FI 1964: Hey, Macare­na!

Fin­nisch ist eine der­ma­ßen gangs­ter­mä­ßi­ge Spra­che,” stell­te der groß­ar­ti­ge islän­di­sche Come­di­an Ari Eld­járn in einem sich mit den skan­di­na­vi­schen Spra­chen befas­sen­den, hoch­gra­dig lus­ti­gen Stan­dup-Set mal bewun­dernd fest. Er mach­te dies – neben den fan­tas­ti­schen Mög­lich­kei­ten, auf fin­nisch zu flu­chen – vor allem an der Über­set­zung der drei schöns­ten Wör­ter in fast jeder Spra­che fest: “Ich lie­be Dich” heißt dort näm­lich “Raka­s­tan sinua”. Das klin­ge für Außen­ste­hen­de eher wie “Bring das Geld bis Frei­tag bei”, mein­te Ari nicht ganz zu Unrecht. Ein schö­nes Bei­spiel hier­für lie­fer­te auch die fin­ni­sche Grand-Prix-Vor­ent­schei­dung von 1964, wo der 1979 ver­stor­be­ne Schnul­zensän­ger Tais­to Tam­mi zu kit­schi­gen Gei­gen etwas vom ‘Reich­tum der Lie­be’ schmalz­te – als ‘Rak­kau­den Rik­kaus’ für mit­tel­eu­ro­päi­sche Ohren tat­säch­lich eher nach einem gut getarn­ten Plot zur Aus­lö­schung eines gan­zen Kon­ti­nents vom Erd­ball klin­gend. Kein Wun­der, dass er im kom­bi­nier­ten Voting der zehn Publi­kums- und der pro­fes­sio­nel­len Jury gera­de mal 21 Punk­te erhielt, und damit nur ein Zwan­zigs­tel des Sie­gers die­ses Vor­ent­scheids.

Eine hoch inter­es­san­te The­se übri­gens zur Ent­ste­hung des Som­mer­hits ‘Macare­na’, die Ari Eld­járn hier ablie­fert!

wei­ter­le­senFI 1964: Hey, Macare­na!

DE 1962: Der Weg des Was­sers wird es uns wei­sen

Conny Froboess, DE 1962
Die Mul­ti­kul­tu­rel­le

Nicht nur für den Euro­vi­si­on Song Con­test bil­de­te das im ligu­ri­schen Kur­ort San Remo statt­fin­den­de Fes­ti­val del­la Can­zo­ne Ita­lia­na einst das Vor­bild. Wie in vie­len ande­ren euro­päi­schen Natio­nen, die sich eben­falls von den Ita­lie­nern für eige­ne Schla­ger­fes­ti­vals inspi­rie­ren lie­ßen, fan­den in den Sech­zi­ger­jah­ren auch in deut­schen Kur­städ­ten gedie­ge­ne Wett­be­wer­be der leich­ten Muse statt. So hat­te das von Radio Luxem­burg gegrün­de­te Deut­sche Schla­ger­fes­ti­val im hes­si­schen Wies­ba­den bereits 1960 als Vor­ent­scheid gedient, aller­dings nur ein­ma­lig. 1961 hob der Süd­west­funk in Kon­kur­renz hier­zu die Deut­schen Schla­ger­fest­spie­le aus der Tau­fe, an deren Erst­aus­ga­be unter ande­rem Lys Assia (→ Vor­ent­scheid DE 1956, CH 1956, 1957, 1958, Vor­ent­scheid CH 2012, 2013), Nora Nova (→ DE 1964) und Inge Brück (→ DE 1967) teil­nah­men. Die zwei­te Aus­ga­be die­ser Ver­an­stal­tung soll­te nun 1962 wie­der­um als Grand-Prix-Vor­ent­scheid fun­gie­ren. Ent­spre­chend groß zog die ARD die Show auf: in vier TV-Vor­run­den mit ins­ge­samt 24 Bei­trä­gen qua­li­fi­zier­ten sich jeweils drei Sänger/innen für die End­run­de im mon­dä­nen Baden-Baden.

Herr­lichs­ter Schla­ger­kitsch, lei­der nur in der Audio­fas­sung: der wun­der­bar weh­lei­dig into­nie­ren­de Jim­my Maku­lis.

wei­ter­le­senDE 1962: Der Weg des Was­sers wird es uns wei­sen