Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wun­der­tü­te an Pro­ben brach­te der heu­ti­ge Tag in Lis­sa­bon, mit Star­tern aus allen drei Shows auf der Büh­ne der Alti­ce-Are­na. Über die­je­ni­gen des Vor­mit­tag kön­nen wir schnell hin­weg­sprin­gen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Arme­ni­en (sym­pa­thi­scher­wei­se unaus­ge­schla­fen, aber immer noch der schöns­te Bart 2018) bis Däne­mark war das schließ­lich bereits der zwei­te Durch­lauf, und all zu viel Nen­nens­wer­tes änder­te sich nicht. Die Ser­ben (zweit­schöns­ter Bart) haben ihre Lakritz­schnü­re wohl auf­ge­fut­tert, die bei­den für San Mari­no star­ten­den Ladys war­fen sich heu­te immer­hin in – dem Mode­the­ma des Jah­res fol­gend – teils extrem durch­sich­ti­ge Büh­nen­kla­mot­ten. Und bewie­sen Humor, in dem sie den eigent­li­chen Star ihres Auf­trit­tes, dem größ­ten der vier put­zi­gen Spiel­zeug­ro­bo­ter, dies­mal ein Schild mit der Auf­schrift “Jus­ti­ce for Valen­ti­na” hoch­hal­ten lie­ßen. Ich bin mal gespannt, was im TV-Semi auf der Demo­ta­fel steht! Doch was uns alle wirk­lich inter­es­siert, spiel­te sich heu­te Nach­mit­tag ab: da prob­te Micha­el Schul­te zum ers­ten mal in der Hal­le! Und zwar zu mei­ner Über­ra­schung mit einem im Ver­gleich zu Unser Lied für Lis­sa­bon visu­ell deut­lich auf­ge­frisch­ten Sta­ging. Das, soweit man in den Blogs nach­le­sen konn­te, einen span­nen­den Effekt auf Fans und Hater zei­tigt.

Man gewinnt nicht den Ein­druck, dass sich Jes­si­ka wirk­lich über die Unter­stüt­zung von Jeni­fer freut…

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PT 2018: Dans les Jardins du Lis­boa

Bevor heu­te Abend mit dem nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix und dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len zwei der drei letz­ten natio­na­len Vor­ent­schei­de der Euro­vi­si­ons­sai­son 2018 über die Büh­ne gehen, gilt es noch ein Ergeb­nis des zurück­lie­gen­den Wochen­en­des nach­zu­rei­chen, das mir bis­lang durch­ge­rutscht ist. Näm­lich das des Gast­ge­ber­lan­des Por­tu­gal. Dort setz­te sich ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Fina­le des tra­di­ti­ons­rei­chen Fes­ti­val da Canção die 23jährige, bereits über man­nig­fa­che Cas­ting-Show-Erfah­rung ver­fü­gen­de Cláu­dia Pas­co­al durch. Und zwar mit dem Titel ‘O Jar­dim’ (‘Der Gar­ten’), einer fra­gi­len Trau­er­bal­la­de, von der pink­haa­ri­gen Inter­pre­tin mit pass­ge­nau­er, zurück­hal­ten­der Hin­ga­be und zum Schluss hin fast brü­chi­ger Stim­me gesun­gen. Dabei erfuhr die in einem schwar­zen Negli­gé auf­tre­ten­de Cláu­dia Unter­stüt­zung durch die Kom­po­nis­tin ihres Titels, die tom­boy­haf­te Isau­ra, die anfäng­lich mit dem Rücken zum Publi­kum auf einem Hocker saß und dabei aus­sah wie das Miche­lin-Männ­chen. Was der gesam­ten Dar­bie­tung einen sub­ti­len les­bi­schen Unter­ton ver­lieh.

Ich gie­ße Dei­nen Gar­ten”: singt Cláu­dia hier von der Grab­pfle­ge oder ist das ein les­bi­scher Code für bestimm­te Sti­mu­la­ti­ons­tech­ni­ken?

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Nach Pla­gi­ats­vor­wür­fen: Dio­go Piçar­ra schmeißt beim FdC hin

Ver­gan­ge­nen Sonn­tag gewann er mit dop­pel­ten Dou­ze Points aus dem Jury- und dem Publi­kums­vo­ting das zwei­te Semi­fi­na­le des por­tu­gie­si­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheids Fes­ti­val da Canção: der bereits als hei­ßer Favo­rit für den FdC-Gesamt­sieg gehan­del­te 27jährige Sin­ger-Song­wri­ter Dio­go Piçar­ra. Doch kur­ze Zeit spä­ter erschüt­ter­ten die bei Grand-Prix-Fans mit zu viel Frei­zeit so belieb­ten Pla­gi­ats­vor­wür­fe die Medi­en: sein selbst­kom­po­nier­ter Wett­be­werbs­bei­trag ‘Canção do Fim’ (‘Lied vom Ende’) klin­ge haar­ge­nau wie der Erwe­ckungs­song ‘Abre os meus Olhos’ (‘Öff­ne mei­ne Augen’) des Pre­di­gers und Sek­ten­grün­ders Wal­ter McCal­lis­ter aus dem Jah­re 1986. Heu­te ver­kün­de­te der lang­haa­ri­ge Künst­ler mit den auf­fäl­li­gen Augen­brau­en auf Face­book sei­nen Rück­zug vom Vor­ent­scheid, da er “die Wol­ke nicht mehr füt­tern” wol­le, die sich um ihn her­um zusam­men­ge­braut habe. Er tue dies ruhi­gen Gewis­sens und erho­be­nen Haup­tes. Bereits nach Bekannt­wer­den der Vor­wür­fe ges­tern hat­te Dio­go gesagt, er habe sein Lied in völ­li­ger Unkennt­nis des reli­giö­sen Vor­läu­fer­songs geschrie­ben.

Was haben Dio­go Piçarras Augen­brau­en und Con­chi­ta Wursts Bart gemein­sam? Rich­tig: die groß­zü­gi­ge Ver­wen­dung von Koh­le­stift! (PT)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Ein Fisch namens Dra­cu­la

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag ging im Gast­ge­ber­land des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test, in Por­tu­gal, die ers­te von zwei Halb­fi­na­len des Fes­ti­val da Canção über die Büh­ne. Auf der Halb­in­sel glaubt man noch fest an das Kon­zept des → Kom­po­nis­ten­wett­be­werbs, und so lud der Sen­der 26 Song­schrei­ber ein, ein Lied für Lis­sa­bon zu kom­po­nie­ren und ent­we­der selbst zu sin­gen oder einen pas­sen­den Inter­pre­ten mit­zu­brin­gen. Die Hälf­te von ihnen, also 13, durf­ten ges­tern ihre Ergeb­nis­se vor­stel­len. Und wie zu erwar­ten, wur­de es ein lan­ger, lah­mer Abend voll von sanf­ten Bal­la­den und intro­ver­tier­ten Auf­trit­ten. Wie ein Fanal stach da die völ­lig bizar­re Dar­bie­tung des Sin­ger-Song­wri­ters JP Simões her­vor, der – Halb­play­back oder tech­ni­scher Trick? – zwei­stim­mig gewis­ser­ma­ßen gegen sich selbst sang und dabei voll­kom­men sto­isch wirk­te, auch als sein ohne­hin ziem­lich schrä­ger, irgend­wie latent bedroh­li­cher Bei­trag ‘Alvor­o­ço’ (‘Hoo­li­gan’) an der Zwei-Minu­ten-Mar­ke plötz­lich in eine wil­de Kako­pho­nie aus schril­len Trom­pe­ten und sich über­schla­gen­den Trom­meln abdrif­te­te, beglei­tet von einem epi­lep­sie­aus­lö­sen­den Blitz­lichts­tak­ka­to. Unge­rührt starrt JP wei­ter mit sei­nem “Ver­piss Dich”-Blick in die Kame­ras und brach­te die Num­mer zurück in ruhi­ge­re Fahr­was­ser. Ganz gro­ßes Grand-Prix-Kino!

JP: der ver­heim­lich­te, noch böse­re Zwil­lings­bru­der des Film-Schur­ken Otto (Kevin Kli­ne) aus ‘Ein Fisch namens Wan­da’ (PT).

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Mada­le­na Iglé­si­as ist tot

Wie der Blog Euro­Vi­sio­na­ry berich­tet, ver­starb die por­tu­gie­si­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin von 1966, die fabel­haf­te Mada­le­na Iglé­si­as, heu­te Mor­gen im Alter von 78 in einer Kli­nik in Bar­ce­lo­na. Die Sän­ge­rin mit dem cha­rak­te­ris­tisch kan­ti­gen Gesicht nahm in den Sech­zi­gern mehr­fach am hei­mi­schen Fes­ti­val da Cançāo teil, das sie 1966 mit gleich drei Bei­trä­gen deut­lich domi­nier­te und mit dem Schla­ger ‚Ele e ela‘ (‚Er und sie‘), heu­te ein immer wie­der ger­ne gehör­ter Ever­green, sehr klar gewann. Dabei wag­te ihr Titel für por­tu­gie­si­sche Ver­hält­nis­se gera­de­zu Uner­hör­tes, han­del­te es sich doch – man mag es ange­sichts des Hangs ihrer Lands­leu­te zu fadem Fado kaum glau­ben – um einen Uptem­po­song! Beim Wett­be­werb in Luxem­burg erziel­te die Halb­in­sel damit lei­der nur den völ­lig unter­be­wer­te­ten 13. Rang, was eine nach­hal­ti­ge Hin­wen­dung der Por­tu­gie­sen zum fröh­li­chem Lied­gut nicht gera­de beför­der­te.

Hat­te gut lachen: die nun lei­der ver­stor­be­ne Mada­le­na Iglé­si­as beim FdC 1966.

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Ein Herz kann man nicht reparier’n: ein Spen­der­or­gan für Sal­va­dor Sobral

Seit Sep­tem­ber bang­ten Fans um den dies­jäh­ri­gen Gewin­ner des Euro­vi­si­on Song Con­test, den Por­tu­gie­sen Sal­va­dor Sobral. Seit­her lag der an einer chro­ni­schen Herz­in­suf­fi­zi­enz lei­den­de Hip­pie-Schlumpf, der im Mai 2017 einen gan­zen Kon­ti­nent mit sei­ner ver­träum­ten Bal­la­de ‘Amar pelos dois’ ver­zau­bern konn­te, auf der Inten­siv­sta­ti­on eines Lis­sa­bon­ner Kran­ken­hau­ses. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag trans­plan­tier­ten ihm die Ärz­te nun ein Spen­der­or­gan. Nach Mit­tei­lung des Kran­ken­hau­ses sei “der Ein­griff gut ver­lau­fen”, der Pati­ent wohl­auf, wie unter ande­rem das Ham­bur­ger Abend­blatt mel­de­te. Den­noch ist die kri­ti­sche Pha­se noch nicht über­wun­den: bis zu zwei Wochen nach der Ope­ra­ti­on kön­nen noch Infek­tio­nen oder Abstoss­re­ak­tio­nen auf­tre­ten. Soll­te alles gut gehen, ste­he zunächst eine “lan­ge Erho­lungs­pha­se” an, so der ver­ant­wort­li­che Medi­zi­ner. Ob Sal­va­dor also im Mai 2018 die Fest­spie­le in sei­ner Hei­mat­stadt eröff­nen kann, muss dahin­ge­stellt blei­ben. Und auch danach wird er nicht unbe­dingt, wie die Ärz­te behaup­ten, “wie­der ein ganz nor­ma­les Leben füh­ren kön­nen”: eine Organ­trans­plan­ta­ti­on funk­tio­niert nur bei anschlie­ßen­der lebens­lan­ger Ein­nah­me von Immun­sup­pres­si­va mit erheb­li­chen Neben­wir­kun­gen, die in der öffent­li­chen Dar­stel­lung ger­ne ver­schwie­gen wer­den. Bleibt nur, Sal­va­dor Sobral zu wün­schen, dass er sich hof­fent­lich schnell und gut erholt und von den unan­ge­neh­men Begleit­erschei­nun­gen mög­lichst ver­schont bleibt. Und das, natür­lich, von Her­zen!

Mit die­sem Auf­tritt beim por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Cançäo gewann Sal­va­dor mein Herz. Alles Gute und viel Glück, Gro­ßer!

Offi­zi­ell: 42 Län­der sind 2018 an Bord, Maze­do­ni­en ist raus

In einer Pres­se­mit­tei­lung stell­te die EBU heu­te Nach­mit­tag das offi­zi­el­le Con­test-Logo für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Lis­sa­bon vor, das aus einer sti­li­sier­ten Muschel besteht, ergänzt um 11 wei­te­re mari­ti­me Moti­ve, die vom näh­ren­den Plank­ton bis zur bis­si­gen Qual­le alles abbil­den, was im Meer so vor­kommt (schwim­men­der Plas­tik­müll gehört aller­dings nicht dazu). Für das Mot­to ließ man sich offen­sicht­lich vom Neun­zi­ger­jah­re-Mega­hit ‘Last Train to Trans­cen­tral’ des bri­ti­schen Musik­pro­jekts The KLF inspi­rie­ren: es lau­tet ‘All abord’ (‘Alle an Bord’). Es soll laut EBU-Pro­sa für “Kern­bot­schaf­ten wie Diver­si­tät, Respekt und Tole­ranz” ste­hen. Der Krea­tiv-Chef des gast­ge­ben­den por­tu­gie­si­schen Sen­ders, Gonça­lo Madaíl, äußert sich ergän­zend zum geschickt gewähl­ten mari­ti­men The­ma des Logos: “Über Jahr­hun­der­te erforsch­te Por­tu­gal die Welt über das Meer. Heu­te ist Lis­sa­bon mehr denn je die Stadt aller Far­ben, ein Hafen ver­schie­de­ner Kul­tu­ren und Klän­ge, die Euch alle ein­lädt, an Bord zu kom­men”. Letz­te­res gilt aller­dings nicht für Maze­do­ni­en: ent­ge­gen hoff­nungs­fro­her Ver­laut­ba­run­gen des Sen­ders MRT über angeb­lich güt­lich ver­lau­fen­de Ver­hand­lun­gen mit der EBU hält die­se am Aus­schluss der frü­he­ren jugo­sla­wi­schen Repu­blik auf­grund offe­ner For­de­run­gen in erkleck­li­cher Höhe fest. Russ­land ist nach dem Julia­ga­te-beding­ten Aus­set­zer 2017 hin­ge­gen, um das Mot­to noch ein­mal zu bemü­hen, wie­der mit an Bord. Auch Aus­tra­li­en hat eine erneu­te Ein­la­dung erhal­ten. Ins­ge­samt 42 Natio­nen gehen daher am 8., 10. und 12. Mai 2018 in der Lis­sa­bon­ner Are­na an den Start, genau so vie­le wie 2017 und eine weni­ger als der bis­he­ri­ge Rekord. Der Ticket­ver­kauf soll Ende Novem­ber 2017 star­ten, einen genau­en Ter­min gibt es aber noch nicht.

Aus dem Meer kam alles Leben und im Meer wird es auch bald wie­der ver­schwin­den, wenn wir nichts gegen den Kli­ma­wan­del unter­neh­men.

Nun also amt­lich: Maze­do­ni­en bleibt wegen unbe­zahl­ter Rech­nun­gen 2018 drau­ßen.

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Ein Kunst­herz für Sal­va­dor Sobral?

Es ist nicht ohne eine gewis­se, bit­te­re Iro­nie: in sei­ner Sie­ger­an­spra­che beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew teil­te der sym­pa­thisch ver­schro­be­ne Por­tu­gie­se Sal­va­dor Sobral noch gegen arti­fi­zi­el­le “Plas­tik­mu­sik” aus – nun muss er sich unter Umstän­den ein künst­li­ches Herz ein­pflan­zen las­sen, wie esc­to­day am Don­ners­tag unter Bezug auf einen Arti­kel des fran­zö­si­schen Por­tals Voi­ci berich­te­te. Danach habe sich der Zustand des 27jährigen, der zuletzt in der Inten­siv­sta­ti­on eines Lis­sa­bon­ner Kran­ken­hau­ses ums Über­le­ben kämpf­te, zwar zwi­schen­zeit­lich leicht ver­bes­sert, sei aber nach wie vor kri­tisch. Er ste­he zwar ganz oben auf der Lis­te für ein Spen­der­or­gan, das er laut dem Pres­se­be­richt drin­gend benö­ti­ge, bis­lang sei ein sol­ches aber noch nicht gefun­den wor­den. Nun kön­ne es sich als not­wen­dig erwei­sen, die War­te­zeit mit einem ven­tri­ku­lä­ren Unter­stüt­zungs­sys­tem zu über­brü­cken. Sobral selbst und sei­ne Fami­lie äußer­ten sich öffent­lich nicht zu den Berich­ten. Auch in einem die­se Woche erst im Zeit Maga­zin ver­öf­fent­lich­ten Inter­view in der Rei­he “Ich habe einen Traum” sprach Sal­va­dor ledig­lich von sei­ner “fra­gi­len” Gesund­heit und von “Krank­hei­ten, über die ich nicht reden mag”, wel­che sei­ne ursprüng­li­che Wunsch­kar­rie­re als Fuß­ball­spie­ler been­det hät­ten. Er erzähl­te auch von “einem wie­der­keh­ren­den Alb­traum, in dem ich mei­ne Stim­me ver­lie­re. Die­se Angst ist völ­lig real, ich hat­te sie auch vor dem Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test in Kiew”. Zur Teil­nah­me am Wett­be­werb, den er als “sur­rea­le Traum­bla­se” bezeich­ne­te, habe er sich über­re­den las­sen, weil er glaub­te, “dass es eine Chan­ce sei, ein grö­ße­res Publi­kum für mei­ne Musik zu fin­den”. Sei­ne Begeg­nung mit den Fans scheint der scheue Künst­ler indes nicht in beson­ders guter Erin­ne­rung zu haben: “Drau­ßen woll­te an jeder Ecke jemand ein Sel­fie mit mir machen. Seit mei­nem ESC-Sieg gibt es Men­schen, die mich im Restau­rant beim Essen fil­men. Ich bin doch kein Zoo­tier”! Dass er den Wett­be­werb mit einem Lied in por­tu­gie­si­scher Spra­che gewann, sei den­noch “ein Traum” für ihn gewe­sen: “Ich glau­be, man muss die­se Spra­che gar nicht beherr­schen, um zu ver­ste­hen, wie emo­tio­nal auf­ge­la­den die­ser Song ist. Hät­te ich ihn auf Eng­lisch gesun­gen, hät­te er wahr­schein­lich sei­nen Zau­ber ver­lo­ren”. Sehr wahr!

Schon mit die­sem ers­ten Auf­tritt beim por­tu­gie­si­schen Vor­ent­scheid sang sich Sal­va­dor in mein Herz. Viel Glück und alle guten Wün­sche für eine bal­di­ge Gene­sung!

Sal­va­dor Sobral unter­bricht Kar­rie­re

Sor­ge um den dies­jäh­ri­gen Gewin­ner des Euro­vi­si­on Song Con­test, Sal­va­dor Sobral: wie der 27jährige Por­tu­gie­se, der im Mai 2017 mit sei­ner ver­schro­be­nen, inti­men Per­for­mance beim euro­päi­schen Wett­sin­gen einen gan­zen Kon­ti­nent ver­zau­ber­te und den ers­ten Sieg in der über vier­zig­jäh­ri­gen, an Ent­täu­schun­gen nicht armen Grand-Prix-Geschich­te sei­nes Lan­des hol­te, ges­tern in einem You­tube-Video erklär­te, muss er sei­ne Musik­kar­rie­re bis auf Wei­te­res unter­bre­chen, um sich die Hän­de der Ärz­te zu bege­ben. Schon bei den Pro­ben in Kiew hat­te sich der char­man­te Hips­ter-Schlumpf krank­heits­be­dingt von sei­ner Schwes­ter Luí­sa, der Autorin sei­ner ver­träum­ten Jazz­bal­la­de ‘Amar pelos Dois’, ver­tre­ten las­sen. Sei­ner­zeit – und auch aktu­ell wie­der – mach­ten dar­auf­hin Gerüch­te um eine lebens­be­droh­li­che Herz­schwä­che und die drin­gen­de Not­wen­dig­keit eines Spen­der­or­gans die Run­de, die das Manage­ment Sobrals jedoch damals zurück­wies. Doch nun scheint der Stress einer aus­ge­dehn­ten Tour­nee und zahl­rei­cher Wohl­tä­tig­keits­ak­tio­nen (wie bei­spiels­wei­se für die Opfer der Wald­brän­de im por­tu­gie­si­schen Pedrógão Gran­de), die sei­nem Erd­rutsch­sieg beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 folg­ten, sei­nen Tri­but zu for­dern: bereits letz­te Woche sag­te der sym­pa­thi­sche Sän­ger die letz­ten drei Gigs aus gesund­heit­li­chen Grün­den ab. Ges­tern folg­te dann die Ankün­di­gung einer län­ger­fris­ti­gen Aus­zeit: “Mein fra­gi­ler Gesund­heits­zu­stand ist kein Geheim­nis mehr,” so Sal­va­dor, der aller­dings nicht kon­kre­ti­sier­te, an was er nun lei­det, son­dern dies­be­züg­lich um “Respekt für mei­ne Pri­vat­sphä­re” bat und auch nicht an einem Sei­ten­hieb auf die Klatsch­pres­se spar­te. “Dort hieß es, ich hät­te nur noch drei Mona­te zu leben. Das habe ich aber schon vor mehr als einem Vier­tel­jahr gele­sen,” spot­te­te der blau­blü­ti­ge Por­tu­gie­se, bevor es dra­ma­tisch wur­de: “Lei­der ist die Zeit gekom­men, mei­nen Kör­per der Wis­sen­schaft zu über­las­sen und mich aus der Welt der Musik zu ver­ab­schie­den”. Gleich­zei­tig bemüh­te er sich jedoch, Zuver­sicht zu ver­brei­ten: “Ich wer­de bald zurück sein – wie bald, weiß ich nicht,” so der in der Tat ziem­lich zer­brech­lich wir­ken­de Sän­ger, der an die­sem Frei­tag noch ein kos­ten­lo­ses Abschieds­kon­zert für sei­ne Fans geben will. Bleibt nur, Sal­va­dor von gan­zem Her­zen viel Glück und eine hof­fent­lich bal­di­ge und voll­stän­di­ge Gene­sung zu wün­schen.

Sal­va­dors Video­bot­schaft (auf Por­tu­gie­sisch).