Schlagwort: Russland

Tanz den Horn: der <span class="caps">NDR</span> ret­tet erneut den Grand Prix
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt

Tanz den Horn: der NDR ret­tet erneut den Grand Prix

Knappe sieben Wochen ist es nun her, dass die EBU den Eurovision Song Contest 2020 im Zuge der Corona-Pandemie absagen musste. Genau so lange herrschte hier auf dem Blog nun Funkstille. Das hatte hauptsächlich zu tun mit zwei maßgeblichen Entscheidungen der Genfer in diesem Zusammenhang, die dem Hausherren jegliche Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Jahrgang nachhaltig vertrieben. Denn - ausgerechnet der NDR macht dies nun vor - natürlich hätte man, entsprechenden Willen vorausgesetzt, einen virtuellen Wettbewerb mit allen 41 Beiträgen unter Einsatz von Liveaufzeichnungen oder Videoclips und mit Publikumsabstimmung organisieren können. Das von der EBU stattdessen konzipierte Ersatzevent Europe shine a Light, das nun am 16. Mai europaweit über die Bildschirme flimmern soll (in der A...
Fina­le 2019: <span class="caps">ESC</span> is a losing Game
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach ihr ist; nach der Aussage des Interpreten jedoch betrauere er den ...
2019, Die Zwanzigzehner

Rank & File 2019: Platz 23 – Scream

Eigentlich hat der russische Superstar Sergey Lazarev ja bereits den ESC gewonnen. 2016, bei seiner Erstteilnahme, wo er im Zuschauervoting regelrecht abräumte. Aus politischen Gründen stahl ihm die Jury jedoch den Sieg und schanzte ihn ausgerechnet dem Erzfeind Ukraine zu. Gelingt es dem durchtrainierten Sehrgay nun, wie weiland Dima Bilan im zweiten Anlauf die Krone zu erringen? Platz 23: Russland - Sergey Lazarev: Scream (Schrei) Die Ukraine jedenfalls strich schon mal die Segel und schoss sich die ausgewählte Kandidatin Maruv, fraglos eine der stärksten Mitbewerber/innen auf den Grand Prix, sicherheitshalber selbst weg. Ein bisschen voreilig vielleicht, denn direkt nach der Veröffentlichung von Sergeys Wettbewerbstitel sank sein bis dahin hell funkelnder Stern bei den Buchmachern r...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Russ­land 2019: Dei­ne Gewalt ist nur ein stum­mer Schrei nach Lie­be

Es muss einer der frühesten Favoritenstürze in der Eurovisionsgeschichte sein. Als das russische Fernsehen Anfang Februar 2019 bestätigte, dass Sergey Lazarev erneut die Föderation in Tel Aviv vertreten werde, schoss das Land umgehend in den Wettquoten ganz nach oben. Nicht zuletzt, weil der knackige und zeigefreudige Superstar 2016 bereits den Eurovision Song Contest gewann, zumindest im Televoting, also in der maßgeblichen Abstimmung. Der aktuelle Erzfeind, die Ukraine, schoss sich aus lauter Angst vor einem neuerlichen Zweikampf und einem möglichen Gesichtsverlust durch einen Gesamtsieg Lazarevs im Rahmen ihres Vorentscheids sogleich selbst ins Knie und musste die Teilnahme in Israel stornieren. Vorsichtshalber gab man umgehend zu Protokoll, 2020 ebenfalls nicht mitmachen zu wollen, fal...
2019, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Kann Ser­gey Laza­rev einen Dima Bilan pul­len?

Es war eines der am schlechtesten gehüteten Eurovisionsgeheimnisse: gestern bestätigte das russische Fernsehen endlich, was die Spatzen bereits seit Wochen von den Dächern pfiffen: Sergey Lazarev, der von den russophoben Juroren aus politischen Gründen um den Gesamtsieg betrogene Televotinggewinner des Eurovision Song Contests von 2016, vertritt die Föderation 2019 in Tel Aviv. Die Nachricht sorgte für aufgeregtes Geschnatter in den Fan-Foren, zeigt der durchtrainierte 35jährige bei seinen Auftritten doch nur zu gerne nackte Haut und präsentiert sich im eng gesteckten Rahmen des für ihn als etablierten Star im streng homophoben Russland Machbaren als "gayfriendly", auch wenn er sein eigenes Privatleben aus der Öffentlichkeit heraushalten möchte. Die ebenfalls verkündete Botschaft, dass Seh...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine (aufgrund ihrer mutmaßlich unfreiwilligen Rolle in dieser PR-Schlacht wirklich zu bemitleidende) Repräsen...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Proben für den Eurovision Song Contest 2018 in der Altice-Arena zu Lissabon weiter, heute mit der ersten Hälfte des zweiten Semifinales. Das eröffnet bekanntlich, in Person Alexander Rybaks, ein ehemaliger Eurovisionsgewinner. Und wiewohl sein Beitrag 'That's how you write a Song' die europäischen Schwurnalisten in Fans und bekennende Hasser spaltet, herrscht unter den Blogger/innen ziemliche Einigkeit, dass auch dieser Titel erneut um den Sieg mitspielen könnte. Rybak, der Dorian Gray der Eurovision, der seit seiner letzten Grand-Prix-Teilnahme offensichtlich keinen Tag alterte und noch immer über seinen Lausbubencharme verfügt, bringt - wie schon 2009 - das bereits ausgereifte audiovisuelle Gesamtkonzept des norwegischen Melodi Grand Prix mit zum Contest ...
2018, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

RU 2018: Sticks and Stones won’t break your Bones

Und auch im Falle der russischen Repräsentantin für den Eurovision Song Contest 2018, Julia Samoylova, und ihrem Grand-Prix-Beitrag hielten die Dämme nicht: bereits vor der offiziellen Vorstellung in den heutigen Hauptabendnachrichten des Senders leakte der Song. Der heißt 'I won't break', stammt vom selben Komponistentrio, das bereits Dina Garipovas (→ RU 2013) gruselige Gehirnwäsche-Hymne 'What if we' verbrach und entpuppt sich musikalisch als belanglosester Radiopop ohne den geringsten Funken von Authentizität. Zumindest in der Studiofassung stellt er dennoch eine leichte Verbesserung zu Julias letztjährigem Lied 'Flame is burning' dar, was vor allem daran liegt, dass ein mehrstimmiger Frauenchor ihr den Refrain weitestgehend abnimmt, währenddessen sie lediglich das titelgebende Verspre...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen

Bestä­tigt: Julia Samoy­l­o­va rollt nach Lis­sa­bon

Also doch: allen Zweifler/innen und Unkenrufer/innen zum Trotz hält das russische Fernsehen eisern an Julia Samoylova fest: heute bestätigte der Perwy Kanal (hihi) offiziell, dass man, wie bereits direkt nach dem dem als Juliagate in die Eurovisionsgeschichte eingegangenen Ausschluss der designierten russischen Repräsentantin für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew durch die Sicherheitsbehörden der Gastgeber trotzig verkündet, die an den Rollstuhl gefesselte Sängerin zum europäischen Wettsingen nach Lissabon entsenden werde. Und warum sollte sich Moskau auch die Chance entgehen lassen, die perfide eingefädelte Geschichte um ein armes behindertes Mädchen, deren Traum eines Auftritts auf der großen Grand-Prix-Bühne an den halsstarrigen Ukrainern scheiterte, weiter zu melken? Die Sängeri...
Diese Welt

Bizarr: Euro­vi­si­ons­fans im Visier des digi­ta­len Info-Krie­ges?

Wie das Heise-Online-Magazin Telepolis unter Bezugnahme auf eine Meldung der britischen Tageszeitung Guardian berichtet, soll die britische Regierung die PR-Agentur Saatchi beauftragt haben, mit gezielten Kampagnen in den sozialen Medien das Ansehen der Ukraine bei Fans des Eurovision Song Contest positiv zu beeinflussen. Dies sei Teil einer großangelegten Offensive, mit welcher die Regierung des Inselstaates im sogenannten Info-Krieg zwischen Russland und dem Ausrichterland der europäischen Gesangsfestspiele von 2017 der Ukraine beistehen will. Die Firma Saatchi, die zuletzt Wahlkampagnen für die konservativen Torys gefahren habe, soll nach Angaben des Guardian hierfür rund 100.000 £ bekommen (was natürlich die Frage aufwirft, ob man das Geld nicht sinnvoller für einen gescheiten britisch...
2018

EBU erlässt eine Lex Samoy­l­o­va

Wie Dr. Eurovision, Irving Wolther, heute auf eurovision.de meldet, hat die European Broadcasting Union (EBU) in Reaktion auf Juliagate Anpassungen in den offiziellen Regeln für die Ausrichtung des und die Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) vorgenommen. So müssen die einzelnen nationalen Sendeanstalten künftig eigenverantwortlich sicherstellen, dass die von ihnen ausgewählten Repräsentant/innen und Delegationsmitglieder "den Behörden des Gastgeberlandes" keinen "Anlass dafür geben, aufgrund nationaler Gesetze ein Einreiseverbot gegen diese zu verhängen." Genau dieses war beim ESC 2017 in Kiew geschehen: der ukrainische Geheimdienst belegte die von Russland nominierte 28jährige Sängerin Julia Samoylova mit einer Einreisesperre, weil diese zuvor auf der annektierten Krim aufgetreten ...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: Ukrai­ne will Ein­spruch gegen Geld­stra­fe ein­le­gen

Die öffentlich-rechtliche ukrainische Rundfunkanstalt UA:PBC will Einspruch gegen die heute von der EBU wegen des Juliagates verhängte Geldstrafe einlegen, wie der Intendant Zurab Alasania gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte: "Formell gesehen haben nicht wir die Entscheidung getroffen, sie [Julia Samoylova] nicht zuzulassen". Da hat er nicht ganz Unrecht: der faktische Ausschluss der russischen Repräsentantin basierte auf der Entscheidung des ukrainischen Geheimdienstes, der aufgrund eines Krim-Auftritts der Sängerin in Übereinstimmung mit geltenden ukrainischen Gesetzen ein dreijähriges Einreiseverbot verhängte, von dem auch der Staatschef keine Ausnahme für den Eurovision Song Contest 2017 machen wollte, wodurch dem Sender die Hände gebunden waren. Alasania, der die Höhe der v...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Geld heilt alle Wun­den: die EBU legt Julia­ga­te ad acta

Wie der Nachrichtendienst Reuters heute Vormittag meldete, wolle die EBU die gastgebende TV-Anstalt des Eurovision Song Contest 2017 aufgrund der massiven Verzögerungen bei der Vorbereitung des Events und des "unkooperativen Verhaltens" der Ukraine im Zusammenhang mit dem Bann der russischen Vertreterin Julia Samoylova mit einer Geldstrafe belegen. Die Krise um die monatelangen Verspätungen bei der Organisation, die ein Einschreiten der Genfer und die Entsendung eines Rettungsteams rund um den schwedischen Melodifestivalen-Impresario Christer Björkman (→ SE 1992) notwendig machte, und das Drama um Juliagate hätten die mediale Aufmerksamkeit überlagert und die "Reputation der Marke Eurovision Song Contest gefährdet," so die EBU in einer Erklärung. "Daher schlägt der Lenkungsausschuss in Übe...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: EBU kün­digt Stra­fen an

Das unselige Drama um den Ausschluss der russischen Teilnehmerin Julia Samoylova vom Eurovision Song Contest 2017 in der ukrainischen Metropole Kiew wird Konsequenzen für beide Länder haben, wie die European Broadcasting Union am heutigen Tage nach einer Meldung von heute.de bekannt gab. Die Nachrichtensendung des ZDF zitiert den hauseigenen Leiter der Abteilung Internationale Angelegenheit und Vorsitzenden der EBU-Reference Group, Frank-Dieter Freiling, nach dessen Darstellung sich der gastgebende Sender sowie der ukrainische Premierminister verpflichtet hätten, alle Gäste der EBU wie des ESC in Kiew willkommen zu heißen. "Insofern ist das ein Verstoß gegen die Statuten, der sanktioniert werden muss", so Freiling gegenüber heute.de. Doch auch die Russen müssten mit Sanktionen rechnen, "we...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: “Die Rus­sen woll­ten nie­mals teil­neh­men”

Einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe des russischen Rückzugs beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew lecken die Beteiligten ihre Wunden. So erneuerte der Senderchef des russischen Perwy Kanal, Konstantin Ernst, am heutigen Karfreitag das Versprechen gegenüber der ausgebooteten Julia Samoylova, dass die schwerbehinderte Sängerin fix für 2018 gesetzt sei. Diese Auftrittsgarantie sei laut Ernst mit der EBU abgestimmt, wie Die Presse unter Bezug auf die Moskauer Agentur Interfax berichtet. Damit steht gleichzeitig fest, dass sich die Föderation nach der geplatzten Teilnahme in Kiew nicht dauerhaft vom europäischen Wettsingen zurückzieht - eine gute Nachricht nicht nur für die EBU, der in diesem Jahr wegen der wegfallenden Ausstrahlung der Sendung auf dem Territorium des größten Teilneh...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Finale

Offi­zi­ell: Russ­land nimmt nicht am ESC 2017 teil

Das andauernde Tauziehen um die Teilnahme der russischen Vertreterin Julia Samoylova am Eurovision Song Contest 2017 in Kiew hat ein so unerfreuliches wie erwartbares Ende gefunden: wie die EBU heute Abend offiziell auf ihrer Eurovisions-Website bekannt gab, findet der Wettbewerb nun definitiv ohne die im Rollstuhl sitzende Sängerin statt. Das Gastgeberland Ukraine ist, wie sich aus den Verlautbarungen der letzten Tage bereits abzeichnete, hinsichtlich des in Folge eines Auftrittes Samoylovas auf der annektierten Krim vom Geheimdienst verfügten Einreiseverbotes hart geblieben, Vermittlungsvorschläge aus Genf hinsichtlich einer externen Zuschaltung ihres Auftritts bzw. des Austauschs gegen einen anderen, unbelasteten Interpreten lehnte das russische Fernsehen ab. Stattdessen gab der Perwy K...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: Kyrylen­ko sieht “kei­ne Hoff­nung” auf Eini­gung

Der ukrainische Vizepräsident Wjatscheslaw Kyrylenko hat jede Hoffnung auf eine Einigung mit Russland bezüglich deren Teilnahme am Eurovision Song Contest 2017 in Kiew aufgegeben, wie er nach einer Meldung von Eurovoix in einem Interview mit der heimischen Tageszeitung Obozrevatel sagte. Nach dem vorausgegangenen Disput um die vom russischen Perwy Kanal nominierte Sängerin Julia Samoylova, die vom ukrainischen Geheimdienst aufgrund eines Auftritts auf der annektierten Krim mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegt wurde, sei sein Land nach wie vor bereit, die russische Delegation in Kiew willkommen zu heißen - wenn diese einen anderen Repräsentanten benenne, der "nicht gegen ukrainische Gesetze verstoßen" habe. Eine Ausnahmeregelung lehnte er erneut ab: "Niemand kann verlangen, dass wir...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Isra­el: Poli­tik beschnei­det Rund­funk­frei­heit – Euro­vi­si­ons­teil­nah­me in Gefahr?

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu greift nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) massiv in die Gestaltung der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt seines Landes ein - mit möglichen Konsequenzen hinsichtlich der Mitgliedschaft des Senders bei der European Broadcasting Union und damit auch auf die Teilnahme des Nahostlandes am Eurovision Song Contest. Wie die Tageszeitung rapportiert, wird die allgemein als aufgebläht und ineffektiv angesehene bisherige Sendeanstalt Israel Broadcasting Authority (IBA) derzeit gerade abgewickelt - am 30. April 2017 soll die neue, deutlich schlankere Station Kan den Betrieb aufnehmen, die auch die Ausstrahlung des ESC übernimmt. Der hat Netanjahu nun allerdings vorläufig untersagt, Nachrichten zu senden - wie die FR mutmaßt, weil ihm "einige Jo...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: Euro­vi­si­on Par­ty in Mos­kau abge­sagt

Das Juliagate hat seinen ersten Kollateralschaden gefordert: wie Eurovoix heute vermeldete, sagten die Veranstalter der für den 24. April 2017 in der russischen Hauptstadt geplanten Eurovision Party den Event vorläufig ab, nachdem etliche der eingeplanten Künstler/innen ihre Auftrittszusage angesichts des aktuellen Hauens und Stechens zurückgezogen hätten. Der Kartenvorverkauf sei daher bis auf Weiteres eingestellt. Neben Julia Samoylova, die am Sonntag noch in Moskau ihre Postkarte für Kiew drehte, als sei nichts geschehen, waren unter anderem Timebelle aus der Schweiz, der Israeli Imri Ziv und der Top-Favorit auf einen Eurovisionssieg, der Italiener Francesco Gabbani, zu der Sause angekündigt. Sollte Russland wider Erwarten doch noch in Kiew teilnehmen können, wolle man die Party aber st...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: die Ukrai­ne keift zurück

Ja, ich weiß, die Geschichte nervt langsam nur noch, aber leider wird uns die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine um die Teilnahme der Sängerin Julia Samoylova noch eine Weile beschäftigen. Heute Vormittag veröffentlichte der ukrainische Sender UA:PBC eine Stellungnahme zum Brief der Generaldirektorin der EBU, Ingrid Deltenre, von vorletzter Woche, in dem diese sich mit der sehr harsch formulierten Aufforderung an den Staatspräsidenten wendet, dafür Sorge zu tragen, dass die russische Repräsentantin in Kiew auftreten könne und den künftigen Ausschluss des diesjährigen Gastgeberlandes vom Eurovision Song Contest androht, falls es zu keinem für die EBU zufriedenstellenden Ergebnis komme. Wenig überraschend zeigt sich die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt wenig amüsiert ü...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: EBU droht der Ukrai­ne

Im festgefahrenen Streit zwischen der gastgebenden Ukraine und Russland um den Auftritt der Sängerin Julia Samoylova beim Eurovision Song Contest 2017 übt die Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf, Veranstalterin des jährlichen Musikfestivals, zunehmenden Druck auf die Politiker in Kiew aus. Sowohl der Vorsitzende der Eurovision Reference Group (dem zentralen Lenkungsorgan des Wettbewerbs), Dr. Frank-Dieter Freiling vom ZDF, als auch die EBU-Direktorin Ingrid Deltenre stellten in Zeitungsinterviews die wilde Entschlossenheit der Fernseh-Union klar, allen gemeldeten Teilnehmer/innen - also auch Julia - einen Auftritt in Kiew zu ermöglich. Die vom russischen Staatssender Perwy Kanal intern ausgewählte Repräsentantin wurde aufgrund eines Auftritts im Jahre 2015 auf der annektierten Krim vom...
2017, Die Zwanzigzehner, Eurovision Deathmatch

Euro­vi­si­on Death­match #1: Thun­der and light­ning

...it's getting exciting! Nur noch sieben Wochen sind es bis zum Finale des Eurovision Song Contest 2017. Zeit, die wir uns mit einem Leser/innen-Game vertreiben wollen. Und was läge, inspiriert von den aktuellen Ereignissen rund um das Gastgeberland und seinen Zwist mit dem Erzfeind Russland und dessen Vertreterin näher als ein Eurovision Deathmatch? Jeden Tag treten hier also ab sofort zwei der diesjährigen Grand-Prix-Teilnehmer/innen im unerbittlichen Zweikampf um Leben und Tod gegeneinander an. Nur eine/r kann den Fight jeweils überleben und in die nächste Runde weiterziehen, um am Ende um die Krone zu "rittern", wie die Österreicher so schön sagen. Und natürlich liegt die Macht in den Händen meiner geschätzten Leser/innen: ihr hebt oder senkt den Daumen und entscheidet, wer weiter kom...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: Russ­land lehnt EBU-Ange­bot ab

Und weiter geht es im fröhlichen Ping-Pong um das ukrainische Auftrittsverbot für die russische Repräsentantin Julia Samoylova. Vor wenigen Minuten lehnte nach Mitteilung von Eurovoix der Moskauer Sender Perwy Kanal die von der EBU als elegante Lösungsmöglichkeit vorgesehene Satellitenzuspielung des Live-Auftritts Samoylovas ab, die nach einem Dekret des ukrainischen Staatsschutzes das Land nicht betreten darf, nach dem sie 2015 auf der okkupierten Krim auftrat, und die somit am Eurovision Song Contest 2017 in Kiew nicht direkt teilnehmen kann. Genau darauf bestehen die Russen aber: "Den Vorschlag einer externen Teilnahme erachten wir als befremdlich und lehnen ihn ab. Er widerspricht selbstredend dem Geist des Events, dessen wichtigstes Kernelement der Live-Auftritt auf der Eurovisionsbüh...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Julia­ga­te: EBU erlaubt exter­nen Auf­tritt

Jetzt geht es Schlag auf Schlag in der Auseinandersetzung um das ukrainische Einreiseverbot für die russische Repräsentantin beim Eurovision Song Contest 2017, Julia Samoylova. Heute Nachmittag rollte die EBU den Ball zurück ins Spielfeld des entsendenden Perwy Kanal, in dem sie anbot, den Live-Auftritt Julias zur Not per Satellitenschaltung von Russland aus zu übertragen, und zwar sowohl im zweiten Semi als auch gegebenenfalls im Finale am Samstag - ein bislang beispielloser Vorgang in der Eurovisionsgeschichte. Jan Ola Sand, dem offenbar daran gelegen ist, den Russen sämtliche möglichen Gründe für einen Rückzug aus den Händen zu nehmen, erläuterte in einer Stellungnahme: "Wir setzen unseren Dialog mit den ukrainischen Verantwortlichen fort. Unser angestrebtes Ziel ist es nach wie vor, da...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Die Ukrai­ne rollt Julia Samoy­l­o­va von der Büh­ne

Im Kreml dürften heute die Krimsekt-Korken geknallt haben: die Ukraine tappte als Gastgeberin des 62. Eurovision Song Contests tatsächlich blindlings in die vom russischen Staatsfernsehen Perwy Kanal (lustiger Name!) geschickt aufgestellte moralische Falle und verhängte verschiedenen Medienberichten zufolge das bereits angedrohte Einreiseverbot für die 28jährige Sängerin Julia Samoylova, womit die wegen fortschreitender Muskelschwäche im Rollstuhl sitzende russische Repräsentantin beim europäischen Wettsingen in Kiew nicht antreten kann. Julia hatte im Juni 2015 an einem Festival auf der annektierten Krim teilgenommen, wie der Staatsschutz ermittelte: nach geltendem ukrainischen Recht ein Vergehen, das mit einem dreijährigen Einreiseverbot in das Land der Orangenen Revolution zu ahnden ist...