Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hat­te die EBU in die­sem Jahr eigens erneut das Aus­zäh­lungs­ver­fah­ren geän­dert, um die Sache span­nen­der zu gestal­ten. Und doch trat die lang­wei­ligs­te aller mög­li­cher Optio­nen ein: wie bereits seit Mona­ten von allen Wett­bü­ros eisern vor­her­ge­sagt, gewann heu­te Nacht der Nie­der­län­der Dun­can Lau­rence den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Der 24jährige Musi­ker ver­ein­te die in die­sem Jahr augen­schein­lich wich­tigs­ten Eigen­schaf­ten für eine erfolg­rei­che Grand-Prix-Teil­nah­me: er ist männ­lich, voll­bär­tig, gut­aus­se­hend und er jaul­te wei­te Tei­le sei­ner gefühl­vol­len Kla­vier­bal­la­de ‘Arca­de’ in Fal­sett­stim­me. Sein Lied han­delt dem rei­nen Text nach von einer unglück­li­chen Bezie­hung, die der Prot­ago­nist nicht been­den kann, weil er süch­tig nach ihr ist; nach der Aus­sa­ge des Inter­pre­ten jedoch betraue­re er den Ver­lust einer gelieb­ten Per­son. Eben­so zwie­späl­tig wie die Lyrics gestal­te­te sich auch Dun­cans Sieg, der mich genau­so rat­los und unbe­frie­digt zurück­lässt wie zuletzt der von Ell & Nik­ki in Düs­sel­dorf und der streng­ge­nom­men auch gar kei­ner war: sowohl beim Publi­kum als auch bei den Jurys lag in der Abstim­mung jeweils ein ande­rer Act vor­ne, der apar­te Hol­län­der gewann ein­zig auf­grund der mas­si­ven Unei­nig­keit der “pro­fes­sio­nel­len” Voter mit den Zuschauer/innen und konn­te sich als jeweils Dritt- bzw. Zweit­plat­zier­ter kumu­liert einen aus­ge­spro­chen schä­bi­gen Gesamt­sieg erschlei­chen.

Dun­can bei der Sie­ger­re­pri­se, die gleich viel bes­ser wirk­te als sei­ne Wett­be­werbsper­for­mance, wo er ver­krampft wie ein ver­bo­ge­ner Klei­der­ha­ken hin­ter dem Pia­no saß.

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2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madon­na wird am Sams­tag im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 auf­tre­ten. Die seit Mona­ten als Gerücht gestreu­te, in den letz­ten Tagen mit einem ent­we­der unnö­ti­gen oder gefak­ten Dra­ma um nicht unter­schrie­be­ne Ver­trä­ge gehyp­te und ges­tern bestä­tig­te Nach­richt, dass die EBU der ame­ri­ka­ni­schen Groß­mutter des Pop, die hier­für sogar noch eine von einem israe­li­schen Indus­tri­el­len finan­zier­te Mil­lio­nen­ga­ge ein­streicht, in der zuschau­er­stärks­ten TV-Show der Welt kos­ten­los die Mög­lich­keit zur Bewer­bung ihres neu­es­ten Albums ein­räumt, nahm am gest­ri­gen Don­ners­tag­abend gefühlt ein Vier­tel der Sen­de­zeit, min­des­tens jedoch der Mode­ra­ti­on ein und degra­dier­te die acht­zehn im Kampf um den Final­ein­zug ange­tre­te­nen Acts zur blo­ßen Staf­fa­ge. Ver­traut die EBU der Strahl­kraft ihrer eige­nen Vor­zei­ge­sen­dung mitt­ler­wei­le so wenig, dass sie glaubt, die­ses erbärm­li­che Spiel mit­ma­chen zu müs­sen? Gut, der musi­ka­li­sche Anspruch des zwei­ten Semi­fi­na­les, in dem sich zwar alle nicht fix fürs Fina­le gesetz­ten Buch­ma­cher-Favo­ri­ten tum­mel­ten, das aber größ­ten­teils durch glatt­po­lier­te, main­strea­m­i­ge Lan­ge­wei­le glänz­te, ließ einen ein Stück weit nach­voll­zie­hen, war­um man sich sei­tens des Sen­ders KAN so auf das Drum­her­um kapri­zier­te.

Die dür­fen das: der Pau­se­nact Shal­va mit einem wun­der­bar herz­er­wär­men­den Kitsch­stück.

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Rank & File 2019: Platz 17 – She got me

Das am schlech­tes­ten gehü­te­te Geheim­nis der dies­jäh­ri­gen Vor­ent­schei­dungs­sai­son war wohl die Direkt­no­mi­nie­rung des ehe­ma­li­gen DSDS-Sie­gers Luca Hän­ni für die Eid­ge­nos­sen­schaft. Im Land des Käse­fon­du­es konn­ten die Fans kaum an sich hal­ten vor Ver­zü­ckung, und das ist ja auch ver­ständ­lich.

Platz 17: Schweiz – Luca Hän­ni – She got me (Sie bringt mich dazu)

Der Ber­ner Twink sieht näm­lich ganz nied­lich aus, kann zuge­ge­be­ner­ma­ßen ganz gut sin­gen und her­vor­ra­gend tan­zen. Und er neigt zum frei­en Ober­kör­per, um den Rest der Welt am Ergeb­nis sei­nes regel­mä­ßi­gen Work­outs teil­ha­ben zu las­sen. Sein Song ist für Schwei­zer Ver­hält­nis­se über­ra­schend uptem­po­rär und mil­de mit­rei­ßend. Wie sein offen­sicht­li­ches Vor­bild ‘Fue­go’ bie­tet auch Lucas Lied Raum für eine spek­ta­ku­lä­re Hoch­leis­tungs­cho­reo­gra­phie (hur­ra!), wenn­gleich man­gels Mas­se mit deut­lich weni­ger wehen­dem Haupt­haar. Hän­ni scheint Pro­fi genug, um den Spa­gat zwi­schen anstren­gen­dem Tan­zen und schwer­at­mungs­frei­em Gesang hin­zu­be­kom­men. So weit, so gut. Den­noch bleibt für das behaup­te­te “Dir­ty Dan­cing” ein leich­tes Glaub­wür­dig­keits­pro­blem, denn im bes­ten Sin­ne schmut­zig wirkt das alles nicht. Es fällt schwer, sich den Prot­ago­nis­ten bei einer schweiß­trei­ben­de­ren Akti­on als dem Ober­kör­per­trai­ning vor­zu­stel­len oder bei einer anrü­chi­ge­ren Tätig­keit als dem Geld­zäh­len. Als Latin Lover befin­det er sich in etwa auf dem glei­chen Kre­di­bi­li­täts­le­vel wie DJ Bobo als Hip-Hop­per. Des­sen­un­ge­ach­tet zählt ‘She got me’ zu den unter­halt­sa­me­ren Bei­trä­gen die­ses Jahr­gangs und zu den bes­se­ren Ver­su­chen der Eid­ge­nos­sen.

Zu viel Tex­til: die Büh­nen­show wird hof­fent­lich etwas frei­zü­gi­ger als der offi­zi­el­le Video­clip.

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Schweiz 2019: die Kalbs­ha­xe Flo­ri­da

Ceci n’est pas le Mer © Luca Hän­ni

Dass das sin­gen­de Form­fleisch­schnit­zel Luca Hän­ni die Eid­ge­nos­sen beim ESC 2019 in Tel Aviv ver­tritt, geis­ter­te bereits seit einem gefühl­ten hal­ben Jahr durch die Grand-Prix-Gerüch­te­kü­che. Die Ex-Prin­zen haben den bis­he­ri­gen musi­ka­li­schen Wer­de­gang des gebür­ti­gen Ber­ners vom DSDS-Sieg 2012 inklu­si­ve der übli­chen Halb­werts­zeit mit ste­tig sin­ken­den Plat­ten­ver­käu­fen bis zu sei­nem letzt­jäh­ri­gen Come­back­ver­such als Schla­ger­sän­ger sehr schön zusam­men­ge­fasst und anspre­chend bebil­dert. Was sich in Lucas Fall beson­ders lohnt, neigt der durch­trai­nier­te Twink doch dazu, sich bei jeder Gele­gen­heit aus­zu­zie­hen, was natür­lich nur begrüsst wer­den kann! Bedau­er­li­cher­wei­se zeigt er sich jedoch aus­ge­rech­net im heu­te Abend vom SRF ver­öf­fent­lich­ten Video­clip sei­nes Euro­vi­si­ons­bei­trags ‘She got me’ gera­de­zu hoch­ge­schlos­sen, was den Genuss des gewis­ser­ma­ßen auf Trink­stär­ke her­ab­ge­setz­ten ‘Des­pa­ci­to’-Abklat­sches, an dem neben den schwe­di­schen Häll­gren-Brü­dern auch die Kana­die­rin Lau­rell Bar­ker (‘Sis­ters’) kom­po­si­to­risch betei­ligt ist, ein wenig min­dert. Wenn auch nicht all zu sehr: zumin­dest die ers­ten zwei­ein­halb Minu­ten unter­hält die lati­no-fla­vo­ri­sier­te Uptem­po­num­mer ziem­lich gut, dann ver­fällt sie ein biss­chen ins Repe­ti­ti­ve.

Eigent­lich besteht der Refrain aus­schließ­lich aus den Wor­ten “Dir­ty Dan­cing”. So lau­te­te wohl auch der Arbeits­ti­tel des Songs. Befürch­te­te man Copy­right-Kla­gen?

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Slo­gan ESC 2019 © EBU

Ech­te Euro­vi­si­ons­fans befin­den sich – getreu des Mot­tos: nach dem ESC ist vor dem ESC – bereits seit ver­gan­ge­nem Mai gedank­lich im Jahr 2019. Seit heu­te stimmt dann auch der offi­zi­el­le Kalen­der wie­der mit dem Emp­fin­den über­ein. Höchs­te Zeit also für einen Über­blick über die Gescheh­nis­se in den 42 in Tel Aviv teil­neh­men­den Natio­nen, die mir in den letz­ten Wochen durch­ge­rutscht sind. Dabei scheint, dass das gackern­de Huhn vom letz­ten Jahr so manch ande­res lus­ti­ges Getier inspi­rier­te: dabei sind unter ande­rem sin­gen­de Kat­zen und iro­ni­sche Hyä­nen.  Den Auf­takt aber macht eine hal­be Göt­tin. Sagt sie zumin­dest von sich selbst. Sie, das ist die ehe­ma­li­ge X-Fac­tor-Zwei­te Srbuhi Sargsi­an, bes­ser bekannt unter ihrem Künst­le­rin­nen­na­men Srbuk. Die 24jährige wur­de von ArmTV als Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­tin nomi­niert. Nun sucht der arme­ni­sche Sen­der noch ein pas­sen­des Lied, bis zum 10. Janu­ar nimmt man in Jere­wan noch Kom­po­si­tio­nen ent­ge­gen. Dabei hät­te die 24jährige mit ihrer erst im Novem­ber 2018 ver­öf­fent­li­chen Sin­gle ‘Half a Godess’ doch sogar einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Titel am Start. Die Ent­schei­dung über den Bei­trag soll eben­falls intern fal­len.

Halb­göt­tin Srbuk mit ihrer aktu­el­len Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

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Som­mer­loch-News: “DJ Bobo ist die här­tes­te Sau”

Don’t mess with the Bobo!

Wäh­rend das unter Spar­zwang ste­hen­de Schwei­zer Fern­se­hen gera­de die TV-Ent­schei­dungs­show streicht, erfährt einer der glück­lo­ses­ten hel­ve­ti­schen Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter ein über­ra­schen­des sub­kul­tu­rel­les Come­back: in den Stra­ßen mei­ner Hei­mat­stadt Frank­furt am Main ver­zie­ren seit eini­ger Zeit Auf­kle­ber der vir­tu­el­len DJ Bobo Ultras Later­nen­pfäh­le, Strom­käs­ten und U-Bahn-Abgän­ge. In einem Inter­view mit der Frank­fur­ter Neu­en Pres­se erläu­ter­te der hin­ter der Akti­on ste­cken­den Street-Art-Künst­ler Mine heu­te sei­ne Beweg­grün­de: “Bobo ist der letz­te Über­le­ben­de, die här­tes­te Sau der gan­zen Euro­dance-Trash-Musi­ker von damals”. Und tat­säch­lich tourt der Schwei­zer Künst­ler, der beim ESC 2007 in Hel­sin­ki mit ‘Vam­pi­res are ali­ve’ und sei­nem Aus­schei­den im Semi­fi­na­le den viel­leicht spek­ta­ku­lärs­ten Favo­ri­ten­sturz aller Zei­ten hin­leg­te, aber den­noch erst kürz­lich sein 25jähriges Büh­nen­ju­bi­lä­um fei­er­te, noch immer flei­ßig durch die Lan­de.

In der Stu­dio­ver­si­on ein süf­fi­ger Euro­dance-Schla­ger: DJ Bobos Grand-Prix-Bei­trag litt live unter der atem­be­rau­ben­den Cho­reo­gra­fie und der ver­ma­le­dei­ten → Sechs-Per­so­nen-Regel.

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Schwei­zer Fern­se­hen streicht die Ent­schei­dungs­show

Nach dem Aus­schei­den der schwei­ze­ri­schen ESC-Ver­tre­ter Zibbz im ers­ten Semi­fi­na­le 2018 schraubt der ver­ant­wort­li­che Sen­der SRF wei­ter am Vor­auswahl­ver­fah­ren für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Wie das hel­ve­ti­sche Fern­se­hen heu­te bekannt gab, ori­en­tiert man sich am erfolg­rei­chen Kon­zept des NDR und bedient sich eines ein­hun­dert­köp­fi­gen Zuschau­er­pa­nels sowie einer inter­na­tio­na­len Fach­ju­ry aus 20 ehe­ma­li­gen ESC-Teil­neh­mer/in­nen oder -Juror/innen. Die­se wäh­len – wie in Deutsch­land – in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren aus den vor­se­lek­tier­ten Bewer­bun­gen den eid­ge­nös­si­schen Reprä­sen­tan­ten für Isra­el. Der SRF behält sich inner­halb des Ver­fah­rens die Ver­ga­be zusätz­li­cher Wild­cards vor, die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung liegt aller­dings aus­schließ­lich bei den bei­den Panels, für deren Zusam­men­stel­lung der Sen­der mit dem deut­schen Unter­neh­men diga­me zusam­men­ar­bei­tet, das auch die deut­schen Jurys orga­ni­siert. Bewer­bun­gen für das Fan-Panel sind ab Ende August 2018 mög­lich, poten­ti­el­le Songs kön­nen im Sep­tem­ber 2018 ein­ge­reicht wer­den.

Schon deut­lich bes­ser als der Schwei­zer Durch­schnitt, aber nicht stark genug fürs Fina­le: für die Zibbz war in Lis­sa­bon im Semi Schluss.

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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Gan­ze 53 Jah­re muss­te das klei­ne, geo­gra­fisch etwas rand­stän­di­ge und kul­tu­rell auf euro­päi­scher Ebe­ne nicht unbe­dingt mas­sen­kom­pa­ti­ble Por­tu­gal von sei­ner Erst­teil­nah­me im Jah­re 1964 bis zu sei­nem Euro­vi­si­ons­sieg 2017 war­ten. Ein ver­schro­be­ner Bar­de namens Sal­va­dor Sobral hol­te bekannt­lich den Pott und die Gast­ge­ber­schaft nach Lis­sa­bon, mit einer inti­men, aus der Zeit gefal­le­nen Tren­nungs­schmerz­bal­la­de in sei­ner Mut­ter­spra­che. Mit “Musik, die wirk­lich etwas aus­drückt”, wie es der lebens­be­droh­lich erkrank­te Adels­spross, dem es nach einer Herz­trans­plan­ta­ti­on mitt­ler­wei­le wie­der bes­ser geht, im Über­schwang sei­ner Sie­ges­an­spra­che for­mu­lier­te. Und nun das: ein Jahr spä­ter, im ers­ten Semi­fi­na­le des in der por­tu­gie­si­schen Haupt­stadt abge­hal­te­nen 2018er Grand Prix, flie­gen gleich zwei von ins­ge­samt ledig­lich drei Bei­trä­gen in Lan­des­spra­che raus, bei­des Bal­la­den. Statt­des­sen folgt ein Durch­marsch fröh­li­cher, größ­ten­teils stark cho­reo­gra­fier­ter und mit mehr oder min­der mas­si­ven Gim­micks arbei­ten­der Uptem­po­num­mern, von “Fast-Food-Pop”, wie Sobral es nen­nen wür­de. Als beken­nen­der Lieb­ha­ber von ‘Amar pelos Dois’ einer­seits und glü­hen­der Dance-Trash-Fan ande­rer­seits sage ich: gut, dass beim Grand Prix für bei­des Platz ist!

L’amour est bleu: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le des ESC 2018.

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Eine Ära endet: Lys Assia ist tot

Für alt­ge­dien­te Euro­vi­si­ons­fans kam die Nach­richt wie ein Schock: am gest­ri­gen Sams­tag ver­starb Medi­en­be­rich­ten zufol­ge die drei­fa­che schwei­ze­ri­sche Grand-Prix-Teil­neh­me­rin und Sie­ge­rin der Pre­mie­ren­aus­ga­be des Wett­be­werbs von 1956, Lys Assia, im Alter von 94 Jah­ren in einem Kran­ken­haus in Zol­li­kon bei Zürich. Damit geht eine Ära unwie­der­bring­lich zu Ende, denn Assia hat­te unter ein­ge­schwo­re­nen Anhän­gern des euro­päi­schen Lie­der­fes­ti­vals den Sta­tus einer Gali­ons­fi­gur inne, die den sel­ben Rang ein­nahm wie Cher im Bereich der Pop­mu­sik oder Keith Richards im Rock: dass die unver­wüst­li­che “Grand Dame des Chan­son” (Blick) selbst einen Atom­krieg unbe­scha­det über­le­ben wür­de, auf jeden Fall aber uns gewöhn­li­che Sterb­li­che, galt als uner­schüt­ter­li­che Gewiss­heit. Und so trau­ert die Grand-Prix-Gemein­de nicht nur um ein euro­vi­sio­nä­res Aus­hän­ge­schild, das auf kei­ner Fest­ver­an­stal­tung rund um den Euro­vi­si­on Song Con­test feh­len durf­te, son­dern auch um eine Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur. Wenn selbst Lys Assia das Zeit­li­che seg­nen muss, so die ban­ge Fra­ge, ist es dann auch vor­stell­bar, dass es den Euro­vi­si­on Song Con­test womög­lich nicht ewig geben wird?

Lys Assia mit ‘Gior­gio’, dem bes­ten ihrer vier Grand-Prix-Bei­trä­ge und einem ech­ten Kult­hit.

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Geld­sor­gen: ukrai­ni­sche Teil­nah­me 2018 ist in Gefahr

Das kurz­fris­ti­ge Wackeln von Euro­vi­si­ons­teil­nah­men aus peku­niä­ren Grün­den scheint sich zu einem wie­der­keh­ren­den The­ma zu ent­wi­ckeln, an das wir uns wohl oder übel gewöh­nen müs­sen. Wie die EBU heu­te mor­gen in einer Pres­se­er­klä­rung ver­laut­bar­te, ist der ukrai­ni­sche Sen­der UA:PBC auf­grund chro­ni­scher Unter­fi­nan­zie­rung unmit­tel­bar in sei­nem Bestand gefähr­det. Bereits Ende April 2018, also in weni­gen Wochen, könn­te das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen gezwun­gen sein, den Sen­de­be­trieb ein­zu­stel­len, da der sich in einem mas­si­ven Umstruk­tu­rie­rungs­pro­zess befind­li­che Sen­der der­zeit nur die Hälf­te der benö­tig­ten Mit­tel erhal­te. Muss das EBU-Mit­glied wirk­lich dicht machen, kann auch der für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 aus­ge­wähl­te Emo-Boy Melóvin nicht am Wett­be­werb teil­neh­men. Was man natür­lich als Glück im Unglück bezeich­nen könn­te, da so den euro­päi­schen Zuschauer/innen zumin­dest die musi­ka­li­sche Mons­tro­si­tät ‘Under the Lad­der’ erspart blie­be. Im Hin­blick auf die Medi­en­viel­falt und Pres­se­frei­heit in der Ukrai­ne wür­de der Crash von UA:PBC aber natür­lich ein ver­hee­ren­des Zei­chen set­zen.

Erlei­det Melóvin das­sel­be Schick­sal wie sein rumä­ni­scher Kol­le­ge Ovi­diu Anton 2016?

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