Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euro­land

Hut ab: nie­mand trollt die Euro­vi­si­ons­ge­mein­de so geni­al wie San Mari­no! Ließ sich der chro­nisch klam­me Sen­der des Minia­tur­staa­tes letz­tes Jahr noch von der ehe­ma­li­gen öster­rei­chi­schen ESC-Teil­neh­me­rin Zoë Straub eine crowd­fun­ding-finan­zier­te öffent­li­che Vor­ent­schei­dung andre­hen, bei der gewann, wer am meis­ten Geld sam­mel­te, posaun­te SMRTV an Sil­ves­ter 2018 groß­spu­rig in die Land­schaft, man arbei­te der­zeit hin­ter ver­schlos­se­nen Türen “mit einem wun­der­ba­ren inter­na­tio­na­len Künst­ler” an einem Bei­trag für Tel Aviv. Und wäh­rend sich die Fan-Bub­ble in den wil­des­ten Spe­ku­la­tio­nen über mög­li­che Welt­stars erging, brach­te sich der wegen ras­sis­ti­scher Äuße­run­gen im Som­mer 2018 aus dem bri­ti­schen Big-Bro­ther-Haus gewor­fe­ne, Schön­heits-OP- und auf­merk­sam­keits­süch­ti­ge, gebür­ti­ge Bra­si­lia­ner Rodri­go Alves, auch bekannt als hoch­gra­dig tra­gi­sche “mensch­li­che Ken-Pup­pe”, selbst ins Gespräch, was man in San Mari­no genüss­lich weder bestä­tig­te noch demen­tier­te. Genau­so wenig wie die Behaup­tung der rus­si­schen Sän­ge­rin Darya­na Krai­eva, sie sei die Aus­er­wähl­te. Ges­tern nun ließ man die Kat­ze aus dem Sack. Und sie­he da: bei dem geheim­nis­um­wo­be­nen “inter­na­tio­na­len Künst­ler” han­delt es sich um einen im Wort­sin­ne alten Bekann­ten! Näm­lich um die tür­ki­sche TV-Per­sön­lich­keit Ser­hat Hacıpaşalıoğlu, der bereits 2016 die Winz-Repu­blik ver­trat. Zu Hil­fe: ich kann seit ges­tern nicht auf­hö­ren, zu lachen.

I want to pee insi­de your Mind”: Ser­hat will es noch­mal wis­sen!

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Rus­si­sche Zöll­ner hin­der­ten Hovi Star an der Ein­rei­se

Wie schreck­lich es mit der insti­tu­tio­nel­len rus­si­schen Homo­pho­bie bestellt ist, erfuhr in die­ser Woche der israe­li­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter Hovi Star am eige­nen Lei­be. Wie er einem Bericht von Wiwi­bloggs zufol­ge ges­tern Abend in der mal­te­si­schen Talk­show Xara­bank erzähl­te, hin­der­ten ihn Zöll­ner am Flug­ha­fen Mos­kau bei der Ein­rei­se in das Land, das er im Zuge einer Pro­mo­tour besu­chen woll­te. Hovi: “Sie sag­ten mir, ich dürf­te nicht rein. Sie schau­ten in mei­nen Pass, zer­ris­sen ihn und lach­ten mich aus”. Grün­de für die­se unglaub­li­che Behand­lung sei­en nicht genannt wor­den: “viel­leicht, weil ich schwul bin, viel­leicht, weil ich mich so anzie­he, viel­leicht, weil ich Make-up tra­ge – ich weiß es nicht,” so der Künst­ler im Inter­view. Trotz des skan­da­lö­sen Vor­falls, den sei­ne spa­ni­sche Kol­le­gin Barei, die das Gesche­hen als Augen­zeu­gin mit­ver­fol­gen muss­te, am Don­ners­tag in der Zei­tung Lavan­gar­dia publik mach­te, blieb Hovi Star in sei­ner Mit­te: “Mein Song ‘Made of Stars’ han­delt von der Gleich­heit; davon, dass alle gleich sind, gleich gebo­ren, gleich im Ster­ben. Und ich beto­ne immer: schenkt Lie­be – sie ist kos­ten­los. Es gibt kei­nen Grund für Hass, für Nega­ti­vi­tät. Ich habe mich ent­schie­den, es als Leh­re zu ver­bu­chen.” Er lie­be Russ­land, das er schon mehr­fach besucht habe, und wol­le es nicht per­sön­lich neh­men.

Wir leben, wir lächeln und wir geben jedem freie Lie­be”: Bra­vo, Hovi

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