Ser­bi­en 2008: Ohne Stie­le und Sten­gel gekel­tert

Span­nend geht es zu in Bel­grad: nach dem die Beo­vi­zi­ja wegen der Aus­schrei­tun­gen im Zusam­men­hang mit der Los­lö­sung des Koso­vo ver­scho­ben wer­den muss­te, sieg­te in der nun doch noch statt­ge­fun­de­nen Vor­ent­schei­dung die Favo­ri­tin Jele­na Tomaše­vić. Mit einer wun­der­schö­nen Bal­kan­bal­la­de aus der Feder von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić. Der schrieb und sang sein Hei­mat­land mit dem ähn­lich ange­leg­ten ‘Lane moje’ bereits 2004 fast zum Sieg und steht auch die­ses Jahr beim Grand Prix wie­der auf der Büh­ne – als Mode­ra­tor. Soll­te sein von Frau Tomaše­vić gesun­ge­ner Bei­trag ‘Oro’ erneut sie­gen, so könn­te er sich als des­sen Kom­po­nist selbst die Hand schüt­teln. Auf Rang 3 lan­de­ten die Beau­ty Queens, Mari­jas Begleit­ka­pel­le vom letz­ten Jahr.


Sub­til natio­na­lis­tisch: das Lied vom Amsel­feld

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ESC Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Logo des Eurovision Song Contest 2007 (Semifinale)
Das Jahr der Damen­dar­stel­ler

Ein kol­lek­ti­ves, erleich­ter­tes Seuf­zen ging durch Euro­pa: nach fünf Jah­ren Vor­herr­schaft der Show über die Musik sieg­te end­lich wie­der ein Lied! Ein sanf­tes, melo­diö­ses, in der Lan­des­spra­che gesun­ge­nes noch dazu. Eines ganz ohne Cho­reo­gra­fie! Aller­dings: so ganz stimm­te das nicht. Molit­va’ gewann natür­lich auch auf­grund sei­ner Show – nur, dass die­se halt sehr viel unauf­dring­li­cher daher­kam als bei­spiels­wei­se bei den fin­ni­schen Mons­ter­ro­ckern. Genau die­se char­man­te Prä­sen­ta­ti­on zärt­li­cher Soli­da­ri­tät zwi­schen fünf gut aus­se­hen­den und einer stimm­ge­wal­ti­gen Frau (nicht zu ver­ges­sen der sub­til les­bi­sche Unter­ton) hob den ser­bi­schen Bei­trag aus der Flut auf­wän­di­ger Tanz­cho­reo­gra­fi­en her­aus und führ­te ihn zum hoch ver­dien­ten Sieg.

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Ach­ter Super­sams­tag 2007: Unsub­stan­ti­ell (RS, CZ, TR, HU)

Und noch ein Schwung von Nach­züg­lern. Ob hier der Sie­ger­ti­tel drun­ter ist?


Was für ein Zir­kus! (RS)

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ESC Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Logo des Eurovision Song Contest 2005 (Finale)
Das Jahr der Trom­mel­tän­ze

Ange­droht war, dass die letzt­jäh­ri­ge Sie­ge­rin, die von Staats­chef Wik­tor Juscht­schen­ko zur Euro­vi­si­ons­be­auf­trag­ten ernann­te Volks­hel­din Rus­la­na, durch den Abend füh­ren sol­le. Die Gali­ons­fi­gur der Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on sag­te aber in letz­ter Sekun­de ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht rich­tig vor­be­rei­ten kön­ne, so die offi­zi­el­le Begrün­dung. Jeg­li­che Spe­ku­la­ti­on über einen Zusam­men­hang mit ihren eher frag­men­ta­ri­schen Eng­lisch­kennt­nis­sen ist hin­ge­gen so bös­ar­tig wie wohl begrün­det. Ob Mascha und Pascha, die Ersatz­mo­de­ra­to­ren, nun so viel bes­ser Eng­lisch spra­chen? Es gab an die­sem Abend kei­ne rech­te Ant­wort dar­auf. Denn sie zwit­scher­te ihre Tex­te zwi­schen stets zum debi­len Dau­er­g­rin­sen gebleck­ten Perl­weiß­zäh­nen her­aus wie eine Sing­dros­sel auf Speed, er mur­mel­te sie bestän­dig in sei­nen zwi­schen­zeit­lich abra­sier­ten Goatee wie ein bekiff­ter Elch.

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ESC Fina­le 2004: Just may­be I’m cra­zy

Logo des Eurovision Song Contest 2004 (Semifinale)
Das Jahr der wil­den Tän­ze

Man möge es mir nach­se­hen: die­sen Jahr­gang kann ich nicht nach den übli­chen Maß­stä­ben beur­tei­len. Denn zum ers­ten Mal ver­folg­te ich das Gesche­hen nicht mehr zu Hau­se am Fern­se­her, son­dern live vor Ort in der Hal­le. Ein völ­lig ande­res Erleb­nis, das ich jedem nur emp­feh­len kann! Die EBU hat­te just in jenem Jahr erst­mals dem eigent­li­chen Grand Prix eine Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de vor­ge­schal­tet, die ich als beken­nen­der Trash­gour­met seit­her noch mehr lie­be als das Fina­le, weil sich dort die tra­gi­sche­ren Bei­trä­ge sam­meln. In die­ser End­run­de nun tum­mel­ten sich die Big Four und die zehn best­plat­zier­ten Län­der aus 2003. Sowie eben die zehn Bes­ten aus dem Semi, die im Fina­le eben­falls sehr gut abschnit­ten.

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ESC 1982: Mei­ne Lie­der, die ändern nicht viel

Logo Eurovision Song Contest 1982
Das Jahr des Bruchs

1982: eine magi­sche Zahl für Deutsch­land, ein natio­na­les Trau­ma. Nicht nur, weil sich damals ein bir­nen­för­mi­ger Oggers­hei­mer anschick­te, das Land mit einer sech­zehn Jah­re wäh­ren­den Schre­ckens­herr­schaft zu über­zie­hen. Viel wich­ti­ger: wir gewan­nen den Grand Prix! Zum ers­ten – und, wie ich bis zum 29. Mai 2010, als Lena Mey­er-Land­rut die Wach­ab­lö­sung voll­zog und die Ära Sie­gel been­de­te, fest glaub­te, auch zum letz­ten – Mal. Der Con­test zog von den bis­her meist als Aus­tra­gungs­ort aus­ge­wähl­ten Haupt­städ­ten in die tiefs­te bri­ti­sche Pro­vinz nach Hor­ror­ga­te Har­ro­ga­te. Wie pas­send, denn pro­vin­zi­ell mute­te auch das musi­ka­li­sche Auf­ge­bot an.

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