Fes­ti­val da Can­ção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Das Zweit­bes­te ist immer das Erst­schlech­tes­te. Die­se Lek­ti­on lehr­te uns (mal wie­der) das gest­ri­ge Fina­le des Fes­ti­val da Can­ção, bei dem sich in der Abstim­mung Publi­kum und Jurys nicht eini­gen konn­ten und in Fol­ge des­sen sich die in bei­den Votings ledig­lich Zweit­plat­zier­te Eli­sa Sil­va durch­set­zen konn­te. Mit einer für mei­ne Ohren graus­lich gesun­ge­nen, stein­schwe­ren Bal­la­de namens ‘Medo de Sen­tir’ (‘Angst vor dem Gefühl’), mit denen sich das Urlaubs­land mal wie­der als aus­sichts­rei­cher Bewer­ber für den letz­ten Platz im ESC-Semi­fi­na­le in Stel­lung bringt. Nicht nur, dass das kaum zu ertra­gen­de, depres­si­ve Geflen­ne der aus Madei­ra stam­men­den Künst­le­rin im dies­jäh­ri­gen, sich gera­de zum ein­schlä­fernds­ten Euro­vi­si­ons­jahr­gang seit 1961 ent­wi­ckeln­den Oze­an der Jam­mer­bal­la­den voll­kom­men unter­geht. Im FdC-Fina­le belei­dig­te Eli­sa zudem mit einem Büh­nen­fum­mel aus der Abtei­lung “Fest­li­che Abend­ro­be für die Dame ab Hun­dert”, bestehend aus einer über alle Maßen puf­fi­gen, bei­gen Blu­se und einem boden­lan­gen Rock aus dem­sel­ben auber­gi­ne­far­be­nen Glit­zer­stoff, aus dem auch das Kleid der sie beglei­ten­den Pia­nis­tin genäht war, die Augen des mode­be­wuss­ten Publi­kums. Ohren- und Augen­krebs in nur einem Auf­wasch, ergänzt von dem drin­gen­den Wunsch, sich das Leben neh­men wol­len ange­sichts des gan­zen Elen­des, das muss Por­tu­gal erst mal jemand nach­ma­chen.

Pao­la hat ange­ru­fen und will ihren Kla­mot­ten­ge­schmack zurück: Eli­sa Sil­va.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Child­ren of the Revo­lu­ti­on

Bevor es mit dem bereits am Don­ners­tag star­ten­den, nächs­ten Vor­ent­schei­dungs-Wochen­en­de wie­der in die maxi­ma­le Über­for­de­rung geht, gilt es, noch zwei Semis vom ver­gan­ge­nen Sams­tag nach­zu­rei­chen. In Por­tu­gal bot das tra­di­ti­ons­rei­che Fes­ti­val da Can­ção, wie wir es von dem klei­nen Land gewohnt sind, mal wie­der eine frap­pie­ren­de Mischung aus völ­lig aus der Zeit gefal­le­nen Musi­cal-Num­mern, len­den­lah­men Schnarch­bal­la­den, absei­ti­gem Eth­no­folk und bizar­ren Dar­bie­tun­gen. Acht Acts kämpf­ten am spä­ten Abend um vier Final­plät­ze. Und lei­der erlaub­ten sich (genau weiß man es noch nicht, die Split-Voting-Ergeb­nis­se hält der Sen­der RTP unter Ver­schluss) ent­we­der das Publi­kum oder, deut­lich wahr­schein­li­cher, die Jury beim Her­aus­sie­ben einen mas­si­ven Miss­griff: auf der Stre­cke blie­ben mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten die­ser Vor­run­de, das bereits seit 1995 bestehen­de alter­na­ti­ve Künst­ler­kol­lek­tiv Blas­ted Mecha­nism, das – nichts bräuch­ten wir drin­gen­der in die­sen Tagen – zur ‘Rebel­li­on’ auf­rief. Und dies glaub­wür­dig­keits­för­dernd in Büh­nen­kos­tü­men, als kämen sie gera­de vom Bur­ning Man oder dem Boom Fes­ti­val. Ihr Pro­blem: bis zum ers­ten Refrain, der in sei­ner appel­la­ti­ven Schlicht­heit durch­aus als Demo-Slo­gan taugt, ver­ging erst mal eine gan­ze lan­ge Minu­te, gefüllt mit einem die Kampf­kraft eher ein­schlä­fern­den Genu­del. So wird das nichts mit dem Krieg gegen die Paläs­te!

Mad Max trifft Robin Hood auf dem Goa-Fes­ti­val: Blas­ted Mecha­nism.

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1. Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zwei­fach erfuhr die fabel­haf­te Dana Inter­na­tio­nal, die 1998 beim Euro­vi­si­on Song Con­test in Bir­ming­ham den mit wei­tem Abstand bedeut­sams­ten Sieg in der über sech­zig­jäh­ri­gen Geschich­te des Grand Prix errang, die ihr gebüh­ren­de Ehrung im gest­ri­gen ers­ten Semi­fi­na­le 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Inter­val Act auf­trat. Der für sei­ne 40 Len­ze erstaun­lich jung aus­se­hen­de Assi Azar, einer der über­flüs­si­ger­wei­se erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benann­te die offen­sicht­lich in den sel­ben Jung­brun­nen gefal­le­ne LGBTQI*-Ikone in sei­ner Anmo­de­ra­ti­on als sein per­sön­li­ches Idol. War es doch ihr sei­ner­zei­ti­ger Sieg, der dem damals Zwan­zig­jäh­ri­gen aus dem Ver­steck half und ihm die Kraft zum Com­ing Out gab. Zehn Jah­re spä­ter lis­te­te das US-ame­ri­ka­ni­sche Maga­zin OUT den Show­mas­ter, Fil­me­ma­cher und Akti­vis­ten als einen der “100 welt­weit ein­fluss­reichs­ten Schwu­len”. Doch auch für die tol­le letzt­jäh­ri­ge Euro­vi­si­ons­ge­win­ne­rin Net­ta Bar­zi­lai, wel­che den Rei­gen mit einem Remix von ‘Toy’ eröff­ne­te, war Dana laut Ein­spie­ler der Aus­gangs­punkt für ihre trotz aller Wid­rig­kei­ten als nicht den gän­gi­gen Schön­heits­idea­len ent­spre­chen­de Frau ver­folg­te Gesangs­kar­rie­re. Die ‘Diva’ selbst demons­trier­te mit einer Bear­bei­tung von ‘Just the Way you are’, dass sich selbst Bru­no-Mars-Songs ohne all zu gro­ßen Wür­ge­reiz anhö­ren las­sen, wenn eine Künst­le­rin ihres For­mats sie über­nimmt.

Quee­re Vor­bil­der sind so immens wich­tig. Ob vor zwan­zig Jah­ren, heu­te oder in der Zukunft. Dan­ke für alles, Dana Inter­na­tio­nal. Du bist und bleibst für immer eine Inspi­ra­ti­on.

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Rank & File 2019: Platz 13 – Tele­mó­veis

Mutig sind sie gewor­den, die Por­tu­gie­sen, seit ihnen mit der (nur dank der Jurys aus­ge­wähl­ten) skur­ri­len Bal­la­de ‘Amar pelois dois’ 2017 ein Über­ra­schungs­sieg gelang.

Platz 13: Por­tu­gal – Con­an Osí­ris: Tele­mó­veis (Mobil­te­le­fo­ne)

Ist das Kunst oder kann das weg”? Kaum ein ande­rer Bei­trag die­ses Jahr­gangs – bis auf den islän­di­schen – dürf­te die Fans so sehr spal­ten wie der lusi­ta­ni­sche. Eine “schrä­ge Col­la­ge aus trei­ben­den Elek­tro­beats, Chi­na-Restau­rant-Beschal­lung auf Pil­zen und osma­ni­schen Kla­ge­ge­sän­gen,” um mich selbst zu zitie­ren, prä­sen­tiert uns der ein­deu­ti­ge Sie­ger des dies­jäh­ri­gen Fes­ti­val da Can­ção, Con­an Osí­ris, gemein­sam mit sei­nem anmu­ti­gen Tän­zer João Reis Morei­ra. In ihrer Büh­nen­show zitie­ren sie rein optisch Edward mit den Sche­ren­hän­den, das Phan­tom der Oper und Salomés legen­dä­res Röhr­chen­kleid vom ESC 1969, das hier in der Form eines Cha-Cha-Flo­ka­ti-Out­fits sei­ne Wie­der­auf­er­ste­hung fei­ert. Was uns die Bei­den mit ihren spas­ti­schen Zuckun­gen sagen wol­len, bleibt der Inter­pre­ta­ti­on über­las­sen, genau so wie der kryp­ti­sche Text, in wel­chem der als Tia­go Miran­da gebo­re­ne Künst­ler dem Han­dy eine gewis­ser­ma­ßen exis­ten­zi­el­le Rol­le ein­räumt. Und das hat es mitt­ler­wei­le: auch ich füh­le mich ohne das Gerät vom Leben abge­schnit­ten. Wie schon bei Sal­va­dor Sobral trägt der visu­el­le Zau­ber ent­schei­dend zum Flair des Bei­trags bei: man ist von der fas­zi­nie­rend bizar­ren Dar­bie­tung so abge­lenkt, dass man die stol­pern­de Klang­col­la­ge kaum noch wahr­nimmt.

Man kann es mit dem Con­tou­ring aber auch über­trei­ben! Con­an beim FdC-Auf­tritt.

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Fes­ti­val da Can­ção 2019: Neu­es aus dem Funk­loch

Acht Acts tra­ten an im gest­ri­gen Fina­le des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Can­ção, übrig­ge­blie­ben aus dop­pelt so vie­len Semifinalist/innen. Und den­noch dreh­te sich der gan­ze Abend nur um einen ein­zi­gen Künst­ler und die Fra­ge, ob er es schaf­fen wird, die Stim­men des Publi­kums und der Jurys zu gewin­nen. Er schaff­te es: Tia­go Miran­da oder, wie wir ihn ken­nen, Con­an Osí­ris führ­te am Ende mit zwei­mal Dou­ze Points das Feld klar an. Alles ande­re hät­te sicher­lich auch zu tumult­ar­ti­gen Sze­nen geführt, schließ­lich erhiel­ten der gebür­ti­ge Lis­sa­bon­ner und sein abso­lut anmu­ti­ger Tän­zer João Reis Morei­ra als ein­zi­ge der Teilnehmer/innen ste­hen­de Ova­tio­nen im Saal. ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fo­ne’), sein Bei­trag, han­delt von der Abhän­gig­keit der Men­schen von ihren trag­ba­ren Tele­por­ta­ti­ons­ma­schi­nen in die vir­tu­el­le Welt, und ent­spricht musi­ka­lisch so über­haupt kein biss­chen irgend­wel­chen gän­gi­gen Euro­vi­si­ons- oder Pop-Kon­ven­tio­nen. Als “atem­be­rau­ben­de Fusi­on aus Fado, Tech­no und ara­bi­schen Ein­flüs­sen” beschreibt es der fach­kun­di­ge Dr. Euro­vi­si­on, als schrä­ge Col­la­ge aus trei­ben­den Elek­tro­beats, Chi­na-Restau­rant-Beschal­lung auf Pil­zen und osma­ni­schen Kla­ge­ge­sän­gen will es mir erschei­nen. Die wil­de Kos­tü­mie­rung mit Pha­ra­no­nen­mas­ke und die eksta­ti­schen Tän­ze machen die Sache nur noch trip­pi­ger und las­sen die Zuschauer/innen garan­tiert rat­los zurück. Mit ande­ren Wor­ten: es ist groß­ar­tig!

Edward mit den Sche­ren­hän­den: in die­sem Auf­zug kommt Con­an am Ben-Gur­i­on-Flug­ha­fen nicht durch die Kon­trol­le.

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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitz­ho­mos

Bevor sie ganz unter den Tisch fal­len: neben den fünf natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen des ver­gan­ge­nen Wochen­en­des mit ihren fünf furcht­ba­ren Bei­trä­gen für Tel Aviv fan­den am ver­gan­ge­nen Sams­tag in zahl­rei­chen Län­dern diver­se Semi­fi­na­le statt, die nun hier in Win­des­ei­le abge­ar­bei­tet sein wol­len. Begin­nen wir bei den Gast­ge­bern des letz­ten Jah­res: in der ers­ten von zwei Vor­run­den des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Can­ção kam der Favo­rit Con­an Osí­ris erwar­tungs­ge­mäß eine Run­de wei­ter, lan­de­te mit dem rund­weg expe­ri­men­tell-bizar­ren ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fon’) jedoch bei der augen­schein­lich aus­schließ­lich mit Kul­tur­ba­nau­sen besetz­ten Jury ledig­lich auf dem vier­ten Rang. Das wesent­lich sach­ver­stän­di­ge­re Publi­kum bedach­te ihn hin­ge­gen mit der Höchst­wer­tung. Der mit einem gro­tes­ken Gesichts­ge­schirr angetan­te Con­an und sein gold­glit­tern­der Tän­zer muss­ten sich in der Gesamt­wer­tung einem volu­mi­nö­sen Schwar­zen mit dem Namen Matay geschla­gen geben, der im Video­ein­spie­ler noch den Hip-Hop­per mim­te, auf der Büh­ne jedoch im ele­gan­ten Frack erschien und eine ein­schlä­fernd sanf­te Bal­la­de zum Bes­ten gab. Über die vier Aus­ge­schie­de­nen hin­ge­gen gibt es lei­der nichts Inter­es­san­tes zu berich­ten, sie lang­weil­ten schlicht­weg.

Vom Gol­fer zum Gold­schatz­räu­ber: Con­an Osí­ris.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wun­der­tü­te an Pro­ben brach­te der heu­ti­ge Tag in Lis­sa­bon, mit Star­tern aus allen drei Shows auf der Büh­ne der Alti­ce-Are­na. Über die­je­ni­gen des Vor­mit­tag kön­nen wir schnell hin­weg­sprin­gen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Arme­ni­en (sym­pa­thi­scher­wei­se unaus­ge­schla­fen, aber immer noch der schöns­te Bart 2018) bis Däne­mark war das schließ­lich bereits der zwei­te Durch­lauf, und all zu viel Nen­nens­wer­tes änder­te sich nicht. Die Ser­ben (zweit­schöns­ter Bart) haben ihre Lakritz­schnü­re wohl auf­ge­fut­tert, die bei­den für San Mari­no star­ten­den Ladys war­fen sich heu­te immer­hin in – dem Mode­the­ma des Jah­res fol­gend – teils extrem durch­sich­ti­ge Büh­nen­kla­mot­ten. Und bewie­sen Humor, in dem sie den eigent­li­chen Star ihres Auf­trit­tes, dem größ­ten der vier put­zi­gen Spiel­zeug­ro­bo­ter, dies­mal ein Schild mit der Auf­schrift “Jus­ti­ce for Valen­ti­na” hoch­hal­ten lie­ßen. Ich bin mal gespannt, was im TV-Semi auf der Demo­ta­fel steht! Doch was uns alle wirk­lich inter­es­siert, spiel­te sich heu­te Nach­mit­tag ab: da prob­te Micha­el Schul­te zum ers­ten mal in der Hal­le! Und zwar zu mei­ner Über­ra­schung mit einem im Ver­gleich zu Unser Lied für Lis­sa­bon visu­ell deut­lich auf­ge­frisch­ten Sta­ging. Das, soweit man in den Blogs nach­le­sen konn­te, einen span­nen­den Effekt auf Fans und Hater zei­tigt.

Man gewinnt nicht den Ein­druck, dass sich Jes­si­ka wirk­lich über die Unter­stüt­zung von Jeni­fer freut…

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PT 2018: Dans les Jardins du Lis­boa

Bevor heu­te Abend mit dem nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix und dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len zwei der drei letz­ten natio­na­len Vor­ent­schei­de der Euro­vi­si­ons­sai­son 2018 über die Büh­ne gehen, gilt es noch ein Ergeb­nis des zurück­lie­gen­den Wochen­en­des nach­zu­rei­chen, das mir bis­lang durch­ge­rutscht ist. Näm­lich das des Gast­ge­ber­lan­des Por­tu­gal. Dort setz­te sich ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Fina­le des tra­di­ti­ons­rei­chen Fes­ti­val da Can­ção die 23jährige, bereits über man­nig­fa­che Cas­ting-Show-Erfah­rung ver­fü­gen­de Cláu­dia Pas­co­al durch. Und zwar mit dem Titel ‘O Jar­dim’ (‘Der Gar­ten’), einer fra­gi­len Trau­er­bal­la­de, von der pink­haa­ri­gen Inter­pre­tin mit pass­ge­nau­er, zurück­hal­ten­der Hin­ga­be und zum Schluss hin fast brü­chi­ger Stim­me gesun­gen. Dabei erfuhr die in einem schwar­zen Negli­gé auf­tre­ten­de Cláu­dia Unter­stüt­zung durch die Kom­po­nis­tin ihres Titels, die tom­boy­haf­te Isau­ra, die anfäng­lich mit dem Rücken zum Publi­kum auf einem Hocker saß und dabei aus­sah wie das Miche­lin-Männ­chen. Was der gesam­ten Dar­bie­tung einen sub­ti­len les­bi­schen Unter­ton ver­lieh.

Ich gie­ße Dei­nen Gar­ten”: singt Cláu­dia hier von der Grab­pfle­ge oder ist das ein les­bi­scher Code für bestimm­te Sti­mu­la­ti­ons­tech­ni­ken?

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