Unser Song für Tel Aviv: Sis­ters are doin’ it for them­sel­ves

Immer, wenn sich der NDR nach Jah­ren des ziel­lo­sen Her­um­sto­cherns einen Ruck gege­ben und mit viel Mühe und har­ter Arbeit ein neu­es, trag­fä­hi­ges Kon­zept für die Aus­wahl des hei­mi­schen Bei­trags zum Euro­vi­si­on Song Con­test gefun­den hat; eines, das einen mehr­heits­fä­hi­gen Titel und eine gute Plat­zie­rung im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb her­vor­bringt, dann geht er im Fol­ge­jahr hin und reißt mit dem Arsch alles wie­der ein, was er gera­de erst mühe­voll auf­bau­te. Klingt harsch? Nun, anders lässt sich das Ergeb­nis des deut­schen Vor­ent­scheids Unser Lied für Isra­el vom Frei­tag nicht inter­pre­tie­ren, bei dem der Sen­der zunächst wie im Vor­jahr in einen hoch­kom­pli­zier­ten, mehr­stu­fi­gen Künst­ler/in­nen- und Song­fin­dungs­ver­fah­ren sechs jun­ge Talen­te mit einer für deut­sche Ver­hält­nis­se recht brei­ten musi­ka­li­schen Palet­te von Songs aus­hob, dann aber man­gels Zutrau­en ins eige­ne Sys­tem im Nach­gang unbe­dingt noch ein sieb­tes, ganz nach dem Geschmack der Ham­bur­ger unfass­bar durch­schnitt­li­ches Lied namens ‘Sis­ter’ unter­brin­gen muss­te, hier­für rasch ein weib­li­ches Gesangs­duo mit dem hoch ima­gi­na­ti­ven Namen Sis­ters zusam­men­cas­te­te und anschlie­ßend alle Hebel in Bewe­gung setz­te, dass die­ses auch gewinnt. Was dank der tat­kräf­ti­gen Mit­hil­fe der vom Sen­der eigen­hän­dig zusam­men­ge­stell­ten inter­na­tio­na­len Jury, zu mei­ner Kon­ster­na­ti­on aber auch dank des Tele­vo­tings schließ­lich gelang.

Es war wie­der Mär­chen­stun­de beim deut­schen Vor­ent­scheid: Schnee­weiß­chen und Rosen­rot, die zwei Under­dogs unter den Unbe­kann­ten, setz­ten sich durch. Und nein, die alber­ne offi­zi­el­le Schreib­wei­se ihres Band­na­mens ver­wen­de ich nur über mei­ne Lei­che!

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