WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Rie­sen­schrit­ten nähern wir uns dem Ende der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Mit dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len steht an die­sem Sams­tag der letz­te öffent­li­che Vor­ent­scheid an. Aus­ge­rech­net all jene Natio­nen, die zu faul oder zu gei­zig waren, einen sol­chen zu orga­ni­sie­ren, haben sich nun ver­ab­re­det, Fans und Euro­vi­si­ons­blog­ger in den Stress­in­farkt zu schi­cken, in dem sie all ihre – teils seit vie­len Wochen im Tre­sor gebun­ker­ten – Bei­trä­ge mehr oder min­der gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­ten. Den Beginn in unse­rer klei­nen Werk­schau macht das mitt­ler­wei­le auch von­sei­ten der EBU offi­zi­ell umbe­nann­te Nord­ma­ze­do­ni­en, das als ein­zi­ge der betei­lig­ten Natio­nen einen vali­den Grund vor­wei­sen kann, sei­nen Song heu­te – am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag – her­aus­zu­brin­gen. Han­delt es sich bei ‘Proud’ doch um eine Bal­la­de zum The­ma der weib­li­chen Selbst­er­mäch­ti­gung, die den zusam­men­ge­cas­te­ten deut­schen Sis­ters, die mit dem glei­chem Sujet unter­wegs sind, zeigt, wo der Ham­mer hängt. Und zwar sowohl musi­ka­lisch, wo nach einem etwas sprö­den, ver­hal­te­nen Anfang ein zwar schon hun­dert­mal gehör­ter, aber gera­de des­we­gen sofort mit­sing­ba­rer Refrain kommt und wo der Song nach einer zwei­ten Stro­phe ziem­lich unver­mit­telt in die Vol­len geht und dabei fast schon gos­pel­haf­te Qua­li­tä­ten ent­wi­ckelt.

Das Alpha­weib­chen: Tama­ra Todevs­ka führt die Schwes­tern­schaft auf die Bar­ri­ka­den. Recht so!

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Inter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sand­sturm

Es eta­bliert sich mitt­ler­wei­le als den­noch extrem ärger­li­cher Stan­dard, den immer mehr Euro­vi­si­ons­na­tio­nen in der Hoff­nung auf dop­pel­te Auf­merk­sam­keit für sich nut­zen: die getrenn­te Akkla­ma­ti­on von Interpret/in und Lied. Gleich zwei Län­der gaben heu­te bekannt, wer für sie in Tel Aviv antritt, und den grö­ße­ren Coup lan­de­te zwei­fels­frei Finn­land. Der Sen­der YLE nomi­nier­te näm­lich den DJ und EDM-Pro­du­zen­ten Vil­le Vir­ta­nen. Ken­nen Sie nicht? Ken­nen Sie doch: unter sei­nem Künst­ler­na­men Daru­de lan­de­te er 1999 mit sei­ner ers­ten Sin­gle ‘Sand­s­torm’ einen euro­pa­wei­ten Top-Hit und erreich­te sogar die unte­ren Rän­ge der US-Charts. Auch ein paar Nach­folge­ti­tel konn­te der mitt­ler­wei­le 43jährige noch in den Ver­kaufs­lis­ten plat­zie­ren. Aller­dings liegt Daru­des letz­ter Hit in Deutsch­land mitt­ler­wei­le 16 Jah­re zurück, in Finn­land gelang ihm zuletzt 2015 mit dem Album ‘Moments’ ein Chart-Erfolg. Auf besag­tem Long­play­er arbei­te­te Daru­de bereits bei eini­gen Stü­cken mit dem Front­mann der Rock­band Giant Leap, Sebas­ti­an Rej­man, als Gast­sän­ger zusam­men, der ihm auch in Tel Aviv die Stim­me lei­hen wird.

Vom Sand­sturm zum Schnee­sturm: Daru­de und Sebas­ti­an Rej­man bret­tern gemein­sam dahin.

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