Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tat­säch­lich geschafft. Der mut­maß­li­che, sinis­te­re Plan der Rus­sen, erst­ma­lig seit der Ein­füh­rung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den im Jah­re 2004 in einer sol­chen aus­zu­schei­den, ging auf. Zum zwei­ten Mal hin­ter­ein­an­der wies das kalt­her­zi­ge Euro­pa die im Roll­stuhl sit­zen­de Inter­pre­tin Julia Samo­yl­o­va ab: 2017 aus poli­ti­schen Grün­den, 2018 aus purer Bös­ar­tig­keit und in Negie­rung des von der EBU ver­brei­te­ten Mär­chens der Inklu­si­on, die beim Euro­vi­si­on Song Con­test eben nur für bär­ti­ge Frau­en gilt. So ver­mut­lich die Melo­die des Lie­des, wel­ches Putins Staats­me­di­en ab sofort ver­brei­ten dürf­ten. Dabei tat das rus­si­sche Team selbst alles, um den Final­ein­zug zu ver­hin­dern: es ver­sorg­te sei­ne (auf­grund ihrer mut­maß­lich unfrei­wil­li­gen Rol­le in die­ser PR-Schlacht wirk­lich zu bemit­lei­den­de) Reprä­sen­tan­tin mit einem abso­lut grot­ti­gen Song und ertränk­te ihre krank­heits­be­dingt schwa­che Stim­me wei­test­ge­hend in einem See von beson­ders laut ein­ge­stell­ten Cho­ris­ten, was es nur noch offen­sicht­li­cher mach­te. In der völ­lig absur­den und sinn­be­frei­ten Insze­nie­rung rund um den Mount Rus­sia­mo­re distan­zier­ten sich die Backings, eben­so wie das über­flüs­si­ge Tän­zer­paar, noch dazu visu­ell und räum­lich von der Sän­ge­rin, soweit es die Büh­ne gera­de eben zuließ, stell­ver­tre­tend für das Land. Kein Wun­der, dass nie­mand für Julia anrief.

It’s lone­ly at the Moun­tain Top: Julia Samo­yl­o­va als nuscheln­der Berg­gip­fel (RU).

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We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Pro­ben für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in der Alti­ce-Are­na zu Lis­sa­bon wei­ter, heu­te mit der ers­ten Hälf­te des zwei­ten Semi­fi­na­les. Das eröff­net bekannt­lich, in Per­son Alex­an­der Rybaks, ein ehe­ma­li­ger Euro­vi­si­ons­ge­win­ner. Und wie­wohl sein Bei­trag ‘That’s how you wri­te a Song’ die euro­päi­schen Schwur­na­lis­ten in Fans und beken­nen­de Has­ser spal­tet, herrscht unter den Blogger/innen ziem­li­che Einig­keit, dass auch die­ser Titel erneut um den Sieg mit­spie­len könn­te. Rybak, der Dori­an Gray der Euro­vi­si­on, der seit sei­ner letz­ten Grand-Prix-Teil­nah­me offen­sicht­lich kei­nen Tag alter­te und noch immer über sei­nen Laus­bu­ben­charme ver­fügt, bringt – wie schon 2009 – das bereits aus­ge­reif­te audio­vi­su­el­le Gesamt­kon­zept des nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix mit zum Con­test und setzt es dort Punkt für Punkt um, mit­samt den per Zei­chen­trick hin­zu­ge­füg­ten und um eini­ge Herz­chen erwei­ter­ten Bild­schirm­gra­fi­ken, die sei­ne Cho­reo­gra­fie ergän­zen. Und war­um auch nicht, der Mann weiß schließ­lich, was er tut. Im Pres­se­zen­trum machen sich die Ers­ten nun schon Sor­gen, dass sie nächs­tes Jahr für ein Bier im Euro­club zu Oslo eine wei­te­re Hypo­thek aufs Haus auf­neh­men müs­sen. Und dass, wo doch das Super Bock in Lis­sa­bon so herr­lich güns­tig ist!

Nur echt mit der Vio­li­ne: der Rybak.

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RO 2018: Irren ist mensch­lich

Einen Euro­vi­si­ons­bei­trag für die Fest­spie­le im Mai 2018 im son­ni­gen Lis­sa­bon gilt es noch nach­zu­tra­gen vom ver­gan­ge­nen Wochen­en­de. Am Sonn­tag sieg­te im Fina­le der rumä­ni­schen Sel­ecția Națio­nală ent­täu­schen­der­wei­se die erst seit einem Jahr bestehen­de Poprock­ka­pel­le The Humans mit dem maxi­mal durch­schnitt­li­chen ‘Good­bye’: der Titel dürf­te sich wohl auch auf die Final­chan­cen des Bal­kan­lan­des in Por­tu­gal bezie­hen. Die Band um die blon­de Lead­sän­ge­rin und Kom­po­nis­tin Cris­ti­na Cara­mar­cu sam­mel­te inner­halb des ein­stün­di­gen (!) Abstim­mungs­fens­ters knapp 3.300 Stim­men ein und schlug damit auf den letz­ten Metern das Frisch­ver­lieb­te-Kin­der-Pär­chen Ale­xia & Matei, das in der bestän­dig ein­ge­blen­de­ten Blitz­ta­bel­le lan­ge Zeit schein­bar unein­hol­bar vor­ne lag. Das nen­ne ich mal den Teu­fel mit dem Beel­ze­bub aus­trei­ben! Die mit einer leid­lich inter­es­san­ten, so kurz­at­mi­gen wie dunk­len Reib­ei­sen­stim­me aus­ge­stat­te­te Chris­ti­na begann ihren Vor­trag in einem schwar­zen Cape, umrahmt von zwei mas­kier­ten Män­nern. Nach knap­pen 45 Sekun­den fie­len jedoch sowohl Trick­kleid wie Gesichts­schutz, und ab da regier­te dann nur noch die Ödnis.

She’s hol­ding out for some Breath-o: Cris­ti­na Cara­ma­cu (RO).

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Ein Fisch namens Dra­cu­la

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag ging im Gast­ge­ber­land des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test, in Por­tu­gal, die ers­te von zwei Halb­fi­na­len des Fes­ti­val da Canção über die Büh­ne. Auf der Halb­in­sel glaubt man noch fest an das Kon­zept des → Kom­po­nis­ten­wett­be­werbs, und so lud der Sen­der 26 Song­schrei­ber ein, ein Lied für Lis­sa­bon zu kom­po­nie­ren und ent­we­der selbst zu sin­gen oder einen pas­sen­den Inter­pre­ten mit­zu­brin­gen. Die Hälf­te von ihnen, also 13, durf­ten ges­tern ihre Ergeb­nis­se vor­stel­len. Und wie zu erwar­ten, wur­de es ein lan­ger, lah­mer Abend voll von sanf­ten Bal­la­den und intro­ver­tier­ten Auf­trit­ten. Wie ein Fanal stach da die völ­lig bizar­re Dar­bie­tung des Sin­ger-Song­wri­ters JP Simões her­vor, der – Halb­play­back oder tech­ni­scher Trick? – zwei­stim­mig gewis­ser­ma­ßen gegen sich selbst sang und dabei voll­kom­men sto­isch wirk­te, auch als sein ohne­hin ziem­lich schrä­ger, irgend­wie latent bedroh­li­cher Bei­trag ‘Alvor­o­ço’ (‘Hoo­li­gan’) an der Zwei-Minu­ten-Mar­ke plötz­lich in eine wil­de Kako­pho­nie aus schril­len Trom­pe­ten und sich über­schla­gen­den Trom­meln abdrif­te­te, beglei­tet von einem epi­lep­sie­aus­lö­sen­den Blitz­lichts­tak­ka­to. Unge­rührt starrt JP wei­ter mit sei­nem “Ver­piss Dich”-Blick in die Kame­ras und brach­te die Num­mer zurück in ruhi­ge­re Fahr­was­ser. Ganz gro­ßes Grand-Prix-Kino!

JP: der ver­heim­lich­te, noch böse­re Zwil­lings­bru­der des Film-Schur­ken Otto (Kevin Kli­ne) aus ‘Ein Fisch namens Wan­da’ (PT).

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Smells like old Spi­rits

Die frös­teln­de Illin­ca in der Sali­ne Tur­da.

Seit dem gest­ri­gen Semi­fi­na­le der Sel­ecția Națio­nală wün­sche ich mir drin­gend einen Sieg Rumä­ni­ens beim Euro­vi­si­on Song Con­test. Nicht auf­grund der im sie­ben­bür­gi­schen Tur­da prä­sen­tier­ten Songs – die waren durch die Bank gräus­lich, – son­dern wegen der abge­fah­re­nen Loca­ti­on, in dem die Show statt­fand und die ich auch ger­ne als Ver­an­stal­tungs­ort für den Grand Prix sähe: tief unter der Erde, in einem nicht mehr genutz­ten und zum Muse­um / zur Event-Loca­ti­on aus­ge­bau­ten Stol­len eines Salz­berg­werks fand die vier­te SN-Run­de statt. Und auch, wenn sich die Juro­rin Ilin­ca Băcilă (→ RO 2017) auf­grund der in der unge­heiz­ten Höh­le herr­schen­den Eises­käl­te in eine wär­men­de Woll­de­cke hül­len muss­te und bei der Stimm­ver­ga­be aus­sah wie E.T. auf dem Welt­raum­fahr­rad: das Set­ting war ein­fach atem­be­rau­bend! Für die Bei­trä­ge galt das lei­der weni­ger: von dritt­klas­sig bis Karao­ke­bar reich­te die Span­ne, was bei Cris­ti­an Simi­no­nes­cu, bei dem selbst die Juro­ren letz­te­res Urteil fäll­ten, schon ins Tra­gi­ko­mi­sche drif­te­te. Denn in kom­pe­ten­ten Hän­den hät­te sei­ne modern­tal­kin­geske Dis­co-Kas­tra­ten-Num­mer zumin­dest noch für einen Nos­t­a­gie­bo­nus gesorgt. Der bewe­gungs­le­g­asthe­ni­sche und vokal über­for­der­te Mitt­fünf­zi­ger fuhr sie kom­plett an die Wand.

Release your Ener­gy”: bit­te bloß nicht (RO)!

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Mori­tu­ri te salutant!

Zwei Vor­ent­schei­dun­gen vom Wochen­en­de gilt es noch nach­zu­rei­chen. Die letz­te Vor­run­de der litaui­schen Euro­vi­zi­ja vom ver­gan­ge­nen Sams­tag zeig­te sich erstaun­lich arm an… – nein, prä­zi­ser: ent­täu­schend frei von Durch­ge­knall­tem, wie wir es sonst von dem Bal­ten­staat ken­nen und lie­ben. Am schrägs­ten viel­leicht noch der Auf­tritt einer gewis­sen Ofe­li­ja, deren rein musi­ka­lisch betrach­tet (wäre da nur nicht der gräus­li­che Gesang!) noch nicht ein­mal schlech­tes Elek­tro­pop­lied­chen den Titel ‘But­ter­fly’ trug und die sich, wenig über­ra­schend, mit bun­ten Schmet­ter­lings­flü­geln aus­ge­stat­tet hat­te. Die sie aller­dings erst nach zwei Minu­ten zur vol­len Pracht ent­fal­te­te: zunächst saß sie hin­ter einer schä­bi­gen Heim­or­gel, anschlie­ßend ließ sie sich von einem tan­zen­den Pär­chen umsprin­gen. Ins­ge­samt ver­mit­tel­te die gute Ofe­li­ja ein wenig den Ein­druck, in den Neun­zi­gern hän­gen­ge­blie­ben zu sein. Und wer woll­te es ihr ver­den­ken: außer beim Song Con­test war das schließ­lich pop­mu­si­ka­lisch wie gesell­schafts­po­li­tisch die bes­te Deka­de! Um so unvor­be­rei­te­ter traf den Zuhö­rer der nihi­lis­tisch-pro­fun­de Schluss­satz ihres fluffi­gen Songs, der da lau­te­te: “Becau­se I’m like a But­ter­fly / and soon I’m gon­na die”. Hopp­la!

Bes­tens für die anste­hen­de Faschings­sai­son gerüs­tet: Ophe­lia und ihr Begleit­bal­lett (LT).

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Im Schmerz gebo­ren

Es ist eine Gewis­sens­ent­schei­dung, die man als lei­den­schaft­li­cher Euro­vi­si­ons­fan wäh­rend der Vor­ent­schei­dungs­sai­son tref­fen muss: schaut man Sonn­tags­abends um 20:15 Uhr wei­ter­hin den Tat­ort, wie es sich für einen ordent­li­chen Deut­schen ver­pflich­tend gehört? Oder lässt man den kol­lek­ti­ven TV-Got­tes­dienst sau­sen, um sich leicht­fer­tig den Ver­lo­ckun­gen des rumä­ni­schen Vor­ent­schei­dungs­ma­ra­thons, der Sel­ecția Națio­nală (SN) hin­zu­ge­ben, die seit vor­ver­gan­ge­nem Sonn­tag für ein­ein­halb Mona­te zeit­gleich läuft? Nun, als ech­ter Con­nais­seur des Abar­ti­gen fällt die Ant­wort natür­lich leicht! Erst recht in die­sem Jahr, in dem der Sen­der des Kar­pa­ten­staa­tes aus Anlass des hun­dert­jäh­ri­gen Geburts­tags Rumä­ni­ens in sei­ner heu­ti­gen Aus­deh­nung das For­mat auf fünf Semi­fi­na­le mit ins­ge­samt 60 Lie­dern aus­ge­dehnt hat. Und, wie um den Ent­zug leich­ter zu gestal­ten, war­te­te das gest­ri­ge zwei­te SN-Semi mit einer Mord­dich­te auf, mit der noch nicht mal der legen­dä­re Murot-Tat­ort ‘Im Schmerz gebo­ren’ mit­hal­ten kann. Nur, dass man im Natio­nal­thea­ter von Timişo­ara (Temes­war), wo die Show gas­tier­te, kei­ne Schau­spie­ler rei­hen­wei­se dahin­met­zel­te, son­dern Töne.

Ein Ver­bre­chen gegen die Musik: Ales­san­dro Dănes­cu stran­gu­liert sei­nen Bei­trag.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The per­fect Fail

#metoo: Ilin­ca ist von Alex’ unge­stü­mer Zunei­gung nicht begeis­tert.

Wie viel Punk­te hat sie für ihren Ex wohl übrig? Die­se ban­ge Fra­ge schweb­te am gest­ri­gen Sonn­tag­abend über dem ers­ten Semi­fi­na­le der rumä­ni­schen Sel­ecția Națio­nală. Sie, das ist natür­lich die Jodel-Queen Ilin­ca Băcilă, die letz­tes Jahr beim Euro­vi­si­on Song Con­test gemein­sam mit Bad Boy Alex Flo­rea einen fünf­ten Platz für das Land erjo­del­te und heu­er in der (allei­ne abstim­mungs­be­rech­tig­ten) Jury saß. Und die in die­ser Funk­ti­on auch den neu­en, sehe­risch beti­tel­ten Wett­be­werbs­bei­trag von Alex bewer­ten muss­te, der es dies­mal solo ver­such­te. Wür­de sie ihm noch gram sein ob sei­ner dama­li­gen unge­woll­ten Kuss­at­ta­cke, und ihn abstra­fen? Oder wür­de sie ihm aus alter Ver­bun­den­heit unver­dien­te Dou­ze Points zuschau­feln für sei­nen über die Maßen lah­men, wei­ner­li­chen Poprocks­eich, mit dem er sei­ne sof­te Sei­te zei­gen woll­te? Ilin­ca wähl­te den Mit­tel­weg und zog sich mit (sehr groß­zü­gi­gen) sechs Punk­ten geschickt aus der Affä­re. Zum Final­ein­zug reich­te das jedoch nicht, und so folg­te für den zwi­schen­zeit­lich etwas paus­bä­cki­ger, dabei immer noch heiß aus­schau­en­den Alex auf das erfolg­reich absol­vier­te Euro­vi­si­ons­fi­na­le das unrühm­li­che Aus­schei­den im Vor­ent­scheid. Autsch!

Nobo­dy told me that it would hurt’. Man­che Lie­der kom­men­tie­ren sich schlicht­weg von selbst (RO).

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: the Cat with the Hat

Sech­zig Songs, auf­ge­split­tet auf fünf Vor­run­den aus fünf quer über das Land ver­teil­ten Städt­chen: 2018 pullt das rumä­ni­sche Fern­se­hen TVR bei der Aus­wahl sei­nes Grand-Prix-Lie­des ein Melo­di­fes­ti­va­len. Den Auf­hän­ger für die Line Exten­si­on der Sel­ecția Națio­nală bil­det das hun­dert­jäh­ri­ge Jubi­lä­um des his­to­ri­schen Groß­ru­mä­ni­ens, wel­ches nach dem Ende des Ers­ten Welt­kriegs unter Ein­schluss ehe­ma­li­ger rus­si­scher und unga­ri­scher Gebie­te ent­stand, und das man ent­spre­chend groß abfei­ern möch­te. Schö­ner Neben­ef­fekt für den 2016 wegen offe­ner EBU-Rech­nun­gen noch kurz­fris­tig vom Song Con­test aus­ge­schlos­se­nen Sen­der: die Kos­ten für die fünf SN-Semis tra­gen die aus­ge­wähl­ten Kom­mu­nen. Der­zeit stellt TVR zum Anhei­zen für die ab kom­men­dem Sonn­tag star­ten­de Sen­de­rei­he suk­zes­si­ve die Mit­schnit­te der bereits vor eini­ger Zeit durch­führ­ten SN-Audi­tions auf You­tube ein. Und auch, wenn ob der Viel­zahl der zu befül­len­den Sen­de­flä­chen fast jede/r genom­men wur­de, der/die kam, so gab es doch ein paar Gestal­ten, die selbst der rumä­ni­schen Vor­auswahl­ju­ry zu tra­gisch erschie­nen, um sie in einem der Semis zu ver­klap­pen. Was sie natür­lich zu einem gefun­de­nen Fres­sen für die Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen macht.

Ein Mann mit einer Mis­si­on: Dorel Giur­giu ist auf der Suche nach Frie­den. Und nach Ruhe vor der Stim­men in sei­nem Kopf.

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Alex Flo­rea bezich­tigt Sal­va­dor Sobral des “Thea­ter­spiels”

Nach dem Schwe­den Robin Beng­ts­son hat sich nun auch der rumä­ni­sche Rap­per Alex Flo­rea (‘Yodel it!’) kri­tisch über den am ver­gan­ge­nen Sams­tag sieg­rei­chen Por­tu­gie­sen Sal­va­dor Sobral geäu­ßert. Wie Wiwi­bloggs rap­por­tiert, äußer­te er heu­te früh in einem live aus­ge­strahl­ten Video-Inter­view mit der rumä­ni­schen Tages­zei­tung Ade­va­rul Zwei­fel an den gesund­heit­li­chen Pro­ble­men des schlump­fi­gen Hip­sters und ver­brei­te­te die Theo­rie, es han­de­le sich dabei um Mit­leids-“Mar­ke­ting”, wie es in Cas­ting­shows an der Tages­ord­nung sei: “Sei­ne Hin­ter­grund­sto­ry funk­tio­nier­te, das Publi­kum hat es geschluckt,” so Flo­rea. Sobral war auf Anra­ten sei­ner Ärz­te erst spä­ter als sei­ne Konkurrent/innen nach Kiew ange­reist und etli­chen Pro­ben fern­ge­blie­ben, in den Medi­en mach­ten (von eini­gen Kom­men­ta­to­ren offen­sicht­lich wei­ter­ver­brei­te­te) Gerüch­te über eine lebens­be­droh­li­che Herz­er­kran­kung die Run­de, die sein Manage­ment aller­dings strikt zurück­wies. Auf Anfra­gen besorg­ter Schwur­na­lis­ten in den Pres­se­kon­fe­ren­zen in Kiew räum­te Sal­va­dor aller­dings gesund­heit­li­che Pro­ble­me ein. Der rumä­ni­sche Bad Boy kauf­te ihm das aber nicht ab: “Sal­va­dor hat kei­ne Herz­pro­ble­me, bei ihm stimmt etwas im Kopf nicht”. Er sei von sei­nem “bil­li­gen Thea­ter” ange­wi­dert, des­we­gen reagie­re er so zynisch: “Ich habe in Cas­ting­shows auch schon Pro­ble­me gehabt, aber nie zu sol­chen Tak­ti­ken gegrif­fen, um zu gewin­nen,” so der Rumä­ne, der Sobral jedoch zumin­dest zuge­stand, dass sein Song “exzel­lent” gewe­sen sei. Flo­reas jodeln­de Duett­part­ne­rin Illin­ca Băcilă zeig­te sich im glei­chen Inter­view dage­gen “glück­lich” über den Sieg des Por­tu­gie­sen: “Was Sal­va­dor tat, kann man als Kunst begrei­fen, daher herz­li­chen Glück­wunsch zum Erfolg”! Sie gra­tu­lier­te außer­dem dem Sun­Stro­ke Pro­ject aus dem Nach­bar­land Mol­da­wi­en, das für die Bron­ze­me­dail­le beim Con­test, das bes­te Ergeb­nis des Bal­kan­lan­des bis­her, vom hei­mi­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Igor Dodon nach Bericht von Euro­voix sogar eine staat­li­che Aus­zeich­nung erhal­ten soll: “Eine super­be Show”! Der rumä­ni­sche Jodel-Rap lan­de­te beim Publi­kum auf dem fünf­ten Rang, wur­de von den Jurys aber auf den sieb­ten Platz abge­wer­tet.

Schießt mit Kano­nen auf Spat­zen: Alex Flo­rea (RO)