Eurovision Song Contest 2018, 2. Semi

Welche Länder im zweiten Semi um einen der zehn Finalplätze antreten, wird am 29. Januar 2018 ausgelost. Sicher ist, dass neben den an diesem Semi teilnehmenden Ländern auch das deutsche TV-Publikum heute mit abstimmen darf – diesen ARD-Sonderwunsch erfüllt die EBU jedes Jahr. Wie immer werden am Abend nur die zehn Finalisten bekannt gegeben, die detaillierten Ergebnisse gibt’s erst Sonntagnacht. Die Show wird auf eurovision.de und eurovision.tv live gestreamt.

Eurovision Song Contest 2018, 1. Semi

„All abord!“ lautet das Motto des ESC 2018, passend zum maritimen Artwork der Show. Welche der insgesamt 43 teilnehmenden Länder im ersten Semi antreten, wird am 29. Januar 2018 ausgelost. Abstimmungsberechtigt im Semi sind die Jurys und Zuschauer/innen in den Teilnehmerländern plus den zugelosten Big-Five-Nationen. Wie immer werden am Abend nur die zehn Finalisten bekannt gegeben, die detaillierten Ergebnisse gibt’s erst Sonntagnacht. Die Sendung wird auf eurovision.de und eurovision.tv live gestreamt.

Festival da Canção 2018, Finale

Wer tritt in Salvador Sobrals Fußstapfen? Dieses Rätsel löst sich heute Abend im Finale des portugiesischen Vorentscheidungsverfahrens Festival da Canção. Natürlich wird es wieder eine lange Nacht: bis alle Gaststars abgefeiert und alle 7.000 lokalen Jurys abgerufen sind, graut stellenweise schon der Morgen. Nehmen Sie sich also besser für Montag frei.

Festival da Canção 2018, 2. Semifinale

Im Gastgeberland des heurigen Eurovision Song Contests, in Portugal, glaubt man noch an das Konzept des → Komponistenwettbewerbs. 22 Songschreiber/innen lud der Sender RTP ein, drei weitere kamen über öffentliche Vorauswahlen hinzu und einen durfte der Liedermacher und regierende Grand-Prix-König Salvador Sobral auswählen. Die Komponisten haben bei Song, Sprache und Interpret/in völlig freie Hand. Die ersten 13 Acts traten im gestrigen Semi an, heute kommen die nächsten 13 dran. Die gefühlt 700 regionalen Jurys sowie die Zuschauer/innen entscheiden dann übers Weiterkommen. Die Schauspielerin Catarina Furtado moderiert.

Festival da Canção 2018, 1. Semifinale

Im Gastgeberland des heurigen Eurovision Song Contests, in Portugal, glaubt man noch an das Konzept des → Komponistenwettbewerbs. 22 Songschreiber/innen lud der Sender RTP ein, drei weitere kamen über öffentliche Vorauswahlen hinzu und einen durfte der Liedermacher und regierende Grand-Prix-König Salvador Sobral auswählen. Die Komponisten haben bei Song, Sprache und Interpret/in völlig freie Hand. Die ersten 13 Acts treten im heutigen Semi an, die gefühlt 700 regionalen Jurys sowie die Zuschauer/innen entscheiden dann übers Weiterkommen. Die Schauspielerin Catarina Furtado moderiert.

Semifinalauslosung

Heute erfolgt in Lissabon die Zulosung der insgesamt 43 Teilnehmernationen auf die beiden Semis. Bis auf das Gastgeberland und die Big Five wurden dafür alle Länder in sechs regionale Töpfe verteilt, aus denen in einer öffentlichen Auslosung immer abwechselnd eines gezogen. Ein zweites Los entscheidet, in welchem Semi und dort in welcher Hälfte das Land antritt. Die exakte Startreihenfolge legt die ausrichtende TV-Anstalt RTP anschließend nach dramaturgischen Gesichtspunkten fest. Eine weitere Auslosung widmet sich der Frage, welches der Big-Five-Länder in welchem Semi mit abstimmen darf. eurovision.tv streamt das Ereignis live.

Ein Herz kann man nicht reparier’n: ein Spenderorgan für Salvador Sobral

Seit September bangten Fans um den diesjährigen Gewinner des Eurovision Song Contest, den Portugiesen Salvador Sobral. Seither lag der an einer chronischen Herzinsuffizienz leidende Hippie-Schlumpf, der im Mai 2017 einen ganzen Kontinent mit seiner verträumten Ballade ‚Amar pelos dois‘ verzaubern konnte, auf der Intensivstation eines Lissabonner Krankenhauses. Am vergangenen Freitag transplantierten ihm die Ärzte nun ein Spenderorgan. Nach Mitteilung des Krankenhauses sei „der Eingriff gut verlaufen“, der Patient wohlauf, wie unter anderem das Hamburger Abendblatt meldete. Dennoch ist die kritische Phase noch nicht überwunden: bis zu zwei Wochen nach der Operation können noch Infektionen oder Abstossreaktionen auftreten. Sollte alles gut gehen, stehe zunächst eine „lange Erholungsphase“ an, so der verantwortliche Mediziner. Ob Salvador also im Mai 2018 die Festspiele in seiner Heimatstadt eröffnen kann, muss dahingestellt bleiben. Und auch danach wird er nicht unbedingt, wie die Ärzte behaupten, „wieder ein ganz normales Leben führen können“: eine Organtransplantation funktioniert nur bei anschließender lebenslanger Einnahme von Immunsuppressiva mit erheblichen Nebenwirkungen, die in der öffentlichen Darstellung gerne verschwiegen werden. Bleibt nur, Salvador Sobral zu wünschen, dass er sich hoffentlich schnell und gut erholt und von den unangenehmen Begleiterscheinungen möglichst verschont bleibt. Und das, natürlich, von Herzen!

Mit diesem Auftritt beim portugiesischen Festival da Cançäo gewann Salvador mein Herz. Alles Gute und viel Glück, Großer!

Offiziell: 42 Länder sind 2018 an Bord, Mazedonien ist raus

In einer Pressemitteilung stellte die EBU heute Nachmittag das offizielle Contest-Logo für den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon vor, das aus einer stilisierten Muschel besteht, ergänzt um 11 weitere maritime Motive, die vom nährenden Plankton bis zur bissigen Qualle alles abbilden, was im Meer so vorkommt (schwimmender Plastikmüll gehört allerdings nicht dazu). Für das Motto ließ man sich offensichtlich vom Neunzigerjahre-Megahit ‚Last Train to Transcentral‘ des britischen Musikprojekts The KLF inspirieren: es lautet ‚All abord‘ (‚Alle an Bord‘). Es soll laut EBU-Prosa für „Kernbotschaften wie Diversität, Respekt und Toleranz“ stehen. Der Kreativ-Chef des gastgebenden portugiesischen Senders, Gonçalo Madaíl, äußert sich ergänzend zum geschickt gewählten maritimen Thema des Logos: „Über Jahrhunderte erforschte Portugal die Welt über das Meer. Heute ist Lissabon mehr denn je die Stadt aller Farben, ein Hafen verschiedener Kulturen und Klänge, die Euch alle einlädt, an Bord zu kommen“. Letzteres gilt allerdings nicht für Mazedonien: entgegen hoffnungsfroher Verlautbarungen des Senders MRT über angeblich gütlich verlaufende Verhandlungen mit der EBU hält diese am Ausschluss der früheren jugoslawischen Republik aufgrund offener Forderungen in erklecklicher Höhe fest. Russland ist nach dem Juliagate-bedingten Aussetzer 2017 hingegen, um das Motto noch einmal zu bemühen, wieder mit an Bord. Auch Australien hat eine erneute Einladung erhalten. Insgesamt 42 Nationen gehen daher am 8., 10. und 12. Mai 2018 in der Lissabonner Arena an den Start, genau so viele wie 2017 und eine weniger als der bisherige Rekord. Der Ticketverkauf soll Ende November 2017 starten, einen genauen Termin gibt es aber noch nicht.

Aus dem Meer kam alles Leben und im Meer wird es auch bald wieder verschwinden, wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen.

Nun also amtlich: Mazedonien bleibt wegen unbezahlter Rechnungen 2018 draußen.

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Ein Kunstherz für Salvador Sobral?

Es ist nicht ohne eine gewisse, bittere Ironie: in seiner Siegeransprache beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew teilte der sympathisch verschrobene Portugiese Salvador Sobral noch gegen artifizielle „Plastikmusik“ aus – nun muss er sich unter Umständen ein künstliches Herz einpflanzen lassen, wie esctoday am Donnerstag unter Bezug auf einen Artikel des französischen Portals Voici berichtete. Danach habe sich der Zustand des 27jährigen, der zuletzt in der Intensivstation eines Lissabonner Krankenhauses ums Überleben kämpfte, zwar zwischenzeitlich leicht verbessert, sei aber nach wie vor kritisch. Er stehe zwar ganz oben auf der Liste für ein Spenderorgan, das er laut dem Pressebericht dringend benötige, bislang sei ein solches aber noch nicht gefunden worden. Nun könne es sich als notwendig erweisen, die Wartezeit mit einem ventrikulären Unterstützungssystem zu überbrücken. Sobral selbst und seine Familie äußerten sich öffentlich nicht zu den Berichten. Auch in einem diese Woche erst im Zeit Magazin veröffentlichten Interview in der Reihe „Ich habe einen Traum“ sprach Salvador lediglich von seiner „fragilen“ Gesundheit und von „Krankheiten, über die ich nicht reden mag“, welche seine ursprüngliche Wunschkarriere als Fußballspieler beendet hätten. Er erzählte auch von „einem wiederkehrenden Albtraum, in dem ich meine Stimme verliere. Diese Angst ist völlig real, ich hatte sie auch vor dem Finale des Eurovision Song Contest in Kiew“. Zur Teilnahme am Wettbewerb, den er als „surreale Traumblase“ bezeichnete, habe er sich überreden lassen, weil er glaubte, „dass es eine Chance sei, ein größeres Publikum für meine Musik zu finden“. Seine Begegnung mit den Fans scheint der scheue Künstler indes nicht in besonders guter Erinnerung zu haben: „Draußen wollte an jeder Ecke jemand ein Selfie mit mir machen. Seit meinem ESC-Sieg gibt es Menschen, die mich im Restaurant beim Essen filmen. Ich bin doch kein Zootier“! Dass er den Wettbewerb mit einem Lied in portugiesischer Sprache gewann, sei dennoch „ein Traum“ für ihn gewesen: „Ich glaube, man muss diese Sprache gar nicht beherrschen, um zu verstehen, wie emotional aufgeladen dieser Song ist. Hätte ich ihn auf Englisch gesungen, hätte er wahrscheinlich seinen Zauber verloren“. Sehr wahr!

Schon mit diesem ersten Auftritt beim portugiesischen Vorentscheid sang sich Salvador in mein Herz. Viel Glück und alle guten Wünsche für eine baldige Genesung!

Salvador Sobral unterbricht Karriere

Sorge um den diesjährigen Gewinner des Eurovision Song Contest, Salvador Sobral: wie der 27jährige Portugiese, der im Mai 2017 mit seiner verschrobenen, intimen Performance beim europäischen Wettsingen einen ganzen Kontinent verzauberte und den ersten Sieg in der über vierzigjährigen, an Enttäuschungen nicht armen Grand-Prix-Geschichte seines Landes holte, gestern in einem Youtube-Video erklärte, muss er seine Musikkarriere bis auf Weiteres unterbrechen, um sich die Hände der Ärzte zu begeben. Schon bei den Proben in Kiew hatte sich der charmante Hipster-Schlumpf krankheitsbedingt von seiner Schwester Luísa, der Autorin seiner verträumten Jazzballade ‚Amar pelos Dois‘, vertreten lassen. Seinerzeit – und auch aktuell wieder – machten daraufhin Gerüchte um eine lebensbedrohliche Herzschwäche und die dringende Notwendigkeit eines Spenderorgans die Runde, die das Management Sobrals jedoch damals zurückwies. Doch nun scheint der Stress einer ausgedehnten Tournee und zahlreicher Wohltätigkeitsaktionen (wie beispielsweise für die Opfer der Waldbrände im portugiesischen Pedrógão Grande), die seinem Erdrutschsieg beim Eurovision Song Contest 2017 folgten, seinen Tribut zu fordern: bereits letzte Woche sagte der sympathische Sänger die letzten drei Gigs aus gesundheitlichen Gründen ab. Gestern folgte dann die Ankündigung einer längerfristigen Auszeit: „Mein fragiler Gesundheitszustand ist kein Geheimnis mehr,“ so Salvador, der allerdings nicht konkretisierte, an was er nun leidet, sondern diesbezüglich um „Respekt für meine Privatsphäre“ bat und auch nicht an einem Seitenhieb auf die Klatschpresse sparte. „Dort hieß es, ich hätte nur noch drei Monate zu leben. Das habe ich aber schon vor mehr als einem Vierteljahr gelesen,“ spottete der blaublütige Portugiese, bevor es dramatisch wurde: „Leider ist die Zeit gekommen, meinen Körper der Wissenschaft zu überlassen und mich aus der Welt der Musik zu verabschieden“. Gleichzeitig bemühte er sich jedoch, Zuversicht zu verbreiten: „Ich werde bald zurück sein – wie bald, weiß ich nicht,“ so der in der Tat ziemlich zerbrechlich wirkende Sänger, der an diesem Freitag noch ein kostenloses Abschiedskonzert für seine Fans geben will. Bleibt nur, Salvador von ganzem Herzen viel Glück und eine hoffentlich baldige und vollständige Genesung zu wünschen.

Salvadors Videobotschaft (auf Portugiesisch).

Alex Florea bezichtigt Salvador Sobral des „Theaterspiels“

Nach dem Schweden Robin Bengtsson hat sich nun auch der rumänische Rapper Alex Florea (‚Yodel it!‘) kritisch über den am vergangenen Samstag siegreichen Portugiesen Salvador Sobral geäußert. Wie Wiwibloggs rapportiert, äußerte er heute früh in einem live ausgestrahlten Video-Interview mit der rumänischen Tageszeitung Adevarul Zweifel an den gesundheitlichen Problemen des schlumpfigen Hipsters und verbreitete die Theorie, es handele sich dabei um Mitleids-„Marketing“, wie es in Castingshows an der Tagesordnung sei: „Seine Hintergrundstory funktionierte, das Publikum hat es geschluckt,“ so Florea. Sobral war auf Anraten seiner Ärzte erst später als seine Konkurrent/innen nach Kiew angereist und etlichen Proben ferngeblieben, in den Medien machten (von einigen Kommentatoren offensichtlich weiterverbreitete) Gerüchte über eine lebensbedrohliche Herzerkrankung die Runde, die sein Management allerdings strikt zurückwies. Auf Anfragen besorgter Schwurnalisten in den Pressekonferenzen in Kiew räumte Salvador allerdings gesundheitliche Probleme ein. Der rumänische Bad Boy kaufte ihm das aber nicht ab: „Salvador hat keine Herzprobleme, bei ihm stimmt etwas im Kopf nicht“. Er sei von seinem „billigen Theater“ angewidert, deswegen reagiere er so zynisch: „Ich habe in Castingshows auch schon Probleme gehabt, aber nie zu solchen Taktiken gegriffen, um zu gewinnen,“ so der Rumäne, der Sobral jedoch zumindest zugestand, dass sein Song „exzellent“ gewesen sei. Floreas jodelnde Duettpartnerin Illinca Băcilă zeigte sich im gleichen Interview dagegen „glücklich“ über den Sieg des Portugiesen: „Was Salvador tat, kann man als Kunst begreifen, daher herzlichen Glückwunsch zum Erfolg“! Sie gratulierte außerdem dem SunStroke Project aus dem Nachbarland Moldawien, das für die Bronzemedaille beim Contest, das beste Ergebnis des Balkanlandes bisher, vom heimischen Ministerpräsidenten Igor Dodon nach Bericht von Eurovoix sogar eine staatliche Auszeichnung erhalten soll: „Eine superbe Show“! Der rumänische Jodel-Rap landete beim Publikum auf dem fünften Rang, wurde von den Jurys aber auf den siebten Platz abgewertet.

Schießt mit Kanonen auf Spatzen: Alex Florea (RO)

Robin Bengtsson: getroffene Elche blöken

Es sei ein Sieg der „echten Musik,“ so formulierte es der portugiesische Gewinner des Eurovision Song Contest 2017, Salvador Sobral, bei seiner Siegeransprache am vergangenen Samstagabend, über das, was er als wegwerfbare „Fast-Food-Musik“ bezeichnete: den inhaltsleeren Mainstreampop nämlich, der keinerlei authentische Geschichte erzähle oder keine Gefühle transportiere. Und, sind wir ganz ehrlich: die Meisten von uns werden in diesem Moment intuitiv an den klassischen, hochglanzpolierten Schwedenschlager gedacht haben, der seit Jahren den Grand Prix nicht nur für sein Heimatland dominiert. Das ging wohl auch dem diesjährigen schwedischen Vertreter Robin Bengtsson so, der mit ‚I can’t go on‘, einem geradezu prototypischen Beispiel dieser Musikgattung, auf dem fünften Platz landete. Jedenfalls kritisierte er Salvador in einem Instagram-Posting, wo er schrieb: „Glückwunsch zu Deinem Sieg, ich mag Deinen Song und die Art, wie Du ihn singst, sehr, aber ich denke, Deine Ansprache war eines Siegers nicht würdig. ‚Fast food‘-Pop kann zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die beste Sache der Welt sein, so wie eben auch ein so schöner Song wie Deiner. Es ist Platz genug für Alle“. Der australische Teilnehmer und Jury-Liebling Isaiah Firebrace und der norwegische Sänger Alexander Walmann signalisierten in den Kommentaren zur Robins Posting ihre Zustimmung zum Gesagten.

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