Roberto Blanco

Ein Lied für Jeru­sa­lem 1979: Dann bleibst Du län­ger dran

Ein Lied für Jeru­sa­lem 1979: Dann bleibst Du län­ger dran

In diesem Jahr erbte der Bayerische Rundfunk den innerhalb der ARD nach wie vor eher unbeliebten Grand Prix. Wie es dazu kam? Nun, im Vorjahr hatte Israel den Wettbewerb gewonnen, und für die Berichterstattung über das Nahostland liegt die Zuständigkeit bei der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rundfunkanstalten in München. Also bekam der BR auch den Contest zugeschoben. Logisch, oder? Die Bayern, das muss man ihnen zugute halten, stellten sich der Aufgabe mit Bravour: sie produzierten eine TV-Vorentscheidung mit zwölf Teilnehmer:innen, größtenteils die A-Liste des deutschen Schlagers. Außerdem erkannten sie schon fast zwanzig Jahre vor der EBU, dass die Zeit der organisierten Bevormundung…
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Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

"Was ist schon ein Jahr?", so lautet die originalgetreue Übersetzung eines späteren Siegertitels beim Grand Prix Eurovision. Nun: manchmal augenscheinlich ein ganzes Leben, wenn es zwischen zwei deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen liegt. Rein formal unterschied sich das diesjährige Finale aus Frankfurt am Main kaum vom dem ebenfalls durch den Hessischen Rundfunk mitveranstalteten aus Berlin anno 1972: wie schon dort gab es wiederum zwölf Beiträge und zehn Juror:innen (davon fünf "musikinteressierte Laien"), die jeden Song mit mindestens einem bis maximal fünf Punkten zu bewerten hatten. Selbst das deutsche Spitzenschlagerpärchen Cindy & Bert sowie deren sozialdemokratisch-liedermacherhafte Variante Inga & Wolf waren, wie bereits im…
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Ein Lied für Ams­ter­dam 1970: Musst Du sie auch sehn!

Ein Lied für Ams­ter­dam 1970: Musst Du sie auch sehn!

Eine Veranstaltung wie ein Drogenrausch: kurz, bunt und knallig präsentierte sich Ein Lied für Amsterdam, der deutsche Vorentscheid im Jahre 1970. Der Kontrast zur viel belächelten 1969er Kleintierzüchtervereinsvorstandssitzung, ebenso wie diese Show vom Hessischen Rundfunk produziert, hätte nicht krasser ausfallen können. Niemals zuvor und nie wieder danach atmete eine deutsche Eurovisionsvorentscheidung derart intensiv den Duft der großen weiten Welt. Beziehungsweise, präziser gesagt: Londons. Von dort her flog der hr die aus der britischen Chartshow Top of the Pops bekannte Tanzformation Pan’s People ein, die in den Wertungspausen anstelle des preußisch-zackigen Ehepaars Trautz das Publikum im Sendestudio (und vor den Bildschirmen)…
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