Rank & File 2019: Platz 22 – Kru­na

Ser­bi­ens Vor­ent­scheid, die Beo­vi­zi­ja, reih­te sich in die­sem Jahr ein in den immer stär­ker wer­den­den Strom an Län­dern, die zwecks Zuschau­er­bin­dung und Gene­rie­rung von Ein­nah­men zwar pro for­ma noch das Publi­kum abstim­men las­sen, per Jury­ent­scheid jedoch aktiv sicher­stel­len, das bloß nicht die Favo­ri­ten des unmün­di­gen Vol­kes gewin­nen. Und so vote­te man ein rap­pen­des Kampf­les­ben-Duo vor­sätz­lich her­un­ter und mani­pu­lier­te statt­des­sen die trotz ihrer Jugend sehr ver­sier­te Neve­na, die das Land schon beim JESC sowie 2013 beim rich­ti­gen Grand Prix ver­tre­ten hat, an die Spit­ze.

Platz 22: Ser­bi­en – Neve­na Božo­vić: Kru­na (Kro­ne)

Die erschre­ckend dür­re Blon­de ver­fügt mit ‘Kru­na’ denn auch über eine ganz ordent­li­che Bal­kan­bal­la­de und macht auf dem Papier alles rich­tig: die Inter­pre­tin schreit sich die See­le aus dem zar­ten Laib, trifft dabei die Töne tadel­los, singt in der Lan­des­spra­che, ham­pelt nicht albern her­um, schaut ange­mes­sen leid­voll drein und zeigt dabei soviel Bein, wie es gera­de noch eben als ange­mes­sen und geschmack­voll, aber sexy durch­geht. Und anders als ihr ges­tern vor­ge­stell­ter rus­si­scher Kol­le­ge Ser­gey tritt sie für ein Land an, aus dem man ein lang­sa­mes Lied gera­de­zu erwar­tet, ja, das gewis­ser­ma­ßen das Patent dar­auf hält. Doch nicht nur die zwei völ­lig über­flüs­si­gen, anbie­dern­den Text­zei­len auf Eng­lisch las­sen einen stol­pern und zei­gen, das hier irgend­was nicht stimmt. Irgend­wie will hier nichts rich­tig zusam­men­pas­sen: die Brü­cke, der Instru­men­tal­part in der Mit­te, wirkt, als sei sie ledig­lich zu dem Zweck da, um Zeit zu schin­den, und bleibt ein Fremd­kör­per, der nicht orga­nisch mit dem rest­li­chen Song zusam­men­wach­sen will. Das wich­ti­ge Fina­le scheint blut­leer und abrupt, der Refrain bleibt nicht hän­gen. Und die “rocki­ge” E-Gitar­re soll den Song wohl in der Jetzt­zeit ver­or­ten, wird hier­für aber in viel zu homöo­pa­thi­scher Dosis ein­ge­setzt. Hat man gera­de aus Ser­bi­en alles schon sehr oft sehr viel bes­ser gehört. ‘Kru­na’ ent­täuscht die Erwar­tun­gen, jeden­falls mei­ne.

Gebt der armen Frau doch mal was zu essen! Dann wirkt sie viel­leicht auch nicht mehr so apa­thisch. Nee-Vena beim Beo­vi­zi­ja-Auf­tritt.

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Beo­vi­zi­ja 2019: Das schlägt dem Fass die Kro­ne ins Gesicht

Neben Nord­ma­ze­do­ni­en, Russ­land, San Mari­no und Ungarn schickt nun auch Ser­bi­en eine Rück­keh­re­rin zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 nach Tel Aviv: bereits vor sechs Jah­ren stand Neve­na Božo­vić in Mal­mö auf den Bret­tern, die die Welt bedeu­ten; sei­ner­zeit als Teil des unmit­tel­bar nach dem Wett­be­werb wie­der auf­ge­lös­ten Trash-Tri­os Moje 3 mit ihrer Alle-mei­ne-Ent­chen-Melo­die ‘Lju­bav je svu­da’, das ver­mut­lich auch dank der grau­sam ent­stel­len­den Kla­mot­ten­wahl der drei ser­bi­schen Lieb­chen im Semi­fi­na­le aus­schied. Modisch hat sich die erschre­ckend dün­ne Neve­na, die zur Sicher­heit stets eine gan­ze Bat­te­rie von Vomi­tier­spa­teln am Arm und um den Hals mit sich führt, um bei buli­mi­schen Fress­an­fäl­len sofort gegen­steu­ern zu kön­nen, zwi­schen­zeit­lich wei­ter­ent­wi­ckelt. Auch musi­ka­lisch kommt sie 2019 anders daher: ihre selbst geschrie­be­ne, für mei­ne Ohren aller­dings selt­sam blut­lee­re und sakri­leg­haft mit eng­li­schen Text­ein­spreng­seln ver­se­he­ne Bal­kan­bal­la­de ‘Kru­na’ (‘Kro­ne’) ver­moch­te im gest­ri­gen Fina­le der Beo­vi­zi­ja die Juror/innen über­zeu­gen, die sie mit deut­li­chem Punk­te­vor­sprung an die Spit­ze wähl­ten. Beim hei­mi­schen Publi­kum lan­de­te Frau Božo­vić hin­ge­gen nur auf dem drit­ten Rang.

Von der Jury zur Köni­gin gekrönt: Neve­na.

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Per­len der Vor­ent­schei­dung: die ser­bi­sche Strick­lie­sel

Bevor der heu­ti­ge letz­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019 unse­re letz­ten Kraft­re­ser­ven for­dert, gilt es noch, die bei­den Semi­fi­na­le der ser­bi­schen Beo­vi­zi­ja Revue pas­sie­ren zu las­sen, die am Mitt­woch und Don­ners­tag die­ser Woche über die Büh­ne gin­gen und die sich über wei­tes­te Stre­cken in einer schier unglaub­li­chen Nost­al­gie ergin­gen. Wäh­rend man näm­lich die jeweils 12 Kombattant/innen je Run­de, von denen die Hälf­te ins Fina­le pas­sie­ren durf­te, in einer knap­pen Drei­vier­tel­stun­de Schlag auf Schlag durch das Pro­gramm prü­gel­te, unter­bro­chen nur von kaum ein­mi­nü­ti­gen Ein­spie­lern (sieh und ler­ne, NDR!) füll­te der Sen­der RTS die ver­blie­be­nen mehr als zwei Stun­den Sen­de­zeit bis zum Bers­ten mit nam­haf­ten Star­gäs­ten aus dem gesam­ten Bal­kan. So wie bei­spiels­wei­se der anbe­tungs­wür­di­gen Kalio­pi, dem etwas abge­härmt aus­se­hen­den Laka, der frisch gestraff­ten San­ja Vučić, dem sicht­lich geal­ter­ten Knez oder der zucker­sü­ßen Boja­na Sta­men­ov, die nicht nur jeweils ihre eige­nen Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge noch­mals zum Bes­ten gaben, son­dern auch, zusam­men­ge­stellt zu Super­star-Duet­ten bis Quar­tet­ten, wei­te­re Bal­kan- und Euro­vi­si­ons­klas­si­ker prä­sen­tier­ten. Und damit das zuvor gezeig­te aktu­el­le Beo­vi­zi­ja-Teil­neh­mer­feld der­ma­ßen grell über­strahl­ten, dass nur die gele­gent­lich ein­ge­streu­ten Schnell­durch­läu­fe es vor dem völ­li­gen Ver­ges­sen bewahr­te.

Ob die Lipi­de für San­ja Vučićs Lip­pen­auf­sprit­zung direkt aus dem Gesäß von Jac­ques Hou­dek abge­saugt wur­den?

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Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tat­säch­lich geschafft. Der mut­maß­li­che, sinis­te­re Plan der Rus­sen, erst­ma­lig seit der Ein­füh­rung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den im Jah­re 2004 in einer sol­chen aus­zu­schei­den, ging auf. Zum zwei­ten Mal hin­ter­ein­an­der wies das kalt­her­zi­ge Euro­pa die im Roll­stuhl sit­zen­de Inter­pre­tin Julia Samo­yl­o­va ab: 2017 aus poli­ti­schen Grün­den, 2018 aus purer Bös­ar­tig­keit und in Negie­rung des von der EBU ver­brei­te­ten Mär­chens der Inklu­si­on, die beim Euro­vi­si­on Song Con­test eben nur für bär­ti­ge Frau­en gilt. So ver­mut­lich die Melo­die des Lie­des, wel­ches Putins Staats­me­di­en ab sofort ver­brei­ten dürf­ten. Dabei tat das rus­si­sche Team selbst alles, um den Final­ein­zug zu ver­hin­dern: es ver­sorg­te sei­ne (auf­grund ihrer mut­maß­lich unfrei­wil­li­gen Rol­le in die­ser PR-Schlacht wirk­lich zu bemit­lei­den­de) Reprä­sen­tan­tin mit einem abso­lut grot­ti­gen Song und ertränk­te ihre krank­heits­be­dingt schwa­che Stim­me wei­test­ge­hend in einem See von beson­ders laut ein­ge­stell­ten Cho­ris­ten, was es nur noch offen­sicht­li­cher mach­te. In der völ­lig absur­den und sinn­be­frei­ten Insze­nie­rung rund um den Mount Rus­sia­mo­re distan­zier­ten sich die Backings, eben­so wie das über­flüs­si­ge Tän­zer­paar, noch dazu visu­ell und räum­lich von der Sän­ge­rin, soweit es die Büh­ne gera­de eben zuließ, stell­ver­tre­tend für das Land. Kein Wun­der, dass nie­mand für Julia anrief.

It’s lone­ly at the Moun­tain Top: Julia Samo­yl­o­va als nuscheln­der Berg­gip­fel (RU).

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RS 2018: Der Flö­ten­schlumpf fängt an

Wenn die Ser­ben etwas machen, dann machen sie es rich­tig! Nach zwei eher ent­täu­schen­den inter­nen Inter­pre­ten­aus­wah­len ließ es der Sen­der RTS beim dies­jäh­ri­gen natio­na­len Vor­ent­scheid unter dem his­to­ri­schen Titel Beo­vi­zi­ja rich­tig kra­chen. Gleich 17 Bei­trä­ge bot man auf, die fast alle­samt auf das Präch­tigs­te unter­hiel­ten und den Fan des gepfleg­ten Eth­no-Pop­schla­gers in einen der­ma­ßenen Glücks­rausch ver­setz­ten, als sei er ver­se­hent­lich über Nacht in der Süß­wa­ren­ab­tei­lung des Kauf­hau­ses ein­ge­schlos­sen. Min­des­tens sechs abso­lu­te Lieb­lings­lie­der, die alle­samt hät­ten gewin­nen dür­fen, zähl­te ich am Ende, und mit dem unter ande­rem durch einen zau­sel­bär­ti­gen Flö­ten­schlumpf folk­lo­ris­tisch instru­men­tier­ten, kla­ge­wei­ber­haft dahin­ge­jam­mer­ten, druck­vol­len Bal­kan­klop­per ‘Nova Deca’ (‘Neue Kin­der’) des 66jährigen Kom­po­nis­ten San­ja Ilić und sei­ner For­ma­ti­on Bal­ka­ni­ka sieg­te dann, unge­wöhn­lich genug, sogar eines davon. Ilić ver­fügt als Song­schrei­ber bereits über Euro­vi­si­ons­er­fah­rung: aus sei­ner Feder stammt das ungleich fade­re ‘Halo, Halo’ (→ YU 1982).

Der schmu­cke voll­bär­ti­ge Glatz­kopf in der Mit­te heißt übri­gens Mla­den Lukić.

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Zwei der iri­schen Backings © Mar­tin Schmidtner

War­um macht ihr so etwas, lie­be Büh­nen­bild­ver­ant­wort­li­che? War­um ver­steckt ihr in die­sem Jahr prak­tisch alle die Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne? Schon im ers­ten Semi­fi­na­le 2017 am ver­gan­ge­nen Diens­tag irri­tier­te es maß­los, wenn man mit den Augen ledig­lich eine ein­zel­ne, völ­lig ver­lo­ren im Far­ben­wir­bel des Back­drops ver­schwin­den­de Per­son auf der Büh­ne sah, gleich­zei­tig jedoch mit den Ohren wah­re Cho­rä­le erschal­len hör­te und das völ­lig über­for­der­te, bedau­erns­wer­te Gehirn die­se bei­den sich gegen­sei­tig wider­spre­chen­den Sin­nes­wahr­neh­mun­gen irgend­wie zusam­men bekom­men soll­te, ohne dabei zu implo­die­ren. Bei der gest­ri­gen zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de dann, erneut aus­ge­tra­gen in der nur mäßig besetz­ten Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­hal­le zu Kiew, erneut bestückt mit der irgend­wo zwi­schen Raum­schiff Enter­pri­se und der Außen­re­kla­me für das berühmt-berüch­tig­te Ree­per­bahn-Eta­blis­se­ment Zur Rit­ze chan­gie­ren­den Büh­ne sowie den drei kom­plett unlus­ti­gen Mode­ra­to­ren Tick, Trick und Track, nerv­te es nur noch. Zumal man uns damit um eini­ge Augen­wei­den brach­te, so bei­spiels­wei­se um die zwei rot­haa­ri­gen Hin­gu­cker des milch­bü­bi­gen Iren Bren­dan Mur­ray, die deut­lich mehr her­ge­macht hät­ten als der arm­se­li­ge, wind­schie­fe und zu allem Übel auch noch am Boden blei­ben­de Fes­sel­bal­lon, den die RTÉ-Dele­ga­ti­on statt­des­sen als schlecht über­leg­tes Büh­nen­gim­mick mit­brach­te.

Zwei­ein­vier­tel Stun­de frag­wür­di­ge Musik und noch frag­wür­di­ge­re Gar­de­ro­ben: das zwei­te Semi­fi­na­le 2017 am Stück

wei­ter­le­senZwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Euro­vi­si­on Death­match #8: der flot­te Drei­er

Als wir das euro­vi­sio­nä­re Todes­du­ell letz­te Woche star­te­ten, befan­den sich inklu­si­ve des rus­si­schen Bei­trags offi­zi­ell noch 43 Titel im Ren­nen (wonach es aktu­ell immer weni­ger aus­sieht). Da sich unge­ra­de Zah­len bekannt­lich nicht durch zwei tei­len las­sen, müs­sen wir dies­mal aus­nahms­wei­se ein Oxy­mo­ron ein­schie­ben, näm­lich ein Drei­er­du­ell. Gleich drei Damen aus benach­bar­ten Staa­ten des Bal­kan stei­gen also heu­te in den Ring, um sich die fet­ten Beats ihrer Dance-Songs um die Ohren zu hau­en. Wir begin­nen ganz im Süden: unse­re ers­te Kom­bat­tan­tin ist die 25jährige Grie­chin Dimi­tra Papa­dea ali­as Demy, vom wie­der­auf­er­stan­de­nen hel­le­ni­schen Staats­sen­der ERT intern aus­ge­wählt und in einem Song-Vor­ent­scheid mit dem fla­chen, voll auf die Zwölf gehen­den Dance-Stamp­fer ‘This is Love’ ver­sorgt. Der klingt wie ein flau­er Auf­guss von Cas­ca­das ‘Glo­rious’ (→ DE 2013), was bekannt­lich auch nur ein flau­er Abklatsch von Lore­ens ‘Eupho­ria’ (→ SE 2012) war. Von den schlim­men lyri­schen Sün­den des Song­tex­tes hat man immer­hin die fuß­nä­ge­lauf­rol­lends­te (“This is Love / Rain falls from above”: von wo bit­te sonst?) zwi­schen­zeit­lich über­ar­bei­tet, doch noch immer reimt Demy “There’s an echo in my head” auf “There’s a cross­road up ahead”. Nun ja, auch mit fett aus den Kopf­hö­rern bol­lern­den Bäs­sen im drö­hend lee­ren Schä­del läuft es sich ziel­ge­rich­tet über die stark befah­re­nen Stra­ßen­kreu­zun­gen Athens, und beim Nah­kampf um Leben und Tod gegen ihre bei­den Kon­kur­ren­tin­nen kann zuviel Nach­den­ken ja auch von Nach­teil sein.

Feu­ert aus allen Roh­ren: Demy (GR)

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Ser­bi­en 2017: Birds are fal­ling from the Ski­es

Nach­zu­rei­chen gibt es noch ein paar ges­tern bzw. sogar schon am Frei­tag vor­ge­stell­te Bei­trä­ge vom Bal­kan, wo man sich durch die Bank für intern aus­ge­wähl­te Repräsentant/innen ent­schie­den hat­te. So wie in Ser­bi­en, wo Tija­na Bogiće­vić, ihres Zei­chens ehe­ma­li­ge Chor­sän­ge­rin bei Nina (→ RS 2011), den Bei­trag des recht erfolg­rei­chen Euro­vi­si­ons­lan­des singt. Der heißt, wie wir nun wis­sen, ‘In too Deep’, ist eine schwe­di­ser­bi­sche Kopro­duk­ti­on, des­sen Team auch schon für Poli Geno­vas ‘If Love was a Crime’ (→ BG 2016) ver­ant­wort­lich zeich­ne­te und erweist sich im Gegen­satz zu die­sem Titel lei­der als recht belang­los vor sich hin plät­schern­der Uptem­po-Album­track ohne jeg­li­chen musi­ka­li­schen oder gesang­li­chen Höhe­punkt. Tija­nas per Auto­tu­ne glatt­ge­bü­gel­te, aus­tausch­ba­re Stim­me schwebt süß­lich über der in Ansät­zen sphä­ri­schen Num­mer, zu der man sanft mit­wip­pen kann, die aber kei­ner­lei Begeis­te­rungs­stür­me aus­zu­lö­sen ver­mag. Im dazu­ge­hö­ri­gen Video­clip, von dem vor allem der ath­le­ti­sche, wie aus Stein gemei­ßel­te Kör­per des halb­nack­ten Tän­zers in Erin­ne­rung bleibt, prä­sen­tiert sich die blass blei­ben­de Sän­ge­rin als in einem Vogel­reif sit­zen­der, trau­ri­ger Papa­gei im PVC-Body. Das ist alles ganz nett, zieht sich aber den­noch gefühlt deut­lich län­ger als drei Minu­ten dahin und reicht ganz sicher nicht für den vom ser­bi­schen Sen­der bereits her­bei­phan­ta­sier­ten erneu­ten Euro­vi­si­ons­sieg.

Ein­mal von der Vogel-Stan­ge: Tija­na (RS)

Kommt Ser­bi­en mit Tija­na ins Fina­le?

  • Selbst­re­dend, weil Ser­bi­en. Der Song hät­te es aber nicht ver­dient. (44%, 33 Votes)
  • Nein, das ist ein­fach zu lahm und glanz­los. (37%, 28 Votes)
  • Natür­lich, und zu Recht. Das ist ein moder­ner, gut gemach­ter Pop­song. (19%, 14 Votes)

Total Voters: 75

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Ser­bi­en 2017: if Caro­ban was a Crime

Wie esctoday.com heu­te Abend unter Bezug­nah­me auf eine Ver­laut­ba­rung des ser­bi­schen Sen­der RTS berich­te­te, schickt das Bal­kan­land die laut Wiwi­bloggs schwer­punkt­mä­ßig in den USA leben­de Sän­ge­rin Tija­na Bogiće­vić als ihre Ver­tre­te­rin zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 nach Kiew. Bogiće­vić stand bereits beim Wett­sin­gen in Düs­sel­dorf 2011 auf der Grand-Prix-Büh­ne, als Chor­sän­ge­rin für Nina. Zwei Jah­re zuvor hat­te sie es bereits bei der ser­bi­schen Vor­ent­schei­dung Beo­vi­zi­ja ver­sucht, kam aber nicht über das Halb­fi­na­le hin­aus. Einen Song gibt es nach Ver­laut­ba­rung des Sen­ders bereits – geschrie­ben von Boris­lav Mila­nov und Bo Pers­son, die auch an Poli Geno­vas ‘If Love was a Crime’ (→ BG 2016) betei­ligt waren. Aller­dings bekom­men wir den erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt zu hören: wie so vie­le Rund­funk­sta­tio­nen betei­ligt sich auch RTS an der neu­er­dings wie eine Seu­che um sich grei­fen­den, kom­plett nerv­tö­ten­den Marot­te, sich bei der Bekannt­ga­be des Euro­vi­si­ons­bei­tra­ges einer regel­rech­ten Sala­mi­tak­tik zu bedie­nen und jedes noch so klei­ne Fit­zel­chen an Infor­ma­ti­on (wie z. B. Künst­ler, Autor, Pro­du­zent, Song­ti­tel, Audio, Video, Cho­reo­graf, Stil­be­ra­ter, Lieb­lings­ge­richt des Dele­ga­ti­ons­lei­ters etc.) ein­zeln zu ver­öf­fent­li­chen. Eine Auf­merk­sam­keits­er­ha­schungs­stra­te­gie, die wäh­rend der Zeit der PED im Som­mer oder zu Beginn des neu­en Euro­vi­si­ons­jah­res im Sep­tem­ber noch tole­ra­bel erscheint, wo sonst so gut wie nichts pas­siert; die jedoch zum jet­zi­gen Zeit­punkt, zur Vor­ent­schei­dungs-Rush-Hour, aber völ­lig unan­ge­bracht ist. Sor­ry für den Rant, das muss­te mal raus. Eine kur­ze You­tube-Sich­tung för­dert jeden­falls in Tija­na eine musi­ka­lisch ziem­lich wand­lungs­fä­hi­ge und stimm­lich aus­drucks­star­ke Inter­pre­tin zuta­ge, die vom Euro­dance-Knal­ler über Bar-Jazz-Cover­ver­sio­nen von AC/DC-Songs (wer kommt auf sol­che Ide­en?) bis hin zu Bal­la­den (bit­te nicht!) alles sin­gen kann, und das ver­dammt über­zeu­gend.

So etwas in der Art dürf­te es ger­ne wie­der sein: Tija­na aus Tijua­na (Reper­toire­bei­spiel)

Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und wei­ter geht’s mit der noch aus­ste­hen­den Kom­men­tie­rung zu den ers­ten Pro­be­durch­läu­fen des zwei­ten Semi­fi­na­les. Der Let­te Justs darf die­ses mit sei­nem von der Vor­jah­res­teil­neh­me­rin Ami­na­ta geschrie­be­nen Elek­tro­kra­cher ‘Heart­beat’ eröff­nen, eben­so wie die Pro­ben am Mitt­woch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Blog­gern ein­trug, sich im drit­ten Durch­gang dann aber stimm­lich bemerk­bar mach­te. Haus­hal­ten mit den Kräf­ten ist hier die Devi­se! Lei­der müs­sen wir erneut auf den Riga-Biber ver­zich­ten, ansons­ten gibt es eine visu­ell etwas auf­ge­bü­gel­te Ver­si­on des Vor­ent­schei­dungs­auf­tritts, was auch gut funk­tio­niert. Nur die Pao­la-Gedächt­nis-Föhn­wel­le von Justs stört mich nach wie vor. Kann man den nicht zwangs­fri­sie­ren? Gewag­te modi­sche State­ments auch von Mich­ał Szpak: der Pole absol­vier­te sei­ne ers­te Pro­be in einer uni­quen, ärmel­lo­sen, sil­ber­nen Jacke, die er in den fol­gen­den Durch­gän­gen ableg­te, um uns mit einem schwar­zen Tank­top zu erfreu­en. Sieht man an unauf­ge­pump­ten, lang­haa­ri­gen Dau­er­wel­len­trä­gern ja sonst eher sel­ten! Lus­tig: drei sei­ner Backings sind als Vio­li­nis­tin­nen getarnt, der ers­ten fehl­te aller­dings zunächst das Instru­ment, so dass sie einen klei­nen Mar­aa­ya-Luft­gei­gen-Moment (SI 2015) impro­vi­sie­ren muss­te. Damit wir dem Schwulst sei­nes Tex­tes nicht ent­flie­hen kön­nen, wer­den die Key­words von ‘Color of your Life’ auf dem Büh­nen­hin­ter­grund ein­ge­blen­det. Muss das denn sein?

Wer hat die Gei­ge geklaut? (PL)

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