Schlagwort-Archiv: Schweden

Bei jedem Kuss (Finale 2013)

Eurovision Song Contest 2013 LogoNun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter – im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften Einspieler von Sarah Dawn Finer als Lynda Woodruff, Moderatorin Petra Mede selbst oder der zum Brüllen komische Kurzauftritt der Eurovisionslegende Carola, die sich als Part des Interval Acts von ihrem Markenzeichen, der Windmaschine, zu ‘Fångad av en Stormvind’ von der Bühne pusten ließ. Und damit auch bei mir, einem bekennenden Carola-Hasser, Coolnesspunkte erwarb. 

Eurovision 2013 Grand Final – Interval Act (Sweden)

Kann ich gar nicht oft genug sehen: der Fall der Schlagerhexe (bei 4:45 Min.)

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Christer füttert die skandinavische Liebe: die Startreihenfolge fürs Finale 2013

“Beschwert Euch nicht, Norwegen ist noch teurer” – dieser im ersten Semi noch scherzhaft als Motto-Entwurf anstelle von We are One vorgestellte Slogan könnte 2014 erneut bittere Wahrheit werden. Die EBU gab heute Nacht die handgepflückte Startreihenfolge für das samstägliche Finale bekannt. Und es sieht bestens aus für Margaret Berger: mit Position 24 erwischte sie einen deutlich besseren Startplatz als Hauptkonkurrentin Emmelie de Forest (#18). Cascada müssen von Position 11 aus ran – zwar sehr schön zwischen zwei staubigen Superlangweilern (Russland und Armenien) geparkt, was ‘Glorious’ nur um so heutiger und frischer aussehen lässt, dennoch kein all zu erfolgversprechender Startplatz. Auf einen hinteren Rang dürfen sich leider die Niederländer schon mal einstellen: das sperrig-düstere ‘Birds’ folgt auf Armenien – da ist das Zuschauerkoma garantiert. Wenn diese nicht im ersten Drittel schon wegdämmern, wo sich die lahmeren Titel ziemlich ballen. Kleiner Vorteil für Krista Siegfrids und das Team Ding Dong (#4), so ziemlich der einzige flotte Titel der ersten halben Stunde.

Margaret Berger – I Feed You My Love (Norway) – LIVE – 2013 Semi-Final (2)

Vereint die beiden Hauptthemen 2013: dralle Formen & Dubstep

ESC Finale 2013

Eurovision Song Contest 2013 - Finale. Samstag, 18. Mai 2013, aus der Malmö Arena in Malmö, Schweden. 26 Teilnehmer, Moderation: Petra Mede.
#
LK
Interpret
Titel
Pkt
gs
Pl
gs
Pkt
TV
Pl
TV
01FRAmandine BourgeoisL'Enfer et moi01423
02LTAndrius PojavisSomething01722
03MDAliona MoonO Mie07111
04FIKrista SiegfridsMarry me01324
05ESESDMContigo hasta el Final00825
06BERoberto BellarosaLove kills07112
07EEBirgit ŐigemeelEt uus saaks alguse01920
08BYAlyona LanskayaSolayoh04816
09MTGianluca BezzinaTomorrow12008
10RUDina GaripovaWhat if17405
11DECascadaGlorious01821
12AMDoriansLonely Planet04118
13NLAnouk TeuuweBirds11409
14ROCezar OuatuIt's my Life06513
15UKBonnie TylerBelieve in me02319
16SERobin StjernbergYou06214
17HUByeAlexKedvesem08410
18DKEmmelie de ForestOnly Teardrops28101
19ISEyþór Ingi GunnlaugssonÉg á Líf04717
20AZFarid MammedovHold me23402
21GRKoza Mostra + Agathonas IakovidisAlcohol is free15206
22UAZlata OgnevichGravity21403
23ITMarco MengoniL'Essenziale12607
24NOMargaret BergerI feed you my Love19104
25GESopho Gelovani + Nodiko TatishviliWaterfall05015
26IERyan DolanOnly Love survives00526

Carola gibt den Pausenclown im Finale

Als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass das schwedische Fernsehen SVT die Vorjahressiegerin Loreen als Pausenact bereits der ersten Qualifikationsrunde verheizt, schossen die Spekulationen ins Kraut: mit welchem Sensationsact kann SVT da für das Finale aufwarten, dass man dafür sogar die aktuelle Throninhaberin in die Vorrunde abschiebt? Sollten sich die Gerüchte um eine Abba-Reunion doch bewahrheiten? Nein, wie wir seit heute wissen: wie escxtra unter Bezugnahme auf eine SVT-Mitteilung berichtet, heißt der Pausenclown für das samstägliche Finale Carola Häggkvist. Die dreimalige schwedische Teilnehmerin und in gewissen Fankreisen als Eurovisionsheilige verehrte (in anderen Fankreisen als Schlagerhexe gehandelte) Sängerin sei in den Worten von Christer Björkman Star eines Einspielers, in dem sie “singt, tanzt und lustig ist. Es basiert auf Humor und sie ist Teil eines größeren Ganzen. Es dreht sich alles um Schweden und die schwedische Kultur”. Da können wir ja mal gespannt sein! Für den Humor sorgt bekanntermaßen auch Sarah Dawn Finer in ihrer Paraderolle als Lynda Woodruff, und da freue ich mich ehrlich gesagt mehr drauf. Den Part des Green-Room-Reporters übernimmt diesmal ‘Manboy’ Eric Saade. Da sollte die aserbaidschanische Delegation lieber gut auf ihre Plexiglasbox aufpassen!

Carola – Främling – 30 år @Melodifestivalen 2013 Friends Arena [HD]

Königin der Windmaschine: Carola

Carola als Pausenact im Finale. Freust Du Dich drauf?

  • Oh nein! Kann man der Hexe denn gar nicht entgehen? (49%, 51 Votes)
  • Mal schauen. Wenn sie sich selbst auf die Schippe nimmt, wird's vielleicht gut. (33%, 35 Votes)
  • Und wie. Es gibt keine Größere als sie! (18%, 19 Votes)

Total Voters: 105

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Abba-Reunion beim ESC in Malmö?

Es ist der feuchte Traum vieler Fans der wichtigsten Band der Popgeschichte und der bis heute beliebtesten Eurovisionssieger: ein Auftritt von Abba in der Originalbesetzung. Bislang scheiterte das vor allem an Ihrer Hoheit Agnetha, der Marlene Dietrich des Pop, die sich lange Zeit ins Privatleben zurückgezogen hatte. Nun bringt die 63jährige ein neues Soloalbum (“A”) heraus, das gerade mal zehn Tage vor dem Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests in Malmö erscheint. Und wen beauftragte das schwedische Fernsehen mit der Eröffnungsmusik für nämliches Malmöer Eurovisionsfinale? Exakt: ihre alten Wegbegleiter Björn & Benny! Ein Zufall? Nun befeuert das Zeit-Magazin die Fan-Hysterie mit einem Zitat aus dem Munde Agnethas, die auf die wohl unvermeidliche Interviewfrage nach einer Abba-Reunion antwortete: „Vielleicht ein Konzert für einen wohltätigen Zweck? Ich würde jedenfalls nicht von vorneherein Nein sagen“. Nun ist der Song Contest schwerlich eine Benefiz-Veranstaltung, aber das Timing wäre natürlich perfekt. Und die Sensation auch.

No More Fu*king ABBA – Priscilla Queen Of The Desert Mix with Dibble S Karr

Zitate aus meinem Lieblingsfilm, beginnend mit meinem Abba-Lieblingssong

Würdest Du Dich über eine Abba-Reunion beim ESC freuen?

  • Was für eine Frage: und wie! Das wäre wirklich ein Traum! (56%, 100 Votes)
  • Das wird niemals geschehen, also wozu die Aufregung? (20%, 36 Votes)
  • Bitte nicht! Damit würden sie nur ihren Mythos zerstören! (14%, 25 Votes)
  • Hmpf. Immerhin hätten wir's dann wenigstens hinter uns. (10%, 18 Votes)

Total Voters: 179

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Christer liebt Christen und schlachtet Siegel

Vor wenigen Minuten präsentierte die EBU die heiß erwartete, von den schwedischen Showproduzenten handgefertigte Startreihenfolge für die beiden Semis am 14. und 16. Mai. Und sie wartet mit einigen Überraschungen auf. Stand eigentlich zu erwarten, dass die Sendungen im Hinblick auf die Verbesserung der Songdramaturgie (was ja als Begründung für den Wegfall des bisherigen Losverfahrens herhalten musste) jeweils mit einem Knallertitel eröffnen und beschließen, so hielt sich Christer Björkman lediglich beim letzten Beitrag im ersten Semi an diese goldene Regel. Und geht dabei sogar noch ein Risiko ein, denn wenn die 3 serbischen Engel ihr ‘Ljubav je svuda’ genau so grottig performen wie in der Vorentscheidung, bleibt ein Carcrash als letzter Eindruck. Der ist im zweiten Semi mit dem rumänischen Graf Zahl und seinem ‘It’s my Life’ als Finaltitel sogar schon fest eingeplant.


Der Grand Prix ist halt doch ein Kuriositätenkabinett, so die schwedische Botschaft

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Prognose 2013: Welch ein Jahr! Was für Lieder!

Nach dem mit der gestrigen Entscheidung in Moldawien nun alle Titel der beiden Qualifikationsrunden feststehen (derzeit fehlt nur noch der italienische Beitrag für Malmö), ist es nunmehr höchste Zeit für die erste Prognose. Natürlich kennen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle finalen Songabmischungen, von den Choreografien und Kostümen für Malmö ganz zu schweigen. Und auch die exakte Auftrittsreihenfolge soll laut Tweets aus EBU-Kreisen frühestens Anfang April feststehen, wenn die genauen Anforderungen der Teilnehmerländer hinsichtlich zusätzlicher Bühnenausstattung bekannt sind. Beziehungsweise wenn Christer Björkman alle Bestechungsgeschenke der nationalen Delegationen einsammeln konnte. Das soll uns aber nicht abhalten, schon mal die ersten Mutmaßungen abzugeben, wer es ins Finale schaffen könnte und wer nicht. Denn spekulieren macht Spaß!

Margaret Berger – I Feed You My Love (Norway) 2013 Eurovision Song Contest

Gelingt es ihr, uns ihre Liebe in den Hals zu rammen? (NO)

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Jurys würgen Schweden einen jaulenden Hamster rein

Einen mehr als passenden Abschluss fand gestern Abend das schwedische Melodifestivalen, einstmals die beliebteste und wichtigste Vorentscheidung Europas. In diesem Jahr, ausgerechnet nach Loreens Sieg, hatte es der MF-Verantwortliche Christer Björkman ja bereits fertig gebracht, unter den 32 Vorrundenbeiträgen bestenfalls zwei bis drei annehmbare Songs unterzubringen, die es natürlich allesamt nicht ins gestrige Finale schafften. Dort entschieden sich die elf internationalen Juroren mehrheitlich zielstrebig für den langweiligsten und schlechtesten Song nicht nur des MF-Tableaus, sondern auch des gesamten Eurovisionsjahrgangs (was angesichts des miserablen Gesamtniveaus 2013 schon etwas heißen will). ‘You’ verfügt weder über einen erkennbaren Refrain noch eine wahrnehmbare Melodie, ist weder richtig Uptempo noch balladesk: es ist ein Nichts von einem Popsong, röchelnd und quiekend vorgetragen von einem hamsterbackigen Jüngling mit der Ausstrahlung einer Scheibe Buttertoast namens Robin Stjernberg (in schwedischer Aussprache allerdings eher “Robin Fembot”, was auch irgendwie passt).

[WINNER] Eurovision 2013 Sweden: Robin Stjernberg – You (LIVE AT NATIONAL FINAL)

Und die Klamotten erst! Wie eine singende Leberwurst!

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Vierter Supersamstag: The Party’s over now

Welch ein Blutbad am gestrigen Supersamstag! Im letzten Semifinale des schwedischen Melodifestivalen fielen gleich zwei Ikonen glorreicher vergangener Tage der mangelnden Sentimentalität heutiger Voter und Juroren zum Opfer: der einstmals europaweit erfolgreiche Siebzigerjahre-Schlagerstar Sylvia Vrethammar (‘Eviva España’) mit ihrer ‘Trivialitet’ sowie die Neunzigerjahre-Eurotrash-Helden Army of Lovers (‘Crucified’), die sich in Originalbesetzung wieder zusammengefunden hatten. Sie lieferten mit ‘Rockin’ the Ride’ exakt das ab, was ihnen in alten, besseren Zeiten die Liebe einer ganzen Armee an Fans sicherte: eine simple Ohrwurmmelodie, straighte Dancebeats, einen von all zu viel inhaltlicher Tiefe befreiten, repetitiven Text und eine hochgradig campe Show mit sehr viel blanker Haut. Ob ihr schockierender sechster Platz dem Umstand geschuldet ist, dass Pierre Bardaa, der bis auf eine swarowskisteinbesetzte, hautfarbene Inkontinenzwindel und ein Paar silberne Nippelsterne nackt über die Bühne stolzierte, auch nicht mehr der Frischste ist – oder doch eher der Unbeliebtheit von La Camilla, der eine Affäre mit König Carl Gustaf nachgesagt wird, im Volk?

Army Of Lovers – Rockin' the Ride (Melodifestivalen 2013)

So camp wie ein Zeltlager: Army of Lovers

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Dritter Supersamstag: Dieter Bohlen braucht ein Alibi

Ich weiß, ich klinge wie eine kaputte Schallplatte mit einem Sprung, aber: kann bitte irgendjemand mal die Schweden kollektiv entmündigen? Was die da gestern bei der dritten Vorrunde des Melodifestivalen wieder zusammenwählten, schlägt nun wirklich dem Faß die Krone ins Gesicht! Einen ausgelutschten amerikanischen Softrock-Formatradio-Langweiler-Song und einen ‘riktig jävla Schlager’, vorgetragen von einem Alte-Herren-Trio unter Beteiligung von Tommy Körberg (SE 1988 und damals schon zum Wegdämmern) pickten sie für das Finale. Auf der Strecke blieb hingegen der superniedliche Eddie Razaz, der mit dem G:son-Beitrag ‘Alibi’ die bewährte Danny-Saucedo-Eric-Saade-Formel bediente: extrem eingängiger Discoschlager mit klassischem Formationstanz und Chorgesang vom Band.

Eddie Razaz – Alibi (Melodifestivalen 2013)

Seven Degrees, he’s down on his Knees (a lot, obviously)

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Zweiter Supersamstag: Toter Fisch nach Hausfrauenart

Es klang nach einem Konzept, bei dem jeder aufrechte Schlagerfan schon im Vorfeld ein feuchtes Höschen kriegt: die Melodifestival-erfahrenen Schlagerdiven Hanna Hedlund, Pernilla Wahlgren und Jenny Silver (‘Something in your Eyes’) als Trio. Unter dem rundweg fabelhaften Namen Swedish House Wives, ein perfektes Wortspiel aus der angesagten Dancecombo Swedish House Mafia und der US-Kultserie Desperate Housewives. Mit einem vom Frederik Kempe Thomas G:son geschriebenen, dancebeatgetriebenen Schwedenschlager namens ‘On Top of the World’. Dazu eine beleuchtete Showtreppe, Goldlamé-Glitzerkostümchen und eine simple Choreografie. Und dennoch scheiterte die Nummer beim gestrigen zweiten MF-Semi und schaffte es noch nicht mal in die Trostrunde. Woran lag es? Am schmerzlichen Fehlen der für solche Beiträge eigentlich unverzichtbaren Rückung? An der gewohnten Geschmacksgestörtheit der Schweden, denen ja schon lange das Wahlrecht bei Musikwettbewerben entzogen gehört? Nein, nichts von alledem: das altbackene Eurovisionsrezept zündete einfach nicht, wirkte zu ausgelutscht und routiniert. Da sind wir spätestens seit ‘Euphoria’ dann doch einen Schritt weiter.

Swedish House Wives – On Top Of The World (Melodifestivalen 2013)

Einmal wie immer: Schwedenkost von der Stange

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