Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal dis­qua­li­fi­ziert

Sie wird jedes Jahr aufs Neue geführt, die manch­mal ermü­den­de Dis­kus­si­on um angeb­lich irgend­wo abge­kup­fer­te Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge. Heu­te erwisch­te es in Ungarn mit Petrus­ka aller­dings einen Künst­ler, der sei­nen iro­ni­scher­wei­se auch noch ‘Help me out of here’ beti­tel­ten Vor­ent­schei­dungs­song nun wirk­lich völ­lig zwei­fels­frei ein­fach Ton für Ton von dem 2010 ver­öf­fent­li­chen Lied ‘White Sky’ der US-ame­ri­ka­ni­schen Indie-Rock-Band Vam­pi­re Wee­kend kopier­te. Ein­schließ­lich des cha­rak­te­ris­ti­schen, gejo­del­ten Refrains. Was er sich bei die­sem dreis­ten Klau nur gedacht haben mag? Hier zieht ja noch nicht mal das belieb­te Argu­ment, das Unter­be­wusst­sein habe beim Krea­tiv­pro­zess des Schrei­bens eine mal irgend­wo gehör­te Melo­die wie­der her­vor­ge­kramt, denn Petrus­ka cover­te den Song schlicht­weg inklu­si­ve Ori­gi­nal-Instru­men­tie­rung und setz­te ledig­lich einen neu­en Text dar­über. Nach ent­spre­chen­den Hin­wei­sen und einer ohra­len Über­prü­fung kam der unga­ri­sche Sen­der MTV der dem Song­ti­tel inne­woh­nen­den Bit­te ‘Hilf mir hier raus’ ohne zu zögern nach und schloss ihn kor­rek­ter­wei­se von der Teil­nah­me am Fina­le des Vor­ent­scheids A Dal aus, das an die­sem Wochen­en­de ansteht. Für ihn rückt der eigent­lich bereits aus­ge­schie­de­ne Ger­gő Oláh mit ‘Hoz­zád búj­nék’ nach.

Fin­de die Unter­schie­de: hier das Ori­gi­nal…

…und hier die Fäl­schung. Dreist, lie­ber Petrus­ka, wirk­lich dreist.

Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Kat­zen?

Wie in einer der infla­tio­när aus­ge­strahl­ten nach­mit­täg­li­chen Zoo-Sen­dun­gen in den drit­ten Pro­gram­men der ARD ging es stel­len­wei­se zu beim gest­ri­gen zwei­ten, aus­schließ­lich aus Semis bestehen­den Super­sams­tag der Euro­vi­si­ons­sai­son 2019. So bei­spiels­wei­se in Lett­land, wo das zwei­te Pus­fināls der Super­no­va statt­fand, die bekannt­lich kei­ne sol­che ist ohne den legen­dä­ren Riga-Biber ali­as Mār­tiņš Kozlovskis, ein Schau­spie­ler und Come­di­an, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, im Kos­tüm des die Kanä­le der let­ti­schen Haupt­stadt heim­su­chen­den Nagers ste­ckend, für skur­ri­le Unter­hal­tung in den Wer­be­pau­sen sorg­te. Dies­mal aller­dings nahm er am Wett­be­werb teil, unter sei­nem Musi­ker-Namen Koz­mens und in Beglei­tung der Band Dziļi Vio­lets (Deep Pur­ple). Ihr Bei­trag ‘Tau­tasd­zies­ma’ ver­such­te, alle Ant­wor­ten zu berück­sich­ti­gen, die Koz­mens bei einer Come­dy-Show auf die Fra­ge, was ein Euro­vi­si­ons­song braucht, vom Publi­kum zuge­ru­fen wur­den, näm­lich “lang­sam”, “schnell”, “Tanz”, “kei­nen Tanz”, “let­tisch”, “eng­lisch”, “fran­zö­sisch” und “Lie­be”. Das Ergeb­nis über­zeug­te zumin­dest die Lands­leu­te, die das wun­der­bar bizar­re, aber erfri­schend untra­shi­ge Kon­glo­me­rat ins Fina­le weit­er­wähl­ten.

Macht im Schot­ten­rock min­des­tens eine genau so gute Figur wie als Riga-Biber: Koz­mens.

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