Kein Koso­vo in Lis­sa­bon – und wohl auch kein Sie­gel

Wie esc­to­day heu­te berich­tet, wird – ent­ge­gen aller Fan-Spe­ku­la­tio­nen – das Koso­vo 2018 nicht beim Euro­vi­si­on Song Con­test debü­tie­ren. Der Sen­der der abtrün­ni­gen ehe­mals ser­bi­schen Repu­blik, RTK, erfül­le nicht die Vor­aus­set­zun­gen einer Voll- oder asso­zi­ier­ten Mit­glied­schaft bei der Euro­päi­schen Rund­funk­uni­on (EBU) und kön­ne daher nicht am gemein­sa­men Gesangs­wett­be­werb teil­neh­men, wie die Gen­fer Orga­ni­sa­ti­on auf Nach­fra­ge sag­te. RTK hat­te sich hin­ge­gen Hoff­nun­gen gemacht: “Letz­tes Jahr stell­te uns die Refe­rence Group in Aus­sicht, dass das Koso­vo am ESC teil­neh­men kön­ne, wenn das Gast­ge­ber­land die Unab­hän­gig­keit des Koso­vos aner­kennt,” behaup­tet der Gene­ral­di­rek­tor des von den Gen­fern bei sei­nem Auf­bau tech­nisch und mit Know-How unter­stütz­ten Sen­ders, Men­tor Sha­la, gegen­über dem nie­der­län­di­schen Grand-Prix-Nach­rich­ten­por­tal. Da die Por­tu­gie­sen dies (wie übri­gens auch die deut­sche Regie­rung) – im Gegen­satz zur Ukrai­ne – tun, sei man “sicher gewe­sen”, in Lis­sa­bon dabei sein zu dür­fen. Um so mehr habe RTK die Absa­ge der EBU auf den ent­spre­chen­den Antrag der umstrit­te­nen De-fac­to-Repu­blik erstaunt, die sich dar­aus her­lei­te, dass das für etli­che Serb/innen emo­tio­nal untrenn­bar mit ihrer Geschich­te ver­knüpf­te Gebiet kein Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen sei. “Das ist ein absur­der Grund, wenn man bedenkt, dass das Koso­vo in Welt­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­nom­men wur­de wie die UEFA, die FIFA, den IWF, das IOC, die Welt­bank etc.,” so Sha­la wei­ter. Was aller­dings fehlt, ist die Mit­glied­schaft in der Inter­na­tio­na­len Fern­mel­de­uni­on ITU, die eben wie­der­um eine Auf­nah­me in die Ver­ein­ten Natio­nen oder das Euro­päi­sche Kon­zil vor­aus­setzt, und die ihrer­seits unab­ding­bar für die EBU-Mem­bership-Card ist. Shalas ver­zwei­fel­ter Appell “wir wol­len doch bloß beim ESC sin­gen!” könn­te aber viel­leicht den­noch irgend­wann noch Gehör fin­den: der Euro­vi­si­ons-Len­kungs­aus­schuss der EBU, die Refe­rence Group, dür­fe “im Ein­zel­fall Aus­nah­men” machen, wie die Gen­fer selbst bestä­ti­gen und wie sie es seit drei Jah­ren mit der “Ein­la­dung” Aus­tra­li­ens regel­mä­ßig unter Beweis stel­len. Tja, die Büch­se der Pan­do­ra… Der Aus­sie-Sen­der SBS ist aller­dings asso­zi­ier­tes Mit­glied der Euro­päi­schen Sen­der­uni­on, die Nati­on als sol­che unum­strit­ten. Für 2018 jeden­falls sei die Teil­nah­me des Koso­vo am Euro­vi­si­on Song Con­test defi­ni­tiv aus­ge­schlos­sen, wie die EBU gegen­über esc­to­day am Nach­mit­tag noch­mals klar stell­te.

Mit Rona Nish­liu nahm 2012 bereits eine im Koso­vo gebo­re­ne Sän­ge­rin am Euro­vi­si­on Song Con­test teil – aller­dings für Alba­ni­en. Die eth­ni­schen Ski­pe­ta­ren stel­len heu­te im Koso­vo mit 90% Anteil die Bevöl­ke­rungs­mehr­heit.

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Dem Arsch von Kiew droht der Knast

Wer ver­gan­ge­ne Sams­tag­nacht wäh­rend der Wer­tungs­pau­se beim Fina­le des 62. Euro­vi­si­on Song Con­test in Kiew gera­de kurz mit der Stimm­ab­ga­be, dem Plau­dern mit Freun­den oder dem Geträn­kenach­schub beschäf­tigt war oder auch nur kurz blin­zel­te, ver­pass­te womög­lich die ärger­lich-unter­halt­sams­ten fünf Sekun­den der gesam­ten Show: wäh­rend die Vor­jah­res­sie­ge­rin Jama­la gera­de ihre spek­ta­ku­lär lang­wei­li­ge und musi­ka­lisch erstaun­lich farb­lo­se neue Sin­gle ‘I belie­ve in U’ vor­stell­te, enter­te ein mit der aus­tra­li­schen Flag­ge umhüll­ter Mann urplötz­lich die Satel­li­ten­büh­ne, umtän­zel­te kurz die ukrai­ni­sche Sän­ge­rin (die sich nichts anmer­ken ließ und ihren Auf­tritt pro­fes­sio­nell wei­ter durch­zog), um dann über­ra­schend blank­zu­zie­hen und sei­nen Aller­wer­tes­ten in die Kame­ra zu stre­cken. So schnell, wie er kam, war er auch wie­der weg: nur Sekun­den spä­ter zog ihn die Secu­ri­ty von der Büh­ne. Noch in der Nacht stell­te sich her­aus, dass es sich nicht, wie zunächst ver­mu­tet, um einen Fan-Hoo­li­gan aus Down Under han­del­te (wie auch, ein ech­ter Grand-Prix-Fan wür­de so etwas Affi­ges nie­mals tun!), son­dern um einen pro­fes­sio­nel­len Stö­rer. Vita­lii Sedi­uk heißt der Mann, ein ehe­ma­li­ger ukrai­ni­scher TV-Jour­na­list, der sei­ne mas­si­ve Pro­fil­neu­ro­se aus­lebt, in dem er welt­weit nichts Böses ahnen­de Pro­mi­nen­te beläs­tigt und für Tumul­te bei gla­mou­rö­sen Ver­an­stal­tun­gen sorgt. Er ver­grub unter ande­rem schon sein Gesicht im Schritt von Leo­nar­do DiCa­prio und ver­such­te, Kim Kar­da­shi­ans extra­or­di­nä­ren Hin­tern zu küs­sen. Nun dro­hen ihm bis zu fünf Jah­re Haft, wie unter ande­rem der Spie­gel unter Bezug auf die Nach­rich­ten­agen­tur dpa kol­por­tiert. Der von der inter­na­tio­na­len Bla­ma­ge erbos­te ukrai­ni­sche Innen­mi­nis­ter bezeich­ne­te den offen­bar sozi­al gestör­ten Mann bereits als “Schan­de des Lan­des”. Bei Sedi­uk han­delt es sich nicht um den ers­ten Euro­vi­si­ons­flit­zer: bereits 2010 enter­te der Spa­ni­er Jau­me Mar­quet wäh­rend des Auf­tritts sei­nes Lands­man­nes Dani­el Diges beim ESC in Oslo die Büh­ne und füg­te sich für weni­ge Tak­te in die Har­le­kin-Cho­reo­gra­phie des ibe­ri­schen Wal­zers ‘Algo Peque­ñi­to’ ein, ohne aller­dings irgend­wel­che Kör­per­tei­le zu ent­blö­ßen. Mar­quet kam sei­ner­zeit mit einer mil­den Geld­bu­ße davon.

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Zwei der iri­schen Backings © Mar­tin Schmidtner

War­um macht ihr so etwas, lie­be Büh­nen­bild­ver­ant­wort­li­che? War­um ver­steckt ihr in die­sem Jahr prak­tisch alle die Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne? Schon im ers­ten Semi­fi­na­le 2017 am ver­gan­ge­nen Diens­tag irri­tier­te es maß­los, wenn man mit den Augen ledig­lich eine ein­zel­ne, völ­lig ver­lo­ren im Far­ben­wir­bel des Back­drops ver­schwin­den­de Per­son auf der Büh­ne sah, gleich­zei­tig jedoch mit den Ohren wah­re Cho­rä­le erschal­len hör­te und das völ­lig über­for­der­te, bedau­erns­wer­te Gehirn die­se bei­den sich gegen­sei­tig wider­spre­chen­den Sin­nes­wahr­neh­mun­gen irgend­wie zusam­men bekom­men soll­te, ohne dabei zu implo­die­ren. Bei der gest­ri­gen zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de dann, erneut aus­ge­tra­gen in der nur mäßig besetz­ten Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­hal­le zu Kiew, erneut bestückt mit der irgend­wo zwi­schen Raum­schiff Enter­pri­se und der Außen­re­kla­me für das berühmt-berüch­tig­te Ree­per­bahn-Eta­blis­se­ment Zur Rit­ze chan­gie­ren­den Büh­ne sowie den drei kom­plett unlus­ti­gen Mode­ra­to­ren Tick, Trick und Track, nerv­te es nur noch. Zumal man uns damit um eini­ge Augen­wei­den brach­te, so bei­spiels­wei­se um die zwei rot­haa­ri­gen Hin­gu­cker des milch­bü­bi­gen Iren Bren­dan Mur­ray, die deut­lich mehr her­ge­macht hät­ten als der arm­se­li­ge, wind­schie­fe und zu allem Übel auch noch am Boden blei­ben­de Fes­sel­bal­lon, den die RTÉ-Dele­ga­ti­on statt­des­sen als schlecht über­leg­tes Büh­nen­gim­mick mit­brach­te.

Zwei­ein­vier­tel Stun­de frag­wür­di­ge Musik und noch frag­wür­di­ge­re Gar­de­ro­ben: das zwei­te Semi­fi­na­le 2017 am Stück

wei­ter­le­senZwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Euro­vi­si­on Death­match #15: Mar­le­en, eine von uns bei­den muss nun gehn

Der Sams­tag: Zeit für hem­mungs­lo­ses Tanz­ver­gnü­gen! Und da wir uns hier beim Euro­vi­si­on Song Con­test befin­den, heißt das natür­lich: Schla­ger­dis­co! Gleich zwei Schla­ger­pär­chen belie­fern uns in die­sem Jahr mit ret­tungs­los alt­mo­di­schem, herr­lich cam­pem, gna­den­los tanz­ba­rem Schla­ger­spaß und geben gera­de den Lebens­er­fah­re­ne­ren unter uns (*hüs­tel*) den Glau­ben an den Grand Prix zurück. Anfan­gen möch­te ich mit den est­ni­schen Rück­keh­rern Koit Too­me (→ EE 1998) und Lau­ra Põld­ve­re (→ EE 2005, eben­falls in Kiew), die heu­er gemein­sam die Eesti Laul gewan­nen und sich – in schlau­er Vor­ah­nung hin­sicht­lich des poten­ti­el­len Sie­gers des dies­jäh­ri­gen Con­tests – zum gemein­sa­men roman­ti­schen Som­mer­ur­laub auf den Spu­ren von Romeo und Julia ins ita­lie­ni­sche ‘Vero­na’ bega­ben. Kei­ne gute Idee: wie es manch­mal so ist, brach­te die vie­le zu Zweit ver­brach­te Zeit der bei­den nach Eigen­aus­kunft “rück­sichts­lo­sen” Ego­is­ten ihre bereits brö­ckeln­de Bezie­hung end­gül­tig zum Ein­sturz, so dass sie nun nach zu viel Vino Veri­tas und einem hef­ti­gen Streit ver­ka­tert und kopf­los durch die sehens­wer­te Alt­stadt des nord­ita­lie­ni­schen Städt­chens stol­pern. Musi­ka­lisch ent­füh­ren sie uns in die gol­de­nen Acht­zi­ger­jah­re zurück, klingt ihr Dis­co­fox-gesteu­er­ter Tren­nungs­schla­ger doch, wie es ein Fan mal so schön for­mu­lier­te, als ob Ralph Sie­gel ver­sucht, einen Die­ter-Boh­len-Song zu schrei­ben. Also ange­nehm modern­tal­kinesk – ange­nehm natür­lich nur dann, wenn man wie ich in die­sem Jahr­zehnt sei­ne pop­mu­si­ka­li­sche Prä­gung erfuhr und (pein­li­ches Geständ­nis!) alle Sin­gles des teu­to­ni­schen Duos kauf­te. Wie schon bei Modern Tal­king ist auch beim est­ni­schen Duo die dun­kel­haa­ri­ge Dame für die tie­fe­ren Töne zustän­dig, wäh­rend der Kerl die hoch­ge­pitch­ten Gesangs­parts bei­steu­ert.

Wes­tern Type of Woman / Wes­tern Type of Man” in Vero­na: in Ita­li­en scheint das ‘Kar­ma des Okzi­dents’ behei­ma­tet zu sein! (EE)

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San Mari­no 2017: Oops, they did it again!

Oh! Mein! Gott! Sie sind tat­säch­lich zurück! Vor weni­gen Minu­ten stell­te das san­ma­ri­ne­si­sche Fern­se­hen sei­nen Bei­trag zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 vor, nach­dem man bis zuletzt geheim­nis­voll tat und ledig­lich das Gerücht streu­te, ein “inter­na­tio­nal bekann­tes” Duo, bestehend aus einem EU- und einem Nicht-EU-Par­ti­zi­pan­ten, wer­de die Minia­tur­re­pu­blik ver­tre­ten. Und das stimmt auch, ein biss­chen: der mitt­ler­wei­le in Deutsch­land leben­de, gebür­ti­ge US-Ame­ri­ka­ner Jim­mie Wil­son (noch nie von ihm gehört!) und die Euro­vi­si­ons­le­gen­de Valen­ti­na Monet­ta (→ SM 2012, 2013, 2014) tre­ten mit einem schmis­si­gen, hoff­nungs­los cam­pen Euro­dance-Schla­ger namens ‘Spi­rit of the Night’ an. Das im Mün­che­ner Schi­cke­ria-Schup­pen P1 gedreh­te Video bebil­dert eine zar­te Dis­co-Roman­ze zwi­schen der rot­haa­ri­gen Grand-Prix-Queen und dem schwar­zen, deut­lich jün­ge­ren Sän­ger. Und natür­lich stammt die Num­mer aus der Feder von Ralph Sie­gel und klingt genau so, wie sich ein altern­der Grand­sei­gneur wohl einen jugend­li­chen Club­abend vor­stellt. Mit klas­si­schem Auf­bau, bol­lern­den Beats, amt­li­cher → Rückung und dem vol­lem Pro­gramm! Und was soll man sagen: genau so einen unfrei­wil­lig unter­halt­sa­men Bei­trag hat die­ser Jahr­gang drin­gend gebraucht! Dan­ke also an unse­ren aller­liebs­ten Euro­vi­si­ons-Opi, der dann doch noch mal das von SMTV gerüch­te­hal­ber gefor­der­te Start­geld in Höhe von einer hal­ben Mil­li­on locker mach­te und ohne den ein Grand Prix kein rich­ti­ger Grand Prix wäre. Und dan­ke an Valen­ti­na Monet­ta, die ja eigent­lich nie wie­der etwas mit der Ver­an­stal­tung zu tun haben und end­lich wie­der Jazz sin­gen woll­te, jetzt aber auf alle künst­le­ri­sche Inte­gri­tät scheißt und uns noch­mal auf das König­lichs­te unter­hält. Wie wun­der­bar!

Saman­tha Fox hat ange­ru­fen und will ihren Titel zurück ℠

Sie­gel zurück in San Mari­no! Wie geil ist das denn?

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Mut­ter­söhn­chen!

Welch ein ereig­nis­rei­ches Euro­vi­si­ons­wo­chen­en­de! Es begann mit einem lei­der sehr trau­ri­gen Ereig­nis: nach­dem in der Nacht von Frei­tag auf Sams­tag in der Nähe der ita­lie­ni­schen Stadt Vero­na ein Rei­se­bus mit unga­ri­schen Schüler/innen ver­un­glück­te, ver­häng­te die magya­ri­sche Regie­rung ange­sichts von 16 Todes­op­fern ver­ständ­li­cher­wei­se Staats­trau­er, wor­auf­hin die eigent­lich für Sams­tag­abend geplan­te zwei­te Vor­run­de der hei­mi­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung A Dal bis auf Wei­te­res um eine Woche ver­scho­ben wur­de. Neben die­ser Tra­gö­die und den bereits ver­blogg­ten zwei natio­na­len End­aus­schei­dun­gen vom Sams­tag in Weiß­russ­land und Geor­gi­en blieb kaum noch Zeit für eine Sich­tung der bereits am Frei­tag­abend ver­öf­fent­lich­ten zwölf Songs des für den 11. März 2017 ter­mi­nier­ten islän­di­schen Söng­vakepp­nin, die – wenn auch nur als Audio-Stu­dio­fas­sun­gen – jeweils in der lan­des­sprach­li­chen und eng­li­schen Ver­si­on vor­han­den sind und unter denen sich eini­ge viel­ver­spre­chen­de Titel befin­den, wie bei­spiels­wei­se das in bei­den Fas­sun­gen sehr ein­präg­sa­me ‘Bam­bar­ram’ von Hil­dur, das hyp­no­ti­sche ‘Hyp­no­ti­sed / Þú hefur dáleitt mig’ des Rick-Ast­ley-Dop­pel­gän­gers Aron Brink oder die hüb­sche Coun­try-Lie­bes­schnul­ze ‘You and I / Þú og ég’ von Páll Rósin­kranz und Kris­ti­na Bærend­sen (Play­list mit allen 24 Bei­trä­gen hier). Auch das mol­da­wi­sche Fern­se­hen TRM stell­te zeit­gleich die 14 Songs vor, die sie aus den ins­ge­samt 39 Ein­sen­dun­gen für O Melo­die Pen­tru Euro­pa am 24. und 25. Febru­ar 2017 aus­ge­siebt hat­ten. Wobei es der so uner­müd­li­che wie legen­dä­re Sascha Bogni­bov, Leser/innen die­ses Blogs noch von Meis­ter­wer­ken wie ‘The Girls of 13 Years old’ und unzäh­li­gen ande­ren bekannt, so erwart­bar wie skan­da­lö­ser­wei­se mal wie­der nicht in die Aus­wahl schaff­te, obschon er mit dem amt­lich bret­tern­den Metall-Stück ‘Stop the Liars’ über einen her­aus­ra­gen­den Bei­trag ver­füg­te. Und das mei­ne ich völ­lig uniro­nisch. Auch die Folk-Pop­per Che-MD und der put­zi­ge Pop-Rent­ner Tudor Bum­bac, bei­de in frü­he­ren Jahr­gän­gen schon mal am Start, konn­ten die Sen­der­ju­ry dies­mal nicht über­zeu­gen.

Saschas Kom­men­tar zum gera­de ernann­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten? Schan­de, Mol­da­wi­en, dass er nicht dabei ist! (MD)

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Deutsch­land und der Geist der Euro­vi­si­on

Das Erwar­te­te ist ein­ge­tre­ten, und doch wur­de es kurz vor Ende noch mal span­nend: im Super­fi­na­le von Unser Lied für Stock­holm setz­te sich heu­te Abend die von vor­ne her­ein als Favo­ri­tin gehan­del­te The-Voice-Sie­ge­rin Jamie Lee Krie­witz gegen Alex Diehl und Avan­ta­sia durch. Für einen klei­nen Schre­ckens­mo­ment sah es so aus, als kön­ne der dicke Bay­er dem lus­tig auf­ge­bre­zel­ten Man­ga-Mäd­chen noch gefähr­lich wer­den, über­zeug­te sein zwei­ter Auf­tritt im Super­fi­na­le doch deut­lich mehr als der von Jamie Lee. Und im After-Sta­ge-Inter­view mit der fan­tas­tisch auf­ge­leg­ten Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger wirk­te er super­sym­pha­tisch auf­ge­regt und authen­tisch, so dass ein klei­ner Elai­za-Moment der Ver­zau­be­rung zu befürch­ten stand. Doch der Kelch ging an uns vor­über: mit knapp 45% der Stim­men konn­te Frau Krie­witz (deren Pres­se­kon­fe­renz aus Grün­den des Jugend­schut­zes bis Punkt 23 Uhr been­det sein muss­te – wir sind schließ­lich in Deutsch­land!) das Ticket nach Stock­holm lösen, wo es für ihr sehr pro­fes­sio­nell prä­sen­tier­tes, aber ziem­lich ödes, rihan­nes­kes Lied­chen dann bes­ten­falls für einen unte­ren Mit­tel­feld­platz rei­chen dürf­te. Und so will sich über den Aus­gang von ULFS auch eher Erleich­te­rung ein­stel­len denn ech­te Begeis­te­rung. Immer­hin: dafür, dass der Vor­ent­scheid nach dem Nai­doo-Desas­ter so schnell aus dem Hut gezau­bert wer­den muss­te, ist das Ergeb­nis recht vor­zeig­bar.

Ob sich der Geist von Cro in ihrem Kopf­schmuck mani­fes­tier­te?

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Auch 2015: Semis in die Spar­te

Wie der Prinz-Blog ges­tern rap­por­tier­te, über­trägt die ARD die bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den des Euro­vi­si­on Song Con­test 2015 live im Fern­se­hen, aller­dings nicht im Ers­ten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spar­ten­sen­der wäh­len: für auf­merk­sam­keits­de­fi­zi­tä­re Inter­netaf­fi­ne blen­det Eins­Fes­ti­val zusätz­lich zur Live­über­tra­gung im Split­screen-Ver­fah­ren wie­der pseu­do­ju­gend­li­che, unin­ter­es­san­te Face­book-Kom­men­ta­re und Tweets ein. Eins­Plus bie­tet mit einem Gebär­den­dol­met­scher hin­ge­gen ech­ten Mehr­wert, auch wenn ver­mut­lich nicht mit einer Dar­bie­tung im Sti­le von Tom­my Krångh zu rech­nen ist. Und für die Puris­ten über­trägt der Ereig­nis­ka­nal Phoe­nix die bei­den Semis ohne jeg­li­chen Begleit­schnick­schnack, aber in HD – sofern man nicht, wie der Blog­ger, Kun­de des schlech­tes­ten Kabel­an­bie­ters der Welt (Unity­me­dia) ist, der die ARD-Spar­ten­sen­der skan­da­lö­ser­wei­se nur in SD ein­speist. Den­noch an die­ser Stel­le einen herz­li­chen Dank an die ARD, erin­nern wir uns doch nur zu schmerz­lich an die Zei­ten, da die Semis nur auf eurovision.de ruckel­ge­streamt wur­den (auch die­sen Über­tra­gungs­weg bie­tet der Sen­der erneut an).  Das sams­täg­li­che Fina­le gibt’s natür­lich wie­der im Ers­ten, inklu­si­ve Begleit­show von der Ree­per­bahn, mode­riert natür­lich von “ESC-All­zweck­waf­fe” (ARD-Aus­lo­bung) Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger, die auch die Punk­te nach Wien durch­gibt (und ver­mut­lich auch ‘Black Smo­ke’ live aus Ham­burg singt, soll­te Ann Sophie Dür­mey­er eben­falls knei­fen…).

Die zwei größ­ten Euro­vi­si­ons­i­ko­nen aller Zei­ten, Dana Inter­na­tio­nal und Con­chi­ta Wurst, sin­gen den größ­ten Euro­vi­si­ons­hit aller Zei­ten, Water­loo

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Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigent­lich soll­te heu­te Vor­mit­tag noch ein aus­führ­li­cher Bericht zum Melo­di Grand Prix fol­gen, das ich am Sams­tag nicht mehr schaff­te und Sonn­tag früh nach­zu­ho­len gedach­te. Doch dann mach­te mir die Tech­nik einen Strich durch die Rech­nung – nie wie­der PCs oder Lap­tops von Acer! Und zwi­schen­zeit­lich sta­peln sich hier die noch in letz­ter Minu­te vor dem Ein­sen­de­schluss aus­ge­wähl­ten oder upge­da­te­ten Bei­trä­ge für Wien. Daher jetzt im Schnell­durch­lauf alles Wich­ti­ge vom Wochen­en­de. Die Nor­we­ger ent­schie­den sich am Sams­tag sehen­den Auges für noch eine Bal­la­de – und sie tra­fen damit eine gute Wahl. ‘Mons­ter like me’ von Mør­land und Debrah Scar­lett klingt nicht nur vom Namen her wie die Titel­me­lo­die einer Teen­ager-Vam­pir-Dra­ma-Serie, auch musi­ka­lisch und text­lich über­zeugt das düs­te­re und dra­ma­ti­sche Stück durch Tief­gang und Hin­ga­be. Selbst das inter­pre­tie­ren­de Duo sieht pas­send blut­arm aus. Mei­ne neue Lieb­lings­bal­la­de des aktu­el­len Jahr­gangs!


Nick Cave und Kylie grü­ßen mit einer Wild­ro­se freund­lich aus Tra­li­en: Mør­land & Debrah (NO)

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1. Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weit­er­wäh­len!

Sie sind doch ein­fach jedes Mal für Über­ra­schun­gen gut, die­se Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den und ins­be­son­de­re die Ant­wor­ten, die Euro­pas Zuschau­er und Juro­ren auf die Fra­ge geben, wel­che der gezeig­ten Per­for­man­ces sie am Sams­tag im Fina­le wie­der­se­hen wol­len. So gut wie nie­mand hat­te wohl ernst­haft Valen­ti­na Monet­ta auf sei­nem Tipp­zet­tel, und nach­dem der unter lang­jäh­ri­gen Lei­dens­ge­nos­sen nur noch “der Unver­meid­li­che” genann­te Ralph Sie­gel dies­mal auch noch pro­mi­nent am Flü­gel saß, als sei er die Reinkar­na­ti­on von Andrew Lloyd-Web­ber (UK 2009), sah ich offen gestan­den end­gül­tig schwarz für die san­ma­ri­ne­si­sche Lys Assia (CH 1956–1958). Ob die Ver­lei­hung der Final­kar­te nun den Lohn für die Per­sis­tenz der Uner­müd­li­chen dar­stell­te oder das freund­li­che Abschieds­ge­schenk der Juro­ren, da Valen­ti­na, so zu lesen war, in Kopen­ha­gen ange­kün­digt habe, dies sei ihr letz­ter Grand-Prix-Auf­tritt: “es muss uns für den deut­schen Kom­po­nis­ten freu­en”, so Peter Urban diplo­ma­tisch. Muss es das? Gut: ‘May­be’ war der bes­te sei­ner drei Ver­su­che unter der Flag­ge der win­zi­gen Repu­blik, die ohne Fra­ge Platz unter der Stoff­mu­schel fän­de, mit der er sei­ne Künst­le­rin zur Venus von Milo auf­zu­hüb­schen gedach­te. Und Frau Monet­ta wirk­te dies­mal gelös­ter als sonst und nicht so krampf­haft über­per­for­ma­tiv. Den­noch bleibt es ein Titel, der 1974 (Sie­gels Erst­teil­nah­me als Kom­po­nist) bereits als alt­ba­cken zu bezeich­nen gewe­sen wäre. Der nun aber, so viel lässt sich schon jetzt vor­her­sa­gen, am Sams­tag bes­ser abschnei­den wird als der für den letz­ten Platz prä­de­sti­nier­te offi­zi­el­le deut­sche Bei­trag von Elai­za. Womit Sie­gel über alle Moder­ni­täts­be­mü­hun­gen des NDR der letz­ten zehn Jah­re tri­um­phiert. Kotz.


Wel­che Per­le fan­den die Juro­ren da nur? ℠

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