Schlagwort-Archiv: Russland

Keine Balkan Girls beim ESC 2015?

Betrübliche Nachrichten kommen dieser Tage aus dem erweiterten Mittelmeerraum, was die Bestückung des 60. Eurovision Song Contests im Mai 2015 in Wien betrifft: die Teilnahme Rumäniens könnte massiven Sparzwängen zum Opfer fallen, welche die Existenz des Staatssenders TVR bedrohen, wie Wiwibloggs berichtet. Demnach sei die finanzielle Lage der Rundfunkanstalt trotz bereits erfolgter Massenentlassungen so desaströs, dass TVR nach Aussage des Senderchefs Stelian Tanase gegenüber der rumänischen Presseagentur Mediafax im kommenden Frühling für wenigstens einen Monat schließen müsse. Zwar wolle man, wie die Programmdirektorin Irina Radu nachschob, alles Menschenmögliche versuchen, um eine Teilnahme des Landes am Eurovision Song Contest dennoch zu ermöglichen, weil man auf der europäischen Bühne weiterhin Präsenz zeigen möchte und der Wettbewerb im Land sehr hohe Einschaltquoten erziele. Ob das aber angesichts der angespannten Lage möglich sein wird, bleibt abzuwarten. TVR wäre damit nach dem griechischen Staatssender ERT und der isrealischen IBA bereits das dritte EBU-Mitglied, das aus politischen und / oder finanziellen Gründen dicht macht: eine beunruhigende Entwicklung.


Liegt ein Fluch (Dida Drăgan bei der ESC-Vorauswahl 1993) über Rumänien?

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Russen rasieren sich die Bärte als Protest

Und damit es nicht immer nur um die Jurys geht, hier noch eine bunte Meldung aus dem lustigen Reich der Heterosexualiät: wie der britische Blog Gay Star News berichtet, rasieren sich einige verwirrte russische Männer nun in einer bizarren Form des Protestes gegen den Sieg Conchita Wursts den Bart ab: so habe der Rapper Alexander Stepanov alias ST seine Fans aufgefordert, durch ein solches Tun zu beweisen, dass sie nicht Conchita seien. Der Artikel zitiert einen Twitter-User, der dem Aufruf folgte, mit den Worten: “Samstag war der letzte Tag, an dem ein Bart Dich männlicher machen konnte.” Zu den Protestlern gehört dem Bericht zufolge auch Andrej Malakow, der 2009 die Semifinals des Eurovision Song Contests in Moskau moderierte. Nun wissen wir aus den Einspielfilmen des diesjährigen Wettbewerbs, in dem der mit Vollbart unwiderstehlich sexy aussehende Moderator und Borgen-Star Pilou Asbæk bargesichtig auftrat, wie unvorteilhaft eine Rasur wirken kann. Sich also nun als Protest gegen die Vielfalt selbst optisch zu verstümmeln – auf so eine bescheuerte Idee können einfach nur Heten kommen!


Ein Gesicht wie ein Brie: Borgen-Cutie Pilou, bartlos 

Steigt Russland aus dem Song Contest aus?

Es stand zu erwarten: nach dem Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen fordern erste russische Politiker den Ausstieg des Landes aus der “Brutstätte der Sodomie”, wie eine weißrussische Initiative den Wettbewerb bereits im Oktober vergangenen Jahres so hübsch bezeichnete. Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick heute schreibt, fordere der Chef der Kommunistischen Partei, Waleri Raschkin: “Wir müssen diesen Wettbewerb verlassen, wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren.” Ein Beratungskomitee des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko habe sich dem Blatt zufolge der Forderung angeschlossen: “Wir brauchen Europa nicht,” das Ergebnis stehe für einen “vollständigen Kollaps moralischer Werte.” An die Stelle des Eurovision Song Contest solle ein eigener Musikwettbewerb namens Voice of Eurasia treten – nicht zu verwechseln mit dem bereits seit 2012 stattfindenden ABU Song Festival der asiatisch-pazifischen Nationen.


Schlägt Einigen böse auf den Magen: Europas Liebe für die Kaiserin

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Finale 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten – mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels ‘Dansevise’ vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen “We are unstoppable!” in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und zwar – ebenfalls entgegen der vorherigen Befürchtungen – regionenübergreifend in Ost und West. Nur die Jurys erwiesen sich mal wieder als konservative Horte der Homophobie (ja, der Finger zeigt auch auf Dich, Deutschland!), konnten aber den deutlichen Sieg von Conchita Wurst nicht verhindern. Und so dürfte der 60. Jubiläumsjahrgang im kommenden Mai in Wien stattfinden, wo er zuletzt 1967, in meinem Geburtsjahr, gastierte.


Sissi reloaded: die neue österreichische Kaiserin regiert

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Buh-Rufe gegen Russland: politisch oder politisch?

Sie waren nicht zu überhören gestern Abend: laute Buhrufe aus dem Publikum in der Kopenhagener B&W-Halle, als die Moderatoren den Einzug der Tolmachevy-Zwillinge ins Finale des Eurovision Song Contest 2014 bekannt gaben. “Die Ukraine-Krise bestimmte den Abend”, schlussfolgerte Spiegel Online heute früh. Und auch die Süddeutsche veröffentlichte eine dpa-Meldung mit dem Satz: Der russische Beitrag wurde wegen der Ukraine-Krise gnadenlos ausgebuht”. Nun steht es außer Frage, dass Mütterchen Russland aufgrund der Annektierung der Krim derzeit auch aus ESC-Fan-Kreisen keine allzu großen Sympathien entgegen schlagen. Wer allerdings Hardcore-Grand-Prix-Fans kennt, und diese bevölkern größtenteils die Hallen, in denen der Wettbewerb ausgetragen wird, weiß, dass diese sich – zumal während der Eurovisionswoche – für tagesaktuelle Politik in aller Regel herzlich wenig interessieren. Was nicht heißt, dass sie unpolitisch sind: die Buhrufe bezogen sich meiner Einschätzung nach nämlich durchaus nicht so sehr auf den Beitrag oder die Zwillinge, sondern schon auf die Politik Putins. Nämlich auf dessen Hetzjagd auf Schwule und Lesben, befeuert durch sein Gesetz gegen “die Propagierung abweichender Lebensweisen”.


Unschöne Szenen im Semi: Buhrufe gegen Russlands Finaleinzug

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Mein Block: Sido ist Teil der deutschen Jury

Heute gegen Mitternacht gab der NDR die fünf deutschen Juroren bekannt, deren gemeinschaftliche Punkte genau so viel zählen wie die der üblicherweise weit über eine Million deutscher Televoter/innen. Praktisch sogar noch ein bisschen mehr, weil die Fantastischen Fünf alle Teilnehmertitel ranken dürfen / müssen, während ein Zuschauer maximal zwanzig Mal anrufen kann. Die Jury besteht aus Musikmanager Konrad Sommermeyer, Jennifer “Rostock” Weist, Bundesvision-Song-Contest-Teilnehmer (2011) Andreas Bourani, der aktuellen USFD-Partizipantin Madeline Juno sowie Hip-Hopper Sido, der sich vom umstrittenen und anfänglich indizierten Aggro-Berlin-Rapper (“Arschficksong”) zum mittlerweile vergleichsweise bürgerlichen Popinterpreten (aktueller Titel: “Liebe”) wandelte. Und bereits Eurovisionserfahrung im Ausland vorweisen kann: 2012 castete er (nachdem kein deutscher Sender das Konzept wollte) im ORF Sidos Blockstars und durfte die daraus hervorgegangene Formation 3punkt5 zur österreichischen Vorentscheidung schicken, wo sie allerdings gegen den aufmerksamkeitsstarken Zweikampf Conchita Wurst vs. Trackshittaz keinen Stich machen konnten. Ich hoffe, Sido grollt darob nicht mehr und hat dennoch ein paar Punkte für die Wurst übrig…


Mit schwulem Kuss (bei 1:39 Minute): Sido zeigt Toleranz

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Russland 2014: das war ja überfällig!

Seit Tagen starrt die Welt gebannt auf Russland. Denn das Land ist überfällig – nein, nicht nur auf der Krim, sondern, viel schlimmer, was die Präsentation ihres Beitrags zum Eurovision Song Contest 2014 angeht! Am Montag war offizieller Abgabetermin bei der EBU, und heute erst machten die Tolmachevy-Zwillinge ihren Song der Öffentlichkeit zugänglich, womit wir das komplette Line-up für Kopenhagen endlich kennen. Dabei wollte Mütterchen Russland ihren Beitrag ursprünglich bereits Silvester vergangenen Jahres in einer Vorentscheidung bestimmen – die verschob man dann aber zunächst vage “auf März”, um vor wenigen Tagen erst die Siegerinnen der Kindereurovision von 2006 als Vertreterinnen des Landes zu präsentieren. Ihr Lied heißt, wie schon so viele beim Grand Prix vor ihm, ‘Shine’, und wurde (wie ebenfalls schon so viele beim Grand Prix vor ihm) verfasst von Phillip Kirkorow (RU 1995) und Dimitris Kontopolous, der auch schon ‘Hold me’ (AZ 2013) schrieb. Der Text stammt unter anderem vom maltesischen Bernd Meinunger, Gerard James Borg. Und das hört man auch.


‘Living on the Edge, closer to the Crime’ – fehlt da nicht noch ein “a”?

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Erstes Delegationentreffen in Kopenhagen: die Uhr tickt

Heute fand das erste Delegationentreffen in Kopenhagen statt – zeitgleich die Deadline für die finalen Remixe der Beiträge für den Eurovision Song Contest 2014. Zumindest auf dem Papier, denn noch immer fehlen die Songs aus Russland (wo wir immerhin schon mal den Titel kennen, den die Tomalchevy-Zwillinge singen werden, nämlich – wie originell! – ‘Shine’) und Österreich, wo man Conchita Wurst schon vorab den Preis für die beste Diva zuerkennen muss: bereits Anfang September 2013 als erste Grand-Prix-Teilnehmerin des Jahrgangs überhaupt annonciert – und dann als Letzte, noch nach dem offiziellen Abgabeschluss, den Song präsentiert. Respekt! Morgen Vormittag sollen beide noch fehlenden Titel veröffentlicht werden. Die Ukraine indes überarbeitete auf den letzten Metern noch einmal ihren Song ‘Tick Tock’, und zwar – auch das kennen wir von dem zurzeit im Mittelpunkt des Weltinteresses stehenden Land nicht anders – vollständig: quasi eine Totaloperation.


Lyrisch deutlich weniger peinlich: ‘Tick Tock’ im Kopenhagen-Remix

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Fünfter Supersamstag 2014: Der Flötenschlumpf fängt an

Neben dem schwedischen Melodifestivalen, auf das die Augen aller Fans gestern Abend gerichtet waren, wählten zwei weitere Länder gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Vertreter für Kopenhagen aus. Ganz am Vorjahressieger orientierten sich dabei die Slowenen, die sich – bei reinem Televoting – mit klarer Zweidrittelmehrheit für die Flötistin Tinkara Kovač entschieden. Ihr belangloses, zweisprachig interpretiertes ‘Spet (Round and round)’ wiederholt nicht nur in der Auswahl der musikalischen Instrumente die Rezepte des Vorjahres: als Komponistin zeichnet die letztjährige Letztplatzierte Hannah Mancini für den kraft- und saftlosen Midtemposong mit verantwortlich, den die immerhin stimmlich tadellose Tinkara in einem interessanten Ensemble aus schwarzer Vollplastik-Seenotrettungsweste über türkiser Tüllschleppe zum Vortrage brachte. Styling og consulting – aber fix, bitte!


Da half die schwedische rituelle Flötenverbrennung nicht: Tinkara (SI)

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EBU: Schärfere Regeln gegen Abstimm-Hooligans

Wie die EBU heute bekannt gab, sollen ab 2014 schärfere Regeln in Bezug auf Manipulationsversuche an der Abstimmung zum Eurovision Song Contest gelten. Letztes Jahr stellte das von der EBU beauftragte deutsche Unternehmen Digame mehrere Versuche von Powervoting fest, die jedoch nicht in das Endergebnis mit einflossen, da man die verdächtigen Stimmen vorher aussortierte. Mehrere Finger zeigten insbesondere auf den aserbaidschanischen Sender Ictimei TV. Eine daraufhin eingeleitete offizielle EBU-Untersuchung hätte, so der NDR, zwar “den Verdacht erhärtet, dass Versuche der Manipulation unternommen wurden,” eine direkte Beteiligung konnte man Ictimei jedoch nicht nachweisen. Daher bleib der Versuch ohne Folgen.


Können diese Augen lügen?

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Anti-Wurst-Petition nun auch in Russland

Konservative sind wie Pawlowsche Hunde: hält man ihnen eine Wurst hin, beißen sie zu, ohne nachzudenken. Wie Wiwibloggs unter Bezugnahme auf die russische Newssite Pravda berichtet, fordert eine russische Elterninitiative das staatliche Informationsministerium auf, die Ausstrahlung des Eurovision Song Contest 2014 zu unterbinden, da der Auftritt der österreichischen Dragqueen Conchita Wurst, vom ORF als Vertreterin des Landes benannt, den Event zu einer “Brutstätte der Sodomie” mache. Was natürlich den Kindern nicht zugemutet werden könne. Da es anscheinend auch den sich sorgenden Eltern – 400 sollen die entsprechende Petition bislang mitgezeichnet haben – nicht zugemutet werden kann, ihre Augäpfel selbst vom Anschauen des televisionären Sündenpfuhls abzuhalten, soll Russland nun ganz auf den Wettbewerb verzichten.


Singt für Liebe und Anerkennung: die hinreißende Conchita Wurst

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Dann ein Brief: EBU geht mit Russland in den Clinch

Was passiert, sollte Russland in absehbarer Zeit mal wieder den Eurovision Song Contest gewinnen und, wie es derzeit die Regel ist, im Folgejahr austragen wollen? Könnten Teilnehmerinnen wie der österreichische Drag Act Conchita Wurst in Moskau oder Sankt Petersburg unbehelligt auftreten oder würde sie bei der Einreise wegen Verstoßes gegen das Gesetz zur Unterbindung “homosexueller Propaganda” verhaftet? Könnten die anreisenden, mehrheitlich schwulen (und lesbischen) Fans im Euroclub gefahrlos flirten oder müssten sie angesichts der durch die staatlichen Maßnahmen aufgestachelten, homophoben Stimmung im Lande befürchten, Opfer von Übergriffen zu werden? Bereits Ende Oktober sagte Frank-Dieter Freiling, Hauptabteilungsleiter Internationale Angelegenheiten des ZDF und Vorsitzender der Reference Group, dem Eurovisions-Lenkungsausschuss der EBU, im Gespräch mit NDR-Blogger Jan Feddersen: “Das Problem in Russland ist anders als in Aserbaidschan: Die staatlichen Sicherheitskräfte sind das eine – das andere ist aber, dass minderheitenfeindliche Teile der Bevölkerung nicht unter staatlicher Kontrolle sind. Die Jagd auf Minderheiten durch Teile der Zivilbevölkerung (…) wäre eine Bedrohung der Sicherheitslage mancher ESC-Teilnehmer.” Die EBU hat daher, wie auch der Stern gestern berichtete, einen Brandbrief an die beiden russischen TV-Sender Kanal 1 und RTR geschrieben.


Wäre in Russland wohl nicht erwünscht: der dänische Vertreter von 2007

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Splitvoting: EBU will die totale Transparenz

Da haben das fortgesetzte Genörgel der Fans und die Presseberichte über möglichen Stimmenkauf beim Eurovision Song Contest doch etwas genützt: ab 2014 will die EBU endlich wieder die Splitvotingergebnisse veröffentlichen, wie sie heute Morgen bekannt gab. Und nicht nur das: um die Transparenz weiter zu erhöhen, sollen die Namen aller Juroren bereits vor dem Contest, am 1. Mai 2014, bekannt gegeben werden – sowie ihr persönliches Abstimmungsverhalten, das heißt das individuelle Ranking jedes einzelnen Juroren direkt nach dem Finale! Damit wissen erboste Fans künftig, wem sie das schlechte Abschneiden ihres Lieblingsbeitrags namentlich zu verdanken haben. Darüber hinaus führt die EBU eine zweijährige Sperrfrist ein: wer 2012 und / oder 2013 bereits in der Jury saß, darf dieses Jahr nicht wieder ran. Wie schon bisher gilt, dass ausschließlich Radio-DJs, Sänger, Komponisten, Textdichter oder Musikproduzenten – sogenannte “Professionelle” – Teil einer Jury werden dürfen, die nationalen Sender für die Ernennung zuständig bleiben und die Stimmen der Jury zu 50% zählen (neben dem Televoting). Einziger Wermutstropfen der Transparenzoffensive: die von vielen Fans geforderte nachträgliche Veröffentlichung der Splitvotingergebnisse für 2013 lehnt die EBU weiterhin ab.


Eins der Juryopfer 2013: Who See und Nina Žižić (ME). Künftig kennen wir die Schuldigen in Person

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ESC und Menschenrechte: hilft ein Boykott?

ESC-Logo, (C) EBU
ESC-Logo, (C) EBU

Die Diskussionen tobten bereits im Vorfeld des Eurovision Song Contests in Baku, und die aktuelle Debatte um die homophoben russischen Gesetze bringen das Thema wieder auf die Tagesordnung: wie gehen wir beim Eurovision Song Contest mit Ländern um, welche die Menschenrechte nicht beachten? Lars Peters alias Douze Points vom Prinz-Blog veröffentlichte heute einen sehr persönlichen, sehr berechtigten Wutschrei über das tatenlosen Zusehen des Westens. Seine Forderung: Länder, welche die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen, müssen von der Teilnahme und der Austragung des ESC gesperrt werden. Alternativ solle die ARD bei einem Sieg eines solchen Landes den Wettbewerb boykottieren.

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Stimmenhandel: Cyberkrieg gegen Litauen?

Das für Russland unbefriedigende Abschneiden seiner Vertreterin Dina Garipova beim diesjährigen Eurovision Song Contest hat nun Folgen für litauische Internetnutzer: wie die britische Wochenzeitung The Economist berichtet, führte eine massive DDOS-Attacke auf ein Newsportal zur Ausbremsung weiter Teile des litauischen Netzes. Die Seite Delfi.lvlt soll dem Artikel zufolge Droh-E-Mails erhalten haben, in denen mit “radikalen Aktionen” gedroht worden sei, falls die Seite nicht einen Bericht entferne, in dem Russland des Stimmenkaufs bezichtigt werde. Der Economist zitiert einen Mitarbeiter des Providers TEO, wonach es teilweise “bis zu 50 Millionen Serverabfragen innerhalb weniger Minuten” gegeben habe. Die litauische Regierung wolle nun das nationale CERT (Computer Emergency Response Team) aufstocken. Wie bereits berichtet, hatte sich der russische Außenminister Sergej Lawrov zuvor über “Stimmendiebstahl” beklagt, weil Dina keine Punkte aus Aserbaidschan bekam, obwohl die Russin nach Auskunft des dortigen Machthabers Ilham Alijew im Televoting der früheren Sowjetrepublik auf dem zweiten Platz lag.


Stimmenhandel in Litauen: angebliches Enthüllungsvideo von 15min.lt

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