Renée Fran­ke (DVE 1957 + 1961) gestor­ben

Wie die dpa heu­te mel­det, ist bereits am Mitt­woch die Schla­ger­sän­ge­rin Renée Fran­ke 83jährig in Mün­chen gestor­ben. Fran­ke nahm zwei­mal an einer deut­schen Grand-Prix-Vor­ent­schei­dung teil: 1957 mit ‘Ich brau­che Dein Herz’ und 1961 mit ‘Napo­li­ta­no’, in bei­den Fäl­len ohne Erfolg. Sie sang außer­dem ein­ge­deut­sche Fas­sun­gen inter­na­tio­na­ler Hits wie ‘Bim­mel­bahn-Boo­gie’ (‘Chat­ta­noo­ga Choo Choo’) oder ‘Mis­ter Pat­ton aus Man­hat­tan’ (‘See you later, Alli­ga­tor’) oder war die Stim­me in Schla­ger­fil­men. Ralph Maria Sie­gel, der Vater des “Mr. Grand Prix”, schrieb dem frü­he­ren ‘Fräu­lein vom Amt’ 1951 ihren ein­zi­gen Erfolgs­ti­tel ‘C’est si bon’. Ab den Sech­zi­gern fand sie ihr Aus­kom­men als Radio­mo­de­ra­to­rin, zuletzt beim Baye­ri­schen Rund­funk.

httpa://youtu.be/doqF75-2d6g
Hier als deut­sche Bever­ly Boy­er mit einem Wer­be­lied für Sei­fe

Deut­scher Vor­ent­scheid 1961: Der Bembel des Todes

Lale Andersen, DE 1961
Die Ele­gan­te

Ins noble Kur­haus der im Speck­gür­tel der deut­schen Finanz­me­tro­po­le Frank­furt am Main lie­gen­den Bon­zen­ge­mein­de Bad Hom­burg vor der Höhe (Stadtslo­gan: “Tra­di­ti­on und Cham­pa­gner­luft”) lud der Hes­si­sche Rund­funk (hr) 1961 zur Vor­ent­schei­dung. Dabei bedien­te man sich äußer­lich des­sel­ben For­mats wie bereits im Vor­jahr, näm­lich eines öffent­li­chen Wett­be­werbs unter dem Rubrum Schla­ger­pa­ra­de. Doch die­ser einen gla­mou­rö­sen Auf­marsch ech­ter oder zumin­dest poten­ti­el­ler Hits sug­ge­rie­ren­de Sen­de­ti­tel ent­pupp­te sich gegen­über dem Publi­kum als gro­be Täu­schung. Denn in die­sem Jahr über­nahm der hr-Unter­hal­tungs­chef Hans-Otto Grü­ne­feldt das deut­sche Grand-Prix-Zep­ter (sowie den Vor­sitz des sen­der­ei­ge­nen Aus­wahl­ko­mi­tees für die Bei­trä­ge). Und der Mann woll­te “anspruchs­vol­le Chan­sons”, bloß nichts Moder­nes und um Got­tes Wil­len kei­ne Hits! So klan­gen die drei­zehn zuge­las­se­nen Lie­der der dies­jäh­ri­gen Aus­wahl dann auch: durch die Bank weg drö­ge und ein­schlä­fernd bis zum Geht­nicht­mehr.

Heinz will uns ein Gedicht auf­sa­gen (Reper­toire­bei­spiel)!

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Deut­scher Vor­ent­scheid 1957: Wenn Dein Ruf erklingt

Margot Hielscher, DE 1957
Das Fräu­lein vom Amt

1957, im zwei­ten Jahr sei­nes Bestehens (und zehn Jah­re vor mei­ner Geburt), soll­te der Grand Prix Euro­vi­si­on in mei­ner herr­li­chen Hei­mat­stadt gas­tie­ren, in Frank­furt am Main! Im pracht­vol­len gro­ßen Sen­de­saal des häss­li­chen Hes­si­schen Rund­funks, nach Kriegs­en­de ursprüng­lich mal als Domi­zil für den Deut­schen Bun­des­tag errich­tet, bevor auf heim­tü­cki­sches Hin­ter­trei­ben von Kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er (CDU) ein rhein­län­di­sches Kaff namens Bonn völ­lig absur­der­wei­se den Haupt­stadt-Zuschlag bekam, traf die (*hüs­tel*) euro­päi­sche Chan­son-Éli­te zusam­men. Der deut­sche Vor­ent­scheid fand an sel­bi­ger gehei­lig­ter Stät­te statt, inte­griert aller­dings in eine ARD-Unter­hal­tungs­show mit dem belieb­ten Show­mas­ter Hans-Joa­chim “Kuli” Kulen­kampff.

Zur Punk­te­ver­ga­be brau­chen wir den Appa­rat aber wie­der, gel­le, Frau Hiel­scher!

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