EMA 2020: Teu­fels Werk und Got­tes Bei­trag

Gäbe es einen Wett­be­werb um das absur­des­te Vor­ent­schei­dungs­for­mat zum Euro­vi­si­on Song Con­test, dann spiel­te die Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja (EMA) wohl um den Sieg mit. 12 Acts ver­sam­mel­te das slo­we­ni­sche Fern­se­hen RTV SLO ges­tern Abend in Ljub­l­ja­na, von denen sich zehn die Mühen streng­ge­nom­men von vor­ne her­ein hät­ten spa­ren kön­nen. Denn nach­dem alle 12 gesun­gen hat­ten, tag­te eine reiz­voll um eine rie­si­ge Schüs­sel Mini-Dick­manns dra­pier­te Jury, bestehend aus drei Genera­tio­nen slo­we­ni­scher Euro­vi­si­ons­di­ven, nament­lich Dar­ja Šva­j­ger, Nuša Deren­da und Maja Keuc. Und die schick­ten zehn von ihnen gleich wie­der nach Hau­se, dar­un­ter alles auch nur annä­hernd Aus­sichts­rei­che sowie die zwei in einem wochen­lang zele­brier­ten Nach­wuchs­wett­be­werb namens EMA Freš Aus­ge­wähl­ten. Ledig­lich zwei Songs ließ man dem Publi­kum gnä­dig zur Abstim­mung übrig: eine blas­se Bal­la­de sowie… eine noch blas­se­re Bal­la­de. Mit einem dia­bo­li­schen Abstand von 666 Anru­fen ent­schie­den sich die Slowen:innen dann immer­hin für das etwas weni­ger drö­ge der bei­den inhalts­glei­chen Ange­bo­te, näm­lich das von der anämi­schen Inter­pre­tin Ana Soklič mit­kom­po­nier­te ‘Voda’ (‘Was­ser’). Das kann näm­lich zumin­dest mit einem ansatz­wei­se dra­ma­ti­schen Refrain punk­ten, der die Zuschauer:innen nach einer lei­der andert­halb Minu­ten andau­ern­den, koma­in­du­zie­ren­den Weg­fin­dung wie­der aus dem Tief­schlaf reißt.

Rief panisch den Erlö­ser an, als sie erfuhr, dass sie mit den Stim­men des Teu­fels gewann: Ana Soklič.

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Beo­vi­zi­ja 2019: Das schlägt dem Fass die Kro­ne ins Gesicht

Neben Nord­ma­ze­do­ni­en, Russ­land, San Mari­no und Ungarn schickt nun auch Ser­bi­en eine Rück­keh­re­rin zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 nach Tel Aviv: bereits vor sechs Jah­ren stand Neve­na Božo­vić in Mal­mö auf den Bret­tern, die die Welt bedeu­ten; sei­ner­zeit als Teil des unmit­tel­bar nach dem Wett­be­werb wie­der auf­ge­lös­ten Trash-Tri­os Moje 3 mit ihrer Alle-mei­ne-Ent­chen-Melo­die ‘Lju­bav je svu­da’, das ver­mut­lich auch dank der grau­sam ent­stel­len­den Kla­mot­ten­wahl der drei ser­bi­schen Lieb­chen im Semi­fi­na­le aus­schied. Modisch hat sich die erschre­ckend dün­ne Neve­na, die zur Sicher­heit stets eine gan­ze Bat­te­rie von Vomi­tier­spa­teln am Arm und um den Hals mit sich führt, um bei buli­mi­schen Fress­an­fäl­len sofort gegen­steu­ern zu kön­nen, zwi­schen­zeit­lich wei­ter­ent­wi­ckelt. Auch musi­ka­lisch kommt sie 2019 anders daher: ihre selbst geschrie­be­ne, für mei­ne Ohren aller­dings selt­sam blut­lee­re und sakri­leg­haft mit eng­li­schen Text­ein­spreng­seln ver­se­he­ne Bal­kan­bal­la­de ‘Kru­na’ (‘Kro­ne’) ver­moch­te im gest­ri­gen Fina­le der Beo­vi­zi­ja die Juror/innen über­zeu­gen, die sie mit deut­li­chem Punk­te­vor­sprung an die Spit­ze wähl­ten. Beim hei­mi­schen Publi­kum lan­de­te Frau Božo­vić hin­ge­gen nur auf dem drit­ten Rang.

Von der Jury zur Köni­gin gekrönt: Neve­na.

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