Tsche­chi­en 2019: Ich fra­ge für einen Freund

Fri­end of a Fri­end’ heißt er, der Bei­trag Tsche­chi­ens zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. So das heu­te Mit­tag ver­öf­fent­lich­te Ergeb­nis des dor­ti­gen Online-Ver­fah­rens. Acht Bei­trä­ge stan­den auf dem You­tube-Kanal des Sen­ders ČT zur Aus­wahl, neben dem knapp einen Monat geöff­ne­ten Inter­net­vo­ting durf­ten zehn ehe­ma­li­ge Eurovisionsteilnehmer/innen über die Lie­der abstim­men. Fünf von ihnen gaben dem Song des Tri­os Lake Mala­wi ihre Dou­ze Points und ver­hal­fen der nach einem See in Ost­afri­ka benann­ten Band damit zum Gesamt­sieg. Und war­um auch nicht: ‘Fri­end of a Fri­end’ klingt, wie schon der letzt­jäh­ri­ge Bei­trag des Lan­des, als könn­te es auch im rea­len Pop­le­ben exis­tie­ren, und das ist beim Euro­vi­si­on Song Con­test sel­ten genug. Im Ver­gleich zum deut­lich anzüg­li­che­ren ‘Lie to me’ fehlt dem Gan­zen zwar der beson­de­re Kick (sowie ein Kamel im Video­clip) und der Front­mann Albert Černý kann in Sachen Cha­ris­ma auch nicht ganz mit Miko­las Josef mit­hal­ten. Den­noch gibt es kei­nen Anlass zum Meckern: die ganz unter­halt­sa­me Num­mer über einen ehe­ma­li­gen Jugend­schwarm, der jetzt eher unpas­send wie­der die eige­nen Bah­nen kreuzt, legt zumin­dest ein tanz­ba­res Tem­po vor und kommt somit auto­ma­tisch in das Töpf­chen mit den Guten.

Lebt nun wie­der Tür an Tür mit Ali­ce: Albert von Lake Mala­wi.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

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