Selecția Națională 2018, Finale

Anlässlich der Feierlichkeiten zum offiziellen hundertjährigen Bestehen von Großrumänien unternahm der Sender TVR in den letzten fünf Wochen einen großen Zug durch die Gemeinde, genauer gesagt: er tourte unter dem Motto „Eurovision unites Romania“ mit der Selecția Națională einmal quer durchs ganze Land und machte dabei, ähnlich dem schwedischen Melodifestivalen, in fünf verschiedenen Orten Stationen. Dort pickte ein Jury aus ingesamt 60 Teilnehmer/innen pro Abend drei Glückliche heraus. So dass heute 15 Finalist/innen um die Gunst des Publikums buhlen, denn das ist per Televoting alleine abstimmungsberechtigt. Als Favoritin geht die fabelhaften Feli mit Bună de iubit ins Rennen. Das Finale der Selecția Națională residiert selbstverständlich, der Bedeutung angemessen, in der Metropole Bukarest.

Alle Final-Lieder:

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Vorentscheid RO 2018 (Finale)

Selecția Națională 2018. Sonntag, 25. Februar 2018, aus dem Sala Polivalentă in Bukarest, Rumänien. 15 Teilnehmer/innen. Moderation: Cezar Ouatu und Diana Dumistrescu.
#InterpretTitelTVPlatz
Alexia & MateiWalking on Water
Claudia AndasThe One
Dora GaitanoviciFără tine
EchoesMirror
Eduard SanthaMesom Romales
Erminio Sinni + Titziana CamelinAll the Love away
FeliBună de iubit
Jukebox + Bella SantiagoAzui cum bate
Mihai TrăistariuHeaven
Rafael + FriendsWe are one
Teodora DinuFly
The HumansGoodbye
TiriDeșert de sentimente
VyrosLa la la
XandraTry

Perlen der Vorentscheidungen: Ein Fisch namens Dracula

Am vergangenen Sonntag ging im Gastgeberland des diesjährigen Eurovision Song Contest, in Portugal, die erste von zwei Halbfinalen des Festival da Canção über die Bühne. Auf der Halbinsel glaubt man noch fest an das Konzept des → Komponistenwettbewerbs, und so lud der Sender 26 Songschreiber ein, ein Lied für Lissabon zu komponieren und entweder selbst zu singen oder einen passenden Interpreten mitzubringen. Die Hälfte von ihnen, also 13, durften gestern ihre Ergebnisse vorstellen. Und wie zu erwarten, wurde es ein langer, lahmer Abend voll von sanften Balladen und introvertierten Auftritten. Wie ein Fanal stach da die völlig bizarre Darbietung des Singer-Songwriters JP Simões hervor, der – Halbplayback oder technischer Trick? – zweistimmig gewissermaßen gegen sich selbst sang und dabei vollkommen stoisch wirkte, auch als sein ohnehin ziemlich schräger, irgendwie latent bedrohlicher Beitrag ‚Alvoroço‘ (‚Hooligan‘) an der Zwei-Minuten-Marke plötzlich in eine wilde Kakophonie aus schrillen Trompeten und sich überschlagenden Trommeln abdriftete, begleitet von einem epilepsieauslösenden Blitzlichtstakkato. Ungerührt starrt JP weiter mit seinem „Verpiss Dich“-Blick in die Kameras und brachte die Nummer zurück in ruhigere Fahrwasser. Ganz großes Grand-Prix-Kino!

JP: der verheimlichte, noch bösere Zwillingsbruder des Film-Schurken Otto (Kevin Kline) aus ‚Ein Fisch namens Wanda‘ (PT).

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Selecția Națională 2018, 5. Semifinale

Im Gegensatz zum gestrigen Super-Samstag geht es heute dank der Zeitverschiebung entspannt zu: bis der portugiesische Vorentscheid gegen 22 Uhr MEZ anfängt, dürfte man in Rumänien mit den letzten Wettbewerbstiteln durch sein (wenn auch noch nicht mit dem stets ausufernden Pausenprogramm). Denn hier geht es bereits zwei Stunden früher, um kurz nach Acht, los mit dem fünften Semifinale der Selecția Națională, die anlässlich des historischen hundertjährigen Jubiläums Großrumäniens einmal quer durchs Land tingelte und heute Station in Sighișoara oder Schäßburg macht, einem 30.000-Einwohner-Kaff in Siebenbürgen, dessen historische Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein letztes Mal selektiert die fünfköpfige Jury unter den 12 Teilnehmer/innen drei Glückliche fürs Finale am 25. Februar 2018, in welchem die Zuschauer/innen alleine das Sagen haben.

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Vorentscheid RO 2018 (5. Semifinale)

Selecția Națională 2018. Sonntag, 18. Februar 2018, aus dem Casa de Cultură Mihai Eminescu in Sighişoara (Schäßburg), Rumänien. 12 Teilnehmer/innen. Moderation: Cezar Ouatu und Diana Dumistrescu.
#InterpretTitelJuryPlatz
01SaveAll we need1409
02Tomher CohenBaby you're the only One0112
03Sergiu BolotaEvery little Thing2804
04Dora GaitanoviciFără tine4203
05Teodora DinuFly5002
06The HumansGoodbye5801
07IlianaI won't lie2106
08EvermorphLive your Life0910
09Alexandru UngureanuSail with me1708
10Manuel ChivariSomebody to love2007
11Maria SuciuSweet Nothing0211
12Denisa TrofimTears2805

Perlen der Vorentscheidungen: Smells like old Spirits

Die fröstelnde Illinca in der Saline Turda.

Seit dem gestrigen Semifinale der Selecția Națională wünsche ich mir dringend einen Sieg Rumäniens beim Eurovision Song Contest. Nicht aufgrund der im siebenbürgischen Turda präsentierten Songs – die waren durch die Bank gräuslich, – sondern wegen der abgefahrenen Location, in dem die Show stattfand und die ich auch gerne als Veranstaltungsort für den Grand Prix sähe: tief unter der Erde, in einem nicht mehr genutzten und zum Museum / zur Event-Location ausgebauten Stollen eines Salzbergwerks fand die vierte SN-Runde statt. Und auch, wenn sich die Jurorin Ilinca Băcilă (→ RO 2017) aufgrund der in der ungeheizten Höhle herrschenden Eiseskälte in eine wärmende Wolldecke hüllen musste und bei der Stimmvergabe aussah wie E.T. auf dem Weltraumfahrrad: das Setting war einfach atemberaubend! Für die Beiträge galt das leider weniger: von drittklassig bis Karaokebar reichte die Spanne, was bei Cristian Siminonescu, bei dem selbst die Juroren letzteres Urteil fällten, schon ins Tragikomische driftete. Denn in kompetenten Händen hätte seine moderntalkingeske Disco-Kastraten-Nummer zumindest noch für einen Nostagiebonus gesorgt. Der bewegungslegasthenische und vokal überforderte Mittfünfziger fuhr sie komplett an die Wand.

„Release your Energy“: bitte bloß nicht (RO)!

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Selecția Națională 2018, 4. Semifinale

Sechzig Songs, verteilt auf fünf Vorrunden aus fünf verschiedenen Städtchen: 2018 pullt das rumänische Fernsehen ein Melodifestivalen. Aufhänger für die Line Extension der Selecția Națională ist das historische hundertjährige Jubiläum Großrumäniens, das 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs unter Einschluss ehemaliger russischer und ungarischer Gebiete entstand. Der Sender TVR tingelt daher mit der Show einmal quer durchs Land und macht heute Station in Turda, einem 50.000-Einwohner-Dörfchen in Siebenbürgen, bekannt für seine Saline. Und genau dort, im ehemaligen Stollen eines Salzbergwerks, findet der heutige Abend statt – ein recht ungewöhnlicher Ort für eine Grand-Prix-Vorentscheidung! Erneut selektiert die Jury unter den 12 Teilnehmer/innen drei Glückliche fürs Finale am 25. Februar 2018, in welchem die Zuschauer/innen alleine das Sagen haben.

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Vorentscheid RO 2018 (4. Semifinale)

Selecția Națională 2018. Sonntag, 11. Februar 2018, aus der Saline in Turda, Rumänien. 12 Teilnehmer/innen. Moderation: Cezar Ouatu und Diana Dumistrescu.
#InterpretTitelJuryPlatz
01Bernice ChiţiulToo busy for my Heart1110
02Cristian SiminonescuNirvana0012
03Nicoleta ŢicalăUna Oportunidad4004
04ZoltanDacă dragostea e oarbă1208
05Alice JeckelOut of the Dark1209
06Dan ManciuelaRază de soare0311
07Lion's RoarRekindle the Flame2905
08Ioana CiorneaTime after Time2406
09TiriDeşert de sentimente4302
10FeliBună de iubit4303
11Paula CrişanI am here1707
12Claudia AndasThe One5601

Perlen der Vorentscheidungen: Morituri te salutant!

Zwei Vorentscheidungen vom Wochenende gilt es noch nachzureichen. Die letzte Vorrunde der litauischen Eurovizija vom vergangenen Samstag zeigte sich erstaunlich arm an… – nein, präziser: enttäuschend frei von Durchgeknalltem, wie wir es sonst von dem Baltenstaat kennen und lieben. Am schrägsten vielleicht noch der Auftritt einer gewissen Ofelija, deren rein musikalisch betrachtet (wäre da nur nicht der gräusliche Gesang!) noch nicht einmal schlechtes Elektropopliedchen den Titel ‚Butterfly‘ trug und die sich, wenig überraschend, mit bunten Schmetterlingsflügeln ausgestattet hatte. Die sie allerdings erst nach zwei Minuten zur vollen Pracht entfaltete: zunächst saß sie hinter einer schäbigen Heimorgel, anschließend ließ sie sich von einem tanzenden Pärchen umspringen. Insgesamt vermittelte die gute Ofelija ein wenig den Eindruck, in den Neunzigern hängengeblieben zu sein. Und wer wollte es ihr verdenken: außer beim Song Contest war das schließlich popmusikalisch wie gesellschaftspolitisch die beste Dekade! Um so unvorbereiteter traf den Zuhörer der nihilistisch-profunde Schlusssatz ihres fluffigen Songs, der da lautete: „Because I’m like a Butterfly / and soon I’m gonna die“. Hoppla!

Bestens für die anstehende Faschingssaison gerüstet: Ophelia und ihr Begleitballett (LT).

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Selecția Națională 2018, 3. Semifinale

Sechzig Songs, verteilt auf fünf Vorrunden aus fünf verschiedenen Städtchen: 2018 pullt das rumänische Fernsehen ein Melodifestivalen. Aufhänger für die Line Extension der Selecția Națională ist das historische hundertjährige Jubiläum Großrumäniens, das 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs unter Einschluss ehemaliger russischer und ungarischer Gebiete entstand. Der Sender TVR tingelt daher mit der Show einmal quer durchs Land und macht heute Station in Craiova, der mit 270.000 Einwohner/innen größten Stadt der Kleinen Walachei im Süden des Landes, wo bereits 2015 die Selecția Națională stattfand. Erneut selektiert die Jury unter den 12 Teilnehmer/innen, darunter eine Diana Brătan mit dem grammatikalisch interessanten Titel ‚Paint it Rainbow‘, drei Glückliche fürs Finale am 25. Februar 2018, in welchem die Zuschauer/innen alleine das Sagen haben.

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Vorentscheid RO 2018 (3. Semifinale)

Selecția Națională 2018. Sonntag, 4. Februar 2018, aus dem Teatrul Național Marin Sorescu in Craiova, Rumänien. 12 Teilnehmer/innen. Moderation: Cezar Ouatu und Diana Dumistrescu.
#InterpretTitelJuryPlatz
01Eliza ChifuSo good without you1309
02Carolina GorunReach out for the Stars1708
03Mareş PanăDaydreamer0711
04AyonaThe Story goes on0810
05Aurel DincăFire in the Sky1907
06VyrosLa la la3703
07ZaveraCome back to me2506
08Elena HasnaRevival2505
09Diana BrătanPaint it Rainbow0612
10Tavi ClondaKing2904
11Erminio Sinni + Titziana CamelinAll the Love away5201
12XandraTry5202

Perlen der Vorentscheidungen: Im Schmerz geboren

Es ist eine Gewissensentscheidung, die man als leidenschaftlicher Eurovisionsfan während der Vorentscheidungssaison treffen muss: schaut man Sonntagsabends um 20:15 Uhr weiterhin den Tatort, wie es sich für einen ordentlichen Deutschen verpflichtend gehört? Oder lässt man den kollektiven TV-Gottesdienst sausen, um sich leichtfertig den Verlockungen des rumänischen Vorentscheidungsmarathons, der Selecția Națională (SN) hinzugeben, die seit vorvergangenem Sonntag für eineinhalb Monate zeitgleich läuft? Nun, als echter Connaisseur des Abartigen fällt die Antwort natürlich leicht! Erst recht in diesem Jahr, in dem der Sender des Karpatenstaates aus Anlass des hundertjährigen Geburtstags Rumäniens in seiner heutigen Ausdehnung das Format auf fünf Semifinale mit insgesamt 60 Liedern ausgedehnt hat. Und, wie um den Entzug leichter zu gestalten, wartete das gestrige zweite SN-Semi mit einer Morddichte auf, mit der noch nicht mal der legendäre Murot-Tatort ‚Im Schmerz geboren‘ mithalten kann. Nur, dass man im Nationaltheater von Timişoara (Temeswar), wo die Show gastierte, keine Schauspieler reihenweise dahinmetzelte, sondern Töne.

Ein Verbrechen gegen die Musik: Alessandro Dănescu stranguliert seinen Beitrag.

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Selecția Națională 2018, 2. Semifinale

Sechzig Songs, verteilt auf fünf Vorrunden aus fünf verschiedenen Städten: 2018 pullt das rumänische Fernsehen ein Melodifestivalen. Aufhänger für die Line Extension der Selecția Națională ist das historische hundertjährige Jubiläum Großrumäniens, das 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs unter Einschluss ehemaliger russischer und ungarischer Gebiete entstand. Der Sender TVR tingelt daher mit der Show einmal quer durchs Land und macht heute Station im edlen Nationaltheater zu Timișoara, hierzulande besser bekannt als Temeswar, der 300.000 Einwohner/innen starken Hauptstadt des Banats, wo 1989 die Aufstände gegen den damaligen Diktator Nicolae Ceaușescu ihren Anfang nahmen. Auch hier selektiert die Jury unter den 12 Teilnehmer/innen, darunter dem unvermeidlichen Mihai Trăistariu (RO 2006, Foto), drei Glückliche fürs Finale am 25. Februar 2018, in welchem die Zuschauer/innen alleine das Sagen haben.

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Vorentscheid RO 2018 (2. Semifinale)

Selecția Națională 2018. Sonntag, 28. Januar 2018, aus dem Teatrul Național Mihai Eminescu in Timişoara (Temeswar), Rumänien. 12 Teilnehmer/innen. Moderation: Cezar Ouatu und Diana Dumistrescu.
#InterpretTitelJuryPlatz
01Pragu de SusTe voi chema1907
02Miruna DiaconescuRun for you2205
03Mihai TrăistariuHeaven3903
04OthelloNoi suntem pădure1708
05Alessandro DănescuBreaking up1511
06Jessie BaneşLightning strikes2604
07Romeo ZahariaMaybe this Time1610
08Rafael & FriendsWe are One4002
09SerenaSafari1709
10Endless + Maria GrosuThinking about you2106
11MeriemEnd the Battle0012
12Jukebox + Bella SantiagoAzui cum bate5801

Perlen der Vorentscheidungen: The perfect Fail

#metoo: Ilinca ist von Alex‘ ungestümer Zuneigung nicht begeistert.

Wie viel Punkte hat sie für ihren Ex wohl übrig? Diese bange Frage schwebte am gestrigen Sonntagabend über dem ersten Semifinale der rumänischen Selecția Națională. Sie, das ist natürlich die Jodel-Queen Ilinca Băcilă, die letztes Jahr beim Eurovision Song Contest gemeinsam mit Bad Boy Alex Florea einen fünften Platz für das Land erjodelte und heuer in der (alleine abstimmungsberechtigten) Jury saß. Und die in dieser Funktion auch den neuen, seherisch betitelten Wettbewerbsbeitrag von Alex bewerten musste, der es diesmal solo versuchte. Würde sie ihm noch gram sein ob seiner damaligen ungewollten Kussattacke, und ihn abstrafen? Oder würde sie ihm aus alter Verbundenheit unverdiente Douze Points zuschaufeln für seinen über die Maßen lahmen, weinerlichen Poprockseich, mit dem er seine softe Seite zeigen wollte? Ilinca wählte den Mittelweg und zog sich mit (sehr großzügigen) sechs Punkten geschickt aus der Affäre. Zum Finaleinzug reichte das jedoch nicht, und so folgte für den zwischenzeitlich etwas pausbäckiger, dabei immer noch heiß ausschauenden Alex auf das erfolgreich absolvierte Eurovisionsfinale das unrühmliche Ausscheiden im Vorentscheid. Autsch!

‚Nobody told me that it would hurt‘. Manche Lieder kommentieren sich schlichtweg von selbst (RO).

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