Rosela Gjylbegu

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Das Wichtigste erstmal vorweg: danke, RTSH! Wohl wissend um die Bedeutung des traditionsreichen albanischen Liederfestivals für das Seelenheil der Fans als erster nationaler Vorentscheid einer jeden Saison und als virtueller Weihnachtsbaum für die Grand-Prix-Familie, scheute der Sender keine Kosten und Mühen, inmitten einer grassierenden Pandemie eine spektakuläre Show über drei Abende zu fabrizieren und uns damit - nach dem Worst Case eines coronabedingt ausgefallenen Eurovision Song Contests - das so bitterlich herbeigesehnte Licht am Ende zwar nicht des Tunnels, aber eben des schlimmsten Jahres der Grand-Prix-Geschichte zu entzünden. Und wie dringend haben wir dieses benötigt! Die äußeren Umstände zwangen die…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: vom ent­setz­li­chen, süßen und dra­ma­ti­schen Tod

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: vom ent­setz­li­chen, süßen und dra­ma­ti­schen Tod

Es liegt einfach kein Trost in dieser Zeit: während sich das Katastrophenjahr 2020 quälend langsam dem bitter ersehnten Ende entgegenschleppt, flankiert von einem abgewählten US-Präsidenten, der sich wie ein trotziger Fünfjähriger im Zimmer verbarrikadiert und wütend "ich hab aber nicht verloren" schreit, sowie von einer Schar von Solidaritäts- und Realitätsverweigerern, die im Angesicht der unvermindert wütenden Corona-Pandemie "Oh, wie ist das schön"-singend durch deutsche Innenstädte ziehen und mit solchen als "Querdenker-Demos" apostrophierten Superspreader-Events den Tod weiterverbreiten, und zwar in seiner grausamen Variante; währenddessen also tauchten in der bunt glitzernden Gegenwelt des Eurovision Song Contest in den zurückliegenden Tagen bereits die…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 43: Ich fühl mich funky

Fes­ti­va­li i Kën­gës 43: Ich fühl mich funky

Bei seiner ersten Eurovisionsteilnahme in Istanbul hatte es Albanien im Mai 2004 bis ins Finale und dort auf den siebten Rang geschafft: ein durchaus beeindruckender Einstand. Die gute Platzierung bedeutete, dass man sich diesmal nicht durch die Qualifikationsrunde quälen musste: neben den Big Four waren auch die Top Ten fix fürs Finale in Kiew gesetzt. RTSH konnte sich daher in seiner Entscheidung, das traditionsreiche Festivali i Këngës als nationalen Vorentscheid zu nutzen, bestätigt sehen. Dementsprechend behielt der Sender das Verfahren nahezu unverändert bei. Nur das ungeliebte Televoting sparte man sich, womöglich auch aufgrund der Kritik, dass dieses wie bereits im…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 42: die iko­no­mi­sche Krise

Fes­ti­va­li i Kën­gës 42: die iko­no­mi­sche Krise

Ein erwartungsfroher Schauer durchläuft jedes Jahr gegen Ende Dezember Grand-Prix-Fans in ganz Europa, wenn sich im Kongresspalast der albanischen Hauptstadt Tirana die Türen zum dreitägigen Festivali i Këngës, dem Festival des Liedes, öffnen und uns der Balkanstaat zum FiKmas mit der ersten öffentlichen nationalen Vorentscheidung der Saison ein reiches Präsent unter den Weihnachtsbaum legt. Dissonant kreischende Frauen in eleganten Abendkleidern,  Landessprachenzwang, alternde Rocksänger mit schütterem Haupthaar und drögen Songs mit überlangen, nervtötenden Gitarrensoli, ein festliches Live-Orchester mit opulentem Chor sowie vollkommen intransparente, meist hanebüchene und oftmals von Korruptionsvorwürfen begleitete Juryentscheidungen gehören zur unverzichtbaren Folklore dieses Wettbewerbs, dessen traditionsreiche Geschichte 1962…
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