Schlagwort-Archiv: San Marino

Spätere Heirat nicht ausgeschlossen (2. Semi 2013)

Logo ESC 2013 2. Semi“Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes”: schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient.

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Sechster Probentag in Malmö: zweites Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag.

Eurovision 1991 Finland – Kaija – Hullu yö

EuroClub-Track des Tages: ‘Hullu yö’ (FI 1991)

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Dritter Probentag in Malmö: Miss Kiss Ding Dong

I kissed a Girl

Krista Siegfrids (FI 2013)

Zehn Jahre ist es her, dass das russische Fake-Lesben-Duo t.A.t.U. beim Eurovision Song Contest mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss auf offener Bühne für Aufmerksamkeit sorgen wollte – was ihnen die EBU seinerzeit verbot. Übrigens drei Jahre, nachdem sich zwei männliche Bandmitglieder der israelischen Band Ping Pong vor laufenden Kameras abschmatzten (beim ESC 2000, in Stockholm, Schweden). Gespannt dürfen wir also verfolgen, ob es der Kuss zwischen Krista Siegfrids und einer ihrer Chorsängerinnen, den sie bei der heutigen Probe zelebrierte (“aber ohne Zunge!”, wie ein Produktionsscherge sie anwies), auch in die Livesendung schaffen wird. Damit will die blonde Sängerin für die Einführung der Homo-Ehe in Finnland werben (sagt sie) bzw. billige Aufmerksamkeit für ihr kateperryeskes Liedchen ‘Marry me’ erregen (sagen Neider).

Krista Siegfrids – Marry Me (Finland) First Rehearsal

Laut und fröhlich: Kristas Energielevel ist ziemlich unfinnisch

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2013: das ESC-Jahr der modemutigen fülligen Frau?

Seit jeher beschert uns der Eurovision Song Contest gerne mal ein übergeordnetes Thema, das sich als Klammer durch den kompletten Jahrgang zieht. Seien dies instrumentale Trends wie das plötzliche massierte Auftauchen des Akkordeons oder der Geige, Musiktrends wie Dubstep (heuer gleich bei mehreren Beiträgen als Schlagerverzierung oder Hauptmotiv) oder modische Trends. In diesem Jahr fällt eine relative Häufung figürlich zur Üppigkeit neigender Sängerinnen auf: gleich sieben der Teilnehmerinnen von Malmö widersetzen sich tapfer dem noch immer von sadistischen Modemachern und ihren willfährigen medialen Helfershelferinnen wie der diabolischen Heidi Klum (Germany’s next Topmodel) propagierten Zwang zur vorsätzlichen Unterernährung. Nun sind Frauen vom Format einer Chiara oder Marija Šerifovic beim Grand Prix prinzipiell nichts Neues. Allerdings versteckten solche Sängerinnen ihre Fleischmassen bislang meist unter weiten Wallegewändern oder burschikosen Hosenanzügen, wie es beispielsweise auch Bonnie Tyler tut, die in ihrem teils am Strand gedrehten Präsentationsvideo schwer damit zu kämpfen hat, nicht im Watt zu versinken. Auch Dina Garipova und Esma Redžepova geben sich, zumindest im Vorschauclip, züchtig.

Bonnie Tyler – Believe In Me (United Kingdom) 2013 Eurovision Song Contest Official Video

Bis zu den Knöcheln im Morast: Bonnie gegen das Meer

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Wer sind Sie und was haben Sie Herrn Siegel angetan? (SM, MK 2013)

Und erneut überschlugen sich gestern, nur wenige Tage vor der EBU-Deadline, die Eurovisionsereignisse wieder so stark, dass ich sie hier nur gesammelt nachreichen kann. Beginnen wir mit dem erstaunlichsten Geschehen dieses Jahres, ach was: dieses Jahrzehnts! Ralph Siegel hat ein Lied für den Grand Prix geschrieben – und es ist gut! Doch, wirklich! Wenn ich es doch sage! Der deutsche Altmeister verfasste bekanntlich erneut den sanmarinesischen Beitrag, erneut gesungen von Valentina Monetta. Und wer jetzt, wie ich, ein erneutes Trash-Spektakel à la ‘Facebook, uuh-uuh’, erwartete, sah sich bei der gestrigen Songpräsentation heftig überrascht. Denn ‘Crisalide’ ist eine rundweg gelungene Eurovisionsballade, mit jeweils exakt den richtigen Anteilen an Dramatik, Power, Melodie, Schmalz und einer stimmigen Instrumentierung. Sie erfindet das Genre nicht neu, sticht aber selbst in der diesjährige Balladensee positiv hervor – auch aufgrund Valentinas stimmlicher Leistung, zwischen Stärke und Verletzlichkeit genau den richtigen Punkt treffend.

Valentina Monetta – Crisalide (San Marino) 2013 Eurovision Song Contest Official Video

Und ohne Pornozopf sieht Valentina sogar gut aus!

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San Marino: Valentina Monetta pullt eine Lena

Wie das sanmarinesische Fernsehen vor wenigen Minuten auf einer Pressekonferenz verkündete, wird Valentina Monetta auch in diesem Jahr die Miniaturrepublik vertreten. Ja, exakt: Cybersex-Valentina, die mit dem von Ralph Siegel geschriebenen Internettrashtitel ‘The Social Network Song (Oh oh uh oh oh)’ (formerly known as ‘Facebook uh oh oh’) letztes Jahr für europaweite Lachsalven und ein verdientes Ausscheiden im Semi sorgte. Und Onkel Ralph steht auch hinter ihrem diesjährigen Beitrag ‘Crisalide’, der laut eurovision.tv über “eine italophile Melodie” und “modernen Popsound in der Schlussminute” verfügen soll und der – anders als die Facebook-Gurke – speziell für Valentinas Stimme komponiert worden sei. Es gibt von dem Song, der erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werde, sowohl eine italienische wie auch eine englische Fassung. Welche davon in Malmö zum Einsatz kommen, war aus der Pressemeldung nicht zu entnehmen. Damit sind alle Hoffnungen, Lys Assia könnte mit ihrem in der Schweiz gescheiterten, ebenfalls von Siegel verfassten Trashknüller ‘All in your Head’ eventuell doch noch an den Start gehen, nämlich für San Marino, gescheitert. Immerhin, so viel zum Trost: Miss Assia wird dem Event in Schweden als Ehrengast beiwohnen – mittlerweile ein liebgewonnene Tradition. Vielleicht wird aus dem Trio San Marino / Siegel / Monetta ja eine eben solche?


More than just a Friend: Onkel Ralph und Valentina

Valentina und Ralph machen's noch mal gemeinsam für San Marino.

  • Erstaunlich, dass man gescheitere Konzepte freiwillig wiederholt... (62%, 76 Votes)
  • Super! Valentina ist eine gute Sängerin, mit einem passenden Song kann sie's schaffen! (25%, 31 Votes)
  • Schade, ich hatte auf Lys Assia gehofft! (13%, 15 Votes)

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Schamlippenlappen und Popos (ESC Semi 1 2012)

Logo ESC 2012 erstes Semi

Das gerontische Jahr

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen – und noch nicht ganz fertiggestellten – gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten.

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He wants you as a new Recruit: 2. Proben IL, SM, CY, DK

Und mit einer kleinen Horrorschau endet der nachmittägliche Überblick über den heutigen Probentag. Das bezieht sich im Falle Israels weniger auf den Song oder die Performance von ‘Time’, sondern auf deren Leadsänger Ran Shem-Tov. Für sein Äußeres kann der Mann ja nix, aber für seine sich im Interview mit dem eurovision.tv-Team zeigende Arroganz gegenüber den restlichen Festivalteilnehmern schon. Jesus, ist der Mann unsympathisch! Fast schon wieder lustig hingegen der zu Tode gelangweilte Gesichtsausdruck der Keyboarderin von Izabo, Shiri Hadar, bei der zweiten Kameraprobe. Dennoch ist die Nummer gut und gehört ins Finale.


Hat seine Hausaufgaben nicht gemacht: Ran (IL)

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iTrash: 1. Probe San Marino

Und hier ist er nun, der Beitrag, auf den wir uns doch alle heimlich gefreut haben: Ralph Siegels camptastischer Facebook-Song! Oh, sorry, darf ja nicht mehr so heißen – Schleichwerbung, Sie verstehen. Bitte? Warum dann das Apfellogo auf Frau Monettas Notebook nicht abgeklebt ist, das als Pièce de résistance bühnenmittig auf einen Plexiglasständer drapiert auf seinen Einsatz wartet? Tja, fragen Sie das mal die EBU! Eine siegeltypisch bunt zusammengewürfelte Truppe von fünf Backings begleitet Valentina, die outfittechnisch mit ihrem klassischen Hetenpornopferdeschwanz, Jeans, einem Drei-Euro-T-Shirt und Birkenstocksandalen glänzt. Sie tanzt mit den Backings, darunter eine Cheerleaderin mit Puscheln und eine Gitarristin 1, eine einigermaßen synchrone Choreografie – synchron bis auf den Typen in der weißen Hose, der keinen einzigen Schritt drauf hat. Stimmlich, auch wenn das im Probenvideo anders klingt, scheint sie aber nach übereinstimmenden Berichten aus Baku ihr Metier zu beherrschen. Und Ohrwurmqualität hat die Nummer, das muss man dem Mann, der die anschließende Pressekonferenz natürlich zu einer einzigen Ralph-Siegel-Show machte, lassen. Alles in allem ein klassischer Carcrash: und genau dafür liebe ich ja den Contest!


Auch hübsch: die Matrix-für-Grundschüler-Animation im Hintergrund!

Notes:

  1. Bitte? Wo in dem Song die Gitarre vorkommt? Fragen Sie das mal Ralph Siegel!

Are you ready for a little Chat?

Um wie vieles ärmer wäre unser Leben ohne Ralph Siegel? Mal ganz abgesehen von den wirklich guten Schlagern, die er in den Siebzigern komponierte und mit denen er sich ins popkulturelle Inventar der Bundesrepublik eingeschrieben hat: was der Mann in seinem so verzweifelt wie zwanghaft wirkenden Bemühen, ums Verrecken noch mal einen Eurovisionssieg hinzubekommen, an großer Unterhaltung liefert, ist unbezahlbar. Ich freue mich jede Saison aufs Neue auf die spannende Frage, welchen obskuren Ländern er diesmal eine seiner Songgurken für die Vorentscheidung andrehen konnte und ob er es mal wieder zum Wettbewerb (gar ins Finale?) schafft. Dass Ralph Siegel nicht nur unfreiwillig lustige Songs über Facebook schreibt, sondern auch selbst auf der Sabbelplattform aktiv ist, hatte nun höchst amüsante Folgen. Dort hinterließ er nämlich eine beleidigte Replik auf einen Verriss des Comedians Manuel Wolff über den ‘Social Network Song’. Was in einer epischen Dialog-Saga mündete, die Herr Wolff (mit zwei F!) hier sehr hübsch für uns zusammengefasst hat.


10 Minuten, die sich lohnen! (Jedenfalls, wenn man meinen Humor hat.)

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