Rumä­ni­en 2009: Mei­ne Hüf­ten glü­hen

Wenn da mal nicht wie­der der Sie­gel dahin­ter­steckt! Mit einer musi­ka­lisch etwas weni­ger cam­pen, dafür text­lich nicht min­der abson­der­li­chen Neu­fas­sung des Grand-Prix-Dis­co-Klas­si­kers ‘Wir geben ’ne Par­ty’ (DE 1994) setz­te sich ges­tern Abend das Män­ner­ka­len­der­mo­del Ele­na Gheorg­he in der rumä­ni­schen Vor­ent­schei­dung durch. Dank des heu­er auch im Euro­vi­si­ons­fi­na­le zur Anwen­dung kom­men­den, unde­mo­kra­ti­schen und höchst ärger­li­chen Voting­ver­fah­rens gewann sie gegen die Publi­kums­fa­vo­ri­tin­nen Bla­xy Girls mit ihrer rocki­gen Ode an die ‘Teu­re Mut­ter’: zwar rie­fen andert­halb mal so vie­le Zuschau­er für die Bla­xy Girls an, doch die beka­men nur sechs Punk­te von der Jury. Ele­na mit ihren ‘Bal­kan Girls’ erhielt dage­gen derer zwölf – wie vie­len Juro­ren sie vor­her ihre “glü­hen­den Hüf­ten” gezeigt hat, muss der Spe­ku­la­ti­on über­las­sen blei­ben.


Zehn Sekun­den und ich bin schon genervt

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Rumä­ni­en 2008: Ewig ist die Magie des Her­zens

Es sind zwei recht unter­schied­li­che, aber durch­aus prä­gen­de Musik­sti­le, mit denen Rumä­ni­en die Grand-Prix-Sze­ne bis­lang berei­cher­te: melo­diö­ses, kom­pe­tent gesun­ge­nes Vocal House (‘Tor­neró’, ‘Let me try’), mit dem man Bel­gi­en erfolg­reich den Rang ablau­fen konn­te – und ver­kitsch­tes, stimm­stark vor­ge­tra­ge­nes Musci­al-Gesül­ze (‘Tell me why’). Zur letz­te­ren Sor­te zählt der aktu­el­le Bei­trag ‘Pe o Mar­gi­ne de Lume’, der nicht nur vom Titel her an eine Mar­ga­ri­nere­kla­me erin­nert.


Würd ich nicht vom Bade­la­ken schub­sen: Vlad

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Zwei­ter Super­sams­tag 2007 (DK, NO, RO)

Ein wei­te­rer Super­sams­tag mit drei neu­en Euro­vi­si­ons­bei­trä­gen – und was für eine Aus­beu­te! Drei mal hoch amü­san­ter Trash: so macht Grand Prix rich­tig Spaß!


Schwup­pen­dis­co par excel­lence: DQ (DK)

Zunächst in der Vor­run­de raus­ge­flo­gen, dann als Wild­card von den däni­schen Radio­hö­rern wie­der rein­ge­wählt, konn­te Peter Ander­sen ali­as DQ im Fina­le mit ‘Dra­ma Queen’ über­zeu­gen. End­lich ist der Grand Prix Euro­vi­si­on ganz bei sich ange­kom­men: mit einer far­ben­präch­ti­gen, flit­ter­g­lit­tern­den Drag­queen nebst dem dazu­ge­hö­ri­gen Trash-Dis­co-Schla­ger – alles wie frisch aus dem Büh­nen­pro­gramm jedes belie­bi­gen Pro­vinz-CSDs ein­ge­flo­gen! Herr­lich!

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ESC Fina­le 2006: Hard Rock? Hal­le­lu­jah!

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Semifinale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

Dass ich das noch erle­ben durf­te: die Fin­nen gewin­nen! Athen warf ein bis dato unum­stöß­li­ches Grand-Prix-Gesetz über den Hau­fen. Was kommt als nächs­tes? Ein Sieg Por­tu­gals? Andor­ra im Fina­le? Eine ost­eu­ro­päi­sche Sän­ge­rin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meis­tens Fans in der Athe­ner Olym­pia­hal­le reagier­ten geschockt, als der Sieg der Mons­ter­ro­cker sich abzeich­ne­te. Nur weni­ge zeig­ten sich (wie ich) begeis­tert, unter­stütz­ten jede Zwölf-Punk­te-Wer­tung für Lor­di mit einem spon­ta­nen “Lap­po­nia”-Gesang oder rock­ten bei der Sie­ger­re­pri­se auf dem Stuhl ste­hend mit.

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ESC Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Logo des Eurovision Song Contest 2005 (Finale)
Das Jahr der Trom­mel­tän­ze

Ange­droht war, dass die letzt­jäh­ri­ge Sie­ge­rin, die von Staats­chef Wik­tor Juscht­schen­ko zur Euro­vi­si­ons­be­auf­trag­ten ernann­te Volks­hel­din Rus­la­na, durch den Abend füh­ren sol­le. Die Gali­ons­fi­gur der Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on sag­te aber in letz­ter Sekun­de ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht rich­tig vor­be­rei­ten kön­ne, so die offi­zi­el­le Begrün­dung. Jeg­li­che Spe­ku­la­ti­on über einen Zusam­men­hang mit ihren eher frag­men­ta­ri­schen Eng­lisch­kennt­nis­sen ist hin­ge­gen so bös­ar­tig wie wohl begrün­det. Ob Mascha und Pascha, die Ersatz­mo­de­ra­to­ren, nun so viel bes­ser Eng­lisch spra­chen? Es gab an die­sem Abend kei­ne rech­te Ant­wort dar­auf. Denn sie zwit­scher­te ihre Tex­te zwi­schen stets zum debi­len Dau­er­g­rin­sen gebleck­ten Perl­weiß­zäh­nen her­aus wie eine Sing­dros­sel auf Speed, er mur­mel­te sie bestän­dig in sei­nen zwi­schen­zeit­lich abra­sier­ten Goatee wie ein bekiff­ter Elch.

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