SE 1967: Im Östen nichts Neu­es

Das Melo­di­fes­ti­va­len ist ein rund­her­aus ster­bens­lang­wei­li­ger Wett­be­werb mit nicht einem ein­zi­gen auch nur ansatz­wei­se inter­es­san­ten Titel und null Gla­mour: wür­de man für eine sol­che Aus­sa­ge heut­zu­ta­ge von vor Empö­rung schnapp­at­men­den Fans als Ket­zer bezich­tigt und von einem wüten­den Mob auf­ge­knüpft (und das zu Recht), so trifft obi­ge Aus­sa­ge für den Jahr­gang 1967 indes voll und ganz zu, wie selbst der schwe­do­phils­te Grand-Prix-Fan ehr­li­cher­wei­se zuge­ben muss. Zehn Lie­der hat­te eine Jury her­aus­ge­sucht, und dar­un­ter befand sich nicht einer, der in irgend­ei­ner Form als ein­gän­gig bezeich­net wer­den könn­te. Am kon­ven­tio­nells­ten viel­leicht noch der Titel ‘Chris­ti­na dan­sar’ der schwe­di­schen Schla­ge­ret­te und MF-Teil­nah­mere­kord­hal­te­rin Ann-Loui­se Han­son, die hier den drit­ten und vier­ten ihrer ins­ge­samt 13 (alle­samt erfolg­los blei­ben­den) MF-Bei­trä­ge prä­sen­tier­te. Doch auch die tan­zen­de Chris­ti­ne ver­wei­ger­te sich, so wie alle Songs des Abends, vehe­ment jed­we­dem dem Ohr anhaf­ten­den Refrain. Eben­falls gleich zwei Eisen im Feu­er hat­te die als Bir­git Rose-Marie Carls­son gebo­re­ne Towa (“Strub­bel­lies­chen”) Car­son, neben Siw Malmkvist (→ SE 1960, DE 1969) und der bereits erwähn­ten Ann-Loui­se Han­son spä­ter ein Teil des Alte-Schla­ger­schach­teln-Tri­os beim Melo­di­fes­ti­va­len 2004. Vom musi­ka­li­schen Stand­punkt her erwäh­nens­wert viel­leicht noch der ‘Svart-Olas Pol­s­ka’, der ‘Tanz des schwar­zen Ola’ von Sten Nils­son, der mit psy­che­de­li­schen Klän­gen in äußerst homöo­pa­thi­scher Dosie­rung han­tier­te und außer­dem die Exis­tenz von Men­schen mit dunk­ler Haut­far­be the­ma­ti­sier­te, wie sie beim Euro­vi­si­on Song Con­test erst­ma­lig mit Mil­ly Scott (→ NL 1966) und Edu­ar­do Nascie­men­to (→ PT 1967) vor­ka­men.

Eher ein Hasch­keks­krü­mel­chen als ein LSD-Trip: der Tanz des schwar­zen Ola (gemeint ist doch nicht etwa Ola Salo?).

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SE 1963: von Bie­nen und Blu­men

Es gibt ihn wohl über­all, den Typus des unver­dros­se­nen Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­mers, der es sto­isch immer wie­der aufs Neue pro­biert, das Ticket fürs inter­na­tio­na­le Fina­le zu ersin­gen. Bern­hard Brink mit sei­nen sechs Ver­su­chen beim deut­schen Vor­ent­scheid ist ein klas­si­sches Bei­spiel hier­für. Kaum jemand leg­te dabei indes eine der­ar­ti­ge Pene­tranz an den Tag wie Brinks schwe­di­sche Schla­ger­kol­le­gin Ann-Loui­se Han­son, die mit ins­ge­samt 13 stets erfolg­lo­sen Bewer­bun­gen beim Melo­di­fes­ti­va­len (plus einer eben­so fol­gen­lo­sen Teil­nah­me am deut­schen Vor­ent­scheid 1962) den Rekord hält. Zuletzt ward sie im Jah­re 2004 im Mel­lo-Fina­le gese­hen. 1963 gab sie ihr Debüt mit dem kin­der­lied­haf­ten ‘Zum zum zum, lil­la Som­mar­bi’, einem pos­sier­li­chen klei­nen Cha-Cha-Cha, der das typi­sche Geräusch the­ma­ti­sier­te, wel­ches die pol­len­sam­meln­den Insek­ten beim Flü­gel­schla­gen erzeu­gen, und wel­cher uns heut­zu­ta­ge auf gera­de­zu nost­al­gi­sche Wei­se unschul­dig anmu­tet, wo doch die Mensch­heit dank der Pro­fit­gier der Che­mie­kon­zer­ne, deren von Bau­ern welt­weit mas­sen­haft ein­ge­setz­te Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel nach der Ver­mu­tung von Natur­schutz­ver­bän­den sehr effek­tiv auch die Bestän­de der klei­nen Honig­pro­du­zen­ten dezi­mie­ren und gemein­sam mit der land­wirt­schafts­be­dingt dras­tisch zurück­ge­hen­den Viel­falt an Wild­blu­men, die als Nah­rungs­quel­le für die flei­ßi­gen Bestäu­ber die­nen, zu einem mas­si­ven Bie­nenster­ben und somit in der Fol­ge zu dra­ma­ti­schen Ern­te­aus­fäl­len füh­ren, vor dem mit­tel­fris­tig per­spek­ti­vi­schen Hun­ger­tod steht. Frau Han­son muss­te sich hier unter­des­sen den kol­lek­ti­ven vier­ten Platz mit zahl­rei­chen ande­ren Teilnehmer/innen tei­len, denn in die­sem Jahr hat­te das schwe­di­sche Fern­se­hen das Wer­tungs­ver­fah­ren geän­dert und gab nur die Medail­len­rän­ge bekannt.

Summ, summ, klei­ne Som­mer­bie­ne, wenn Du nicht gera­de an den Auto­ab­ga­sen erstickst: Ann-Loui­se Han­son.

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