Mol­da­wi­en 2015: ein gekauf­ter Sieg?

Sie gehö­ren beim Euro­vi­si­on Song Con­test mitt­ler­wei­le zum Stan­dard­ver­fah­ren, ins­be­son­de­re in den ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten: Vor­wür­fe über Stim­men­kauf und Mani­pu­la­ti­on. Die Fet­zen flo­gen ent­spre­chend hoch beim mol­da­wi­schen Vor­ent­scheid am ver­gan­ge­nen Sams­tag, wie escK­az, euro­fire und Euro­vi­si­on Apo­ca­lyp­se in den letz­ten Tagen über­ein­stim­mend berich­te­ten. Dort rich­te­te sich der geball­te Zorn der Vor­ent­scheid-Teil­neh­mer gegen den aus der Ukrai­ne stam­men­den Edu­ard Romanyu­ta, der die Melo­die pen­tru Euro­pa haus­hoch gewann. Zu haus­hoch viel­leicht: bereits nach dem Semi­fi­na­le, als er im Tele­vo­ting mehr Stim­men auf sich ver­ein­te als alle Kon­kur­ren­ten zusam­men, rie­fen eini­ge Acts wie z.B. das Sun­Stro­ke Pro­ject (MD 2010) ihre Fans aus Pro­test dazu auf, sich das Geld für Anru­fe und SMS zu spa­ren, da das Ergeb­nis ohne­hin vor­her­be­stimmt sei. Romanyu­tas Sieg im Fina­le quit­tier­ten die Mit­strei­ter mit Buh­ru­fen und dem Ver­las­sen des Sen­de­stu­di­os sowie dem Boy­kott der After­show­par­ty.

Sah das Out­fit so bil­lig aus, weil alles Geld für Stim­men­kauf drauf­ging? Edu­ard Romanyu­ta

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Vier­ter Super­sams­tag: der gei­le Kata­stro­phen­tag (FI, HU, MD 2015)

Neben Slo­we­ni­en ent­schie­den am heu­ti­gen vier­ten Super­sams­tag noch drei wei­te­re Län­der über ihre Bei­trä­ge. Im Gegen­satz zu den sich selbst als Mit­tel­eu­ro­pä­er ver­ste­hen­den Bal­kan­be­woh­nern gin­gen in Finn­land, Ungarn und Mol­da­wi­en den heu­ti­gen Ent­schei­dun­gen jeweils zahl­rei­che Vor­run­den vor­aus. Wie in Slo­we­ni­en sieg­ten auch hier die im Vor­feld als Favo­ri­ten getipp­ten Acts, aller­dings han­delt es sich bei allen drei Neu­zu­gän­gen für Wien um recht umstrit­te­ne Sie­ger­ti­tel. Und ich fin­de sie alle drei geil! Das gilt natür­lich im beson­de­re Maße für Finn­land, das mit der Wahl der aus vier rup­pig aus­se­hen­den Ker­len mit Lern­be­hin­de­rung bestehen­den Punk­band Pert­ti Kuri­kan Nimi­päiv­ät erneut sei­nen Sinn für unüber­treff­li­che Cool­ness und Risi­ko­be­reit­schaft unter Beweis stell­te. Das ging bekannt­lich 2006 mit Lor­di schon mal gut, und auch, wenn Punk sicher­lich noch weni­ger mehr­heits­fä­hig ist als Hard­rock und ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen sehr froh bin, dass das kra­chi­ge ‘Aina mun pit­ää’ bereits nach gut 90 Sekun­den endet, so ver­die­nen PKN allei­ne schon für ihre Anders­ar­tig­keit Respekt. Zumal sie die auf tele­vi­sio­nä­re Per­fek­ti­on sekun­den­bruch­teils­ge­nau durch­ge­tak­te­te Show ver­mut­lich gehö­rig zum Stol­pern brin­gen – dar­auf freu ich mich schon tie­risch!

Stel­len den neu­en Rekord fürs kür­zes­te Lied: PKN (FI)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Opa, Pasha!

In erschre­cken­der Wei­se führt uns die grie­chi­sche Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung die ver­hee­ren­den Fol­gen der Aus­teri­täts­po­li­tik vor: noch nicht mal mehr Autos kön­nen sich die Hel­le­nen leis­ten, so dass in Athe­ner Park­häu­sern nun gan­ze Eta­gen leer­ste­hen. Dies nutz­te der vom Staats­sen­der NERIT mit der Euro­vi­si­ons­aus­wahl beauf­trag­te pri­va­te Musik­ka­nal MAD und dreh­te die Clips zu den fünf die­se Woche der Öffent­lich­keit prä­sen­tier­ten Vor­ent­schei­dungs­bei­trä­ge in einer schä­bi­gen, klaus­tro­pho­bie­aus­lö­sen­den Par­keta­ge. Ande­rer­seits könn­te man sich das für den kom­men­den Mitt­woch ter­mi­nier­te Fina­le auch ganz spa­ren, gibt es doch ohne­hin nur einen ein­zi­gen denk­ba­ren Sie­ger­ti­tel: ‘Jazz & Sir­ta­ki’ von Tho­maï Aper­gi! Der Song lie­fert exakt das ab, was sein Titel ver­spricht, und obwohl ich Tem­po­wech­sel in einem Lied sonst has­se, ist die vom plötz­li­chen Her­bei­sprin­gen hünen­haf­ter Tän­zer visu­ell avi­sier­te Ver­dop­pe­lung der Takt­zahl in der letz­ten Minu­te hier die Kir­sche auf dem Sah­ne­häub­chen. Lie­be Hel­le­nen, Vor­schlag: ihr wählt die­sen Song zu Eurem Bei­trag und wir jagen dafür Mer­kel aus dem Lan­de. Seid Ihr dabei?


Selbst das teu­re Kleid muss­te sich Tho­maï Aper­gi offen­bar vom Mun­de abspa­ren! (GR)

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