Dansk Melo­di Grand Prix 1962: Ich rede mit mir selbst

Ein Skan­dal erschüt­ter­te den Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP) 1962, den däni­schen Vor­ent­scheid, in des­sen Mit­tel­punkt die fabel­haf­te und noch heu­te län­der­über­grei­fend heiß­ge­lieb­te Git­te Hæn­ning stand. Die im Hei­mat­land bereits als Kin­der­star popu­lä­re Sän­ge­rin soll­te mit dem sen­sa­tio­nel­len Swing-Knal­ler ‚Jeg snak­ker med mig selv‘ (‚Ich rede mit mir selbst‘) teil­neh­men, einem The­ma, das die nicht min­der fabel­haf­te Nina Hagen gute zwan­zig Jah­re spä­ter in Uni­ver­sel­les Radio noch­mals auf­grei­fen soll­te. Doch dann beging der fünf­fa­che DMGP-Mode­ra­tor und Lyrik­au­tor des Titels, Sejr Vol­mer-Søren­sen, den unver­zeih­li­chen Feh­ler, sel­bi­gen noch vor der Sen­dung wäh­rend der Pau­se in der Sen­der­kan­ti­ne vor sich hin zu sum­men. Was die sofor­ti­ge Dis­qua­li­fi­ka­ti­on des (den­noch in der Show prä­sen­tier­ten) Songs für den Wett­be­werb nach sich zog, denn es hät­te ja ein Juror anwe­send sein und sich beein­flus­sen las­sen kön­nen. Die gute Git­te durf­te zwar einen wei­te­ren von Sejr betex­te­ten Bei­trag vor­stel­len, den im Hin­blick auf sei­ne ein­schlaf­för­dern­den musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten mehr als tref­fend ‘Vug­ge­vi­se’ (‘Wie­gen­lied’) benann­ten Sie­ger­song des MGP 1962 näm­lich. Doch dies nur als des­sen Zweit­be­set­zung, denn eben­so wie bei den ande­ren skan­di­na­vi­schen Vor­ent­schei­dun­gen die­ses Jahr­gangs brach­te man in Däne­mark alle fünf Final­lie­der gleich dop­pelt zu Gehör, dar­ge­bo­ten jeweils in unter­schied­li­cher Orches­trie­rung und mit unter­schied­li­chen Künstler/innen.

Selbst­ge­sprä­che sind meist die intel­li­gen­tes­ten Dis­kus­sio­nen, wuss­te die klu­ge Git­te schon 1962 (nur Audio).

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Dansk Melo­di Grand Prix 1961: Jet Air­li­ner

Die fünf­te Aus­ga­be der däni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung Melo­di Grand Prix (DMGP) erwies sich als Vete­ra­nen­tref­fen: sämt­li­che (!) bis­he­ri­gen Grand-Prix-Reprä­sen­tan­t/in­nen des Lan­des ver­such­ten es erneut. Dabei gin­gen Gus­tav Winck­ler, Raquel Ras­ten­ni und Katy Bødt­ger kom­plett leer aus: sie erhiel­ten von der zehn­köp­fi­gen Jury, von der jedes Mit­glied aller­dings nur jeweils drei Punk­te zu ver­tei­len hat­te, alle­samt nichts. Bes­ser schlu­gen sich da schon der DMGP-Wie­der­keh­rer Otto Bran­den­burg, der für sein sanf­tes Wie­gen­lied ‘God­nat, lil­le du’ zumin­dest drei Zäh­ler kas­sie­ren konn­te, sowie der in Por­tu­gal gebo­re­ne, schon früh mit sei­nen Eltern nach Däne­mark gezo­ge­ne Jazz-Musi­ker Pedro Biker, der anschlie­ßend eine Kar­rie­re als Radio- und TV-Mode­ra­tor sowie 1970 einen Hit und hei­mat­li­chen Ever­green mit der däni­schen Cover­ver­si­on von Burt Bacha­rachs ‘Rain­drops keep fal­ling on my Head’ hin­leg­te, aller­dings nur drei Jah­re spä­ter das Zeit­li­che seg­ne­te. Hier, bei sei­nem ers­ten TV-Auf­tritt, konn­te Pedro, der kein biss­chen aus­sah wie ein Biker, mit ‘Min Gui­tar og jeg’ einen drit­ten Rang lan­den.

Wer raucht und flie­gen­de Tötungs­ma­schi­nen steu­ert, also weder das eige­ne Leben ach­tet noch das von ande­ren, dem wer­fen sich die Damen an den Hals, so die sub­ti­le Pro­pa­gan­da­aus­sa­ge von Bir­t­he Wil­kes Film­auf­tritt (Reper­toire­bei­spiel).

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