Zypern 2020: Stan­ding naked

Seit ewi­gen Zei­ten bereits steht der deut­sche Sän­ger und The Voice-Teil­neh­mer Ales­san­dro Rüt­ten ali­as San­dro Nico­las als Ver­tre­ter Zyperns beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2020 fest. Auch, dass sein Bei­trag ‘Run­ning’ heißt, wis­sen wir schon län­ger. Heu­te nun, nur weni­ge Tage vor dem offi­zi­el­len Annah­me­schluss für Rot­ter­dam, durf­te die Öffent­lich­keit end­lich des Mach­werks gewahr wer­den. Lohn­te sich das lan­ge War­ten wenigs­tens? Naja. Das (seufz!) mid­tem­po­rä­re ‘Run­ning’ ver­fügt über einen ordent­li­chen Beat, ent­wi­ckelt aber kei­nen Schub. Dafür kommt die Num­mer über das Weg­lau­fen vor den inne­ren Dämo­nen zu düs­ter daher und kann sich auch nie so rich­tig zwi­schen Jam­mer­pop und Dance-Ban­ger ent­schei­den. Die ech­te Stim­me des fit­ten 23jährigen lässt sich unter den ein­ge­setz­ten Ton­nen an digi­ta­ler Schmin­ke kaum wie­der­erken­nen, so dass auch kei­ne wirk­li­che Ver­bin­dung zu sei­ner sehr per­sön­lich klin­gen­den Geschich­te ent­ste­hen will. “Stan­ding naked” ver­spricht er uns an einer Stel­le, und so sehr ich das aus opti­schen Grün­den begrü­ßen wür­de, so wenig füh­le ich das bezo­gen auf sein Lied, an dem neben dem Inter­pre­ten selbst auch der offen schwu­le aus­tra­li­sche Sin­ger-Song­wri­ter, Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­mer und The-Voice-Gewin­ner Alfie Arcu­ri mit­schrieb. Unterm Strich bleibt ‘Run­ning’ nett anzu­hö­ren­des Semi­fi­nal-Fut­ter, mehr nicht.

Und nett anzu­schau­en­des, natür­lich. Allei­ne für San­dros porn­ö­sen Ober­lip­pen­bart gibt es schon 12 Punk­te.

Can’t get him out of my Head: Geor­gi­en schickt Tor­ni­ke Kipi­a­ni nach Rot­ter­dam

Den Sil­ves­ter­abend 2019 wähl­te das geor­gi­sche Fern­se­hen als pro­mi­nen­ten Sen­de­platz für das Fina­le der aktu­el­len Staf­fel der Cas­ting­show Sakart­ve­los Varsk­v­la­vi, hier­zu­lan­de bekannt als DSDS. Span­nungs­arm ging die­se zu Ende: wie bereits in aus­nahms­los allen vor­an­ge­gan­ge­nen Run­den setz­te sich der 32jährige Tor­ni­ke Kipi­a­ni auch im Fina­le spie­lend gegen drei ver­blie­be­ne Konkurrent/innen durch und ver­tritt damit das Kau­ka­sus­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2020. Sein Bei­trag für Rot­ter­dam steht aller­dings noch nicht fest: die Show dien­te heu­er nur zur Ermitt­lung des Inter­pre­ten. Man lehnt sich aber nicht zu weit aus dem Fens­ter, wenn man spe­ku­liert, dass es laut und düs­ter wer­den dürf­te, denn hei­ser Gegröhl­tes ist die Spe­zia­li­tät von Kipi­a­ni. 2014 gewann er bereits die geor­gi­sche Aus­ga­be der Kon­kur­renz­cas­ting­show X‑Factor, unter ande­rem mit einer bizar­ren, mari­lyn­man­so­nes­ken Neu­be­ar­bei­tung von Kylie Mino­gues fabel­haf­tem Pop-Ban­ger ‘Can’t get you out of my Head’. 2017 ver­such­te er es beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid und schaff­te damit zumin­dest eine “beson­ders loben­de Erwäh­nung” in die­sem Blog” für sei­nen “auf ange­neh­me Art und Wei­se ver­stö­ren­den Auf­tritt” mit einem iro­nisch beti­tel­ten, aggres­siv mono­to­nen Tech­no­t­rack.

Das per­fek­te Sound­bett für ein dro­gen­um­ne­bel­tes Aben­teu­er in einem ver­siff­ten Ber­li­ner Fetisch­club. Und der per­fek­te Part­ner dafür gleich dazu: Tor­ni­ke mit sei­nem VE-Bei­trag von 2017.

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