mor­gen fängt das Leben erst an

Viel Geld und technisches Know-How hatten die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg den staatlichen westeuropäischen Sendeanstalten zukommen lassen, um sie für die Propagandaschlacht im nachfolgenden Kalten Krieg gegen den feindlichen kommunistischen Osten zu rüsten. Auch der Eurovision Song Contest sollte nach den Vorstellungen des hierbei federführenden US-Geheimdienstes dem kulturellen Aneinanderrücken der "freiheitlichen" (lies: kapitalistischen) Staaten dienen und mit seinem nach eigenem Empfinden glamourösen und unterhaltsamen Programm, das man, soweit es die Antennen zuließen, gerne auch ins sozialistische Ausland ausstrahlte, um dort Neid und Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu schüren, die klare Überlegenheit des Westens in Sachen Pop demonstrieren. Dies jedenfalls ist der zieml...