Fes­ti­val da Canção 2019: Neu­es aus dem Funk­loch

Acht Acts tra­ten an im gest­ri­gen Fina­le des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Canção, übrig­ge­blie­ben aus dop­pelt so vie­len Semifinalist/innen. Und den­noch dreh­te sich der gan­ze Abend nur um einen ein­zi­gen Künst­ler und die Fra­ge, ob er es schaf­fen wird, die Stim­men des Publi­kums und der Jurys zu gewin­nen. Er schaff­te es: Tia­go Miran­da oder, wie wir ihn ken­nen, Con­an Osí­ris führ­te am Ende mit zwei­mal Dou­ze Points das Feld klar an. Alles ande­re hät­te sicher­lich auch zu tumult­ar­ti­gen Sze­nen geführt, schließ­lich erhiel­ten der gebür­ti­ge Lis­sa­bon­ner und sein abso­lut anmu­ti­ger Tän­zer João Reis Morei­ra als ein­zi­ge der Teilnehmer/innen ste­hen­de Ova­tio­nen im Saal. ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fo­ne’), sein Bei­trag, han­delt von der Abhän­gig­keit der Men­schen von ihren trag­ba­ren Tele­por­ta­ti­ons­ma­schi­nen in die vir­tu­el­le Welt, und ent­spricht musi­ka­lisch so über­haupt kein biss­chen irgend­wel­chen gän­gi­gen Euro­vi­si­ons- oder Pop-Kon­ven­tio­nen. Als “atem­be­rau­ben­de Fusi­on aus Fado, Tech­no und ara­bi­schen Ein­flüs­sen” beschreibt es der fach­kun­di­ge Dr. Euro­vi­si­on, als schrä­ge Col­la­ge aus trei­ben­den Elek­tro­beats, Chi­na-Restau­rant-Beschal­lung auf Pil­zen und osma­ni­schen Kla­ge­ge­sän­gen will es mir erschei­nen. Die wil­de Kos­tü­mie­rung mit Pha­ra­no­nen­mas­ke und die eksta­ti­schen Tän­ze machen die Sache nur noch trip­pi­ger und las­sen die Zuschauer/innen garan­tiert rat­los zurück. Mit ande­ren Wor­ten: es ist groß­ar­tig!

Edward mit den Sche­ren­hän­den: in die­sem Auf­zug kommt Con­an am Ben-Gur­i­on-Flug­ha­fen nicht durch die Kon­trol­le.

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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitz­ho­mos

Bevor sie ganz unter den Tisch fal­len: neben den fünf natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen des ver­gan­ge­nen Wochen­en­des mit ihren fünf furcht­ba­ren Bei­trä­gen für Tel Aviv fan­den am ver­gan­ge­nen Sams­tag in zahl­rei­chen Län­dern diver­se Semi­fi­na­le statt, die nun hier in Win­des­ei­le abge­ar­bei­tet sein wol­len. Begin­nen wir bei den Gast­ge­bern des letz­ten Jah­res: in der ers­ten von zwei Vor­run­den des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Canção kam der Favo­rit Con­an Osí­ris erwar­tungs­ge­mäß eine Run­de wei­ter, lan­de­te mit dem rund­weg expe­ri­men­tell-bizar­ren ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fon’) jedoch bei der augen­schein­lich aus­schließ­lich mit Kul­tur­ba­nau­sen besetz­ten Jury ledig­lich auf dem vier­ten Rang. Das wesent­lich sach­ver­stän­di­ge­re Publi­kum bedach­te ihn hin­ge­gen mit der Höchst­wer­tung. Der mit einem gro­tes­ken Gesichts­ge­schirr ange­tan­te Con­an und sein gold­glit­tern­der Tän­zer muss­ten sich in der Gesamt­wer­tung einem volu­mi­nö­sen Schwar­zen mit dem Namen Matay geschla­gen geben, der im Video­ein­spie­ler noch den Hip-Hop­per mim­te, auf der Büh­ne jedoch im ele­gan­ten Frack erschien und eine ein­schlä­fernd sanf­te Bal­la­de zum Bes­ten gab. Über die vier Aus­ge­schie­de­nen hin­ge­gen gibt es lei­der nichts Inter­es­san­tes zu berich­ten, sie lang­weil­ten schlicht­weg.

Vom Gol­fer zum Gold­schatz­räu­ber: Con­an Osí­ris.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wun­der­tü­te an Pro­ben brach­te der heu­ti­ge Tag in Lis­sa­bon, mit Star­tern aus allen drei Shows auf der Büh­ne der Alti­ce-Are­na. Über die­je­ni­gen des Vor­mit­tag kön­nen wir schnell hin­weg­sprin­gen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Arme­ni­en (sym­pa­thi­scher­wei­se unaus­ge­schla­fen, aber immer noch der schöns­te Bart 2018) bis Däne­mark war das schließ­lich bereits der zwei­te Durch­lauf, und all zu viel Nen­nens­wer­tes änder­te sich nicht. Die Ser­ben (zweit­schöns­ter Bart) haben ihre Lakritz­schnü­re wohl auf­ge­fut­tert, die bei­den für San Mari­no star­ten­den Ladys war­fen sich heu­te immer­hin in – dem Mode­the­ma des Jah­res fol­gend – teils extrem durch­sich­ti­ge Büh­nen­kla­mot­ten. Und bewie­sen Humor, in dem sie den eigent­li­chen Star ihres Auf­trit­tes, dem größ­ten der vier put­zi­gen Spiel­zeug­ro­bo­ter, dies­mal ein Schild mit der Auf­schrift “Jus­ti­ce for Valen­ti­na” hoch­hal­ten lie­ßen. Ich bin mal gespannt, was im TV-Semi auf der Demo­ta­fel steht! Doch was uns alle wirk­lich inter­es­siert, spiel­te sich heu­te Nach­mit­tag ab: da prob­te Micha­el Schul­te zum ers­ten mal in der Hal­le! Und zwar zu mei­ner Über­ra­schung mit einem im Ver­gleich zu Unser Lied für Lis­sa­bon visu­ell deut­lich auf­ge­frisch­ten Sta­ging. Das, soweit man in den Blogs nach­le­sen konn­te, einen span­nen­den Effekt auf Fans und Hater zei­tigt.

Man gewinnt nicht den Ein­druck, dass sich Jes­si­ka wirk­lich über die Unter­stüt­zung von Jeni­fer freut…

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PT 2018: Dans les Jardins du Lis­boa

Bevor heu­te Abend mit dem nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix und dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len zwei der drei letz­ten natio­na­len Vor­ent­schei­de der Euro­vi­si­ons­sai­son 2018 über die Büh­ne gehen, gilt es noch ein Ergeb­nis des zurück­lie­gen­den Wochen­en­des nach­zu­rei­chen, das mir bis­lang durch­ge­rutscht ist. Näm­lich das des Gast­ge­ber­lan­des Por­tu­gal. Dort setz­te sich ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Fina­le des tra­di­ti­ons­rei­chen Fes­ti­val da Canção die 23jährige, bereits über man­nig­fa­che Cas­ting-Show-Erfah­rung ver­fü­gen­de Cláu­dia Pas­co­al durch. Und zwar mit dem Titel ‘O Jar­dim’ (‘Der Gar­ten’), einer fra­gi­len Trau­er­bal­la­de, von der pink­haa­ri­gen Inter­pre­tin mit pass­ge­nau­er, zurück­hal­ten­der Hin­ga­be und zum Schluss hin fast brü­chi­ger Stim­me gesun­gen. Dabei erfuhr die in einem schwar­zen Negli­gé auf­tre­ten­de Cláu­dia Unter­stüt­zung durch die Kom­po­nis­tin ihres Titels, die tom­boy­haf­te Isau­ra, die anfäng­lich mit dem Rücken zum Publi­kum auf einem Hocker saß und dabei aus­sah wie das Miche­lin-Männ­chen. Was der gesam­ten Dar­bie­tung einen sub­ti­len les­bi­schen Unter­ton ver­lieh.

Ich gie­ße Dei­nen Gar­ten”: singt Cláu­dia hier von der Grab­pfle­ge oder ist das ein les­bi­scher Code für bestimm­te Sti­mu­la­ti­ons­tech­ni­ken?

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Nach Pla­gi­ats­vor­wür­fen: Dio­go Piçar­ra schmeißt beim FdC hin

Ver­gan­ge­nen Sonn­tag gewann er mit dop­pel­ten Dou­ze Points aus dem Jury- und dem Publi­kums­vo­ting das zwei­te Semi­fi­na­le des por­tu­gie­si­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheids Fes­ti­val da Canção: der bereits als hei­ßer Favo­rit für den FdC-Gesamt­sieg gehan­del­te 27jährige Sin­ger-Song­wri­ter Dio­go Piçar­ra. Doch kur­ze Zeit spä­ter erschüt­ter­ten die bei Grand-Prix-Fans mit zu viel Frei­zeit so belieb­ten Pla­gi­ats­vor­wür­fe die Medi­en: sein selbst­kom­po­nier­ter Wett­be­werbs­bei­trag ‘Canção do Fim’ (‘Lied vom Ende’) klin­ge haar­ge­nau wie der Erwe­ckungs­song ‘Abre os meus Olhos’ (‘Öff­ne mei­ne Augen’) des Pre­di­gers und Sek­ten­grün­ders Wal­ter McCal­lis­ter aus dem Jah­re 1986. Heu­te ver­kün­de­te der lang­haa­ri­ge Künst­ler mit den auf­fäl­li­gen Augen­brau­en auf Face­book sei­nen Rück­zug vom Vor­ent­scheid, da er “die Wol­ke nicht mehr füt­tern” wol­le, die sich um ihn her­um zusam­men­ge­braut habe. Er tue dies ruhi­gen Gewis­sens und erho­be­nen Haup­tes. Bereits nach Bekannt­wer­den der Vor­wür­fe ges­tern hat­te Dio­go gesagt, er habe sein Lied in völ­li­ger Unkennt­nis des reli­giö­sen Vor­läu­fer­songs geschrie­ben.

Was haben Dio­go Piçarras Augen­brau­en und Con­chi­ta Wursts Bart gemein­sam? Rich­tig: die groß­zü­gi­ge Ver­wen­dung von Koh­le­stift! (PT)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Ein Fisch namens Dra­cu­la

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag ging im Gast­ge­ber­land des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test, in Por­tu­gal, die ers­te von zwei Halb­fi­na­len des Fes­ti­val da Canção über die Büh­ne. Auf der Halb­in­sel glaubt man noch fest an das Kon­zept des → Kom­po­nis­ten­wett­be­werbs, und so lud der Sen­der 26 Song­schrei­ber ein, ein Lied für Lis­sa­bon zu kom­po­nie­ren und ent­we­der selbst zu sin­gen oder einen pas­sen­den Inter­pre­ten mit­zu­brin­gen. Die Hälf­te von ihnen, also 13, durf­ten ges­tern ihre Ergeb­nis­se vor­stel­len. Und wie zu erwar­ten, wur­de es ein lan­ger, lah­mer Abend voll von sanf­ten Bal­la­den und intro­ver­tier­ten Auf­trit­ten. Wie ein Fanal stach da die völ­lig bizar­re Dar­bie­tung des Sin­ger-Song­wri­ters JP Simões her­vor, der – Halb­play­back oder tech­ni­scher Trick? – zwei­stim­mig gewis­ser­ma­ßen gegen sich selbst sang und dabei voll­kom­men sto­isch wirk­te, auch als sein ohne­hin ziem­lich schrä­ger, irgend­wie latent bedroh­li­cher Bei­trag ‘Alvor­o­ço’ (‘Hoo­li­gan’) an der Zwei-Minu­ten-Mar­ke plötz­lich in eine wil­de Kako­pho­nie aus schril­len Trom­pe­ten und sich über­schla­gen­den Trom­meln abdrif­te­te, beglei­tet von einem epi­lep­sie­aus­lö­sen­den Blitz­lichts­tak­ka­to. Unge­rührt starrt JP wei­ter mit sei­nem “Ver­piss Dich”-Blick in die Kame­ras und brach­te die Num­mer zurück in ruhi­ge­re Fahr­was­ser. Ganz gro­ßes Grand-Prix-Kino!

JP: der ver­heim­lich­te, noch böse­re Zwil­lings­bru­der des Film-Schur­ken Otto (Kevin Kli­ne) aus ‘Ein Fisch namens Wan­da’ (PT).

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Mada­le­na Iglé­si­as ist tot

Wie der Blog Euro­Vi­sio­na­ry berich­tet, ver­starb die por­tu­gie­si­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin von 1966, die fabel­haf­te Mada­le­na Iglé­si­as, heu­te Mor­gen im Alter von 78 in einer Kli­nik in Bar­ce­lo­na. Die Sän­ge­rin mit dem cha­rak­te­ris­tisch kan­ti­gen Gesicht nahm in den Sech­zi­gern mehr­fach am hei­mi­schen Fes­ti­val da Cançāo teil, das sie 1966 mit gleich drei Bei­trä­gen deut­lich domi­nier­te und mit dem Schla­ger ‚Ele e ela‘ (‚Er und sie‘), heu­te ein immer wie­der ger­ne gehör­ter Ever­green, sehr klar gewann. Dabei wag­te ihr Titel für por­tu­gie­si­sche Ver­hält­nis­se gera­de­zu Uner­hör­tes, han­del­te es sich doch – man mag es ange­sichts des Hangs ihrer Lands­leu­te zu fadem Fado kaum glau­ben – um einen Uptem­po­song! Beim Wett­be­werb in Luxem­burg erziel­te die Halb­in­sel damit lei­der nur den völ­lig unter­be­wer­te­ten 13. Rang, was eine nach­hal­ti­ge Hin­wen­dung der Por­tu­gie­sen zum fröh­li­chem Lied­gut nicht gera­de beför­der­te.

Hat­te gut lachen: die nun lei­der ver­stor­be­ne Mada­le­na Iglé­si­as beim FdC 1966.

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Ein Herz kann man nicht reparier’n: ein Spen­der­or­gan für Sal­va­dor Sobral

Seit Sep­tem­ber bang­ten Fans um den dies­jäh­ri­gen Gewin­ner des Euro­vi­si­on Song Con­test, den Por­tu­gie­sen Sal­va­dor Sobral. Seit­her lag der an einer chro­ni­schen Herz­in­suf­fi­zi­enz lei­den­de Hip­pie-Schlumpf, der im Mai 2017 einen gan­zen Kon­ti­nent mit sei­ner ver­träum­ten Bal­la­de ‘Amar pelos dois’ ver­zau­bern konn­te, auf der Inten­siv­sta­ti­on eines Lis­sa­bon­ner Kran­ken­hau­ses. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag trans­plan­tier­ten ihm die Ärz­te nun ein Spen­der­or­gan. Nach Mit­tei­lung des Kran­ken­hau­ses sei “der Ein­griff gut ver­lau­fen”, der Pati­ent wohl­auf, wie unter ande­rem das Ham­bur­ger Abend­blatt mel­de­te. Den­noch ist die kri­ti­sche Pha­se noch nicht über­wun­den: bis zu zwei Wochen nach der Ope­ra­ti­on kön­nen noch Infek­tio­nen oder Abstoss­re­ak­tio­nen auf­tre­ten. Soll­te alles gut gehen, ste­he zunächst eine “lan­ge Erho­lungs­pha­se” an, so der ver­ant­wort­li­che Medi­zi­ner. Ob Sal­va­dor also im Mai 2018 die Fest­spie­le in sei­ner Hei­mat­stadt eröff­nen kann, muss dahin­ge­stellt blei­ben. Und auch danach wird er nicht unbe­dingt, wie die Ärz­te behaup­ten, “wie­der ein ganz nor­ma­les Leben füh­ren kön­nen”: eine Organ­trans­plan­ta­ti­on funk­tio­niert nur bei anschlie­ßen­der lebens­lan­ger Ein­nah­me von Immun­sup­pres­si­va mit erheb­li­chen Neben­wir­kun­gen, die in der öffent­li­chen Dar­stel­lung ger­ne ver­schwie­gen wer­den. Bleibt nur, Sal­va­dor Sobral zu wün­schen, dass er sich hof­fent­lich schnell und gut erholt und von den unan­ge­neh­men Begleit­erschei­nun­gen mög­lichst ver­schont bleibt. Und das, natür­lich, von Her­zen!

Mit die­sem Auf­tritt beim por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Cançäo gewann Sal­va­dor mein Herz. Alles Gute und viel Glück, Gro­ßer!