Schlagwort-Archiv: Russland

Scheitern in Würde – We are the Zeros of our Time!

Was für ein Abend! Diese Woche, wenn mir die kurze Einleitung gestattet sei, besuchte ich in Wien noch die kurzweilige und sehr schön gemachte Ausstellung The Nul Pointers des Cartoonisten Tex Rubinowitz im Leopold Museum (zu sehen übrigens noch bis 8. Juni 2015, Tipp für alle, die dort noch ein paar Tage weilen), stellte dabei fest, dass das letzte Null-Punkte-Ergebnis beim Contest schon zwölf Jahre zuliegt liegt: 2003 in Riga, Jemini mit ‚Cry Baby‘ für Großbritannien, und dachte „wird eigentlich mal wieder Zeit“. Dass es gleich eine Doppelnull wird, und dann auch noch fürs Gastgeberland Österreich und für uns, damit hatte ich nun aber wirklich nicht gerechnet! Lustig finde ich’s trotzdem, gerade weil so die (hier in Wien persönlich auf das herzlichste erlebte) deutsch-österreichische Freundschaft eine so wunderbare Erneuerung im gemeinsamen Scheitern mit Würde findet. Um über Konsequenzen für das Vorentscheidungskonzept des NDR, das möglicherweise nicht mehr adäquate Punktevergabeverfahren oder die zu hohe Zahl der Finalisten zu diskutieren, ist es heute Abend zu früh. Zwei Dinge scheinen mir aber noch wichtig, zu sagen. Zu einen: danke, Ann Sophie! An Dir lag es nicht, Du hast uns sehr würdig vertreten, eine großartige Show abgeliefert und sehr gut gesungen. ‚Black Smoke‘ ist auch kein schlechter Song, halt nur leider eher fürs Formatradio geeignet, als für den größten TV-Wettbewerb der Welt konzipiert, wo glatte Durchhörbarkeit eben kein Erfolgsrezept darstellt. Du kannst hoch erhobenen Hauptes in die Heimat zurückkehren – und Dich schon mal drauf freuen, Aufnahme in die Ruhmeshalle (und hoffentlich bald in die nächste Auflage von Tim Moores Enzyklopädie Null Punkte – ein bisschen Scheitern beim Song Contest) zu finden.

Sie befindet sich in guter Gesellschaft: Ann Sophie (DE)

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Die Startreihenfolge fürs Finale: ORFs Grande Amore

Nachdem nun alle zwanzig Qualifikanten aus den beiden Semis feststehen, gab der ORF heute Nacht die handverlesene Startreihenfolge fürs Finale am Samstag bekannt. Und aus dieser lässt sich nur der eine Schluss ziehen: die EBU möchte wirklich ganz ganz dringend mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einen Sieg Italiens beim Song Contest ermöglichen, um das Adrialand, das nach langem, guten Zureden seit 2011 trotz mehr als mäßigen Interesses der romanischen Zuschauer/innen wieder mitmacht beim europäischen Wettsingen, bei der Stange zu halten. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass man fast alle ernsthaften Konkurrenten, vor allem aber sämtliche der haarsträubend wenigen Uptemposongs im bekanntermaßen votingschwachen ersten Drittel des durch die Hereinnahme Australiens erneut ausgeuferten langen Abends verfeuert, während die drei jungen Tumore Tenöre den Abschluss bilden dürfen.

Einzig ihre selbstverliebte Schleimigkeit kann einen Sieg der Italo-Buben noch verhindern

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Punk is dead: erstes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang – dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, ‚Aina Mun Pitää‘ wird als Song vermutlich keine Aufnahme in die Playlist meiner zehn Lieblingstitel aller Zeiten finden. Aber der Mut der Finnen, so etwas Authentisches (alleine schon das Staging!) und Anderes zu schicken, hätte unbedingt belohnt werden müssen. Building Bridges, my Ass! Sollte sich in den nächsten Tagen herausstellen, dass die Jurys die Punks von PKN auf dem Gewissen, könnt Ihr Euch bereits jetzt auf einen weiteren ellenlangen Rant einstellen.

Die Vier hatten echten Spaß auf der Bühne (FI)

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Die Village People sind in Wien: erste Proben erstes Semi 2015

Seit Montag Mittag sind die Spiele offiziell eröffnet: in der Wiener Stadthalle probten gestern und heute die 16 Teilnehmer/innen des ersten Semifinales am kommenden Dienstag. Und obgleich es sich um den allerersten, technischen Durchlauf handelte, der hauptsächlich zum Finden der richtigen Kameraeinstellungen und Beleuchtung diente, berichteten die zahlreich in Wien bereits aufgeschlagenen Schwurnalisten natürlich ausführlich über jedes noch so kleine Detail und erstellten umgehend neue Prognosen. Wenn nicht gerade kontrovers über den Aufreger des Tages debattiert wurde: so rüstet die Wiener Stadtverwaltung derzeit 120 Fußgängerampeln mit mit neuen Symbolen aus: händchenhaltend gemeinsam wartende bzw. laufende Pärchen – darunter auch gleichgeschlechtliche – sollen für höhere eine Aufmerksamkeit der gefährdeten Passanten sorgen, angesichts des bevorstehenden Life Balls (Aidshilfe-Benefiz), des Song Contests und dem für Juni termininerten CSD aber auch für Toleranz werben. Und prompt fühlen sich die heterosexuellen Eurovisionsfans diskriminiert, weil der Grand Prix damit in die Nähe einer schwulen Veranstaltung gerückt würde (ach was!). Dabei machte gleich der erste Starter des ersten Semis klar, wessen Party das hier ist!

Schwuler geht’s nimmer: der Bahnhofsstricher und die Bullen

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Der Lumpensammler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung – nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade – und sie trafen damit eine gute Wahl. ‚Monster like me‘ von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom Namen her wie die Titelmelodie einer Teenager-Vampir-Drama-Serie, auch musikalisch und textlich überzeugt das düstere und dramatische Stück durch Tiefgang und Hingabe. Selbst das interpretierende Duo sieht passend blutarm aus. Meine neue Lieblingsballade des aktuellen Jahrgangs!


Nick Cave und Kylie grüßen mit einer Wildrose freundlich aus Tralien: Mørland & Debrah (NO)

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Russland 2015: für Frieden und Freiheit

Verschiedene Eurovisionsseiten vermeldeten es schon vor Tagen, heute kam die offizielle Bestätigung: die 27jährige Polina Gagarina (meines Wissens nicht verwandt mit dem Weltraumhelden) vertritt Russland in Wien. Selbstredend stammt sie aus einer Castingshow, ihr Beitrag sei von einem internationalen Team (laut esckaz: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Leonid Gutkin, Vladimir Matetskiy sowie Katrina Noorbergen, die auch am deutschen Wildcard-Siegersong ‚Jump the Gun‘ beteiligt war) zusammengestoppelt, Verzeihung, -geschrieben und heißt ‚A Million Voices‘. Der Songtitel lässt schon nicht Gutes erahnen, genau so wenig wie die kurzen Ausschnitte, die in einem ersten Präsentationsvideo zu erhaschen sind. Wie bei einer solch siegelesken Liedüberschrift zu erwarten, ist unter anderem von „Freedom“ die Rede (Ups: beim nochmaligen Anhören stellt sich heraus, dass es „in Dreams“ heißen soll. Diese Aussprache aber auch immer!), und ich wette einen Moskovskaya darauf, dass uns im weiteren Songverlauf noch die Worte „Love“, „Peace“ oder „Hand in Hand“ begegnen werden. Als eine der drei „beeindruckendsten Fakten“ über die Sänger verbreitet eurovision.tv, dass die Sängerin nach einer Schwangerschaft 30 Kilo abgenommen habe und vor Live-Auftritten immer ein spezielles Parfüm auflege. Wenn’s Glück bringt…

Türkvizyon 2014: das doppelte Tatarstan

Herrlich: erneut gibt es Bizarres aus der Welt der Türkvizyon zu berichten. Wie Eurovoix unter Bezugnahme auf die offizielle Wettbewerbsseite meldet, soll bei der diesjährigen zweiten Ausgabe des Gegen-Grand-Prixs der türkischen Welt neben Deutschland auch Russland Premiere feiern. Oder, genauer gesagt, die Russische Förderation, von deren zahlreichen mehr oder minder autonomen Republiken diejenigen mit Turkvolk-Anteilen alle bereits einzeln antreten, so wie beispielsweise Tuwa, Jakutien oder die gastgebende Uralgebirgsrepublik Tatarstan, Wikipedia zufolge der eigenständigste russische Landesteil, in dessen Hauptstadt Kasan der Wettbewerb am 19. und 21. November 2014 über die Bühne geht. Und während das Gastgeberland durch einen in Moskau lebenden und arbeitenden Sänger vertreten wird, repräsentieren die Zweitplatzierten des tatarischen Vorentscheids nun absurderweise die Russische Föderation. Name der Band: Kazan World.

Zwei zum Preis von einem: Kazan World vertritt Russland

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Keine Balkan Girls beim ESC 2015?

Betrübliche Nachrichten kommen dieser Tage aus dem erweiterten Mittelmeerraum, was die Bestückung des 60. Eurovision Song Contests im Mai 2015 in Wien betrifft: die Teilnahme Rumäniens könnte massiven Sparzwängen zum Opfer fallen, welche die Existenz des Staatssenders TVR bedrohen, wie Wiwibloggs berichtet. Demnach sei die finanzielle Lage der Rundfunkanstalt trotz bereits erfolgter Massenentlassungen so desaströs, dass TVR nach Aussage des Senderchefs Stelian Tanase gegenüber der rumänischen Presseagentur Mediafax im kommenden Frühling für wenigstens einen Monat schließen müsse. Zwar wolle man, wie die Programmdirektorin Irina Radu nachschob, alles Menschenmögliche versuchen, um eine Teilnahme des Landes am Eurovision Song Contest dennoch zu ermöglichen, weil man auf der europäischen Bühne weiterhin Präsenz zeigen möchte und der Wettbewerb im Land sehr hohe Einschaltquoten erziele. Ob das aber angesichts der angespannten Lage möglich sein wird, bleibt abzuwarten. TVR wäre damit nach dem griechischen Staatssender ERT und der isrealischen IBA bereits das dritte EBU-Mitglied, das aus politischen und / oder finanziellen Gründen dicht macht: eine beunruhigende Entwicklung.


Liegt ein Fluch (Dida Drăgan bei der ESC-Vorauswahl 1993) über Rumänien?

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Russen rasieren sich die Bärte als Protest

Und damit es nicht immer nur um die Jurys geht, hier noch eine bunte Meldung aus dem lustigen Reich der Heterosexualiät: wie der britische Blog Gay Star News berichtet, rasieren sich einige verwirrte russische Männer nun in einer bizarren Form des Protestes gegen den Sieg Conchita Wursts den Bart ab: so habe der Rapper Alexander Stepanov alias ST seine Fans aufgefordert, durch ein solches Tun zu beweisen, dass sie nicht Conchita seien. Der Artikel zitiert einen Twitter-User, der dem Aufruf folgte, mit den Worten: „Samstag war der letzte Tag, an dem ein Bart Dich männlicher machen konnte.“ Zu den Protestlern gehört dem Bericht zufolge auch Andrej Malakow, der 2009 die Semifinals des Eurovision Song Contests in Moskau moderierte. Nun wissen wir aus den Einspielfilmen des diesjährigen Wettbewerbs, in dem der mit Vollbart unwiderstehlich sexy aussehende Moderator und Borgen-Star Pilou Asbæk bargesichtig auftrat, wie unvorteilhaft eine Rasur wirken kann. Sich also nun als Protest gegen die Vielfalt selbst optisch zu verstümmeln – auf so eine bescheuerte Idee können einfach nur Heten kommen!


Ein Gesicht wie ein Brie: Borgen-Cutie Pilou, bartlos 

Steigt Russland aus dem Song Contest aus?

Es stand zu erwarten: nach dem Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen fordern erste russische Politiker den Ausstieg des Landes aus der „Brutstätte der Sodomie“, wie eine weißrussische Initiative den Wettbewerb bereits im Oktober vergangenen Jahres so hübsch bezeichnete. Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick heute schreibt, fordere der Chef der Kommunistischen Partei, Waleri Raschkin: „Wir müssen diesen Wettbewerb verlassen, wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren.“ Ein Beratungskomitee des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko habe sich dem Blatt zufolge der Forderung angeschlossen: „Wir brauchen Europa nicht,“ das Ergebnis stehe für einen „vollständigen Kollaps moralischer Werte.“ An die Stelle des Eurovision Song Contest solle ein eigener Musikwettbewerb namens Voice of Eurasia treten – nicht zu verwechseln mit dem bereits seit 2012 stattfindenden ABU Song Festival der asiatisch-pazifischen Nationen.


Schlägt Einigen böse auf den Magen: Europas Liebe für die Kaiserin

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Finale 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten – mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels ‚Dansevise‘ vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen „We are unstoppable!“ in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und zwar – ebenfalls entgegen der vorherigen Befürchtungen – regionenübergreifend in Ost und West. Nur die Jurys erwiesen sich mal wieder als konservative Horte der Homophobie (ja, der Finger zeigt auch auf Dich, Deutschland!), konnten aber den deutlichen Sieg von Conchita Wurst nicht verhindern. Und so dürfte der 60. Jubiläumsjahrgang im kommenden Mai in Wien stattfinden, wo er zuletzt 1967, in meinem Geburtsjahr, gastierte.


Sissi reloaded: die neue österreichische Kaiserin regiert

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Buh-Rufe gegen Russland: politisch oder politisch?

Sie waren nicht zu überhören gestern Abend: laute Buhrufe aus dem Publikum in der Kopenhagener B&W-Halle, als die Moderatoren den Einzug der Tolmachevy-Zwillinge ins Finale des Eurovision Song Contest 2014 bekannt gaben. „Die Ukraine-Krise bestimmte den Abend“, schlussfolgerte Spiegel Online heute früh. Und auch die Süddeutsche veröffentlichte eine dpa-Meldung mit dem Satz: Der russische Beitrag wurde wegen der Ukraine-Krise gnadenlos ausgebuht“. Nun steht es außer Frage, dass Mütterchen Russland aufgrund der Annektierung der Krim derzeit auch aus ESC-Fan-Kreisen keine allzu großen Sympathien entgegen schlagen. Wer allerdings Hardcore-Grand-Prix-Fans kennt, und diese bevölkern größtenteils die Hallen, in denen der Wettbewerb ausgetragen wird, weiß, dass diese sich – zumal während der Eurovisionswoche – für tagesaktuelle Politik in aller Regel herzlich wenig interessieren. Was nicht heißt, dass sie unpolitisch sind: die Buhrufe bezogen sich meiner Einschätzung nach nämlich durchaus nicht so sehr auf den Beitrag oder die Zwillinge, sondern schon auf die Politik Putins. Nämlich auf dessen Hetzjagd auf Schwule und Lesben, befeuert durch sein Gesetz gegen „die Propagierung abweichender Lebensweisen“.


Unschöne Szenen im Semi: Buhrufe gegen Russlands Finaleinzug

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Mein Block: Sido ist Teil der deutschen Jury

Heute gegen Mitternacht gab der NDR die fünf deutschen Juroren bekannt, deren gemeinschaftliche Punkte genau so viel zählen wie die der üblicherweise weit über eine Million deutscher Televoter/innen. Praktisch sogar noch ein bisschen mehr, weil die Fantastischen Fünf alle Teilnehmertitel ranken dürfen / müssen, während ein Zuschauer maximal zwanzig Mal anrufen kann. Die Jury besteht aus Musikmanager Konrad Sommermeyer, Jennifer „Rostock“ Weist, Bundesvision-Song-Contest-Teilnehmer (2011) Andreas Bourani, der aktuellen USFD-Partizipantin Madeline Juno sowie Hip-Hopper Sido, der sich vom umstrittenen und anfänglich indizierten Aggro-Berlin-Rapper („Arschficksong“) zum mittlerweile vergleichsweise bürgerlichen Popinterpreten (aktueller Titel: „Liebe“) wandelte. Und bereits Eurovisionserfahrung im Ausland vorweisen kann: 2012 castete er (nachdem kein deutscher Sender das Konzept wollte) im ORF Sidos Blockstars und durfte die daraus hervorgegangene Formation 3punkt5 zur österreichischen Vorentscheidung schicken, wo sie allerdings gegen den aufmerksamkeitsstarken Zweikampf Conchita Wurst vs. Trackshittaz keinen Stich machen konnten. Ich hoffe, Sido grollt darob nicht mehr und hat dennoch ein paar Punkte für die Wurst übrig…


Mit schwulem Kuss (bei 1:39 Minute): Sido zeigt Toleranz

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Russland 2014: das war ja überfällig!

Seit Tagen starrt die Welt gebannt auf Russland. Denn das Land ist überfällig – nein, nicht nur auf der Krim, sondern, viel schlimmer, was die Präsentation ihres Beitrags zum Eurovision Song Contest 2014 angeht! Am Montag war offizieller Abgabetermin bei der EBU, und heute erst machten die Tolmachevy-Zwillinge ihren Song der Öffentlichkeit zugänglich, womit wir das komplette Line-up für Kopenhagen endlich kennen. Dabei wollte Mütterchen Russland ihren Beitrag ursprünglich bereits Silvester vergangenen Jahres in einer Vorentscheidung bestimmen – die verschob man dann aber zunächst vage „auf März“, um vor wenigen Tagen erst die Siegerinnen der Kindereurovision von 2006 als Vertreterinnen des Landes zu präsentieren. Ihr Lied heißt, wie schon so viele beim Grand Prix vor ihm, ‚Shine‘, und wurde (wie ebenfalls schon so viele beim Grand Prix vor ihm) verfasst von Phillip Kirkorow (RU 1995) und Dimitris Kontopolous, der auch schon ‚Hold me‘ (AZ 2013) schrieb. Der Text stammt unter anderem vom maltesischen Bernd Meinunger, Gerard James Borg. Und das hört man auch.


‚Living on the Edge, closer to the Crime‘ – fehlt da nicht noch ein „a“?

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Erstes Delegationentreffen in Kopenhagen: die Uhr tickt

Heute fand das erste Delegationentreffen in Kopenhagen statt – zeitgleich die Deadline für die finalen Remixe der Beiträge für den Eurovision Song Contest 2014. Zumindest auf dem Papier, denn noch immer fehlen die Songs aus Russland (wo wir immerhin schon mal den Titel kennen, den die Tomalchevy-Zwillinge singen werden, nämlich – wie originell! – ‚Shine‘) und Österreich, wo man Conchita Wurst schon vorab den Preis für die beste Diva zuerkennen muss: bereits Anfang September 2013 als erste Grand-Prix-Teilnehmerin des Jahrgangs überhaupt annonciert – und dann als Letzte, noch nach dem offiziellen Abgabeschluss, den Song präsentiert. Respekt! Morgen Vormittag sollen beide noch fehlenden Titel veröffentlicht werden. Die Ukraine indes überarbeitete auf den letzten Metern noch einmal ihren Song ‚Tick Tock‘, und zwar – auch das kennen wir von dem zurzeit im Mittelpunkt des Weltinteresses stehenden Land nicht anders – vollständig: quasi eine Totaloperation.


Lyrisch deutlich weniger peinlich: ‚Tick Tock‘ im Kopenhagen-Remix

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