Serhat

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Rank and File 2019: Platz 3 – Say na na na

Rank and File 2019: Platz 3 – Say na na na

Nach einem krachend schief gegangenen Versuch mit einer externalisierten öffentlichen Vorentscheidung im Vorjahr kehrte das kleine San Marino heuer zum Bewährten zurück und nominierte einen seiner beiden Stammrepräsentant/innen. Kluge Wahl! Platz 3: San Marino - Serhat Hacıpaşalıoğlu: Say na na na (Sag na na na) Und ja, es ist mir bewusst, dass ich mich mit diesem Ranking als geschmacklich hoffnungslos veralteter Schlagerfan oute. Das aber dürfte für Stammleser/innen meines Blogs keine neue Nachricht sein. Der türkische Ex-Gameshow-Moderator in den Diensten der Miniaturrepublik schrieb den Titel, wie er selbst zugab, innerhalb weniger Minuten. So, wie in der Pop-Geschichte übrigens viele große…
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San Mari­no 2019: Die Legen­de ist zurück!

San Mari­no 2019: Die Legen­de ist zurück!

Was haben wir darauf gewartet! Seit der sanmarinesische Sender SMRTV zum Jahreswechsel verkündete, nach dem krachend gescheiterten Experiment mit der crowdfinanzierten öffentlichen Vorentscheidung des Vorjahres wieder zur bewährten internen Auswahl zurückzukehren und mit einem "internationalen Künstler" zu arbeiten, der sich Ende Januar 2019 als Serhat Hacıpaşalıoğlu entpuppte, wartete die Grand-Prix-Gemeinde mit angehaltenem Atem auf die Veröffentlichung seines Beitrags für Tel Aviv. Gestern früh leakte der Song erstmalig, und zur Mitternacht erfolgte dann der Release des offiziellen Videoclips. Selbstredend enttäuscht uns Serhat nicht und liefert mit 'Say na na na' exakt das ab, wonach die Fans lechzen: nach einem durch und…
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Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euroland

Inter­pre­ten­kür 2019: Es trollt so hart im Euroland

Hut ab: niemand trollt die Eurovisionsgemeinde so genial wie San Marino! Ließ sich der chronisch klamme Sender des Miniaturstaates letztes Jahr noch von der ehemaligen österreichischen ESC-Teilnehmerin Zoë Straub eine crowdfunding-finanzierte öffentliche Vorentscheidung andrehen, bei der gewann, wer am meisten Geld sammelte, posaunte SMRTV an Silvester 2018 großspurig in die Landschaft, man arbeite derzeit hinter verschlossenen Türen "mit einem wunderbaren internationalen Künstler" an einem Beitrag für Tel Aviv. Und während sich die Fan-Bubble in den wildesten Spekulationen über mögliche Weltstars erging, brachte sich der wegen rassistischer Äußerungen im Sommer 2018 aus dem britischen Big-Brother-Haus geworfene, Schönheits-OP- und aufmerksamkeitssüchtige, gebürtige Brasilianer Rodrigo…
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Rus­si­sche Zöll­ner hin­der­ten Hovi Star an der Einreise

Wie schrecklich es mit der institutionellen russischen Homophobie bestellt ist, erfuhr in dieser Woche der israelische Eurovisionsvertreter Hovi Star am eigenen Leibe. Wie er einem Bericht von Wiwibloggs zufolge gestern Abend in der maltesischen Talkshow Xarabank erzählte, hinderten ihn Zöllner am Flughafen Moskau bei der Einreise in das Land, das er im Zuge einer Promotour besuchen wollte. Hovi: "Sie sagten mir, ich dürfte nicht rein. Sie schauten in meinen Pass, zerrissen ihn und lachten mich aus". Gründe für diese unglaubliche Behandlung seien nicht genannt worden: "vielleicht, weil ich schwul bin, vielleicht, weil ich mich so anziehe, vielleicht, weil ich Make-up trage…
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