DK 1964: My own pri­va­te Grand Prix

Die War­nung gleich vor­weg: am bes­ten spa­ren Sie sich die Lek­tü­re die­ses Arti­kels, denn es gibt über den däni­schen Vor­ent­scheid von 1964 beim bes­ten Wil­len nichts Inter­es­san­tes zu erzäh­len. Von kei­nem ein­zi­gen der ins­ge­samt neun fast aus­schließ­lich von den satt­sam Bekann­ten gesun­ge­nen Bei­trä­ge des Melo­di Grand Prix exis­tiert ein beweg­ter Video­mit­schnitt. Selbst nicht vom Sie­ger­ti­tel ‘San­gen om dig’ (‘Lied über Dich’) von Bjørn Tid­mand. Denn augen­schein­lich ver­schlamp­te der ver­ant­wort­li­che Sen­der Dansk Radio (DR), dem dank des mit nor­we­gi­scher Hil­fe gescho­be­nen Vor­jah­res­sie­ges die Auf­ga­be zufiel, den Euro­vi­si­on Song Con­test 1964 zu ver­an­stal­ten, nicht nur die Auf­zeich­nung der inter­na­tio­na­len Show, son­dern auch die­je­ni­ge des eini­ge Wochen zuvor an glei­cher Stel­le, näm­lich im Fest­saal des inner­städ­ti­schen Ver­gnü­gungs­parks Tivo­li, abge­hal­te­nen MGP. Selbst das Ergeb­nis des per Post­kar­te durch­ge­führ­ten Zuschau­er­vo­tings (!) ist größ­ten­teils ver­schol­len – man weiß ledig­lich, dass Tid­mand knapp die Hälf­te aller rund 230.000 Ein­sen­dun­gen auf sich ver­ei­ni­gen konn­te. Und das für einen der­ar­tig tief­schla­fin­du­zie­ren­den, selbst für die frü­hen Sech­zi­ger ret­tungs­los alt­mo­di­schen Song! Das lässt für rest­li­chen Lie­der das Schlimms­te erah­nen, dar­un­ter wel­che mit so grau­en­vol­len Titeln wie ‘Mein pri­va­ter Grand Prix’ oder gar – Gott behü­te! – ‘Pol­ka beim Grand Prix’. Die weni­gen auf­find­ba­ren Audio­auf­zeich­nun­gen offen­ba­ren denn auch Lan­ge­wei­le pur. Am wenigs­ten uner­träg­lich klingt dabei noch das zweit­plat­zier­te ‘Der er en For­skel’ (‘Das ist ein Unter­schied’) der Schwes­tern Vivi­an & Berit Lar­sen, das dem musi­ka­li­schen Zeit­geist zwar eben­falls um gefühl­te vier­zig Jah­re hin­ter­her­hink­te, aber zumin­dest noch eini­ger­ma­ßen uptem­po­rär daher­kam. Vivi­an, die Dun­kel­haa­ri­ge der Bei­den, nahm in den Acht­zi­ger drei wei­te­re Male erfolg­los am MGP teil, dort als mitt­ler­wei­le ver­hei­ra­te­te Vivi­an Johan­sen. 1983 kon­kur­rier­te sie dabei gegen ihre eige­ne Toch­ter, Gry Johan­sen, die dann statt ihrer mit ‘Klo­den Drey­er’ zum ESC nach Mün­chen fuhr. Um auf den 1964er MGP zurück­zu­kom­men: die­ser lässt sich am tref­fends­ten mit dem Song­ti­tel des gera­de­zu unver­meid­li­chen Gus­tav Winck­ler (→ DK 1957) zusam­men­fas­sen: ‘Ugler i mosen’ (‘Da ist was faul’)!

Walz­te sei­nen Wal­zer auf unnö­ti­ge drei Minu­ten aus: der Björn.

Vor­ent­scheid DK 1964

Dansk Melo­di Grand Prix. Sams­tag, 15. Febru­ar 1964, aus dem Tivo­li in Kopen­ha­gen. Neun Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Bent Fabri­ci­us-Bjer­re.
#Interpret/inTitelPost­kar­tenPlatz
01Else + Pre­ben OxbølMit pri­va­te Grand Prix
02Bjørn Tid­mandSan­gen om dig102.1711
03Vivi­an + BeritDer er en For­skel2
04Raquel Ras­ten­niVi taler sam­me Sprog
05Otto Bran­den­burgStress
06Gre­the Mogen­senNat­tens Melo­di
07Gus­tav Wink­ler + Gre­the SønckUgler i mosen
08Dario Cam­peot­toShan­gri-la3
09Gre­the Thor­d­al + Fre­de­rikPol­ka i Grand Prix

Dansk Melo­di Grand Prix 1961: Jet Air­li­ner

Die fünf­te Aus­ga­be der däni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung Melo­di Grand Prix (DMGP) erwies sich als Vete­ra­nen­tref­fen: sämt­li­che (!) bis­he­ri­gen Grand-Prix-Reprä­sen­tan­t/in­nen des Lan­des ver­such­ten es erneut. Dabei gin­gen Gus­tav Winck­ler, Raquel Ras­ten­ni und Katy Bødt­ger kom­plett leer aus: sie erhiel­ten von der zehn­köp­fi­gen Jury, von der jedes Mit­glied aller­dings nur jeweils drei Punk­te zu ver­tei­len hat­te, alle­samt nichts. Bes­ser schlu­gen sich da schon der DMGP-Wie­der­keh­rer Otto Bran­den­burg, der für sein sanf­tes Wie­gen­lied ‘God­nat, lil­le du’ zumin­dest drei Zäh­ler kas­sie­ren konn­te, sowie der in Por­tu­gal gebo­re­ne, schon früh mit sei­nen Eltern nach Däne­mark gezo­ge­ne Jazz-Musi­ker Pedro Biker, der anschlie­ßend eine Kar­rie­re als Radio- und TV-Mode­ra­tor sowie 1970 einen Hit und hei­mat­li­chen Ever­green mit der däni­schen Cover­ver­si­on von Burt Bacha­rachs ‘Rain­drops keep fal­ling on my Head’ hin­leg­te, aller­dings nur drei Jah­re spä­ter das Zeit­li­che seg­ne­te. Hier, bei sei­nem ers­ten TV-Auf­tritt, konn­te Pedro, der kein biss­chen aus­sah wie ein Biker, mit ‘Min Gui­tar og jeg’ einen drit­ten Rang lan­den.

Wer raucht und flie­gen­de Tötungs­ma­schi­nen steu­ert, also weder das eige­ne Leben ach­tet noch das von ande­ren, dem wer­fen sich die Damen an den Hals, so die sub­ti­le Pro­pa­gan­da­aus­sa­ge von Bir­t­he Wil­kes Film­auf­tritt (Reper­toire­bei­spiel).

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ESC 1958: Risot­to am Lago Mag­gio­re

Logo des Eurovision Song Contest 1958
1958: Das Jahr des Déjà vu

Drei­mal dabei: bit­te nicht wie­der­wäh­len!” hieß es, die Älte­ren erin­nern sich, in der ZDF-Hit­pa­ra­de immer dann, wenn sich ein Schla­ger zum drit­ten Mal in Fol­ge “pla­ciert” hat­te, wie Die­ter Tho­mas Heck es so schön nann­te. Dann durf­te man als Zuschauer/in für sel­bi­gen kei­ne Post­kar­te mehr schi­cken bzw. nicht mehr anru­fen. Eine sol­che Regel exis­tiert beim Euro­vi­si­on Song Con­test zwar logi­scher­wei­se nicht, den­noch ende­te im drit­ten Jahr sei­nes Bestehens die Dau­er­teil­nah­me von gleich zwei Künst­le­rin­nen, die ihn bei­de bereits seit dem Start in Luga­no beglei­te­ten. Näm­lich zum einen die Nie­der­län­de­rin und Vor­jah­res­sie­ge­rin Cor­ry Brok­ken, die auch dies­mal die Tabel­le anführ­te – aller­dings vom ande­ren Ende aus gese­hen. Das nen­ne ich mal einen har­ten Absturz! Wenn auch einen ver­dien­ten: zwar zeich­ne­te sich kei­ner von Cor­rys Euro­vi­si­ons­bei­trä­gen durch beson­de­ren Pepp aus, aller­dings erwies sich ihre dies­jäh­ri­ge Bal­la­de ‘Heel de Wereld’ (‘Die gan­ze Welt’) als von gera­de­zu bei­spiel­haf­ter Lan­ge­wei­le.

Dar­auf einen Ramaz­zot­ti! (CH)

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Dansk Melo­di Grand Prix 1958: Ver­gam­mel­te Spei­sen

Wenig Span­nen­des gibt es über den Dansk Melo­di Grand Prix (DMGP) von 1958 zu berich­ten, den zwei­ten sei­ner Art. Das knut­schen­de Vor­jah­res­schla­ger­pär­chen Bir­t­he Wil­ke und Gus­tav Winck­ler nahm erneut am Vor­ent­scheid teil, bei­de nicht zum letz­ten Mal. Den am viel­ver­spre­chends­ten klin­gen­den, im Netz jedoch lei­der unauf­find­ba­ren Titel steu­er­te der haupt­säch­lich als Film­schau­spie­ler in Erschei­nung getre­te­ne Pre­ben Neer­gaard bei: ‘Mit gam­le Hak­ke­bræt’ soll­te kei­nes­falls als Pro­test­song gegen den ver­gam­mel­ten Hack­bra­ten in der DR-Kan­ti­ne zu ver­ste­hen sein, son­dern als Lob­ge­sang auf sein Instru­ment, die Zither (auch als Hack­brett bekannt). Sechs Bei­trä­ge tra­ten ins­ge­samt gegen­ein­an­der an, aus denen eine zehn­köp­fi­ge Jury die beson­ders lang­wei­li­ge Bal­la­de ‘Ich rei­ße eine Sei­te aus mei­nem Tage­buch’ zum Sie­ger­lied kür­te. Die wei­te­ren Plat­zie­run­gen gab man nicht bekannt.

Alles zumüllen und dann lie­gen­las­sen: die Dänin­nen sind schon rech­te Umwelt-Row­dys!

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