Polen 2010: Je veux chan­ter, moi aus­si

Hat Alex­an­der Rybak (NO 2009) einen heim­li­chen pol­ni­schen Zwil­lings­bru­der? Das war jeden­falls der ers­te Gedan­ke, der mir durch den Kopf schoss, als ich – vier Tage nach der pol­ni­schen Vor­ent­schei­dung (ich soll­te mich wohl bes­ser in langsamgehn.de umbe­nen­nen) – mir den Auf­tritt des seit sei­ner Wild­card-Nomi­nie­rung als siche­rer Sie­ger gehan­del­ten Mar­cin Mro­ziń­ski heu­te end­lich ansah.


Fast ein biss­chen zu authen­tisch!

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Polen 2009: Kind of bit­ter blue

Kaum sind die Jurys zurück, sind wir auch schon wie­der – schwupps – tief im dun­kels­ten Jam­mer­tal der Neun­zi­ger­jah­re ange­langt, als aus­nahms­los alle Län­der abso­lut ein­heit­li­che, bis zur Hirn­star­re drö­ge Schlicht­bal­la­den schick­ten, gemünzt auf den ver­mu­te­ten Durch­schnitts­ge­schmack des durch­schnitt­lich 75jährigen Juro­ren. Und auch 2009 droht der Super-GAU der Lan­ge­wei­le, zu dem selbst­ver­ständ­lich auch das hier­für gera­de­zu prä­de­sti­nier­te Polen in nicht uner­heb­li­chem Maße bei­trägt: mit dem ster­bens­öden ‘I don’t wan­na lea­ve’ einer gewis­sen Lidia Kopin­ski, seit 2003 Lead­sän­ge­rin der erfolg­lo­sen deut­schen Band Kind of Blue, die uns bereits im Jah­re 2000 mit dem nicht min­der lang­wei­li­gen ‘Bit­ter Blue’ beim deut­schen Vor­ent­scheid in Tief­schlaf ver­setz­ten. Schnarch.


You will lea­ve, Lady!

Polen 2008: Brüh im Lich­te

Polen will es ganz offen­sicht­lich erst gar nicht ins Euro­vi­si­ons­fi­na­le schaf­fen: in der heu­ti­gen Vor­ent­schei­dung setz­te sich unter elf Kan­di­da­ten der blas­se Sarah-Con­nor-Ver­schnitt Isis Gee mit der opu­len­ten, selbst geschrie­be­nen, ster­bens­lang­wei­li­gen Bal­la­de ‘For Life’ durch – mit haus­ho­hem Vor­sprung. Die in den USA auf­ge­wach­se­ne Sän­ge­rin erhielt dop­pelt so viel Punk­te wie der schwe­di­sche Män­ner­akt Man Mea­dow, der mit dem tra­shig-schö­nen G:son-Schlager ‘Viva la Musi­ca’ nur auf dem drit­ten Rang lan­de­te. Chan­ce ver­schenkt.


Jodel­schnep­fe oder Win­sel­stu­te? Ent­schei­den Sie, lie­be Leser

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Ers­ter Super­sams­tag 2007 (EE, MT, PL, SI)

War das ein Super­sams­tag? Gleich vier Ent­schei­dun­gen fie­len an die­sem Wochen­en­de, und aufrechtgehn.de hat natür­lich pro­be­ge­hört und ‑gese­hen.


Eine Frau sieht pink… (EE)

Schau her, Gra­cia (DE 2005): so prä­sen­tiert man Pop­rock! Okay, der Ver­gleich ist ein biss­chen unfair: im Gegen­satz zu unse­rer Mün­che­ner Ich-kauf-mei­ne-Plat­ten-selbst-Schnal­le hat Tanel Padars Schwes­ter Ger­li näm­lich Power in der Stim­me! Und in der Per­for­mance! Die­ses Mädel rockt! Frei­lich, das Gan­ze lässt den Ver­dacht auf­kom­men, dass die Esten beim “Gen­ma­ni­pu­la­ti­on­klo­nen” (Dra­gan & Alder) inzwi­schen sehr weit fort­ge­schrit­ten sind und die gute Ger­li im Labor aus einer Auto­gramm­kar­te von Pink rekon­stru­iert haben. Und natür­lich ist ‘Part­ners in Crime’ übler Radio­rock, der mir Magen­schmer­zen macht. Den­noch Hut ab: wenn schon geklaut, dann wenigs­tens pro­fes­sio­nell!

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ESC Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Finale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

West­eu­ro­päi­sche Grand-Prix-Fan­clubs bestehen in der Regel – in exak­ter Umkeh­rung der übli­chen Bevöl­ke­rungs­an­tei­le – zu 95% aus schwu­len Män­nern. Und die haben, logi­scher­wei­se, einen völ­lig ande­ren Musik­ge­schmack als das beim Euro­vi­si­on Song Con­test abstim­men­de Mas­sen­pu­bli­kum an den Bild­schir­men. Natür­lich scherz­ten die im Athe­ner Olym­pia­sta­di­on ver­sam­mel­ten Fans noch vor Beginn des Halb­fi­na­les, dass man hin­ter­her, wenn die zehn Fina­lis­ten fest­stün­den, wohl mal wie­der kopf­schüt­telnd in der Hal­le säße. Und genau so kam es auch.

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Ich Tro­je: War­schau­er Pakt

Noch ist Polen nicht ver­lo­ren! Unter die­sem Mot­to steht die heu­ti­ge Bene­fiz-Par­ty im Ber­li­ner Quatsch Come­dy Club zuguns­ten der Akti­on War­schau­er Pakt, bei dem es um die Unter­stüt­zung der pol­ni­schen Schwu­len­be­we­gung für einen CSD in der Haupt­stadt War­schau geht. Tho­mas Her­manns und Georg Uecker mode­rie­ren, Clau­dia Roth berich­tet von den Erfah­run­gen der letzt­jäh­ri­gen – vom War­schau­er Bür­ger­meis­ter und jet­zi­gen Prä­si­den­ten Lech Kac­zynsk unter­sag­ten – Para­de und die aktu­el­len Grand-Prix-Ver­tre­ter des Lan­des, Ich Tro­je, eröff­nen die Show. Im Anschluss gibt es Polen-Dis­co mit Glo­ria Via­gra und Pol­la Dis­as­ter. Alle Ein­nah­men kom­men direkt dem War­schau­er CSD zugu­te. Wäh­rend bei uns der Chris­to­pher Street Day oft­mals in Rich­tung eines schwulles­bi­schen Kar­ne­vals­um­zugs abdrif­tet, befin­det sich unser direk­tes Nach­bar­land Polen noch immer in der schwu­len­po­li­ti­schen Stein­zeit. Es ist unglaub­lich, dass in einem Mit­glieds­staat der Euro­päi­schen Uni­on CSD-Teil­neh­mer von der Poli­zei durch die Stadt gehetzt und ver­prü­gelt wer­den. Aber lei­der wahr. Die Akti­on War­schau­er Pakt unter­stützt daher die pol­ni­sche Schwu­len­be­we­gung, bei­spiels­wei­se durch die kos­ten­güns­ti­ge Mög­lich­keit zur Teil­nah­me an deut­schen CSDs. Groß­ar­tig, dass Michal Wis­niew­ski und sei­ne Band hier Zei­chen set­zen!


‘Lie­be macht Spaß’ – so isses!

ESC 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Logo des Eurovision Song Contest 2003
Das Kopf­weh-Jahr

Seit sei­ner Erst­teil­nah­me 1994 war Russ­land vom Ehr­geiz beseelt: mit Alla Pugat­schowa (1997) hat­te man bereits sei­nen größ­ten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zwei­ten Platz erreicht. Der Sieg zwei­er abtrün­ni­ger ehe­ma­li­ger Sowjet­re­pu­bli­ken in Fol­ge bestärk­te die ehe­ma­li­ge, gera­de wie­der erstar­ken­de Welt­macht nun um so mehr, ihren Füh­rungs­an­spruch als größ­tes und ein­woh­ner­stärks­tes Land der EBU auch auf pop­kul­tu­rel­lem Gebiet zu demons­trie­ren. Ein Sieg soll­te her, auch wenn man dazu schwe­res Geschütz auf­fah­ren müss­te. Und das hat­ten die Rus­sen dies­mal, in Form der als Les­ben-Loli­tas ver­mark­te­ten Skan­dal­gö­ren Jele­na Kati­na und Julia Wol­ko­wa, bes­ser bekannt als t.A.T.u., die mit ‘All the Things she said’ im Vor­jahr einen euro­pa­wei­ten Num­mer-Eins-Hit lan­den und sogar die ame­ri­ka­ni­sche Top 20 kna­cken konn­ten.

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ESC 1995: Auch die Nacht geht mal vor­über

Logo des Eurovision Song Contest 1995
Der his­to­ri­sche Tief­punkt

Möch­te man den defi­ni­ti­ven Tief­punkt des Euro­vi­si­on Song Con­test ver­or­ten: hier ist er! Das Elend begann bereits Zuhau­se: der zustän­di­ge Zonen­sen­der MDR nomi­nier­te ohne jeg­li­ches Vor­auswahl­ver­fah­ren das christ­li­che Song­schrei­ber­ehe­paar Che­yenne Stone und Glen Pen­nis­ton (Stone & Stone), die Kom­po­nis­ten des in sei­ner Nai­vi­tät irgend­wie put­zi­gen Dro­gen-sind-pfui-Hits ‘Juli­an’, gesun­gen von der Ein­tags­flie­ge Man­dy Win­ter. Das unter­ir­di­sche, von den Stones selbst vor­ge­tra­ge­ne Prei­set-den-Herrn-Lied­chen ‘Ver­liebt in Dich’ stell­te die ARD – ent­ge­gen bis­he­ri­ger Gepflo­gen­hei­ten – noch nicht ein­mal in irgend­ei­ner Show mehr vor. Ver­mut­lich, um eine offe­ne Revol­te der deut­schen TV-Zuschau­er vor Dub­lin zu unter­bin­den.

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ESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

Logo des Eurovision Song Contest 1994
Das Jahr der betro­ge­nen Sie­ger

Ralph Sie­gel hält sich ger­ne zugu­te, dass er den euro­päi­schen Musik­ge­schmack ken­ne, oder viel­mehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht wider­spre­chen: MeKa­Do, deren ‘Par­ty’-Ver­such sich als eines der weni­gen schnel­le­ren Stü­cke des Abends erwies und noch heu­te als garan­tier­ter Tanz­flä­chen­fül­ler bei jeder Euro­vi­si­ons­dis­co funk­tio­niert, erreich­ten in Dub­lin den drit­ten Platz. Der deut­sche Grand-Prix-Groß­va­ter dürf­te sich wohl als Ein­zi­ger rich­tig dar­über gefreut haben. Denn zu Hau­se rief das gute Abschnei­den Deutsch­lands nach lan­ger Durst­stre­cke nur noch Rat­lo­sig­keit, Ableh­nung und Des­in­ter­es­se her­vor. Ein pein­li­ches Pop­stück, das nie­mand kau­fen woll­te und für das auch kei­ner abge­stimmt hat­te, bescher­te uns einen vor­de­ren Platz bei einem Musik­ereig­nis, das kei­ner­lei rele­van­te Pop­mu­sik mehr bot und bei dem fast nie­mand mehr zuschau­en moch­te. Ähm: hur­ra?

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