Schlagwort: Pino Donaggio

San-Remo-Fes­ti­val 1966: Rebel Yell
1966, Die Sechziger

San-Remo-Fes­ti­val 1966: Rebel Yell

Dass beim typischen Italiener gerne mal die Emotionen hochkochen, ist ein nur all zu bekanntes Klischee, welches sich bei dem auch 1966 erneut als Grand-Prix-Vorentscheidungsverfahren genutzten San-Remo-Festival (SRF) mal wieder auf das Schönste bestätigte. Anders als in den beiden Vorjahren, wo die RAI als Zweitbesetzung für jeden Wettbewerbsbeitrag einen internationalen Star zwingend vorschrieb und damit für eine extrem glanzvolle Veranstaltung mit hochkarätigen Namen sorgte, beließ man es diesmal bei einer entsprechenden Empfehlung. Was zur Folge hatte, dass die Zahl der internationalen Gaststars zwar nicht auf Null zurückging, aber deutlich sank. Und sich kein einziger deutscher Künstler mehr im Aufgebot befand. Dafür kehrten die beiden italienischen Topstars Domenico Modugno (→ IT 195...
1965, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1965: Walk like a Man

Was für ein Höhenrausch: die im Vorjahr erstmals umgesetzte Idee der San-Remo-Macher, sich internationale Stars zum europaweit berühmten ligurischen Musikfestival einzuladen, welche dort die Zweitvariante der von den heimischen Künstler:innen vorgestellten Lieder sangen, hatte nicht nur den ohnehin schon herausragenden Glamour-Faktor der Gala in ungeahnte Höhen getrieben, sondern auch das musikalische Niveau gestärkt. Und gleich bei der Premiere des neuen Konzepts für Italiens ersten Eurovisionssieg gesorgt! Kein Wunder, dass die Rai das neue Format auch 1965 beibehielt. Was allerdings unter dem landeseigenen Sangespersonal nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß: einige etablierte San-Remo-Stars wie Adriano Celentano blieben dem Wettbewerb aus Protest fern. Domenico Modugno und Claudio Vi...
1964, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1964: Gib mir noch Zeit

Welche herausragende Bedeutung das San-Remo-Festival zu seiner Blütezeit weit über die Grenzen Italiens hinaus hatte, vermag man sich heutzutage kaum noch vorzustellen. Eine leichte Ahnung davon vermittelt der Blick auf die Interpretenliste des als Grand-Prix-Vorentscheid genutzten Wettbewerbs im Jahre 1964. Da kam die ausführende Sendeanstalt Rai nämlich auf die grandiose Idee, die Zweitversionen der in den beiden Semifinalen vorgestellten 24 Lieder von internationalen Künstler:innen singen zu lassen, um den Duft der großen weiten Welt in die ohnehin schon glamouröse Veranstaltung zu holen. Und das Verrückte: die eingeladenen Gäste kamen auch! So unternahm beispielsweise neben der Italienerin Milva die Französin und spätere Eurovisionssiegerin Frida Boccara eine musikalisch beschwingte ...
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1963: A Cock in a Frock on a Rock

Italiens berühmtester TV-Moderator, der Gameshow-Gastgeber Mike Bongiorno (nein, kein Künstlername: der hieß wirklich so!), übernahm ab 1963 für eine komplette Dekade, die aus heutiger Sicht aufgrund der Einschaltquoten als die goldene Ära des San-Remo-Festivals gilt, die Aufgabe des Conferenciers. Lustiger Wikipedia-Fakt: der Autor Umberto Eco sah in Signor Gutenmorgen, der schon 1954 beim Sendestart der Rai mit an Bord war und bis zu seinem Tode im Jahre 2009 im TV auftrat, das "Abbild der Beschränkheit" der Zuschauer:innen, der seinen Erfolg alleine der Tatsache verdanke, "dass aus jeder Handlung und jedem Wort eine absolute Mittelmäßigkeit spricht". Warum nur muss ich spontan an Jörg Pilawa denken und an Markus Lanz? Bongiorno jedenfalls, dessen Leiche anderthalb Jahre nach seiner Be...
1961, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1961: Küss mich, ich bin der Frosch aus dem Mär­chen

Die ungebrochen hohe Popularität des San-Remo-Festivals, zehn Jahre zuvor aus der Taufe gehoben, um dem ligurischen Küstenstädtchen auch in der kalten Jahreszeit touristische Impulse zu geben, sowohl beim Publikum als auch bei den auftretenden Künstler:innen, erlaubte es den Veranstaltern, ein wenig mit dem Format zu experimentieren. So stockte man 1961 die beiden Qualifikationsrunden auf jeweils zwölf Titel auf, präsentiert von je zwei verschiedenen Interpret:innen, aus denen eine Jury je die Hälfte für das Finale heraussiebte. Dort aber hatte erstmals das Publikum das alleinige Sagen. Da Postkarten, wie sie beispielsweise beim Eurovisionsvorentscheid in den Niederlanden zum Einsatz kamen, aufgrund der chronischen Unzuverlässigkeit der italienischen Post ausschieden; vor allem aber, um ...